Struktur und Akteur in der Entwicklung der deutsch-griechischen Beziehungen 1871–1941

Von Mogens Pelt | Zuletzt bearbeitet 02.09.2021

Zwischen 1871 und 1941 entwickelten sich die deutsch-griechischen Beziehungen sprunghaft. Dieser Beitrag wird das Zusammenspiel von Struktur und Akteur in diesem Prozess diskutieren und die entscheidenden Momente und Faktoren identifizieren, die die Erhöhung des deutschen wirtschaftlichen und politischen Einflusses in Griechenland ermöglichten. Er wird untersuchen, welche Rolle die Einigung Deutschlands spielte und welche die politischen Prioritäten Berlins Griechenlandpolitik während des Kaiserreiches waren. Wie haben sich die Prioritäten Berlins Griechenland gegenüber nach dem Ersten Weltkrieg geändert und warum? Welche Rolle spielten Änderungen der wirtschaftlichen Struktur Griechenlands als Folge der Einbeziehung Mazedoniens und Thrakiens? Wie beeinflusste die Neuordnung Europas als Folge des Versailler Vertrags die deutsch-griechischen Beziehungen? Welchen Einfluss auf die deutsch-griechischen Beziehungen hatten die Weltwirtschaftskrise und Hitlers Machtergreifung? Wie war das Zusammenspiel zwischen diesen Faktoren und der Errichtung der Metaxas Diktatur, und wie sollen wir Hitlers Entscheidung, Griechenland zu besetzen, verstehen?

Inhalt

Einleitung

Die deutsche Einigung im Jahre 1871 machte Deutschland zu einem neuen Akteur auf der globalen Bühne. Dies hatte auch einen bedeutenden Einfluss auf die deutsch-griechischen Beziehungen. Dieser Beitrag will die Rolle von Strukturen und Akteuren in der Entwicklung der deutsch-griechischen Beziehungen von der Einigung Deutschlands bis zur Besetzung Griechenlands durch die Achsenmächte analysieren.

Zunächst werde ich die wichtigsten übergreifenden Strukturen ermitteln, die den Rahmen des Verlaufes dieser Beziehungen bildeten.

Dann möchte ich die Zäsuren identifizieren, die die Qualität dieser Strukturen in Bezug auf ihren Einfluss auf den Verlauf der griechisch-deutschen Beziehungen verändert haben. Schließlich werde ich die Bedeutung von Kontingenz und Agency in diesem Prozess diskutieren. Im Verlauf meiner Analyse werde ich die wichtigsten Akteure identifizieren, seien es Einzelpersonen, Gruppen oder Institutionen.

Mein Hauptaugenmerk liegt auf Politik, Wirtschaft und zwischenstaatlichen Beziehungen, insbesondere dem europäischen Staatssystem in Bezug auf Kontinuität und Diskontinuität.

Das Primat des Osmanischen Reiches

In den Jahrzehnten nach der deutschen Einigung wurde das Osmanische Reich zu einem immer wichtigeren Ziel der wirtschaftlichen und politischen Interessen Deutschlands im Ausland.

In Bezug auf Handel und Finanzen sah Berlin attraktive Möglichkeiten für eine Expansion der deutschen Interessen. Gleichzeitig achtete Berlin genau auf die prekäre geopolitische Position des Osmanischen Reiches sowie auf seine Kohärenz, die sowohl von innen als auch von außen zunehmend unter Druck geriet. Vor diesem Hintergrund entwickelten sich die griechisch-deutschen Beziehungen bis zum Ende des Ersten Weltkriegs. Die hohe Priorität, die Berlin seiner Beziehung zum Osmanischen Reich beimaß, schränkte seine Beziehungen zu Griechenland in gewisser Weise ein. Dies wurde immer dann deutlich, wenn griechische und osmanische Interessen aufeinanderstießen. Berlins Gesamtziel war es, eine griechisch-osmanische Annäherung zu fördern, aber in Konflikt- oder Kriegsfällen würde Deutschland an die Seite des Osmanischen Reiches treten – wie zum Beispiel im griechisch-türkischen Krieg von 1897 (Loulos, 1986, 37–78). Gleichzeitig wollte Berlin seine Beziehungen zu Griechenland verbessern. Dies galt nicht nur für Handel und Finanzen, sondern auch für den politisch viel potenteren Bereich des Verkaufs von Waffen und Kriegsgerät. Ab den 1880er Jahren hatte sich Deutschland als Hauptlieferant des Osmanischen Reiches für militärische Ausrüstung und Know-how etabliert (Yorulmaz, 2014, 1–5). Die Auswirkungen dieser Entwicklung hatte Griechenland aus erster Hand erfahren, als die griechischen Truppen 1897 von der durch deutschen Experten ausgebildeten osmanischen Armee besiegt wurden. Während des nächsten Jahrzehnts wurden dann verschiedene Anstrengungen unternommen, um Deutschland auch zum Lieferanten der griechischen Armee zu gewinnen. Die treibende Kraft auf der Seite Griechenlands war Kronprinz Konstantin und eine Gruppe seiner loyalen Männer. Während diese Bemühungen ohne Erfolg blieben, wandte sich Griechenland schließlich an Frankreich und Großbritannien (Loulos, 1986, 82–88). Aber 1915 untergrub Konstantin in seiner neuen Eigenschaft als König aktiv die Bemühungen der gewählten Regierung von Eleftherios Venizelos, der Entente beizutreten. Dies führte zur sogenannten Nationalen Spaltung, die das Land in zwei politische Lager teilte und die Bevölkerung so stark polarisierte, dass die Nation an den Rand eines Bürgerkriegs getrieben wurde (Mavrogordatos, 2015, 269-318).

In Bezug auf die Entwicklung der griechisch-deutschen Beziehungen gibt es noch eine andere Dimension der deutsch-osmanischen Verbindungen, die Aufmerksamkeit erfordert. Wie bereits erwähnt, hat Deutschland dem Osmanischen Reich als Bereich der Ausweitung seiner politischen und geschäftlichen Interessen hohe Priorität eingeräumt. Unter den verschiedenen zu diesem Zweck gestarteten Projekten war der Bau der Bagdadbahn nicht nur das bekannteste, sondern auch das größte deutsche Überseeprojekt (Henderson, 1962, 78–81). Die Ambition des Projekts war, Berlin mit Bagdad zu verbinden. Infolge des Ersten Weltkriegs drängte Berlin hektisch darauf, den Teil der Eisenbahn zu beenden, der Istanbul mit den Fronten im Nahen Osten verbinden sollte.1 Dies wies der Provinz Kilikien eine zentralen Rolle zu, da dort die letzten größeren Arbeiten abgeschlossen werden mussten, um die Eisenbahn in den Nahen Osten zu öffnen. Darüber hinaus war Kilikien nach der Provinz Izmir die am stärksten industrialisierte Provinz des Imperiums und, aufgrund der Nähe zu den Kriegsschauplätzen, die strategisch wichtigste.

Auf diese Weise wurde bei der Versorgung der Baustellen der Bagdadbahn sowie der osmanischen Armee und der großen Städte dieser Provinz eine Reihe osmanischer und griechischer Geschäftsleute immer prominenter, die in den Zwischenkriegsjahren zu wichtigen Akteuren der griechischen Wirtschaft wurden. Die Bedeutung dieser Männer für die griechisch-deutschen Beziehungen lag in der Tatsache, dass die besonderen Bedingungen der Kriegswirtschaft und die Bedeutung ihres Geschäfts sie mit Deutschland auf eine Weise verbanden, wie es zu diesem Zeitpunkt noch kein griechischer Geschäftsmann erlebt hatte. Dies gilt für ihre engen Kontakte zu den führenden deutschen Finanz- und Industrieinstitutionen, für die Netzwerke, die sie teilten, und für die Leichtigkeit, mit der sie auch in der Zwischenkriegszeit Zugang zu führenden Persönlichkeiten der deutschen Wirtschaft und Politik hatten. Der einflussreichste Exponent dieser Gruppe war Prodromos Bodossakis-Athanassiadis (Pelt, 2016, 81–105).

Die europäische Nachkriegsordnung als Rahmen für die deutsch-griechischen Beziehungen

Die Pariser Friedensverträge führten zu einer radikalen Veränderung des Kräfteverhältnisses des geopolitischen Raums in Südosteuropa und im Nahen Osten. Dies wirkte sich nachhaltig auf die deutsch-griechischen Beziehungen aus. Die Aufteilung des Habsburger Reichs verlieh Südosteuropa eine neue bedeutsame Stellung in der deutschen Außenpolitik, die Berlin veranlasste, eine direktere Rolle in der Region zu spielen. Diese geriet bald in Konflikt mit den französischen Interessen, da es das Hauptziel von Paris war, den neuen Status Quo zu verteidigen und die Region durch ein Sicherheitssystem, das sich auf die polnisch-rumänische Allianz und die Petit Entente zwischen der Tschechoslowakei, Rumänien und Jugoslawien gründete, in einen Cordon Sanitaire gegen deutsche und sowjetische Revisionen zu verwandeln. Mit der Gründung der Türkischen Republik im Jahre 1923 verschwand der Vorrang des Osmanischen Reiches aus den Kalkülen, die die deutsche Griechenlandpolitik ein halbes Jahrhundert diktiert hatten.

Schließlich besiegelte die neue Weltordnung die griechischen Eroberungen in den Balkankriegen, was sich wiederum nachhaltig auf die politische Wirtschaft Griechenlands auswirkte, sowohl intern als auch im Bereich des internationalen Handels und der Finanzen. Dies lag daran, dass die Eingliederung der Tabakanbauprovinzen Mazedonien und Thrakien die Außenhandelsstruktur veränderte, so dass der Tabak das wichtigste Exportgut wurde. Dies führte auch zu einer langfristigen Verschiebung, die Deutschland erlaubte, die Position als wichtigster Markt von Frankreich und Großbritannien zu übernehmen. Diese neue Position Deutschlands wurde aber in den 1920er Jahren durch den Bedarf Griechenlands für Auslandskapital ausgeglichen, da die griechische Wirtschaft in diesem Bereich weiterhin zunächst auf Großbritannien, aber auch auf Frankreich und die USA angewiesen war (Pelt, 1998, 43–54).

Griechisch-deutsche Beziehungen in einem Regime des Freihandels und des Kapitalflusses

Der Zustrom von mehr als einer Million Flüchtlingen aus Kleinasien als Folge der Niederlage der griechischen Armee gegen die türkischen Nationalisten hatte die Dringlichkeit einer Verbesserung der griechischen Infrastruktur erhöht, um den Bedürfnissen einer wesentlich größeren Bevölkerung gerecht zu werden. Öffentliche Arbeiten waren eine Möglichkeit, Zugeständnisse an private Unternehmen, um auf die gestiegene Nachfrage reagieren zu können, eine andere. Diese Lage motivierte während der 1920er Jahre große deutsche Unternehmen, in Griechenland Fuß zu fassen. Hierbei traten die Baufirmen Philipp Holzmann und Siemens besonders hervor.

Philipp Holzmann konnte eine Reihe von nationalen und internationalen Projekten von hohem Ansehen vorweisen, die sich durch große logistische Komplexität auszeichneten. Unter anderem hatte die Firma 1894 den Berliner Reichstag gebaut und war für anderthalb Jahrzehnte ein wichtiger Partner beim Bau der Bagdadbahn; Siemens-Bauunion gehörte zu Siemens, einem Vorreiter der zweiten industriellen Revolution. Im Jahre 1924 nahmen beide Unternehmen an der Ausschreibung für den Bau eines Staudamms in der Nähe von Marathon teil, der die Wasserversorgung von Athen und Piräus erweitern sollte. Philipp Holzmann wurde von Bodossakis vertreten. Laut Bodossakis gewannen sie die Ausschreibung, während Philipp Holzmann laut Siemens nach Siemens-Bauunion Zweiter wurde (Hatsiotis, 2005, 90 und 94; Maria Dimitriadou-Loumaki, 2010, 225–299). Tatsache ist jedoch, dass der Auftrag letztendlich an die amerikanische Firma Ulen ging. Der Hauptgrund für diese Entscheidung scheint gewesen zu sein, dass die amerikanische Firma die Unterstützung des State Departments hatte und – im Gegensatz zu den deutschen Firmen – Banken mobilisieren konnte, um einen wesentlichen Teil der Finanzierung bereitzustellen (Cassimatis, 1988, 172–176). Schließlich beteiligte sich Siemens in der zweiten Hälfte der 1920er Jahre an der Einrichtung der öffentlichen Telefone in Griechenland im Rahmen einer Konzession, an der Bodossakis beteiligt war (Hatziotis, 2005, 103–105). Der Börsenkrach an der Wall Street im Oktober 1929 und die darauffolgende Weltwirtschaftskrise während der 1930er Jahre beeinflussten die griechisch-deutschen Beziehungen tiefgreifend.

Griechisch-deutsche Beziehungen in einem Regime des organisierten Tauschhandels

Die Weltwirtschaftskrise war ein schwerer Schlag für die griechische Landwirtschaft und die Staatsfinanzen. Die Schockwelle dieser Krise erreichte sowohl die Volkswirtschaft als auch die gesamte Gesellschaft. Der Tabakmarkt kollabierte und zog aufgrund seiner entscheidenden Position in der Gesamtwirtschaft des Landes den größten Schaden nach sich. Im Jahre 1932 wurde eine Reihe von Gesetzen durch die griechische Regierung erlassen, um die Auslandsschulden nicht mehr bedienen zu müssen. Dieser Schritt löste jedoch nicht die Kapital- und Devisenkrise, die immer noch eine ernsthafte Bedrohung für die Wirtschaft darstellte. Schon folgte eine neue Reihe von Gesetzen, die den Einfuhren mengenmäßige Beschränkungen auferlegten und eine strenge Devisenkontrolle einführten. Infolgedessen wurde der Handel mit Deutschland durch eine Clearingvereinbarungen geregelt.2 Clearing war eine Handelsform, die den Umtausch von Waren ohne Geldtransfer ermöglichte, indem Zahlungen für Einfuhren aus Griechenland auf ein Konto in Berlin eingezahlt wurden und nur durch Einkäufe in Deutschland liquidiert werden konnten.

Der zunehmende deutsche Einkauf von Agrarprodukten und Rohstoffen aus Griechenland führte zu einer raschen Anhäufung von Aktiva auf dem Clearingkonto zugunsten Griechenlands, die im Jahre 1936 ihren Höhepunkt fand (Grenzebach, 1988, 215). Die Tatsache, dass Griechenland das Risiko dieser Aktiva trug und damit de facto seine eigenen Exporte nach Deutschland finanzierte, gab Deutschland einen wirksamen Hebel, um Druck auf Griechenland auszuüben und den Export deutscher Industriegüter nach Griechenland zu erhöhen. Dies war jedoch inkompatibel mit den Interessen der traditionellen Lieferanten Griechenlands und der Gruppen in Griechenland, die ein Interesse an diesem Handel hatten. Die griechischen Entscheidungsträger standen daher vor einem Dilemma: Sollten sie diejenigen verteidigen, die an den traditionellen Handelsstrukturen beteiligt waren, oder sollten sie das Exportinteresse unterstützen und sich für die „deutsche Option“ entscheiden, um die Aktiva auf dem Clearingkonto zu senken? Die Auswirkungen des Drucks sich nach Deutschland zu wenden wurden verstärkt, weil die Infusion ausländischer Investitionen vollständig ausgetrocknet war und weil diese fast alle aus Großbritannien, Frankreich und den USA stammten (Pelt, 1998, 43–54). All dies bereitete den Weg für einen Durchbruch für die deutschen Interessen in Griechenland. Dieser wurde nicht nur vom Clearinghandel beflügelt. Auch das ungleiche Verhältnis zwischen Deutschland und Griechenland im Gebiet von Know-how und Technologie sowie die Tatsache, dass deutsche Unternehmen 60 bis 70 Prozent aller Kartellabkommen der Welt unterzeichnet hatten, trugen nur dazu bei, die Abhängigkeit Griechenlands von Deutschland zu erhöhen (Wurm, 1989, 1–31).3

Während in den 1930er Jahren eine Deglobalisierung im Bereich Handel und Investitionen stattfand, nahm die Rüstung im gleichen Zeitraum weltweit zu als eine Art militärischer Globalisierung. Sie begann im Fernen Osten. Provoziert durch Japans Angriff auf China breitete sie sich nach Europa aus, wo sie das durch das Versailler System hergestellte zwischenstaatliche Kräfteverhältnis und die innere Stabilität vieler europäischer Länder ernsthaft bedrohte. Der Anstieg der Kriegsvorbereitung kann auf den von Deutschland angeführten wiederauflebenden Revisionismus zurückgeführt werden, während Griechenland eines der ersten Länder war, in denen wir die Auswirkungen dieses Trends feststellen können. In militärischen Angelegenheiten hatte sich Griechenland auf die Großmächte der Entente, Frankreich und Großbritannien, verlassen. Dies war das Ergebnis eines längeren Kampfes vor den Balkankriegen, als die Frage der Rüstung ein Schauplatz ernsthaften politischen Wettbewerbs zwischen denen war, die die Rüstung Griechenlands auf die Ententemächte als Lieferanten stützen wollten, und denjenigen, die Deutschland als Hauptlieferanten bevorzugten. Das Problem wurde nach dem Putsch von Goudi im Jahre 1909 gelöst, der Venizelos den Weg ebnete, in die politische Szene Griechenlands einzutreten und ein auf Großbritannien und Frankreich basierendes Rüstungsprogramm zu starten (Pelt, 2010, 238–239).

Rüstung und die „deutsche Option“

In den 1930er Jahren wurde jedoch die alte Verwerfungslinie wiederbelebt. Einige Akteure, die die Feuerkraft der Streitkräfte auf deutsches Kriegsgerät und Know-How stützen wollten, kehrten zurück und schlossen sich der im Jahre 1933 an die Macht gekommenen antivenizelistischen Regierung an. Ihnen folgten Industrielle und Finanziers, die ein eigenes Interesse daran hatten, den Austausch von Waren und Dienstleistungen zwischen Griechenland und Deutschland zu fördern. Einige konnten auf eine Vergangenheit als bedeutende Militärs und enge Mitarbeiter des verstorbenen Königs Konstantin zurückblicken, wie General Ioannis Metaxas, der auch seine militärische Ausbildung in Deutschland an der Preußischen Kriegsakademie in Berlin erhalten hatte (Loulos, 1986, 82–88). Andere wie Georgios Kondylis hatten eine Vergangenheit im Lager der Venizelisten. Schließlich gab es Profile, die in der Vergangenheit Beziehungen zur deutschen Industrie und Finanzen hatten. Der Schritt, sich an Deutschland zu wenden, um die griechischen Streitkräfte mit Kriegsmaterial zu versorgen, wurde durch die Bemühungen zur Stärkung des Status Quo in Südosteuropa und durch den Beitritt Griechenlands in die Balkanentente ausgelöst. Das am 9. Februar 1934 unterzeichnete Bündnis zwischen Griechenland, Rumänien, der Türkei und Jugoslawien richtete sich gegen revisionistische Aggressionen. Während Bulgarien als unmittelbare Bedrohung identifiziert wurde, richtete sich der Pakt auch gegen albanische und ungarische revisionistische Bestrebungen. Gleichzeitig war es klar, dass weder Italien noch die Sowjetunion Freunde des Paktes waren.

Die Hauptantriebskraft, um das griechische Rüstungsprogramm an Deutschland zu binden, war der Kriegsminister Georgios Kondylis: Im Januar 1934 bat er Bodossakis, die Poudrerie et Cartoucherie Hellenique (Griechische Pulver- und Patronengesellschaft), einen bankrotten, aber ehemals wichtigen Rüstungsproduzenten, zu übernehmen und wiederzubeleben. Kondylis‘ Entscheidung, sich auf Bodossakis zu stützen, beruhte auf Vertrauen und Patronage. Er und Bodossakis hatten eine lange und enge Beziehung, die im von der Entente besetzten Istanbul geknüpft wurde, wo beide Männer in der venizelistischen Organisation der „Verteidigung Konstantinopels“ (Amyna Konstatinoupoleos) tätig waren. Ebenso wichtig war es, dass Kondylis verhindern wollte, dass das von den Venizelisten dominierte Militär die Kontrolle der Firma übernahm. Einen Monat später knüpfte Kondylis Kontakt zu dem deutschen Rüstungsunternehmen Rheinmetall-Borsig und überreichte dem Unternehmen eine lange Einkaufsliste. Die Verhandlungen wurden unter strenger Geheimhaltung geführt. Die Hauptgründe dafür waren zwei: Erstens dominierten die venezelistischen Offizieren die griechischen Streitkräfte , die ihre Karriere dem Bündnis Griechenlands mit der Entente gegen die Mittelmächte verdankten. Zweitens durfte Deutschland laut Artikel 170 des Versailler Abkommens kein Kriegsgerät exportieren. Trotzdem ist auch klar, dass nicht nur Rheinmetall-Borsig, sondern auch das deutsche Auswärtige Amt die Aussicht, Griechenland – eine ehemalige feindliche Macht – mit Waffen zu versorgen, als eine attraktive Gelegenheit ansah. Bernhard W. von Bülow, Staatssekretär des Auswärtigen Amts, ließ keinen Zweifel daran:

M.E. [Meines Erachtens] wäre es falsch nur befreundeten Nationen Waffen zu liefern. Wir würden uns dadurch noch mehr verdächtig machen. Die vorläufige Tarnung vorausgesetzt [durch Rheinmetall-Borsigs Schattenfirma, die Waffenfabrik Solothurn in der Schweiz], halte ich Lieferungen an frühere Gegner für besonders reizvoll.4

Waffenlieferungen an Griechenland boten auch eine Möglichkeit, die Beziehungen Deutschlands zu den Status-Quo Mächten zu verbessern und das französische Sicherheitssystem in Mittel- und Südosteuropa zu untergraben. Die deutsche Begeisterung für die Bewaffnung Griechenlands muss auch im Zusammenhang mit Hitlers Machtergreifung gesehen werden und mit seinem Wunsch, das Versailler System rückgängig zu machen. In den Augen der NSDAP stellte die Rückkehr der Antivenizelisten an die Macht einen unbestreitbaren Vorteil für Deutschland dar. Das Außenpolitische Amt der NSDAP betonte auch die Notwendigkeit des Vermeidens einer Rückkehr der Venizelisten an die Macht. Aus diesem Grund und weil die Royalisten sich dem Beitritt Griechenlands zu den Verbündeten des Ersten Weltkriegs gegen Deutschland widersetzt hatten, empfahl das Außenpolitische Amt der NSDAP, den Royalisten eine „vorsichtige“ deutsche Unterstützung zu leisten (Schumann und Nestler, 1975, 238).

In diesem Zusammenhang sollten wir die folgende lange Reihe von Besuchen und Gegenbesuchen hochrangiger deutscher und griechischer Politiker in den Jahren 1934 und 1935 verstehen. Der erste Schritt wurde vom griechischen Wirtschaftsminister Georgios Pesmazolgou unternommen, der Ende Februar 1934 nach Berlin fuhr. Sein Ziel war es, die Möglichkeiten auszuloten, wie die griechisch-deutschen Handelsbeziehungen erweitert werden könnten. Der Besuch bot ihm auch eine Gelegenheit, die führenden Persönlichkeiten des neuen Hitler-Regimes kennenzulernen und ihnen zu versichern, dass die Balkanentente nicht gegen Deutschland gerichtet war. Etwa zur gleichen Zeit besuchte ein griechischer Mittelsmann, der nach deutschen Angaben gut mit dem griechischen Generalstab und Kondylis verbunden war, die deutsche Rüstungsfirma Rheinmetall-Borsig. Um das Geschäft geheim zu halten, war Rheinmetall-Borsig ein idealer Partner, da das Unternehmen durch seine mehrjährige Erfahrung sehr gut wusste, wie die Beschränkungen des Versailler Vertrags für die Herstellung von Kriegsmaterial in Deutschland und deren Ausfuhren umgangen werden konnten. Als Tarnung, dass das Kriegsgerät aus Deutschland stammte, plante Rheinmetall-Borsig, die Waffenfabrik Solothurn in der neutralen Schweiz als Lieferanten einzusetzen. Aber auch aus politischer Sicht war Rheinmetall-Borsig ideal: Das Unternehmen stand der Regierung nahe, da die staatliche Holdinggesellschaft Vereinigte Industrieunternehmungen AG (VIAG) die Mehrheit ihrer Aktien hielt. Darüber hinaus hatte der Präsident der Waffen- und Verkaufszentrale von Rheinmetall-Borsig, Major Waldemar Pabst, bei einer Reihe führender Nazis, insbesondere bei Hermann Göring und Wilhelm Canaris, dem künftigen Chef der Abwehr, einen guten Ruf. Beide Männer galten auch als seine Freunde.5 Deswegen war es kaum ein Zufall, dass Deutschland nur drei Monate später, im Mai 1934, in Griechenland auf höchster Ebene vertreten war, als Hitlers Stellvertreter, Hermann Göring, in Athen landete. Weil Hitler Göring in immer mehr Bereichen von entscheidender Bedeutung für die Zukunft des neuen Deutschlands wie Rüstung, Wirtschaft und Außenbeziehungen als seinen Vertreter bevollmächtigte, sollte Göring als ein entscheidender Akteur für die Bemühungen betrachtet werden, die griechisch-deutschen Beziehungen auf eine neue Ebene zu heben. Deshalb ist es auch keine Überraschung, dass berichtet wurde, Göring habe versucht, eine deutsche Beteiligung an der griechischen Munitionsproduktion zu erwirken.6 Diese Informationen stimmen gut mit der Tatsache überein, dass Bodossakis gleichzeitig daran arbeitete, mit Rheinmetall-Borsig eine Vereinbarung über die Lieferung von Maschinen an die griechische Kriegsindustrie zu schließen.

Vor diesem Hintergrund sollten wir Pesmazoglous Zusicherung gegenüber Berlin im Juni 1934 verstehen, dass seine Regierung bereit sei, den griechisch-deutschen Handel auszubauen. Pesmazoglous Zusicherung stand im krassen Gegensatz zu der Haltung des stellvertretenden Gouverneurs der Bank von Griechenland, Kyriakos Varvaresos, der mit leeren Händen von einem Besuch in Berlin zurückgekehrt war, nachdem er Hjalmar Schacht, den Reichsbankpräsidenten und Reichswirtschaftsminister, darum gebeten hatte, die griechischen Aktiva auf dem Clearingskonto in Devisen wechseln zu lassen.7 Bald wurde aber klar, dass Pesmazoglous’ Linie gewonnen hatte, als die Regierung Aufträge für Kriegsgerät bei Deutschland in Höhe von nicht weniger als 75 Millionen RM bis 100 Millionen RM zu erteilen plante, was mehr als genug gewesen wäre, um den griechisch-deutschen Handel auszugleichen.8 Gleichzeitig stiegen die deutschen Einkäufe in Griechenland erheblich, was zu einer beträchtlichen Wertsteigerung des gesamten Tabakexports führte.

Berlin machte es nun zu einer unabdingbaren Voraussetzung für die Fortsetzung seiner Tabakkäufe, dass Griechenland ernsthaft Aufträge an die deutsche Industrie erteilte. Dies muss vor dem Hintergrund der Einführung des sogenannten Neuen Plans am 24. September 1934 gesehen werden, der unter dem Motto „Außenhandelsverlagerung“ ins Leben gerufen wurde. Das Ziel war, wie Schacht, der für den Neuen Plan verantwortlich war, es ausdrückte, sicherzustellen, dass Deutschland ausschließlich von seinen eigenen Kunden kaufte.

Die Griechische Nationalbank und die „deutsche Option“

Ganz im Sinne des Neuen Plans drohten die deutschen Behörden im März 1935 die Einfuhren aus Griechenland einzustellen, sollte Griechenland seine Einfuhren aus Deutschland nicht erheblich erhöhen. Dieser neue Schritt veranlasste Varvaresos, Berlin eine erhebliche Ausweitung der Einfuhr aus Deutschland zu versprechen.

Darüber hinaus stellte er in Aussicht, dass die Griechische Nationalbank außerplanmäßig 10 Millionen RM zur Finanzierung des Imports aus Deutschland bereitstellen würde.9 Diese Bemühungen hatten die Form einer privaten Clearingvereinbarung zwischen der Griechischen Nationalbank und der Dresdner Bank, um den griechischen Einkauf deutscher Industrieprodukte zu beschleunigen.10

Das Motiv der Griechischen Nationalbank für den Beitritt zu dem Abkommen war, dass sie unbedingt die griechische Wirtschaft reaktivieren und die vielen Unternehmen, in die die Bank investiert hatte, nicht zuletzt in der Tabakwelt, wiederbeleben wollte. Zu diesem Zweck war ein Anstieg der Einfuhren aus Deutschland von entscheidender Bedeutung. Der nächste Schritt der Bank bestand darin, Druck auf die Regierung auszuüben, um eine Reihe griechischer Unternehmen zum Kauf deutscher Produkte zu zwingen. Es handelte sich um die griechischen Staatsbahnen (SEK), die Saloniki Eisenbahn, die Piräus Gasgesellschaft, die Athener Abwassergesellschaft sowie zwei von britischen Kapitalinteressen dominierte Unternehmen, die Peloponnes-Eisenbahn und die Power and Traction Gesellschaft.11 Während sich die griechischen Eisenbahnen, die Piräus Gasgesellschaft und die Athener Abwassergesellschaft bald dem Druck beugten und beschlossen, Aufträge in Deutschland zu erteilen, stellte sich heraus, dass es viel schwieriger war, die von britischen Kapitalinteressen dominierten Unternehmen dazu zu bewegen. Letztendlich gelang es den griechischen Behörden trotz britischer Opposition, die Peloponnes-Eisenbahn zu zwingen, ihre Bestellungen nach Deutschland zu erteilen.12 Im Fall der Power and Traction Gesellschaft, dem größten vom Ausland kontrollierten Unternehmen in Griechenland, beschlossen die griechischen Behörden nach wiederholtem Eingreifen der britischen Gesandtschaft ihre Kaufanforderungen in Deutschland auf 33 Prozent zu beschränken.13

Trotzdem ist auch dieser Beschluss immer noch ein Hinweis darauf, dass Deutschland die griechische Volkswirtschaft so fest im Griff hatte und den Griechen so viel an Technologie und wirtschaftlicher Stabilität bieten konnte, dass die griechischen Behörden beschlossen, gegen britische Interessen einzugreifen. Dies ist um so bemerkenswerter, als Großbritannien vom sicherheitspolitischen Standpunkt aus betrachtet immer noch die bedeutendste Schutzmacht Griechenlands war. Vor diesem Hintergrund traten die griechisch-deutschen Rüstungsverhandlungen in ihre Endphase ein.

Rüstung und Diktatur

Im Sommer 1935 beschloss Göring Griechenland erneut zu besuchen, um die Verhandlungen voranzutreiben.14 Im Vergleich zu seinem letzten Besuch hatte Görings Macht erheblich zugenommen. Er hatte ausdrücklich seine Kandidatur für die Leitung des deutschen Rüstungsprogramms und die Wiederherstellung Deutschlands als militärische Großmacht erklärt; und innerhalb des folgenden Jahres machte Hitler Göring für den Vierjahresplan verantwortlich – ein Programm, das die Geschwindigkeit der Kriegsbereitschaft Deutschlands beschleunigen sollte und Göring mit Befugnissen ausstatten würde, die sonst zum Bereich des Wirtschaftsministeriums und des Kriegsministeriums gehörten (Kube, 1986, 119–162). Die griechische Regierung bat Göring jedoch, seinen Besuch zu verschieben. Wir kennen den genauen Grund dafür nicht, aber es ist wahrscheinlich, dass in Athen befürchtet wurde, dass die Anwesenheit von Hitlers Stellvertreter eine Enthüllung der gesamten Dimension der griechisch-deutschen Verbindung zu einem Zeitpunkt provozieren würde, als es noch für wesentlich gehalten wurde, über den militärischen Teil der “deutschen Option” Diskretion zu bewahren. Trotzdem bestand Göring darauf. Aber anstatt persönlich zu kommen, entschloss er sich, seine rechte Hand, Prinz Philipp von Hessen, zu entsenden.15 Um den griechischen Geheimhaltungswünschen gerecht zu werden, beschloss Berlin bald, den deutschen Militärgeheimdienst, Abwehr, zu nutzen, um seine Interessen an den Waffenverhandlungen zu vertreten; und dies auf höchster Ebene, nämlich in Person von Wilhelm Canaris. Im September unternahm Canaris eine geheime Mission nach Athen. Wir wissen nichts über die Einzelheiten seiner Agenda, aber es ist eine Tatsache, dass Bodossakis Poudrerie et Cartoucherie Hellenique am 19. September 1935 eine Vereinbarung über “Freundschaft und Zusammenarbeit” mit Rheinmetall-Borsig schloss. Das Abkommen war eine Wende im Bereich des griechischen Rüstungsprogramms, da es den Weg für eine massive Expansion der griechischen Rüstungsindustrie ebnete. Es brach auch das Monopol der französischen Stahlindustrie in Südosteuropa, da es ein Kartellabkommen zwischen der Poudrerie et Cartoucherie Hellenique und dem französischen Rüstungsunternehmen Schneider Creusot aufhob (Pelt, 1998, 156–160). Es war auch ein Omen für eine zunehmende Abhängigkeit Griechenlands von deutschem Kriegsmaterial. So teilte Pesmazoglou zwei Wochen später, am 30. September 1935, der Reichsregierung mit, dass er beabsichtige, die nach griechischem Recht vorgeschriebenen öffentlichen Ausschreibungen wegzulassen und sofortige und direkte Verhandlungen mit deutschen Regierungsbeamten und interessierten deutschen Firmen aufzunehmen.16 Es wurde erwartet, dass die Werte der Bestellungen im Bereich von 75 bis 100 Mio. RM liegen würden (Pelt, 1998, 135–136).
Aufträge dieser Größenordnung würden die griechischen Aktiva auf dem Clearing-Konto substanziell reduzieren können. Auf diese Weise und kombiniert mit der Einfuhrkapazität der Poudrerie et Cartoucherie Hellenique gäbe es außerordentliche gute Möglichkeiten, die griechisch-deutschen Handelsbeziehungen zu stabilisieren. Dies würde die Tabakwelt beruhigen, die befürchtet hatte, dass die Aktiva auf dem Clearing-Konto ihren Zugang zum deutschen Markt verhindern würden.

Darüber hinaus würde eine „ruhige Tabakwelt“ zum allgemeinen sozialen Frieden beitragen (Pelt, 1998, 124–126). Der Abschluss des Abkommens wurde jedoch aufgrund erheblicher und plötzlicher Veränderungen in der politischen Szene Griechenlands hinausgezögert. Am 10. Oktober 1935 gelang es einer Gruppe von Militärs unter Kondylis‘ Führung, durch einen Putsch die Monarchie wiederherzustellen. Aber entgegen den Erwartungen Kondylis’ war der König entschlossen, selbst die Macht zu übernehmen, offenbar in der Hoffnung, die Venizelisten und Antivenizelisten zusammenzubringen.

Die am 26. Januar 1936 abgehaltenen Wahlen endeten in einer parlamentarischen Sackgasse, da keine der beiden größten Parteien ohne das Mandat der Kommunistischen Partei Griechenlands eine Regierung bilden konnte. Dies bedeutete, dass Griechenland in eine lange Zeit eintrat, in der das Land von einer vom König ernannten Hausmeisterregierung geführt wurde, bis Georg II. seinem amtierenden Premierminister Metaxas die Befugnis verlieh, am 4. August 1936 eine Diktatur zu erklären. Der Grund für die Kehrtwende des Königs muss durch eine Reihe von großen und kleinen Krisen, die sich zwischen seiner Rückkehr nach Griechenland am 25. November 1935 und der Errichtung der Diktatur im August 1936 abspielten, erklärt werden.

Unmittelbar nachdem es klar wurde, dass sich die Entscheidung zum Kauf deutscher Waffen hinziehen würde, begann Berlin Druck auf die griechische Regierung auszuüben. Am 11. Dezember 1935 erklärte der deutsche Botschafter, Ernst Eisenlohr, dem König: 17

dass Griechenland ohne den deutschen Kunden nicht leben könne und dass insbesondere eine Einschränkung oder Unterbrechung unserer Tabakkäufe zur Verelendung der mazedonischen Bauern und damit schweren innerpolitischen Störungen in Griechenland führen müsse. Die sorgfältige Pflege dieser Beziehungen sei somit ein wirtschaftliches wie ein politisches Gebot […] Deshalb sei es auch naturgegeben, dass Griechenland seinen Bedarf an Kriegsmaterial aus Deutschland beziehen müsse, wo es die Lieferungen großenteils mit eigener Warenausfuhr bezahlen könne.

Eisenlohrs Warnung stellte sich als eine fast genaue Vorhersage des Szenarios heraus, das einige Monate später stattfand, als die griechische Regierung beschloss, jede weitere Anhäufung der Aktiva auf dem Clearing-Konto in Berlin zu stoppen. Die Entscheidung löste in den Tabakanbauprovinzen Nordgriechenlands sofortige Reaktionen aus:

Der gesamte Tabakhandel wurde eingestellt, während die Vertreter der Tabakindustrie beschlossen, eine Delegation nach Athen zu entsenden. Ihre Forderungen wurden von der Griechischen Nationalbank unterstützt.18 Angesichts dieses Drucks hob die Regierung ihre Entscheidung auf und kündigte am 1. März 1936 an, die Aktiva in Berlin weiterhin zu garantieren.19 Dies erforderte wiederum einen starken Anstieg der deutschen Einfuhr, wodurch die Anschaffung von deutschem Waffen- und Kriegsgerät in den Mittelpunkt der politischen Agenda gerückt wurde. In den folgenden Monaten schloss Metaxas mit Berlin eine Vereinbarung, die einen Kauf von Kriegsmaterial in der von Kondylis geplanten Größenordnung sichern sollte. Die Vereinbarung sollte am 22. Juli abgeschlossen werden. In diesem Zusammenhang war es für Metaxas und Berlin eine äußerst unwillkommene Nachricht, als die beiden Hauptparteien sich einigten eine Regierung zu bilden, die auf der Wiedereinsetzung der venezelistischen Offiziere beruhte, die nach dem fehlgeschlagenen Staatsstreich im März 1935 aus der Armee entlassen worden waren. Anstatt Metaxas zu verlieren und das Risiko einzugehen, das Rüstungsabkommen mit den Deutschen zu annullieren, gab der König Metaxas die Erlaubnis, eine Diktatur zu errichten (Pelt, 1998, 133–151).

In den folgenden Jahren sollte die Abhängigkeit Griechenlands von deutschem Kriegsgerät und Rüstungstechnologien zunehmen, während die Volkswirtschaft eine erhebliche Stabilisierung erlebte. Der Preis hierfür war die Aufhebung des Parlaments und der politischen Freiheiten sowie eine intensive Verfolgung der Feinde des Regimes, vor allem der Kommunisten. Aber in den Augen eines intimen „Outsiders“ wie der Finanzabteilung des deutschen Auswärtigen Amts bestanden keine Zweifel, dass die „deutsche Option“ eine entscheidende Rolle in den politischen Prioritäten von Metaxas spielte und mit seinem Wunsch verbunden war, Griechenland wieder aufzurüsten. Die Rüstung auf der Grundlage deutschen Materials war eine der „Lieblingsideen“ von Metaxas, teilte die Finanzabteilung des Auswärtigen Amts dem Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop mit: Metaxas habe sogar sein gesamtes persönliches politisches Prestige aufs Spiel gesetzt, um dies zu erreichen, so dass seine interne politische Position davon abhänge.20 Das deutsche Auswärtige Amt stimmte zu: Waffenlieferungen waren eine unabdingbare Voraussetzung für die guten Verbindungen Deutschlands zu Metaxas und ein wesentliches Element für die Wahrung der deutschen Interessen in Griechenland.21

Die griechisch-deutschen Verbindungen am Vorabend der deutschen Besatzung

Im Bereich der Außenpolitik wandte sich Griechenland von Frankreich ab, aber versuchte seine Beziehungen zu Großbritannien zu stärken. 1938 versuchte Metaxas ein Bündnis mit Großbritannien einzugehen, das aber von London abgelehnt wurde. Stattdessen würde er nach der Besetzung Albaniens durch Italien im Frühjahr 1939 eine britische Garantie erhalten. Nach dem deutschen Angriff auf Polen im September 1939 bis zu Italiens Kriegseintritt im Juni 1940 stützte sich Griechenland zunehmend auf Großbritannien. (Pelt, 1998, 222–30).

Nach Italiens Kriegseintritt wurde aber auch klar, dass, während Metaxas Italien als Griechenlands Hauptfeind ansah, er Griechenland im Konflikt zwischen Großbritannien und Deutschland neutral halten wollte und sogar versuchte, Deutschland als Schutzmacht gegen Italien zu mobilisieren. Aber anstatt sich auf offizielle Institutionen wie das Außenministerium und die jeweiligen Minister zu verlassen, wandte Metaxas sich an Bodossakis’ Netzwerk. Es war ein sicherer Weg, Botschaften zu übermitteln, die andernfalls eine Konfrontation innerhalb der griechischen Regierung oder mit Großbritannien hervorrufen könnten. Bodossakis’ wichtigste Verbindung zu Deutschland war Rheinmetall-Borsig, eine Verbindung, die letztendlich zu Hermann Göring führen würde. Walter Deter, Direktor der Rheinmetall-Borsig in Athen, und Hellmuth Röhnert, Vorstandsvorsitzender der Rheinmetall-Borsig AG Berlin und Vorstandsmitglied der Reichswerke Hermann Göring waren die Schlüsselfiguren, die es Bodossakis ermöglichten, mit den Machthabern in Berlin in Kontakt zu bleiben. Deter war die Verbindung zu Röhnert, der Zugang zu den führenden Staffeln in Deutschland hatte. Röhnert war von einem Buchhalter in Frankfurt zum Geschäftsführer von Rheinmetall-Borsig aufgestiegen; er war ein leidenschaftlicher Nazi und mit den Parteichefs gut vertraut.

Der Generalstabschef und Verantwortliche des Rüstungsprogramms, Alexandros Papagos, hatte diesen Kanal bereits im März 1939 genutzt, als er sich an Röhnert wandte, um einen Kredit in Höhe von 40 bis 50 Millionen RM in Deutschland zu erwerben. Im Januar 1940, als die Abhängigkeit Griechenlands von Großbritannien ihren Höhepunkt erreichte, hatte Papastathis, Metaxas’ Neffe, denselben Kanal genutzt, um Röhnert in Berlin davon zu überzeugen, Rheinmetall-Borsigs Lieferungen an die Poudreries et Cartoucheries wieder aufzunehmen. Röhnert brachte den Fall direkt zu Ribbentrop. Es ist offensichtlich, dass Röhnert die Kooperation zwischen Rheinmetall-Borsig und Bodossakis’ Unternehmen schützen wollte. Er betonte, dass die Zusammenarbeit mehr als nur ein Geschäft sei. Es war eine wichtige Verbindung in der „Sonderbeziehung“, die Griechenland mit Deutschland verband:22

dieses Geschäft [ist] nicht nur ein Geschäft zwischen der Rheinmetall-Borsig und der Poudreries & Cartoucheries sondern vielmehr von lebenswichtiger Bedeutung für die griechische Regierung […], so dass sogar der Herr Ministerpräsident [Metaxas] persönlich dazu Stellung nimmt und seinen Neffen in besonderer Mission zu uns geschickt hat […] es [erscheint] auch dem Auswärtigen Amt wünschenswert […], die mit der griechischen Regierung noch bestehenden guten Verbindungen aufrechtzuerhalten, insbesondere aber, die freundliche Einstellung des Herrn Ministerpräsidenten, Se. Excellenz Metaxas, nicht zu trüben.

Am 25. Mai 1940 erfuhr Ernst Woermann, Ministerialdirektor und Leiter der politischen Abteilung im Auswärtigen Amt, dass die griechische Regierung die Befürchtung geäußert hatte, in naher Zukunft sei ein italienischer Angriff auf Griechenland zu erwarten. Der griechische Botschafter in Berlin hatte eben vorgeschlagen, dass Deutschland Athen eine Garantie gegen eine italienische Besatzung geben solle. Nach der Kapitulation Belgiens am 28. Mai und dem Vormarsch der deutschen Truppen auf die britischen Expeditionskorps in Dünkirchen vertraute Metaxas Walter Deter an, dass London ihm versichert hatte, dass Großbritannien keine Pläne habe, griechisches Territorium zu besetzen, und dass er dies glaube; gleichzeitig hatte Metaxas aber Deter auch erklärt, dass er weder die kleinste Insel noch ein Stückchen Land ohne Kampf an Großbritannien oder Frankreich abgeben würde. Metaxas bat daher Deter und Röhnert, die deutschen Behörden aufzufordern, Italien zu bewegen, sich vom Balkan fernzuhalten und die griechische territoriale Souveränität nicht zu verletzen. Metaxas’ Erklärung für dieses unorthodoxe Verfahren bestand darin, dass er britische Repressalien zu vermeiden wünsche, die wahrscheinlich das Ergebnis einer offenen und offiziellen Anfrage wären. Durch den Chef der Geheimpolizei, seinen treuen Mitarbeiter Konstantinos Maniadakis, und seinen Neffen Papastathis, bat Metaxas Deter in einem lockeren Ton, darauf hinzuweisen:

In Wirklichkeit aber brenne er [Metaxas] darauf, dass Deutschland unverzüglich in dieser für Griechenland letzten Minute den Schutz der griechischen Grenzen aussprechen möge, und die Deutsche Regierung möge sicher sein, dass dieser Schutz von der Griechischen Regierung und von der Mehrzahl des griechischen Volkes mit größter Begeisterung aufgenommen würde.23

Gleichzeitig leiteten Deter und Röhnert den inoffiziellen Antrag von Metaxas an die Staatssekretäre Wilhelm Keppler und Woermann weiter. Das deutsche Auswärtige Amt ermächtigte dann Deter, Metaxas mitzuteilen, dass Berlin keinen italienischen Angriff auf Griechenland erwarte und dass es für die griechische Regierung besser sei, ihren Anschluss an die Achsenmächte zu erklären. Einige Tage später lehnte das deutsche Auswärtige Amt den Fall als “Amateurpolitik” ab. Es schien, dass Metaxas nur wollte, dass die Garantie im Zusammenhang mit einem italienischen Angriff umgesetzt würde, nicht mit einem britischen.24 Trotzdem intervenierte Berlin zweimal inoffiziell bei Mussolini, um einen Angriff auf Griechenland zu verhindern.25 Letztendlich waren es Mussolinis Ultimatum am 28. Oktober 1940 und sein erfolgloser Krieg gegen Griechenland, und nicht grundlegende Meinungsverschiedenheiten mit Griechenland oder Ansprüche auf griechische Gebiete, die die Reihe von Ereignissen auslösten, die Hitler dazu brachten, seine Politik „Ruhe auf dem Balkan“ aufzugeben und zu beschließen, Griechenland zu besetzen.

Strukturen und Akteure: eine Bilanz

Im Vergleich zu den ersten fast fünf Jahrzehnten nach der Gründung des Deutschen Reichs intensivierten sich die griechisch-deutschen Beziehungen in den Zwischenkriegsjahren erheblich. In der Zeit von der Weltwirtschaftskrise bis zum Einmarsch der Wehrmacht in Griechenland nahm die allgemeine Bedeutung Deutschlands für die griechische Wirtschaft erheblich zu. Dies wirkte sich auch auf den Kurs der griechischen Politik aus. Wie wir gesehen haben, spielten strukturelle Faktoren wie der tiefgreifende Wandel der europäischen Ordnung nach dem Ersten Weltkrieg eine wichtige Rolle. Während das Versailler System insgesamt die geopolitische Position Deutschlands schwächte, eröffnete die Auflösung des Habsburgerreichs neue langfristige Perspektiven für die Ausweitung deutscher Interessen in den ehemaligen Ländern der Doppelmonarchie, während der Zusammenbruch des Osmanischen Reiches dazu führte, dass die griechisch-deutschen Beziehungen nicht mehr dem Primat des deutschen Interesses am Osmanischen Reich unterworfen waren. Beide Änderungen ebneten den Weg für eine Intensivierung der deutsch-griechischen Beziehungen. Darüber hinaus hatte die territoriale Expansion Griechenlands nach den Balkankriegen die Rolle Deutschlands für die griechische Wirtschaft als Exportmarkt verstärkt, während der Clearinghandel in den 1930er Jahren Griechenland seine Importe aus Deutschland zu erhöhen zwang.

Hitlers Machtergreifung löste in Südosteuropa eine Kettenreaktion aus, die einerseits die Wahrnehmung Griechenlands verstärkte, dass die regionalen revisionistischen Mächte eine Bedrohung für seine Sicherheit darstellten, und Athen dazu veranlasste, seine Verteidigungspolitik in diesem Sinne anzupassen. Andererseits ermöglichten das deutsche Rüstungsprogramm und Hitlers Streben, die Versailler Systeme rückgängig zu machen, Griechenland, sich auf deutsches Kriegsgerät und deutsche Rüstungstechnologien zu stützen. Schließlich war es der Wachwechsel von den Venizelisten zu den Antivenizelisten im Jahre 1933, der diese Wende ermöglichte, da Männer an die Macht kamen, die ihre Karriere nicht dem Bündnis Griechenlands mit den Ententemächten während des Krieges verdankten. Dies wäre jedoch nie möglich gewesen ohne die Mitwirkung einer Reihe von Personen, Institutionen und Koalitionen. In Anbetracht der zunehmenden Bedeutung deutscher Industrieinteressen in Griechenland waren insbesondere zwei Personen von entscheidender Bedeutung: Alexandros Zahariou und Prodromos Bodossakis-Athanasiadis. Ersterer verdankte seine Rolle seiner Eigenschaft als Vertreter von Siemens (Dimitriadou-Loumaki, 2010, 269 und 337–338). Seine Geschichte in der griechischen Wirtschaft wurde im „alten Griechenland“ begründet, d.h. im Griechenland vor seiner Expansion während der Balkankriege und vor dem Zustrom der kleinasiatischen Flüchtlinge.

Letzterer war ein Neuling mit einem Hintergrund aus Kleinasien. Seine Kontakte stammten aus der Zusammenarbeit mit den Deutschen in Kilikien im Grenzgebiet zwischen Kleinasien und dem Fruchtbaren Halbmond im heutigen Nahen Osten. Zahariou wird oft zu den Mitgliedern des sogenannten „Züricher Kreises“ gezählt, einer Gruppe von Griechen, die ihre technische Ausbildung in Deutschland oder an deutschsprachigen Institutionen erhalten hatten und zu Exponenten der griechischen Wirtschaft wurden. Es war ein kleiner, exklusiver und mächtiger Kreis von Industriellen, die die größten und modernsten Industrieanlagen des Landes besessen hatten. Sie verdankten ihre Positionen nicht nur dem Markt, sondern auch ihren persönlichen Kontakten, die aus dem sozialen Umfeld des „alten Griechenland“ stammten (Mazower, 1991, 212).

Neben Zahariou zählten zu dieser Gruppe Epaminondas Charilaos, der Präsident der Handelskammer von Athen, ein wichtiger Anteilseigner der Poudrerie et Cartoucherie Hellenique und der Besitzer der griechischen Wein- und Spirituosenfirma, der Schwager von Charilaos, Nikolaos Kanellopoulos, der Besitzer von Griechenlands führenden und modernsten Chemieunternehmen war, der Hellenischen Firma chemische Produkte und Düngemittel und Titan Zement, sowie Andreas Chatzikyriakos, der Präsident der Föderation der griechischen Industriellen (SEV) und während der Metaxas-Diktatur Minister für Volkswirtschaft (Vgl. Dritsas 2003, 305 Note 18). In derselben Gruppe finden wir auch einige große Finanziers wie Dionysios Loverdos, Dimitrios Maximos und Jeorjios Pesmazoglou.

Während Bodossakis bereits Ende der 1920er Jahre als der mächtigste unter den Zwischenhändlern galt, stieg seine allgemeine Bedeutung für die griechische Wirtschaft und das industrielle Leben in den 1930er Jahren sprunghaft an. Die Erweiterung der Kapazität der Poudrerie et Cartoucherie Hellenique und die Bedeutung des Rüstungsprogramms von Metaxas für die Mobilisierung der breiteren Industrie ermöglichten es Bodossakis, auch die Kontrolle über eine Reihe von Industrien zu erlangen, die einst zu Personen aus dem Zürcher Kreis gehörten. Im Fall der Charilaos-Industrie wurde die Poudrerie et Cartoucherie Hellenique 1934 Teil der Bodossakis-Gruppe, während Bodossakis bald darauf auch die griechische Wein- und Spirituosenfirma von Charilaos übernahm; in der zweiten Hälfte der 1930er Jahre reduzierte Bodossakis die Firma von Kanellopoulos, um sein Subunternehmer zu werden, bis er nach dem Krieg die vollständige Kontrolle über diese Firma übernahm. Bodossakis’ Einfluss bildete sich auch in Kollaborationen mit der Griechischen Nationalbank und mächtigen politischen und militärischen Männern aus den Reihen der Antivenizelisten ab. Zusammen bildeten sie eine Koalition, die einen direkten Einfluss auf die griechische Politik hatte. Der US-amerikanische Botschafter identifizierte die folgenden Personen als die Machtbasis von Metaxas: hinter dem Diktator [sind] – Drossopoulos von der Nationalbank, Kanellopoulos von der Jugendbewegung, Diakos, ‘die eminence grise’, Maniadakis, die sardonische Reinkarnation von Fouché, Bodossakis, der Waffenhändler et al.26

Darüber hinaus ermöglichten ihre Macht und Netzwerke es ihnen, eine Domäne zu bilden, die die Beziehungen zu Deutschland regelte und unabhängig von der formellen Staatsbürokratie war. Sie waren sich einig, dass es nicht nur darum ging, die Einfuhr aus Deutschland zu fördern, sondern auch darum, das griechische Rüstungsprogramm auf deutsche Technologie zu stützen. Durch Personen aus dieser Koalition und über ihre Netzwerke zur deutschen Regierung konnte Metaxas seinen Geheimkanal zu Berlin aufbauen.

Zusammenfassung

Strukturelle Faktoren wie die Auflösung des Habsburgerreichs und der Zusammenbruch des Osmanischen Reiches spielten eine wichtige Rolle in der Entwicklung der deutsch-griechischen Beziehungen und führten dazu, dass diese nicht mehr dem Primat des deutschen Interesses am Osmanischen Reich unterworfen waren. Besonders wichtig waren die Einbeziehung Mazedoniens und Thrakiens in den griechischen Staat und die Weltwirtschaftskrise. Dazu kamen politische Faktoren wie der zunehmende Revisionismus im Europäischen und Mittelmeer-Raum in Folge der Machtergreifung Hitlers, die die Abhängigkeit Griechenlands von deutschen Rüstungstechnologien erhöhten und eine krisenhafte politische Entwicklung mit sich brachten. Erst nach der Errichtung der Diktatur von Metaxas erlebte Griechenland eine erhebliche Stabilisierung. Diese basierte in großem Maß auf dem Handel mit Deutschland. So waren es auch weder grundlegende Meinungsverschiedenheiten mit Griechenland noch Ansprüche auf griechische Gebiete, die Hitler dazu brachten, seine Politik „Ruhe auf dem Balkan“ aufzugeben und Griechenland zu besetzen, wohl aber Mussolinis Ultimatum.

Einzelnachweise

  1. Konstantinopel, 20. Februar 1915, Liman von Sanders an Hans Freiherr von Wagenheim, OR0461, Historische Institut der Deutschen Bank (HIDB).
  2. Les conditions de l’agriculture mondiale en 1938-39, Rome 1940, 252-255.
  3. Dies gilt insbesondere in der Zeit von 1929 bis 1937, als zwischen 30 und 50 Prozent des gesamten Welthandels durch Kartellabkommen geregelt wurden.
  4. 6. März 1934, Akten zur deutschen auswärtigen Politik, Serie C (ADAP C), II, 289, Note 3.
  5. Bundesarchiv-Militärarchiv (MA-BA), Nachlass Pabst N 620/26; Der Spiegel 1962, Heft 16; ADAP C, II, 2, 289, Note 1.
  6. Jahresbericht 1935, die nationalen Archive, London, (TNA) FO 371/2-0392.
  7. Berlin, 30. Oktober 1936, Wirtschaftsgruppe Eisenschaffen-de Industrie an AA, Politisches Archiv des Auswärtigen Amts (PAAA), Ha. Po. IV, Industrie 7, Bd. 1.
  8. ADAP C III, 124.
  9. 18. September 1935, Philaretos an Koryzis, die historischen Archive der Nationalbank Griechenlands, (IAETE), XXVIII Produkte A, Tabak, Akte 6.
  10. 20. Mai 1935, IAETE, XXVIII Produkte A, Tabak, Akte 18.
  11. 28. Juli 1935, Philaretos an Koryzis, IAETE, XXVIII Produkte A, Tabak, Akte 6; 18. September 1935, 18. September 1935, Philaretos an Koryzis, IAETE, XXVIII Produkte A, Tabak, Akte 6.
  12. 16. Januar 1936, Philaretos an den Wirtschaftsminister, ebd.
  13. Jahresbericht 1937, TNA, FO 476/37.
  14. Athen, 26. Juni 1935, Außenministerium Frankreichs (MAE), 93CPCOM, Europa 1918-1940, Griechenland, box 203.
  15. Ebd.
  16. Athen, 30. September 1935, Kordt an AA, ADAP C, IV, 312.
  17. Athen, 12. Dezember 1935, Eisenlohr an Auswärtiges Amt, ADAP, C, IV, 459.
  18. 20. Februar 1936, Denkschrift, H.C. Finlayson, TNA, FO 286-1136 R-71-12-36.
  19. Athen, 5. März 1936, Waterlow an Eden, TNA, FO 286/1136/71.
  20. Berlin, 28. Februar 1940, Abt. W an RAM, geheim, PAAA, Ha. Pol. geheim, Kriegsgerät, Griechenland Bd.2.
  21. Ebd.
  22. Berlin, 1. Februar 1940, Rheinmetall Borsig an AA, PAAA, Ha. Pol. Handel 12. Kriegsgerät Griechenland. Bd.2.
  23. Berlin, 4. Juni 1940, Aufzeichnung für den Reichsaußenminister, ADAP, D, IX, 384.
  24. ADAP, D, IX, 395, 403.
  25. Berlin, 16. August 1940, ADAP, D, X, 353; Berlin, 24. August 1940, ADAP, D, X, 387.
  26. Iatrides, John O. (ed.), Ambassador MacVeagh Reports: Greece 1933-1947 (Princeton: Princeton UP 1980), 148-149.

Verwendete Literatur

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1986
Remembering Home: Christians, Muslims and the Outside World in Late-Ottoman Cilicia and Cappadocia
Mogens Pelt (Autor*in), Catharina Raudvere (Herausgeber*in)
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W.O. Henderson (Autor*in)
1962
Weltherrschaft im Visier. Dokumente zu den Europa- und Weltherrschaftsplänen des deutschen Imperialismus von der Jahrhundertwende bis Mai 1945
Wolfgang Schumann (Herausgeber*in), Ludwig Nestler (Herausgeber*in)
1975
Πρόδρομος Μποδοσάκης Αθανασιάδης, 1891-1979
Κώστας Χ. Χατζιώτης (Herausgeber*in)
2005
Η γερμανική οικονομική και πολιτική διείσδυση στην Ελλάδα τη δεκαετία 1920-1930
Μαρία Δημητριάδου-Λουμάκη (Autor*in)
2010

Galerie

Zitierweise

Mogens Pelt, »Struktur und Akteur in der Entwicklung der deutsch-griechischen Beziehungen 1871–1941«, in: Alexandros-Andreas Kyrtsis und Miltos Pechlivanos (Hg.), Compendium der deutsch-griechischen Verflechtungen, 02.09.2021, URI: https://comdeg.eu/compendium/essay/105157/.

Index

Akteur*innen Prodromos Bodossakis-Athanassiadis, Bernhard von Bülow, Wilhelm Canaris, Epaminondas Charilaos, Andreas Chatzikyriakos, Walter Deter, Ioannis Drossopoulos, Ernst Eisenlohr, Hermann Göring, Adolf Hitler, Nikolaos Kanellopoulos, Wilhelm Keppler, Jeorjios Kondylis, Georg II., König von Griechenland, Konstantin I., König von Griechenland, Dionyssios Loverdos, Konstantinos Maniadakis, Dimitrios Maximos, Ioannis Metaxas, Benito Amilcare Andrea Mussolini, Ernst Julius Waldemar Pabst, Alexandros Papagos, Jeorjios Pesmazoglou, Philipp, Prinz von Hessen, Hellmuth Röhnert, Hjalmar Schacht, Kyriakos Varvaressos, Eleftherios Venizelos, Joachim von Ribbentrop, Ernst Woermann, Alexandros Zachariou
Institutionen Aktiengesellschaft Chemischer Produkte und Düngemittel, Außenministerium Griechenland, Auswärtiges Amt, Bank von Griechenland, Dresdner Bank, Griechische Nationalbank, Griechische Pulver- und Patronengesellschaft, Griechische Staatsbahngesellschaft (SEK), Griechische Wein- und Spirituosenfirma, Industrie- und Handelskammer Athen, Kommunistische Partei Griechenlands, Königlich Preußische Kriegsakademie, Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP), Philipp Holzmann AG (Unternehmen), Power & Traction (Unternehmen), Reichsbank, Reichswerke Hermann Göring (Unternehmen), Rheinmetall-Borsig AG (Unternehmen), Schneider-Creusot (Unternehmen), Siemens, Siemens-Bauunion (Unternehmen), State Department (Außenministerium der Vereinigten Staaten), TITAN (Zementfabrik), Ulen & Co (Unternehmen), Verband griechischer Industrieller und Gewerbetreibender (SEV), Vereinigte Industrie-Unternehmungen AG, Verteidigung Konstantinopels (Ethniki Amyna Konstatinoupoleos), Waffenfabrik Solothurn (Unternehmen)
Objekte Tabakhandel
Kontaktzonen Außenpolitik, Militär, Wirtschaftsbeziehungen, Zwischenkriegszeit
Vermittlungspraktiken Handel, Rüstungshandel, Soziale Netzwerke, Studium an deutschsprachigen Bildungseinrichtungen
Zeitfenster 1871-1941

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