Die Essays des Compendiums gliedern sich in Mikrogeschichten (narrative Detailuntersuchungen und Fallanalysen), Makrovorgänge (Praktiken und Netzwerke, Policies und Strukturen), Metanarrative (Konzepte, Deutungsmodelle, Stereotype) und Präsentationen (etwa Projektvorhaben bzw. Rezensionen).
Die enzyklopädischen Artikel liefern Kurzporträts von Personen, Institutionen, Medien, Objekten und Orten der deutsch-griechischen Verflechtungen.
In den Dossiers werden ausgewählte Essays und Artikel so zusammengebracht, dass sie eine kompakte Übersicht über bestimmte thematischen Schwerpunkte geben.
Neue Essays
Aspekte des Musiklebens im griechischen Königreich zur Zeit König Ottos
Hier wurde versucht, eine eventuelle deutsche Verflechtung auf drei wichtigen Gebieten des griechischen Musiklebens in der Zeit Ottos darzustellen, und zwar in der Oper, im Bereich von Konzert und musikalischer Geselligkeit – hier sind die Grenzen fließend – und in der Bildung. In Bezug auf die Oper kann festgestellt werden, dass in Athen der Hof mittels der Finanzierung – direkt und über die Regierung auch indirekt – auf das Zustandekommen und die Qualität der jeweiligen Opernsaison maßgeblichen Einfluss ausübte. Auch in der Auswahl des Impresario wirkte er oft entscheidend mit. Dagegen fand sich nur ein einziger Versuch von Seiten des Hofes, direkt auf das Repertoire Einfluss zu nehmen. Deutsche Musiker waren nur in der Bläsergruppe des Opernorchesters relativ stark vertreten – etliche waren gleichzeitig Mitglieder einer Militärkapelle –, während die Streicher überwiegend und die Sänger ausschließlich Italiener waren. Opernbesuche standen jedem offen, der sich ein Billett leisten konnte, und diese Möglichkeit wurde keineswegs nur von der Oberschicht genutzt. In politischen Diskussionen in der Presse diente die teure und „unmoralische“ Oper der antibayerischen Partei oft als Vehikel für Kritik an Hof und Regierung. In den Handelsstädten Hermoupolis und Patras war der Opernbetrieb unabhängig vom hauptstädtischen Einfluss. Das Konzertleben und die musikalische Geselligkeit waren an europäischen Vorbildern orientiert und offensichtlich an das Vorhandensein einer Bevölkerungsschicht mit musikalischer Bildung nach europäischem Vorbild geknüpft. Diese Schicht war ein internationales Gemisch aus den in Athen ansässigen Diplomaten, den deutschen Beamten und den gebildeten Fanarioten wie etwa Alexandros-Rizos Rangavis, aus den Reisenden und einigen Philhellenen, die sich in Athen niedergelassen hatten. Diese Gruppen befanden sich – abgesehen von den Philhellenen – aufgrund des Status Athens als Hauptstadt und Sitz des Hofes in der Stadt. Die öffentlichen Schulen boten an Musikunterricht nur das gemeinsame Singen, nicht mit dem Ziel musikalischer Bildung, sondern für die patriotische, religiöse und ethische Erziehung der Schüler. Außer privaten Musiklehrern ermöglichten vor allem die Privatschulen für Mädchen auch Klavierunterricht, der junge Damen befähigte, eine Gesellschaft musikalisch zu unterhalten, und der ein beachtliches Niveau erreichen konnte. Im Allgemeinen lag die private Musikerziehung zu Ottos Zeit in der Hand der in Griechenland lebenden Italiener, die häufig eine enge Verbindung mit dem Opernbetrieb hatten. Der Musiklehrer Julius Henning aus Bayern ist eher eine Ausnahme.
Deutsche Versöhnungspolitik 2014-2019 und die Rolle der griechischen Märtyrergemeinden (Opferdörfer)
Es wird die deutsche Versöhnungspolitik gegenüber Griechenland in der Zeit 2014-2019 aus einer politikwissenschaftlichen Sicht beleuchtet und dabei auf einschlägige Literatur des jüngeren akademischen Felds der Versöhnungsforschung eingegangen. Es werden Versäumnisse und Charakteristika der letzten 70 Jahre bilateraler Beziehungen dargestellt und der vollzogene deutsche Politikwechsel beschrieben. Symbolische Gesten wie Gedenkreden und Kranzniederlegungen, aber auch pragmatische Ansätze wie die Schaffung des deutsch-griechischen Zukunftsfonds und die Etablierung des deutsch-griechischen Jugendwerks werden diskutiert. Im Fokus stehen nicht nur die deutsche Versöhnungspolitik, sondern auch die griechischen Märtyrerstädte und -dörfer, die Empfänger dieser Politik sein sollen. Damit wird gezeigt, welche Chancen und Grenzen deutsche symbolische Gesten für eine gemeinsame Erinnerungskultur und für einen Versöhnungsprozess haben. Zur Eingrenzung der Thematik werden die jüdischen Gemeinden Griechenlands sowie die Reparationsdebatte nicht behandelt. Der Beitrag untersucht einen lang-ausgebliebenen Annäherungsprozess. Dieser Prozess ist auf die Aufmerksamkeit und das Engagement unterschiedlicher Akteure aus beiden Ländern angewiesen und stellt einen Knotenpunkt deutsch-griechischer Verflechtungen dar.
Ελληνογερμανικές χορωδιακές σχέσεις (1980-2021)
Το ευρύτερο θέμα των ελληνογερμανικών χορωδιακών σχέσεων χωρίζεται σε δύο μεγάλες κατηγορίες: αφενός στις χορωδίες Ελλήνων στη Γερμανία και Γερμανών στην Ελλάδα και αφετέρου στην επικοινωνία, στις ανταλλαγές και στα κοινά προγράμματα ελληνικών και γερμανικών χορωδιών ανεξάρτητα από το θέμα της μετανάστευσης. Το δοκίμιο αυτό αποσκοπεί στην καταγραφή, περιγραφή και ανάδειξη των ελληνογερμανικών χορωδιών, από την ίδρυσή τους έως και το 2021, στην παρουσίαση των ελληνογερμανικών χορωδιακών ανταλλαγών και της σημασίας τους για τη χορωδιακή ζωή και στις δύο χώρες, καθώς και στην υποστήριξη της δημιουργίας ενός δικτύου επικοινωνίας για τη διεύρυνση των ελληνογερμανικών χορωδιακών σχέσεων.
Neue Artikel
Panajotis Grigoriadis
Promotion Panajotis Grigoriadis (1909-;) war von 1937 bis 1940 als Promotionsstudent an der Universität Hamburg eingeschrieben (Stipendiat von Homère Pisani). Fakultät: Medizinische FakultätΚρίστιαν Γκότφριντ Νέες φον Έζενμπεκ
Ο Κρίστιαν Γκότφριντ Νέες φον Έζενμπεκ (Christian Gottfried Nees von Esenbeck, 1776–1858) ήταν γερμανός γιατρός, βοτανολόγος, φιλόGeorg Walther Heyer
Georg Walther Heyer (1924–1991) war ein deutscher Schriftsteller und Rundfunkredakteur, der sich als Übersetzer an der 1973 von Danae Coulmas herausgegebenen Anthologie Die Exekution des Mythos betNeue Dossiers
Die deutsch-griechischen Verflechtungen zur Zeit König Ottos
In keiner Phase der jüngeren und jüngsten Geschichte Griechenlands hat die Einführung staatlicher Institutionen zu einer vergleichbaren gesellschaftlichen und kulturellen Transformation beigetragen wie in den drei Jahrzehnten unter der Herrschaft von König Otto.
Die deutschen Philhellenismen
Das Dossier umfasst verschiedene Felder der deutsch-griechischen Verflechtungen, die bislang für gewöhnlich unter dem einheitlichen Begriff des deutschen Philhellenismus (bzw. des Mishellenismus) subsummiert wurden. Den ersten Angelpunkt der Konferenz bildet die Neubewertung der Rezeptionen von 1821 in den deutschsprachigen Ländern und die Mobilisierung, die sie in Verbindung mit den politischen Bewegungen nördlich der Alpen hervorriefen. In diesen Bewegungen waren freilich von vornherein eine politische und eine kulturelle Komponente miteinander verflochten, die politische Bewegung des Philhellenismus und die aus der einschlägigen Literatur bekannte „Tyrannei Griechenlands über Deutschland“. Selbstverständlich darf die Rolle der griechischen Gemeinden des deutschsprachigen Raumes in diesem Zusammenhang nicht vergessen werden. Den zweiten Angelpunkt bildet die Untersuchung der Transformationen, die diese politisch-kulturelle Verflechtung in den 200 Jahren nach dem Ausbruch der Griechischen Revolution erfuhr.
Deutsch-griechische Verflechtungen vom Deutschen Kaiserreich bis zum Einmarsch der Wehrmacht in Griechenland
Die Sehnsucht der gebildeten Deutschen nach dem, was sie als die Wiege ihrer persönlichen und gesellschaftlichen Identität ansahen, blieb auch in diesen Jahren unvermindert, während sich die Griechen, die auf dem Wege der Bildung zu gesellschaftlicher Reputation gelangen wollten, hauptsächlich (wenn auch nicht ausschließlich) durch die Augen der Deutschen sahen.
