Die Essays des Compendiums gliedern sich in Mikrogeschichten (narrative Detailuntersuchungen und Fallanalysen), Makrovorgänge (Praktiken und Netzwerke, Policies und Strukturen), Metanarrative (Konzepte, Deutungsmodelle, Stereotype) und Präsentationen (etwa Projektvorhaben bzw. Rezensionen).
Die enzyklopädischen Artikel liefern Kurzporträts von Personen, Institutionen, Medien, Objekten und Orten der deutsch-griechischen Verflechtungen.
In den Dossiers werden ausgewählte Essays und Artikel so zusammengebracht, dass sie eine kompakte Übersicht über bestimmte thematischen Schwerpunkte geben.
Neue Essays
Von der Götterdämmerung zur Schuldendämmerung; Geschichte, Mythos und Narrativ
Der Stand-up Comedian und Librettist Dimitris Dimopoulos dokumentiert die deutsch-griechischen Verflechtungen, die das Genre der Opernparaphrase von Werken Verdis, Rossinis und Schuberts von Berlin nach Athen brachte. Der Essay zeichnet sowohl den Kurs der griechischer Künstler von Deutschland nach Griechenland nach als auch die Entstehung der Bühnen-, Text- und Musikdramaturgie der auf Wagners Götterdämmerung basierenden Oper Schuldendämmerung, in der versucht wird, die Beziehungen zwischen den beiden Staaten seit Gründung des neugriechischen Staates bis in die Gegenwart hinein zu reflektieren.
Übersetzung aus dem Griechischen: Athanassios Tsingas
Wie deutsch war das griechische Lied? Welche griechischen Elemente gab es im deutschen Lied?
Das “deutsche“ Element im griechischen Liedgut spielte eine völlig andere Rolle als das “griechische“ Element im deutschen. Im 19. Jahrhundert in Deutschland etablierte Ideen und Vorstellungen wie die Unterscheidung zwischen Kunstmusik und Unterhaltungsmusik sowie die vorangegangene Herder‘sche Auffassung von der Volkskultur gingen in die Ausbildung der Musiker ein, die an Musikhochschulen studierten, und lieferten ihnen Begriffe zum Verständnis der griechischen Musikkultur. Das Deutschland des 20. Jahrhunderts bot ihnen einige handfeste Beispiele, wie man die Probleme überwindet, die sich aus dem Zusammenprall zwischen der aus Deutschland stammenden Auffassung der Musik und der gelebten griechischen musikalischen Realität ergeben. Auf jeden Fall war Deutschland direkter oder indirekter Herkunftsort von Ideen für Komponisten, die im weiteren Bereich der Kunstmusik arbeiten wollten. Im Gegensatz dazu war das moderne Griechenland der “Traumort“ für die andere Seite des deutschen kulturellen Pols, für die Unterhaltungsmusik. Im westdeutschen Schlager wurde die Exotik und die Nostalgie nach Ferien in der Sonne thematisiert, wo Griechenland seinen Platz neben anderen Mittelmeerländern wie Italien, Spanien und der Türkei fand, die später auch als Herkunftsländer von Arbeitsmigranten wahrgenommen wurden. Griechische Sängerinnen und Sänger, oft in Griechenland unbekannt und jedenfalls weniger beliebt als in Deutschland, bereicherten, mal vollkommen integriert, mal als Vertreter der Exotik, den deutschen Schlager. Westdeutschland verlangte von der griechischen Musik nicht mehr, wie das Beispiel von Chatzidakis‘ Musik zeigt, die ihre Stelle in der deutschen Musik nur in ihrer äußerst vereinfachten Form fand. In der DDR fand Theodorakis einen fruchtbaren Boden als erfolgreiches Beispiel eines sozialistischen Komponisten. Die Untersuchung des Musikgeschehens und der Vorstellungen über die Musik in Verbindung mit dem Studium der Musik selbst macht die unterschiedliche Art deutlich, auf der die Kultur des einen Landes innerhalb des Kulturgeschehens des anderen funktionierte; es zeigt die ungleiche Beziehung zwischen den beiden Ländern auf – die durch zwei voneinander unabhängige einseitige Bewegungen zum Ausdruck kam, die völlig unterschiedliche kulturelle Bedürfnisse abdeckten – und damit neue Wege zum weiteren Verständnis der griechisch-deutschen Nachkriegsbeziehungen eröffneten.
Übersetzung aus dem Griechischen: Ulf-Dieter Klemm
Φιλελληνισμός στον αστερισμό της οικονομικής κρίσης του 2008
Ο φιλελληνισμός, ως κίνημα υποστήριξης του ελληνικού απελευθερωτικού αγώνα κατά των Οθωμανών, δεν μπορεί παρά να θεωρηθεί αυστηρά ως παραλλαγή ενός διαχρονικού φαινομένου που εκτείνεται από την αρχαιότητα μέχρι σήμερα και του οποίου βασικό χαρακτηριστικό είναι η εξιδανίκευση της Ελλάδας (κυρίως, αλλά όχι απαραίτητα, της αρχαίας). Από αυτή την άποψη, το ποίημα του Γκρας «Η ντροπή της Ευρώπης» ή του Γκρύνμπαϊν «Στην Ακρόπολη» μπορούν επίσης να θεωρηθούν φιλελληνικά, όπως και το βλέμμα της ιταλικής εναλλακτικής αριστεράς που θαύμαζε τον ΣΥΡΙΖΑ, στον οποίο έβλεπε την αυθεντικότητα της πολιτικής στράτευσης που αλλού έχει πια χαθεί. Κοινό χαρακτηριστικό όλων αυτών των κειμένων ή θέσεων είναι η αδυναμία ή και η αδιαφορία να ασχοληθούν με την πραγματική Ελλάδα, η οποία καταδικάζεται αλλού με περισσότερη και αλλού με λιγότερη σαφήνεια ως προϊόν της παρακμής ενός αρχαίου ή κλασικού, σίγουρα πάντως μυθοποιημένου ιδεώδους τελειότητας – όπως κατά παράδοξο τρόπο συμβαίνει ακόμη και στη Βολφ, στο λογοτεχνικό εγχείρημα Κασσάνδρα, σε μια συγγραφέα που είχε ασκηθεί τόσο πολύ στον ρεαλισμό.
Μετάφραση από τα γερμανικά: Κώστας Κοσμάς
Neue Artikel
Alexander Sideras
Alexandros (auch: Alexander) Sideras (1935–2019) war ein Klassischer Philologe, Byzantinist und Neogräzist, der an der Universität Göttingen das Fach Byzantinische und Neugriechische Philologie bJeorjios Dimitrakos
Promotion Jeorjios Dimitrakos (1909-1997) war von 1935 bis 1937 als Promotionsstudent an der Universität Hamburg eingeschrieben (Stipendiat von Homère Pisani). Fakultät: Philosophische FakuNikolaos Voivodas
Promotion Nikolaos Voivodas (1914-;) war von 1936 bis 1944 als Promotionsstudent an der Universität Hamburg eingeschrieben. Fakultät: Staats- und Rechtswissenschaftliche Fakultät HauptfachNeue Dossiers
Die deutsch-griechischen Verflechtungen zur Zeit König Ottos
In keiner Phase der jüngeren und jüngsten Geschichte Griechenlands hat die Einführung staatlicher Institutionen zu einer vergleichbaren gesellschaftlichen und kulturellen Transformation beigetragen wie in den drei Jahrzehnten unter der Herrschaft von König Otto.
Die deutschen Philhellenismen
Das Dossier umfasst verschiedene Felder der deutsch-griechischen Verflechtungen, die bislang für gewöhnlich unter dem einheitlichen Begriff des deutschen Philhellenismus (bzw. des Mishellenismus) subsummiert wurden. Den ersten Angelpunkt der Konferenz bildet die Neubewertung der Rezeptionen von 1821 in den deutschsprachigen Ländern und die Mobilisierung, die sie in Verbindung mit den politischen Bewegungen nördlich der Alpen hervorriefen. In diesen Bewegungen waren freilich von vornherein eine politische und eine kulturelle Komponente miteinander verflochten, die politische Bewegung des Philhellenismus und die aus der einschlägigen Literatur bekannte „Tyrannei Griechenlands über Deutschland“. Selbstverständlich darf die Rolle der griechischen Gemeinden des deutschsprachigen Raumes in diesem Zusammenhang nicht vergessen werden. Den zweiten Angelpunkt bildet die Untersuchung der Transformationen, die diese politisch-kulturelle Verflechtung in den 200 Jahren nach dem Ausbruch der Griechischen Revolution erfuhr.
Deutsch-griechische Verflechtungen vom Deutschen Kaiserreich bis zum Einmarsch der Wehrmacht in Griechenland
Die Sehnsucht der gebildeten Deutschen nach dem, was sie als die Wiege ihrer persönlichen und gesellschaftlichen Identität ansahen, blieb auch in diesen Jahren unvermindert, während sich die Griechen, die auf dem Wege der Bildung zu gesellschaftlicher Reputation gelangen wollten, hauptsächlich (wenn auch nicht ausschließlich) durch die Augen der Deutschen sahen.
