Compendium

Die Essays des Compendiums gliedern sich in Mikrogeschichten (narrative Detailuntersuchungen und Fallanalysen), Makrovorgänge (Praktiken und Netzwerke, Policies und Strukturen), Metanarrative (Konzepte, Deutungsmodelle, Stereotype) und Präsentationen (etwa Projektvorhaben bzw. Rezensionen).
Die enzyklopädischen Artikel liefern Kurzporträts von Personen, Institutionen, Medien, Objekten und Orten der deutsch-griechischen Verflechtungen.
In den Dossiers werden ausgewählte Essays und Artikel so zusammengebracht, dass sie eine kompakte Übersicht über bestimmte thematischen Schwerpunkte geben.

Neue Essays

Griechische Kunststipendiaten der Panhellenischen Heiligen Stiftung Evangelistria Tinos in München in der zweiten Hälfte des 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts

Der vorliegende Essay beschäftigt sich mit dem Künstlernetzwerk, das in der zweiten Hälfte des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts zwischen Athen und München durch die Stipendiaten der Panhellenischen Heiligen Stiftung Evangelistria Tinos geknüpft wurde. Durch die Korrespondenz zwischen Stipendiaten und Stiftung werden die Lebensbedingungen der Künstler, die Beziehungen untereinander, die Verbindung zur griechischen Gemeinde in München, aber auch die Beziehung zwischen den Stipendiaten und der Stiftung offengelegt. Die Verlagerung der Kunstszene von Rom nach München zeichnet sich bereits in den ersten griechischen Bürgschaftsverträgen ab, die nach dem königlichen Erlass von 1862 unterzeichnet wurden, und mit denen die Panhellenische Heilige Stiftung Evangelistria Tinos Kunststipendien im In- und vor allem im Ausland vergab. Zu den ersten Stipendiaten, die es in die bayerische Landeshauptstadt zog, gehörten Nikolaos Gyzis (1842-1901), Giannoulis Chalepas (1851-1938), Georgios Vitalis (1838-1901) und Dimitrios Georgantas (1851-1933). Die Korrespondenz verdeutlicht den Wunsch der Stiftung an einer aktiven Beteiligung am Kunstgeschehen sowie die politischen Verstrickungen, die hinter der Auswahl jedes einzelnen Stipendiaten standen. Über die Intervention des Kunstliebhabers Nikolaos Nazos zur Sicherung des Stipendiums von Nikolaos Gyzis bis hin zu der Nichtauszahlung der vierteljährlichen Zuwendungen an Nikolaos Lytras wird der politische Status der Stiftung und das Ausmaß der Bedeutung der Stipendien für die Empfänger deutlich. Da die Stiftung in direktem Kontakt zur jeweiligen Athener Zentralregierung stand, werden darin die interventionistischen Aktivitäten offengelegt.

Übersetzung aus dem Griechischen: Athanassios Tsingas

Die Dynastie der Wittelsbacher und die griechische Geschichte: Erinnerungspolitik und Legitimationsstrategien

Sowohl in Bayern als auch in Griechenland betrieben die Dynastie der Wittelsbacher und vor allem Ludwig I. eine der Legitimation der Monarchie dienende Erinnerungspolitik. In München wurde die Geschichte des modernen Griechenland in der Residenz und in den Propyläen als Teil der Geschichte der Dynastie dargestellt, während Otto als König in Athen daran ging, sich durch eine Reihe symbolischer Akte selbst zu einem Teil der griechischen Nationalgeschichte zu machen. So führte Otto die Fustanella als offizielles Gewand der Dynastie ein, nahm an Gedenkfeiern für die Helden der Revolution teil und ließ einen Palast erbauen, der mit Bildwerken ausgeschmückt wurde, welche Ereignisse aus der Geschichte des griechischen Unabhängigkeitskampfes zeigten, um sich so als rechtmäßiger Erbe von 1821 zu inszenieren. Seine Gestalt wurde mit der griechischen Antike und ihren materiellen Überresten, als deren Verwalter und Beschützer Otto auftrat, in Verbindung gebracht, aber auch mit der Erinnerung an den Thron von Konstantinopel, den er im Sinne der Megali Idea besteigen sollte. Dennoch führten die politischen Auseinandersetzungen, die Aufstände und die akute Opposition gegen Otto zu Schwankungen seiner politischen Legitimation und schließlich dazu, dass die historische Erinnerung an ihn durch markante Topoi und Ereignisse geprägt wurde, die letztlich nur deutlich machten, wie sehr er in Zweifel gestellt wurde.

Übersetzung aus dem Griechischen: Dennis Püllmann

To Αστεροσκοπείο Αθηνών την περίοδο της «βαυαροκρατίας»

Η ίδρυση του Αστεροσκοπείου Αθηνών το 1842 σχετίζεται με την ένταξη του νεοσύστατου ελληνικού κράτους στην ευρωπαϊκή νεωτερικότητα. Κάθε σημαντική ευρωπαϊκή πόλη όφειλε τον 19ο αιώνα να διαθέτει αστεροσκοπείο, το οποίο καθόριζε την ακριβή ώρα και ήταν σύμβολο της επιστήμης. Το Αστεροσκοπείο Αθηνών εξαρχής βασίστηκε στη γερμανόφωνη παράδοση, κυρίως λόγω συγκυριών: Χρηματοδοτήθηκε από τον ελληνοαυστριακό βαρώνο Σίνα, διευθύνθηκε από τον ελληνοαυστριακό αστρονόμο Βούρη και σχεδιάστηκε από τους Eduard Schaubert και Theophil Hansen, Γερμανό και Δανό αντίστοιχα, με σύμβουλο τον γερμανό αστρονόμο Heinrich Christian Schumacher. Τα ιδεολογικά πρότυπα του κτιρίου του Αστεροσκοπείου ακολουθούν τον νεοκλασικισμό που προβάλλεται από την βαυαρική αυλή. Τα όργανα του αστεροσκοπείου είναι κυρίως αυστριακής παραγωγής και οι εργασίες εκείνης της περιόδου δημοσιεύονται στη γερμανική γλώσσα στο γερμανικό περιοδικό Astronomische Nachrichten. Μετά την αποχώρηση του Βούρη, το αστεροσκοπείο θα το διευθύνει ο Γερμανός Julius Schmidt, συνεχίζοντας την παράδοση των στενών σχέσεων με τη Γερμανία.

Neue Artikel

Heinrich Nikolaus Ulrichs Heinrich Nikolaus Ulrichs (1807–1843) war ein deutscher klassischer Philologe und Archäologe, der 1833 im Gefolge König Ottos nach Griechenland kam. Dort war er zunächst als Lateinlehrer am G
Πέτερ Κόβαλντ Ο Πέτερ Κόβαλντ (Peter Kowald, 1944-2002) ήταν Γερμανός μουσικός της τζαζ, ο οποίος ανέπτυξε στενές σχέσεις με την Ελλάδ
Τέοντορ ΚιντΟ Τέοντορ Κιντ (Theodor Kind, 1799–1868) από τη Λειψία ήταν φιλέλληνας και λογοτεχνικός, γλωσσικός και πολιτισμικός δια

Neue Dossiers

Die deutsch-griechischen Verflechtungen zur Zeit König Ottos

In keiner Phase der jüngeren und jüngsten Geschichte Griechenlands hat die Einführung staatlicher Institutionen zu einer vergleichbaren gesellschaftlichen und kulturellen Transformation beigetragen wie in den drei Jahrzehnten unter der Herrschaft von König Otto.

Die deutschen Philhellenismen

Das Dossier umfasst verschiedene Felder der deutsch-griechischen Verflechtungen, die bislang für gewöhnlich unter dem einheitlichen Begriff des deutschen Philhellenismus (bzw. des Mishellenismus) subsummiert wurden. Den ersten Angelpunkt der Konferenz bildet die Neubewertung der Rezeptionen von 1821 in den deutschsprachigen Ländern und die Mobilisierung, die sie in Verbindung mit den politischen Bewegungen nördlich der Alpen hervorriefen. In diesen Bewegungen waren freilich von vornherein eine politische und eine kulturelle Komponente miteinander verflochten, die politische Bewegung des Philhellenismus und die aus der einschlägigen Literatur bekannte „Tyrannei Griechenlands über Deutschland“. Selbstverständlich darf die Rolle der griechischen Gemeinden des deutschsprachigen Raumes in diesem Zusammenhang nicht vergessen werden. Den zweiten Angelpunkt bildet die Untersuchung der Transformationen, die diese politisch-kulturelle Verflechtung in den 200 Jahren nach dem Ausbruch der Griechischen Revolution erfuhr.

Deutsch-griechische Verflechtungen vom Deutschen Kaiserreich bis zum Einmarsch der Wehrmacht in Griechenland

Die Sehnsucht der gebildeten Deutschen nach dem, was sie als die Wiege ihrer persönlichen und gesellschaftlichen Identität ansahen, blieb auch in diesen Jahren unvermindert, während sich die Griechen, die auf dem Wege der Bildung zu gesellschaftlicher Reputation gelangen wollten, hauptsächlich (wenn auch nicht ausschließlich) durch die Augen der Deutschen sahen.