Compendium

Die Essays des Compendiums gliedern sich in Mikrogeschichten (narrative Detailuntersuchungen und Fallanalysen), Makrovorgänge (Praktiken und Netzwerke, Policies und Strukturen), Metanarrative (Konzepte, Deutungsmodelle, Stereotype) und Präsentationen (etwa Projektvorhaben bzw. Rezensionen).
Die enzyklopädischen Artikel liefern Kurzporträts von Personen, Institutionen, Medien, Objekten und Orten der deutsch-griechischen Verflechtungen.
In den Dossiers werden ausgewählte Essays und Artikel so zusammengebracht, dass sie eine kompakte Übersicht über bestimmte thematischen Schwerpunkte geben.

Neue Essays

Die Medizinische Polizei im Griechenland König Ottos. Deutsche Einflüsse auf das griechische öffentliche Gesundheitswesen

Bei der Beschäftigung mit der Thematik kultureller Verflechtungen auf kulturellem bzw. verwaltungstechnischem Gebiet weckt das vom bayerischen Hof König Ottos eingeführte polizeilich strukturierte Verwaltungssystem besonderes Interesse. Als Polizeiwissenschaft, vor allem aber als Verwaltungspraktik, bildete die Polizei insbesondere in der von dem Arzt und Verwaltungsmann Johann Peter Frank entwickelten Weise das Rückgrat des ottonischen Polizeistaats. Im Einzelnen werden die Organisation und das Handeln der Gesundheitspolizei mitsamt ihren Hauptakteuren (Mitglieder des Medicinalcomité, Professoren der Medizinischen Fakultät Athen, leitende Ärzte der einzelnen Provinzen) präsentiert. Ziel ist, die Kontinuität im Verwaltungshandeln des öffentlichen Gesundheitswesens, die in etwa bis in die Zeit zwischen den beiden Weltkriegen reichte, und ebenso die starke Präsenz der „deutschen“ Medizin und der medizingeographischen Statistik an der Medizinischen Fakultät und im gesundheitlichen Verwaltungswesen aufzuzeigen. Dabei galt es im Auge zu behalten, dass die öffentliche Gesundheit zu König Ottos Zeiten in Wirklichkeit ein Ergebnis vielfältiger Verflechtungen war, zu denen u. a. das „französische“ Element (Neo-Hippokratismus und Physiokratie/Naturbezogenheit) und der Beitrag der „ottomanischen“ Empiriker zu zählen ist.

Übersetzung aus dem Griechischen: Joachim Winkler

Griechisch-deutsche Kulturbeziehungen zur Zeit der Obristendiktatur (1967-1974)

Die Entwicklung der griechisch-deutschen Kulturbeziehungen in der Junta-Zeit war von einer Vielzahl von Faktoren beeinflusst. Neben verschiedenen Einzelereignissen belastete diese Beziehungen insbesondere das Streben der Junta, die griechischen Migranten unter ihre Kontrolle zu bringen. In den jeweiligen Einzelbereichen nahm die Entwicklung der Beziehungen einen unterschiedlichen Verlauf. Als Grundpfeiler der westdeutschen Kulturpolitik entwickelte das Goethe-Institut Aktivitäten, die nicht allein auf Stärkung der deutschen kulturellen Präsenz, sondern auch auf die Verbreitung demokratischen Denkens in Griechenland abzielte, während die griechisch-deutschen Kulturbeziehungen auf archäologischem Feld von der ungestörten und harmonischen Zusammenarbeit zwischen dem Griechischen Archäologischen Dienst und dem Deutschen Archäologischen Institut, zuweilen allerdings auch vom repressiven Vorgehen gegen demokratisch gesinnte griechische Archäologen gekennzeichnet waren (Außerdienststellungen, Ausschlüsse und Versetzungen), wobei sich diese zwei Charakteristika auf die konservative politische Einstellung beider Dienststellen zurückzuführen sind. Die griechischsprachigen Radioprogramme aus München und Köln vertraten als Informationsmedium für einheimische wie ausgewanderte Griechen gegenüber den Obristen eine negative Haltung. Das Regime versuchte, mit Demarchen und Aktivität hinter den Kulissen beide Sendungen inhaltlich zu unterdrücken bzw. zu „korrigieren“, doch hielt sich der Erfolg dieser Bemühungen in Grenzen. Die Entwicklung der Zeitschrift der Griechisch-Deutschen Gesellschaften Hellenika spiegelt das Verhältnis dieser Gesellschaften zur Junta wider: Das Periodikum übte bis 1972 heftige Kritik, dann wurde beschlossen, seinen Inhalt konservativ zu strukturieren. Die Politik des Regimes gegenüber den griechischen Schulen in der Bundesrepublik strebte absolute ideologische Kontrolle über die Bildung der Migranten an, während die sogenannten „Informationsreisen“ nach Griechenland von westdeutschen Parlamentariern und Journalisten aus dem konservativen Lager, deren Kosten komplett von der Junta getragen wurden, der Imagepflege des Regimes dienen sollten. Ganz anders verliefen echte Informationsreisen sozialdemokratischer Abgeordneter, die das Athener Regime harter Kritik unterzogen.

Übersetzung aus dem Griechischen: Joachim Winkler

Ο Ιάκωβος Πολυλάς και η πρόσληψη του Friedrich Schiller στα νεοελληνικά γράμματα

Στο παρόν κείμενο εξετάστηκαν οι θεωρητικές οφειλές του Ιάκωβου Πολυλά στον αισθητικό στοχασμό του Friedrich Schiller. Διαπιστώθηκε ότι ο Πολυλάς δεξιώθηκε τον Schiller κυρίως μέσω του Hegel, ο οποίος είχε χρίσει τον Schiller πρωτεργάτη της μετάβασης από τον υποκειμενικό στον αντικειμενικό ιδεαλισμό και θεμελιωτή μιας νέας κλασικορομαντικής αισθητικής που υπερέβαινε τις μονομέρειες του κλασικισμού και του ρομαντισμού. Παράλληλα, αξιοποιώντας τη σιλερική θεωρία του παθητικού-υψηλού, ο Πολυλάς προέβαλε τον Σολωμό ως έναν ιδεώδη άνθρωπο, του οποίου η ζωή και το έργο μπορούσαν να αποτελέσουν όχημα για την αισθητική και ηθική ανάπλαση του ελληνικού έθνους. Με αυτήν την έννοια, ο Πολυλάς ακολούθησε τον Schiller στην αντίληψη ότι μόνον η υψηλή τέχνη μπορεί να καλλιεργήσει τον άνθρωπο στην ολότητά του και να τον καταστήσει φορέα μιας νέας και καλύτερης ανθρωπότητας και κοινωνίας.

Neue Artikel

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Πέτερ Κόβαλντ Ο Πέτερ Κόβαλντ (Peter Kowald, 1944-2002) ήταν Γερμανός μουσικός της τζαζ, ο οποίος ανέπτυξε στενές σχέσεις με την Ελλάδ
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Neue Dossiers

Die deutsch-griechischen Verflechtungen zur Zeit König Ottos

In keiner Phase der jüngeren und jüngsten Geschichte Griechenlands hat die Einführung staatlicher Institutionen zu einer vergleichbaren gesellschaftlichen und kulturellen Transformation beigetragen wie in den drei Jahrzehnten unter der Herrschaft von König Otto.

Die deutschen Philhellenismen

Das Dossier umfasst verschiedene Felder der deutsch-griechischen Verflechtungen, die bislang für gewöhnlich unter dem einheitlichen Begriff des deutschen Philhellenismus (bzw. des Mishellenismus) subsummiert wurden. Den ersten Angelpunkt der Konferenz bildet die Neubewertung der Rezeptionen von 1821 in den deutschsprachigen Ländern und die Mobilisierung, die sie in Verbindung mit den politischen Bewegungen nördlich der Alpen hervorriefen. In diesen Bewegungen waren freilich von vornherein eine politische und eine kulturelle Komponente miteinander verflochten, die politische Bewegung des Philhellenismus und die aus der einschlägigen Literatur bekannte „Tyrannei Griechenlands über Deutschland“. Selbstverständlich darf die Rolle der griechischen Gemeinden des deutschsprachigen Raumes in diesem Zusammenhang nicht vergessen werden. Den zweiten Angelpunkt bildet die Untersuchung der Transformationen, die diese politisch-kulturelle Verflechtung in den 200 Jahren nach dem Ausbruch der Griechischen Revolution erfuhr.

Deutsch-griechische Verflechtungen vom Deutschen Kaiserreich bis zum Einmarsch der Wehrmacht in Griechenland

Die Sehnsucht der gebildeten Deutschen nach dem, was sie als die Wiege ihrer persönlichen und gesellschaftlichen Identität ansahen, blieb auch in diesen Jahren unvermindert, während sich die Griechen, die auf dem Wege der Bildung zu gesellschaftlicher Reputation gelangen wollten, hauptsächlich (wenn auch nicht ausschließlich) durch die Augen der Deutschen sahen.