Das Online-Compendium (ComDeG)

ist ein frei zugängliches, multiperspektivisches Referenzwerk für die deutsch-griechische Geschichte seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert. Diese bilaterale Geschichte soll als schon immer verflochten in europäischen transnationalen Interaktionen, Interpretationen und Übersetzungen erkennbar werden.

Das ComDeG umfasst zum einen die Essays, Artikel und Dossiers des Compendiums der deutsch-griechischen Verflechtungen, das vom Centrum Modernes Griechenland (CeMoG) mit dem Institut für Griechisch-Deutsche Beziehungen (EMES) der Nationalen und Kapodistrias-Universität Athen in Kooperation erarbeitet wird. Zum anderen beinhaltet das Informationsangebot die Wissensbasis des CeMoG mit Daten zu Personen, Institutionen, Objekten, Ereignissen, Wirkungsorten, Kontaktzonen und Vermittlungspraktiken sowie die damit vernetzten Sammlungen bibliographischer Einträge.

So erhalten Forscher*innen, Student*innen und allgemein Interessierte ein Werkzeug, das den Facettenreichtum der deutsch-griechischen Beziehungen dokumentiert und die Erforschung ihrer Geschichte(n) unterstützt. Weiterlesen

Suche im Online-Compendium

Essays im Fokus

Deutsche Versöhnungspolitik 2014-2019 und die Rolle der griechischen Märtyrergemeinden (Opferdörfer)

Es wird die deutsche Versöhnungspolitik gegenüber Griechenland in der Zeit 2014-2019 aus einer politikwissenschaftlichen Sicht beleuchtet und dabei auf einschlägige Literatur des jüngeren akademischen Felds der Versöhnungsforschung eingegangen. Es werden Versäumnisse und Charakteristika der letzten 70 Jahre bilateraler Beziehungen dargestellt und der vollzogene deutsche Politikwechsel beschrieben. Symbolische Gesten wie Gedenkreden und Kranzniederlegungen, aber auch pragmatische Ansätze wie die Schaffung des deutsch-griechischen Zukunftsfonds und die Etablierung des deutsch-griechischen Jugendwerks werden diskutiert. Im Fokus stehen nicht nur die deutsche Versöhnungspolitik, sondern auch die griechischen Märtyrerstädte und -dörfer, die Empfänger dieser Politik sein sollen. Damit wird gezeigt, welche Chancen und Grenzen deutsche symbolische Gesten für eine gemeinsame Erinnerungskultur und für einen Versöhnungsprozess haben. Zur Eingrenzung der Thematik werden die jüdischen Gemeinden Griechenlands sowie die Reparationsdebatte nicht behandelt. Der Beitrag untersucht einen lang-ausgebliebenen Annäherungsprozess. Dieser Prozess ist auf die Aufmerksamkeit und das Engagement unterschiedlicher Akteure aus beiden Ländern angewiesen und stellt einen Knotenpunkt deutsch-griechischer Verflechtungen dar.

„Shenzi Ulaya“ – Deutsch-griechische Verflechtungen von der Bagdadbahn zum kolonialen Deutsch-Ostafrika

Deutsch-griechische Verflechtungen zwischen 1871 und 1941 bestehen auch abseits der nationalen Geschichtsschreibungen der Staaten Griechenland und Deutschland. Zwischen den Jahren 1900 und 1914 lassen sich diese vor allem anhand imperialer Infrastrukturprojekte des Deutschen Reiches im Osmanischen Reich – Bau der Bagdadbahn – und der Kolonie Deutsch-Ostafrika (DOA) – Bau der Zentralbahn –nachzeichnen. Bei beiden Infrastrukturprojekten waren Griechen als Subunternehmer unverzichtbar für die deutschen Baufirmen. Als größte europäische Minderheit in der kolonialen Gesellschaft DOAs nahmen Griechen als „weiße Subalterne“ zudem eine konflikthafte Zwischenstellung im Spannungsfeld zwischen colonizer und colonized vor allem im Kontext von Arbeit ein, was ein weiteres Schlaglicht auf deutsch-griechische Verflechtungen wirft.

Artikel im Fokus

Nikolas Kerestetzopoulos-KoursisPromotion Nikolas Kerestetzopoulos-Koursis (1896-;) war von 1922 bis 1925 als Promotionsstudent an der Universität Hamburg eingeschrieben. Fakultät: Medizinische Fakultät Hauptfach: Neurol
Konstantinos NikolaidisPromotion Konstantinos Nikolaidis (1910-;) war von 1937 bis 1939 als Promotionsstudent an der Universität Hamburg eingeschrieben (Stipendiat von Homère Pisani). Fakultät: Medizinische FakultÃ

Dossiers im Fokus

Die deutsch-griechischen Verflechtungen zur Zeit König Ottos

In keiner Phase der jüngeren und jüngsten Geschichte Griechenlands hat die Einführung staatlicher Institutionen zu einer vergleichbaren gesellschaftlichen und kulturellen Transformation beigetragen wie in den drei Jahrzehnten unter der Herrschaft von König Otto.

Die deutschen Philhellenismen

Das Dossier umfasst verschiedene Felder der deutsch-griechischen Verflechtungen, die bislang für gewöhnlich unter dem einheitlichen Begriff des deutschen Philhellenismus (bzw. des Mishellenismus) subsummiert wurden. Den ersten Angelpunkt der Konferenz bildet die Neubewertung der Rezeptionen von 1821 in den deutschsprachigen Ländern und die Mobilisierung, die sie in Verbindung mit den politischen Bewegungen nördlich der Alpen hervorriefen. In diesen Bewegungen waren freilich von vornherein eine politische und eine kulturelle Komponente miteinander verflochten, die politische Bewegung des Philhellenismus und die aus der einschlägigen Literatur bekannte „Tyrannei Griechenlands über Deutschland“. Selbstverständlich darf die Rolle der griechischen Gemeinden des deutschsprachigen Raumes in diesem Zusammenhang nicht vergessen werden. Den zweiten Angelpunkt bildet die Untersuchung der Transformationen, die diese politisch-kulturelle Verflechtung in den 200 Jahren nach dem Ausbruch der Griechischen Revolution erfuhr.