Die Essays des Compendiums gliedern sich in Mikrogeschichten (narrative Detailuntersuchungen und Fallanalysen), Makrovorgänge (Praktiken und Netzwerke, Policies und Strukturen), Metanarrative (Konzepte, Deutungsmodelle, Stereotype) und Präsentationen (etwa Projektvorhaben bzw. Rezensionen).
Die enzyklopädischen Artikel liefern Kurzporträts von Personen, Institutionen, Medien, Objekten und Orten der deutsch-griechischen Verflechtungen.
In den Dossiers werden ausgewählte Essays und Artikel so zusammengebracht, dass sie eine kompakte Übersicht über bestimmte thematischen Schwerpunkte geben.
Neue Essays
Deutsche Ideologie ins Griechische übersetzt: Sitsa Karaiskaki und der Nationalsozialismus
Dieser Essay behandelt den Transfer der nationalsozialistischen Ideologie von Deutschland nach Griechenland, indem es die Tätigkeit der griechischen Intellektuellen Sitsa Karaiskaki (1897-1987), die im deutschsprachigen Raum studierte, nachzeichnet und sich auf die von ihr eingesetzten Mittel der Übersetzung und Adaption konzentriert. Im Mittelpunkt stehen ihre Artikel, die zwar als Originale präsentiert werden, aber Plagiate des Hauptwerks des nationalsozialistischen Chefideologen Alfred Rosenberg Der Mythus des 20. Jahrhunderts (1930) sind. Für eine umfassendere Kontextualisierung des Phänomens werden frühere Karaiskaki-Ausgaben berücksichtigt, die eine spätere Übernahme der Rosenberg-Texte vorwegnehmen. Dieses Beispiel ideologischer Übertragung ist von besonderer Bedeutung, da die Texte während des Regimes des 4. August in relativ weit verbreiteten amtlichen und Metaxas-freundlichen Publikationen veröffentlicht wurden, ohne jeden Hinweis darauf, dass sie Produkte einer Übersetzung waren, was zum Ansehen sowohl der darin enthaltenen Ideen als “griechisch“ als auch der “Verfasserin“ als Intellektuelle beitrug. Der Essay liefert auch Belege zu Sitsa Karaiskakis Beziehungen zu Deutschland vor und nach der Metaxas-Diktatur und schließt mit Hinweisen auf ihr Nachleben und das in den letzten Jahren wieder aufflackernde Interesse faschistischer Kreise an ihrer Person und ihrem Werk. Dieses Interesse reaktiviert die aus Deutschland weitgehend transfundierte Ideologie Karaiskakis und unterstreicht die anhaltende Bedeutung ihres Handelns für die Gestaltung eines dunklen, aber nicht zu vernachlässigenden Aspekts der deutsch-griechischen kulturellen Beziehungen und Osmosen.
Übersetzung aus dem Griechischen: Athanassios Tsingas
Heideggers philosophischer Philhellenismus
Heideggers lebenslange Beschäftigung mit der griechischen Philosophie wird durch die Auffassung geleitet, dass unser Selbstverständnis nur als Verständnis der Anfänge jenes Weges möglich ist, an dessen Ende wir stehen. Seine selektive, oft gewaltsame Interpretation von Texten der griechischen Antike enthält, trotz aller Exzentrizität, einen reichen Schatz von hermeneutischen Einblicken, die auch für die heutige Forschung wertvoll werden können. Heideggers Philhellenismus ist dabei deswegen so radikal, weil er vor allem ein germanophiler Philhellenismus bleibt: Er enthält die Selbstversicherung, dass es allein die Deutschen sind, die die Eigenart des griechischen ersten Anfangs der Philosophie verstehen und wiederholen können; er dient somit zugleich einer Selbstpositionierung und soll vorwiegend, ausdrücklich oder nicht, das eigene Selbstverständnis fördern.
Ο Μπρεχτ της Αριστεράς και της Ποίησης στην Ελλάδα της δεκαετίας του ’50
Η μελέτη συνοψίζει την πρόσληψη του Brecht στο νεοελληνικό θέατρο τη δεκαετία του ’50 και τις προεκτάσεις των ελληνογερμανικών διασταυρώσεων που προκύπτουν από το πολιτισμικό αυτό γεγονός. Στο επίκεντρο τίθεται ένα καίριο θεατρικό συμβάν, η σκηνοθεσία του Κύκλου με την κιμωλία από τον Κάρολο Κουν το 1957. Το συμβάν αυτό τοποθετείται στις ιστορικές και πολιτισμικές συνδηλώσεις της εποχής του. Η βασική ερμηνευτική γραμμή της μελέτης εστιάζει στον εγχώριο διχασμό της διανόησης ανάμεσα στην πολιτική διάσταση και στην αισθητική υπεροχή του Brecht. Ανάμεσα στον Brecht της Αριστεράς και τον Brecht της Ποίησης. Σε επίπεδο ελληνογερμανικών σχέσεων εξετάζονται οι πολιτικές και πολιτισμικές διασυνδέσεις της Ελλάδας με τη Δυτική και την Ανατολική Γερμανία και ανιχνεύεται η επίδραση των διεθνών αυτών επαφών στην ελληνική πρόσληψη του Brecht. Η μελέτη αναδεικνύει τις συγκλίσεις της εγχώριας Αριστεράς με τις διεκδικήσεις της Ανατολικής Γερμανίας σε επίπεδο πολιτισμικής πολιτικής ενώ, παράλληλα, υποστηρίζει πως οι πολιτικές και αισθητικές ανάγκες που τροφοδοτούσε η πρόσληψη του Brecht βρίσκονταν σε διάλογο με ευρύτερες κοινωνικοπολιτικές διαστάσεις της μεταπολεμικής εποχής. Τέλος, γίνεται μια κατόπτευση των πολλαπλών προσωπείων του Brecht και της πρόσληψής του στην Ελλάδα από τον μοντερνισμό στον μεταμοντερνισμό.
Neue Artikel
Bernd Jentzsch
Der Schriftsteller und Lektor Bernd Jentzsch (geb. 1940) war vor seiner Aussiedlung aus der DDR in der Mitte der 1970er Jahre als Nachdichter an mehreren ostdeutschen Sammlungen neugriechischer LyrikWilhelm Müller
Wilhelm Müller (1794-1827) war ein deutscher Dichter, Philologe, Literaturkritiker und Übersetzer, der sich aufgrund seiner regen Unterstützung des griechischen Freiheitskampfes schon zu LebzeitenHedwig Lüdeke
Hedwig Lüdeke (1879–1961), geb. Richter, war eine österreichische Volkskundlerin, Sammlerin und Übersetzerin neugriechischer Volksliteratur. Aufgewachsen in Wien als zweites Kind eines UNeue Dossiers
Die deutsch-griechischen Verflechtungen zur Zeit König Ottos
In keiner Phase der jüngeren und jüngsten Geschichte Griechenlands hat die Einführung staatlicher Institutionen zu einer vergleichbaren gesellschaftlichen und kulturellen Transformation beigetragen wie in den drei Jahrzehnten unter der Herrschaft von König Otto.
Die deutschen Philhellenismen
Das Dossier umfasst verschiedene Felder der deutsch-griechischen Verflechtungen, die bislang für gewöhnlich unter dem einheitlichen Begriff des deutschen Philhellenismus (bzw. des Mishellenismus) subsummiert wurden. Den ersten Angelpunkt der Konferenz bildet die Neubewertung der Rezeptionen von 1821 in den deutschsprachigen Ländern und die Mobilisierung, die sie in Verbindung mit den politischen Bewegungen nördlich der Alpen hervorriefen. In diesen Bewegungen waren freilich von vornherein eine politische und eine kulturelle Komponente miteinander verflochten, die politische Bewegung des Philhellenismus und die aus der einschlägigen Literatur bekannte „Tyrannei Griechenlands über Deutschland“. Selbstverständlich darf die Rolle der griechischen Gemeinden des deutschsprachigen Raumes in diesem Zusammenhang nicht vergessen werden. Den zweiten Angelpunkt bildet die Untersuchung der Transformationen, die diese politisch-kulturelle Verflechtung in den 200 Jahren nach dem Ausbruch der Griechischen Revolution erfuhr.
Deutsch-griechische Verflechtungen vom Deutschen Kaiserreich bis zum Einmarsch der Wehrmacht in Griechenland
Die Sehnsucht der gebildeten Deutschen nach dem, was sie als die Wiege ihrer persönlichen und gesellschaftlichen Identität ansahen, blieb auch in diesen Jahren unvermindert, während sich die Griechen, die auf dem Wege der Bildung zu gesellschaftlicher Reputation gelangen wollten, hauptsächlich (wenn auch nicht ausschließlich) durch die Augen der Deutschen sahen.
