
Online-Compendium
der deutsch-griechischen Verflechtungen
Das Online-Compendium (ComDeG)
ist ein frei zugängliches, multiperspektivisches Referenzwerk für die deutsch-griechische Geschichte seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert. Diese bilaterale Geschichte soll als schon immer verflochten in europäischen transnationalen Interaktionen, Interpretationen und Übersetzungen erkennbar werden.
Das ComDeG umfasst zum einen die Essays, Artikel und Dossiers des Compendiums der deutsch-griechischen Verflechtungen, das vom Centrum Modernes Griechenland (CeMoG) mit dem Institut für Griechisch-Deutsche Beziehungen (EMES) der Nationalen und Kapodistrias-Universität Athen in Kooperation erarbeitet wird. Zum anderen beinhaltet das Informationsangebot die Wissensbasis des CeMoG mit Daten zu Personen, Institutionen, Objekten, Ereignissen, Wirkungsorten, Kontaktzonen und Vermittlungspraktiken sowie die damit vernetzten Sammlungen bibliographischer Einträge.
So erhalten Forscher*innen, Student*innen und allgemein Interessierte ein Werkzeug, das den Facettenreichtum der deutsch-griechischen Beziehungen dokumentiert und die Erforschung ihrer Geschichte(n) unterstützt. Weiterlesen
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Essays im Fokus
Griechische Kunststipendiaten der Panhellenischen Heiligen Stiftung Evangelistria Tinos in München in der zweiten Hälfte des 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts
Der vorliegende Essay beschäftigt sich mit dem Künstlernetzwerk, das in der zweiten Hälfte des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts zwischen Athen und München durch die Stipendiaten der Panhellenischen Heiligen Stiftung Evangelistria Tinos geknüpft wurde. Durch die Korrespondenz zwischen Stipendiaten und Stiftung werden die Lebensbedingungen der Künstler, die Beziehungen untereinander, die Verbindung zur griechischen Gemeinde in München, aber auch die Beziehung zwischen den Stipendiaten und der Stiftung offengelegt. Die Verlagerung der Kunstszene von Rom nach München zeichnet sich bereits in den ersten griechischen Bürgschaftsverträgen ab, die nach dem königlichen Erlass von 1862 unterzeichnet wurden, und mit denen die Panhellenische Heilige Stiftung Evangelistria Tinos Kunststipendien im In- und vor allem im Ausland vergab. Zu den ersten Stipendiaten, die es in die bayerische Landeshauptstadt zog, gehörten Nikolaos Gyzis (1842-1901), Giannoulis Chalepas (1851-1938), Georgios Vitalis (1838-1901) und Dimitrios Georgantas (1851-1933). Die Korrespondenz verdeutlicht den Wunsch der Stiftung an einer aktiven Beteiligung am Kunstgeschehen sowie die politischen Verstrickungen, die hinter der Auswahl jedes einzelnen Stipendiaten standen. Über die Intervention des Kunstliebhabers Nikolaos Nazos zur Sicherung des Stipendiums von Nikolaos Gyzis bis hin zu der Nichtauszahlung der vierteljährlichen Zuwendungen an Nikolaos Lytras wird der politische Status der Stiftung und das Ausmaß der Bedeutung der Stipendien für die Empfänger deutlich. Da die Stiftung in direktem Kontakt zur jeweiligen Athener Zentralregierung stand, werden darin die interventionistischen Aktivitäten offengelegt.
Übersetzung aus dem Griechischen: Athanassios Tsingas
Η δυναστεία των Wittelsbach και η ελληνική ιστορία: Πολιτικές μνήμης και στρατηγικές νομιμοποίησης
Η δυναστεία των Wittelsbach, και κατεξοχήν ο Λουδοβίκος Α‘, σχεδίασαν πολιτικές μνήμης τόσο στη Βαυαρία όσο και στην Ελλάδα με στόχο τη νομιμοποίηση της μοναρχίας. Στο Μόναχο η ιστορία της σύγχρονης Ελλάδας απεικονίστηκε στα ανάκτορα και τα Προπύλαια, ως μέρος της ιστορίας της δυναστείας, ενώ στην Αθήνα, με σειρά συμβολικών πράξεων, επιχειρήθηκε να γίνει η βασιλεία του Όθωνα μέρος της ελληνικής εθνικής ιστορίας. Ο Όθων, καθιερώνοντας ως επίσημο δυναστικό ένδυμα τη φουστανέλα, μετέχοντας σε τελετές μνήμης για ήρωες της Επανάστασης και οικοδομώντας ένα ανάκτορο που διακοσμήθηκε με επεισόδια του Αγώνα για την Ανεξαρτησία, προβαλλόταν ως ο νόμιμος κληρονόμος του Εικοσιένα. Αντίστοιχα, το πρόσωπό του συνδέθηκε με το αρχαιοελληνικό παρελθόν και τα υλικά του κατάλοιπα των οποίων αναδείχθηκε «κηδεμόνας» και προστάτης, αλλά και με την ανάμνηση του θρόνου της Κωνσταντινούπολης, όπου η Μεγάλη Ιδέα τον προόριζε να καθίσει. Εντούτοις, οι πολιτικές συγκρούσεις, οι εξεγέρσεις και η οξεία αντιπολίτευση εναντίον του άφησαν εκκρεμή την πολιτική του νομιμοποίηση, με αποτέλεσμα η ιστορική μνήμη να συγκροτηθεί μέσα από τοπόσημα και γεγονότα που σηματοδότησαν την αμφισβήτησή του.
Artikel im Fokus
Rudolf Fahrner
Rudolf Fahrner (1903–1988) war ein deutscher Germanist, der zwischen 1941 und 1944 die Leitung des Deutschen Wissenschaftlichen Instituts (DWI) in Athen innehatte. Nach dem Abitur in Linz stuJohann Georg von Hahn
Johann Georg von Hahn (1811–1869) spielte nicht nur als Jurist, sondern auch als Diplomat, Ethnologe und Übersetzer eine wichtige Vermittlerrolle zwischen dem deutsch- und griechischsprachigenDossiers im Fokus
Die deutsch-griechischen Verflechtungen zur Zeit König Ottos
In keiner Phase der jüngeren und jüngsten Geschichte Griechenlands hat die Einführung staatlicher Institutionen zu einer vergleichbaren gesellschaftlichen und kulturellen Transformation beigetragen wie in den drei Jahrzehnten unter der Herrschaft von König Otto.
Die deutschen Philhellenismen
Das Dossier umfasst verschiedene Felder der deutsch-griechischen Verflechtungen, die bislang für gewöhnlich unter dem einheitlichen Begriff des deutschen Philhellenismus (bzw. des Mishellenismus) subsummiert wurden. Den ersten Angelpunkt der Konferenz bildet die Neubewertung der Rezeptionen von 1821 in den deutschsprachigen Ländern und die Mobilisierung, die sie in Verbindung mit den politischen Bewegungen nördlich der Alpen hervorriefen. In diesen Bewegungen waren freilich von vornherein eine politische und eine kulturelle Komponente miteinander verflochten, die politische Bewegung des Philhellenismus und die aus der einschlägigen Literatur bekannte „Tyrannei Griechenlands über Deutschland“. Selbstverständlich darf die Rolle der griechischen Gemeinden des deutschsprachigen Raumes in diesem Zusammenhang nicht vergessen werden. Den zweiten Angelpunkt bildet die Untersuchung der Transformationen, die diese politisch-kulturelle Verflechtung in den 200 Jahren nach dem Ausbruch der Griechischen Revolution erfuhr.
