Das Online-Compendium (ComDeG)

ist ein frei zugängliches, multiperspektivisches Referenzwerk für die deutsch-griechische Geschichte seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert. Diese bilaterale Geschichte soll als schon immer verflochten in europäischen transnationalen Interaktionen, Interpretationen und Übersetzungen erkennbar werden.

Das ComDeG umfasst zum einen die Essays, Artikel und Dossiers des Compendiums der deutsch-griechischen Verflechtungen, das vom Centrum Modernes Griechenland (CeMoG) mit dem Institut für Griechisch-Deutsche Beziehungen (EMES) der Nationalen und Kapodistrias-Universität Athen in Kooperation erarbeitet wird. Zum anderen beinhaltet das Informationsangebot die Wissensbasis des CeMoG mit Daten zu Personen, Institutionen, Objekten, Ereignissen, Wirkungsorten, Kontaktzonen und Vermittlungspraktiken sowie die damit vernetzten Sammlungen bibliographischer Einträge.

So erhalten Forscher*innen, Student*innen und allgemein Interessierte ein Werkzeug, das den Facettenreichtum der deutsch-griechischen Beziehungen dokumentiert und die Erforschung ihrer Geschichte(n) unterstützt. Weiterlesen

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Essays im Fokus

Philhellenismen der Wiener Moderne

Elisabeth von Österreich und ihr Vorleser Christomanos vertreten im Wien der 1890er Jahre einen schwärmerischen Philhellenismus, der romantische Vorgaben mit einem Subjektivismus der Stimmung verbindet und sich ausdrücklich auch auf die Gegenwart des Landes und der Landschaft bezieht. Im Wiener Feuilleton herrscht dagegen eine einseitige Verehrung des antiken Griechentums vor, das den gebildeten Wienern um 1900 zum großen Teil noch durch gymnasialen Sprachunterricht nahegebracht wurde. In der produktiven Aneignung setzen sie originelle Akzente: von der Funktionalisierung des Mythos für die Traumdeutung (Freud) über das identifikatorische Interesse an der sokratischen Aufklärung (Gomperz) oder die These von der Hysterie der Griechen (Bahr) bis zur mystischen Überhöhung des Opferrituals in der Archaik oder asiatischen Kulten (Hofmannsthal, Beer-Hofmann). Während der junge Kokoschka diese Vision einer barbarischen Katharsis aufgreift und übersteigert, distanziert sich Ehrenstein vom mythischen Ernst einer mit Bildungsansprüchen verbundenen Antike zugunsten eines erotisch-entspannten Griechentums, das in den 1920er Jahren auch ein Komödienplan Hofmannsthals aufgreift.

 

Μια Νεότητα στην Ελλάδα 1837-1840. Το ταξίδι του νόστου του ελληνιστή Ernst Curtius

Τα πηγαία μηνύματα από την περίοδο ίδρυσης του ελληνικού κράτους, ιδιαίτερα από τη νέα πρωτεύουσα, την Αθήνα, οι οποίες βρίσκοντες καταγεγραμμένες στις επιστολές του Ernst Curtius, περιέχουν πολύτιμες εικόνες από τη σκοπιά ενός νεαρού επιστήμονα. Οι αναφορές αυτές, που σε καμία περίπτωση δεν υπηρετούν κάποιον συγκεκριμένο σκοπό, μεταφέρουν αδογμάτιστες απόψεις, απαλλαγμένες σε μεγάλο βαθμό από οποιαδήποτε ιδεολογία. Παρότι η κριτική ανάγνωση αυτής της ιστορικής αλληλογραφίας έχει συγκεκριμένα όρια, η σημασία της επιβεβαιώνεται από τη σύγκριση με τις αντιλήψεις του ώριμου κλασικού φιλολόγου Εrnst Curtius: Μεταξύ των επιστημονικών απόψεων του Curtius και της οπτικής που υιοθέτησε κατά τη διάρκεια των νεανικών του χρόνων υφίσταται μια στενή συγγένεια. Συγκεκριμένα θέματα που αντηχούν στις νεανικές αυτές παρατηρήσεις βρίσκουν αργότερα συχνά μια θέση στις ομιλίες του. Τα βασικά χαρακτηριστικά της πνευματικής του στάσης, όπως και η ευαισθησία του, αντλούν από τις εμπειρίες που βίωσε στο ταξίδι του στην Ελλάδα κατά τη διάρκεια των νεανικών του χρόνων, που ολοφάνερα τον σφράγισε. Το σώμα των επιστολών που παρουσιάζεται εδώ εμπεριέχει εντυπώσεις από τόπους, εικόνες της πόλης, γεγονότα και τοπία, συνοδευόμενες από σχόλια. Η σπουδαιότητα των παρατηρήσεων δεν περιορίζεται στα ενδιαφέροντα του κλασικού φιλολόγου. Το εύρος τους καλύπτει σημαντικές πολιτικές, κοινωνιολογικές και λαογραφικές-εθνολογικές όψεις της ελληνικής ζωής κατά τη δεκαετία του 1830.

Artikel im Fokus

Niki EideneierNiki Eideneier, geb. Anastassiadi (geb. 1940) ist eine deutsch-griechische Neogräzistin und Literaturübersetzerin, die sich als langjährige Leiterin des Kölner Romiosini Verlages (1982–2014) bes
Konrad Friedrich von Schmidt-Phiseldeck Konrad Georg Friedrich Elias von Schmidt-Phiseldeck (1770–1832) war ein deutsch-dänischer Politiker und Publizist, der 1827 durch die Veröffentlichung der Sammlung Auswahl neugriechischer Volk

Dossiers im Fokus

Die deutsch-griechischen Verflechtungen zur Zeit König Ottos

In keiner Phase der jüngeren und jüngsten Geschichte Griechenlands hat die Einführung staatlicher Institutionen zu einer vergleichbaren gesellschaftlichen und kulturellen Transformation beigetragen wie in den drei Jahrzehnten unter der Herrschaft von König Otto.

Die deutschen Philhellenismen

Das Dossier umfasst verschiedene Felder der deutsch-griechischen Verflechtungen, die bislang für gewöhnlich unter dem einheitlichen Begriff des deutschen Philhellenismus (bzw. des Mishellenismus) subsummiert wurden. Den ersten Angelpunkt der Konferenz bildet die Neubewertung der Rezeptionen von 1821 in den deutschsprachigen Ländern und die Mobilisierung, die sie in Verbindung mit den politischen Bewegungen nördlich der Alpen hervorriefen. In diesen Bewegungen waren freilich von vornherein eine politische und eine kulturelle Komponente miteinander verflochten, die politische Bewegung des Philhellenismus und die aus der einschlägigen Literatur bekannte „Tyrannei Griechenlands über Deutschland“. Selbstverständlich darf die Rolle der griechischen Gemeinden des deutschsprachigen Raumes in diesem Zusammenhang nicht vergessen werden. Den zweiten Angelpunkt bildet die Untersuchung der Transformationen, die diese politisch-kulturelle Verflechtung in den 200 Jahren nach dem Ausbruch der Griechischen Revolution erfuhr.