Compendium

Die Essays des Compendiums gliedern sich in Mikrogeschichten (narrative Detailuntersuchungen und Fallanalysen), Makrovorgänge (Praktiken und Netzwerke, Policies und Strukturen), Metanarrative (Konzepte, Deutungsmodelle, Stereotype) und Präsentationen (etwa Projektvorhaben bzw. Rezensionen).
Die enzyklopädischen Artikel liefern Kurzporträts von Personen, Institutionen, Medien, Objekten und Orten der deutsch-griechischen Verflechtungen.
In den Dossiers werden ausgewählte Essays und Artikel so zusammengebracht, dass sie eine kompakte Übersicht über bestimmte thematischen Schwerpunkte geben.

Neue Essays

Elly Sougioultzoglou-Seraidari (1899-1998): Ihre fotografische Ausbildung in Dresden und die Rolle ihrer Lehrer bei der Ausbildung ihres fotografischen Blicks

Elly Sougioultzoglou-Seraidari, bekannt als Nelly’s, wurde 1899 im kleinasiatischen Aydın geboren. Nach ihrer 1920 in Smyrna abgeschlossenen Gymnasialzeit reiste sie nach Dresden, um dort Musik und Malerei zu studieren. Die in Kleinasien herrschenden unsicheren Zustände bewogen sie, sich gleichzeitig der Fotografie zuzuwenden, die ihr ein zuverlässiges Auskommen sichern würde. Anfangs nahm sie bei dem namhaften Fotografen Hugo Erfurth, einem Vertreter der klassischen Fotografie, Unterricht, später dann bei dessen jungem Schüler Franz Fiedler, aus dessen Schule sie 1923 mit der Note „Sehr gut“ abging.

Seraidari wurde in Porträtfotografie und der weitverbreiteten Bromoil/Öldruck-Technik ausgebildet, mit der man den Fotoarbeiten eine piktorialistische Anmutung verlieh. Parallel dazu verfolgte sie mit, wie ihre Lehrer Tänzerinnen bildlich verewigten, hauptsächlich Vertreterinnen der relativ neuen Bewegung des Ausdruckstanzes, und zwar in Bewegung und nicht in im Voraus festgelegten Posen. Nachdrücklich von Fiedler ermutigt, fotografierte sie selbst zwei herausragende Tänzerinnen aus der Schule Mary Wigmans, und zwar sowohl im Atelier wie in der Landschaft der damaligen Sächsischen Schweiz.

1924 ließ sich Seraidari in Athen nieder, wo sie ein Jahr später ihr erstes Fotostudio einweihte. Die Athener Gesellschaft erkannte sehr bald die besondere und für die Verhältnisse der griechischen Hauptstadt neuartige Ästhetik ihrer Aufnahmen und strömte in ihr kleines Atelier, um von sich Aufnahmen machen zu lassen. Die Anwendung der Techniken, die man Seraidari gelehrt hatte, führte dazu, dass sich ihre Porträts von den sonstigen Personenaufnahmen der Zwischenkriegszeit unterschieden und innerhalb eines von Männern dominierten Berufszweigs der Stadt Bekanntheit erlangten.

Ebenfalls deutsch beeinflusst und inspiriert sind auch die von ihr auf der Akropolis realisierten Tanzfotografien. Es handelt sich dabei um die 1925 entstandenen Aufnahmen der Primaballerina der Opéra Comique de Paris Mona Paiva, die für Furore in der damaligen konservativen Gesellschaft sorgten, desgleichen um Bilder mit der Russin Nikolska, die fünf Jahre später im Augenblick eines Sprunges vor den mächtigen Säulen des Parthenons abgebildet wurde. Ganz dem zeitgenössischen Trend entsprechend gehen die Aktstudien im Atelier wie vor dem Hintergrund klassischer Monumente auf eine Spurensuche nach dem klassischen Ideal und einer Idealisierung des menschlichen Körpers. Mochte auch die Naziideologie den theoretischen Untergrund abgeben, auf dem die schöpferische Arbeit bedeutender deutscher Fotografen basierte: die beherrschenden Koordinaten in Nellys Schaffen blieben ihre hellenozentrische Bildung und ihr romantisches Naturell.

Übersetzung aus dem Griechischen: Joachim Winkler 

Die nationalsozialistische Akademie für Deutsches Recht und ihr Einfluss auf das griechische Zivilrecht

Die endgültige Formulierung des griechischen Zivilgesetzbuchs Astikos Kodix und seine vorherrschende Auslegung sind teilweise auf den Einfluss der nationalsozialistischen Rechtslehre zurückzuführen. Diese wurden im damaligen Deutschland im Rahmen der Arbeiten zur Reform des deutschen Privatrechts systematisch gepflegt und hatten großen Einfluss auf die griechischen Rechtskreise. Dazu braucht man nur in den Fachzeitschriften jener Zeit zu blättern. Das damals herrschende Verständnis des Rechtsmissbrauchs herrschte, seinem eindeutigen Gegensatz zur liberalen Tradition des „heutigen römischen Rechts“ zum Trotz, auch in der Nachkriegszeit.

Übersetzung aus dem Griechischen: Athanassios Tsingas

Κοινωνικές και πολιτισμικές διασταυρώσεις των γερμανικών, δυτικοευρωπαϊκών και ελληνικών ελίτ στην oθωνική Ελλάδα

Σε αυτό το δοκίμιο εξετάζεται η μακρο-διαδικασία των κοινωνικών και πολιτισμικών διασταυρώσεων γερμανικών, δυτικοευρωπαϊκών και ελληνικών ελίτ στην οθωνική Ελλάδα. Αναδεικνύονται τα πεδία, οι δίαυλοι, οι όροι και τα υποκείμενα των ποικίλων και πολυεπίπεδων διασταυρώσεων μέσω των οποίων γερμανικά και ευρύτερα δυτικοευρωπαϊκά εκπαιδευτικά, τεχνολογικά, πολεοδομικά-αρχιτεκτονικά, καλλιτεχνικά, εν γένει κοινωνικά και πολιτισμικά πρότυπα, δηλωτικά κοινωνικής διαφοροποίησης και υπεροχής των μορφωμένων, εύπορων και ανερχόμενων αστών καθώς και των εξ αίματος ή απονομής τίτλου ευγενών άρχισαν να διαχέονται στον χώρο του νεοσύστατου και μικρού ελληνικού βασιλείου υπό τον Βαυαρό πρίγκιπα Όθωνα φον Βίτελσμπαχ, προπάντων δε στη νέα του πρωτεύουσα, την Αθήνα. Εν αναμονή του Όθωνα, από το καλοκαίρι του 1832 ως τις αρχές του 1833, λαμβάνουν χώρα ενδιαφέρουσες συναντήσεις και επαφές Γερμανών, Ελλήνων και άλλων Ευρωπαίων στο Ναύπλιο (πρωτεύουσα ακόμη) και την Αθήνα, όπως μας αφηγείται ο νεαρός γερμανός αρχαιολόγος και μετέπειτα (1837–1843) καθηγητής κλασικής αρχαιολογίας στο Πανεπιστήμιο Αθηνών Λουδοβίκος Ρος, πρόκριμα των εντατικότερων, περισσότερων, θεσμικά πλαισιωμένων και κοινωνικά ευρύτερων διασταυρώσεων των ελίτ που θα ακολουθούσαν τις επόμενες τρεις δεκαετίες ως την έξωσή του. Αυλικοί, αξιωματούχοι και αξιωματικοί, διπλωμάτες και υψηλόβαθμοι δημόσιοι λειτουργοί, καθηγητές και φοιτητές του πανεπιστημίου, αρχιτέκτονες, ζωγράφοι, αρχαιολόγοι, νομομαθείς, επιστήμονες και διάφοροι ελεύθεροι επαγγελματίες πρωταγωνίστησαν στις ελληνογερμανικές και διευρωπαϊκές διασταυρώσεις στο πλαίσιο μιας κυρίαρχης προσήλωσης των ελληνικών ελίτ, προπάντων των ετεροχθόνων, στη Δύση και τις αξίες της. Νεοσύστατοι θεσμοί όπως η βασιλική Αυλή, οι δομές της εκτελεστικής και δικαστικής εξουσίας, το πανεπιστήμιο και άλλα εκπαιδευτικά-επιστημονικά ιδρύματα, καθώς και τα νεόδμητα κτίρια που τους στέγασαν, αποτέλεσαν μαζί με τις ολοένα και αυξανόμενες πολυτελείς οικίες προνομιακά πεδία και χώρους διασταυρώσεων και πολιτισμικών μεταφορών στη μακρόχρονη διαδικασία εξευρωπαϊσμού της αναδυόμενης νεοελληνικής αστικής κοινωνίας.

Neue Artikel

Γκούσταβ ΣβαμπΟ Γκούσταβ Σβαμπ (Gustav Schwab, 1792–1850), ιερέας, καθηγητής δευτεροβάθμιας εκπαίδευσης και συγγραφέας, διαμόρφωσε μέ
Μαρί Εσπεράνς φον ΣβαρτςΗ Μαρί Εσπεράνς φον Σβαρτς (Marie Esperance von Schwartz, 1818–1899), το γένος Brandt, περισσότερο γνωστή με το καλλιτεχνικό της ψε
Panos Aravantinos

Neue Dossiers

Die deutsch-griechischen Verflechtungen zur Zeit König Ottos

In keiner Phase der jüngeren und jüngsten Geschichte Griechenlands hat die Einführung staatlicher Institutionen zu einer vergleichbaren gesellschaftlichen und kulturellen Transformation beigetragen wie in den drei Jahrzehnten unter der Herrschaft von König Otto.

Die deutschen Philhellenismen

Das Dossier umfasst verschiedene Felder der deutsch-griechischen Verflechtungen, die bislang für gewöhnlich unter dem einheitlichen Begriff des deutschen Philhellenismus (bzw. des Mishellenismus) subsummiert wurden. Den ersten Angelpunkt der Konferenz bildet die Neubewertung der Rezeptionen von 1821 in den deutschsprachigen Ländern und die Mobilisierung, die sie in Verbindung mit den politischen Bewegungen nördlich der Alpen hervorriefen. In diesen Bewegungen waren freilich von vornherein eine politische und eine kulturelle Komponente miteinander verflochten, die politische Bewegung des Philhellenismus und die aus der einschlägigen Literatur bekannte „Tyrannei Griechenlands über Deutschland“. Selbstverständlich darf die Rolle der griechischen Gemeinden des deutschsprachigen Raumes in diesem Zusammenhang nicht vergessen werden. Den zweiten Angelpunkt bildet die Untersuchung der Transformationen, die diese politisch-kulturelle Verflechtung in den 200 Jahren nach dem Ausbruch der Griechischen Revolution erfuhr.

Deutsch-griechische Verflechtungen vom Deutschen Kaiserreich bis zum Einmarsch der Wehrmacht in Griechenland

Die Sehnsucht der gebildeten Deutschen nach dem, was sie als die Wiege ihrer persönlichen und gesellschaftlichen Identität ansahen, blieb auch in diesen Jahren unvermindert, während sich die Griechen, die auf dem Wege der Bildung zu gesellschaftlicher Reputation gelangen wollten, hauptsächlich (wenn auch nicht ausschließlich) durch die Augen der Deutschen sahen.