Compendium

Die Essays des Compendiums gliedern sich in Mikrogeschichten (narrative Detailuntersuchungen und Fallanalysen), Makrovorgänge (Praktiken und Netzwerke, Policies und Strukturen), Metanarrative (Konzepte, Deutungsmodelle, Stereotype) und Präsentationen (etwa Projektvorhaben bzw. Rezensionen).
Die enzyklopädischen Artikel liefern Kurzporträts von Personen, Institutionen, Medien, Objekten und Orten der deutsch-griechischen Verflechtungen.
In den Dossiers werden ausgewählte Essays und Artikel so zusammengebracht, dass sie eine kompakte Übersicht über bestimmte thematischen Schwerpunkte geben.

Neue Essays

Η επιδημία πανώλης στον Πόρο το 1837: Φόβος, συγκρούσεις, παιχνίδια εξουσίας και πόλωση για μια βέβαιη καταστροφή που δεν συνέβη

Λίγα μόλις χρόνια μετά την ανακήρυξη της Ελλάδας σε ελεύθερο ανεξάρτητο κράτος ξέσπασε σοβαρή επιδημία πανώλης στο νησί του Πόρου, ελάχιστα ναυτικά μίλια από τις βορειο-ανατολικές ακτές της Πελοποννήσου. Η αντιμετώπισή της αποτέλεσε πρόκληση για τον νεαρό μονάρχη Όθωνα που έπρεπε να αποδείξει με τη νεοσυσταθείσα κυβέρνησή του και τους Βαυαρούς αξιωματούχους του ότι ήταν σε θέση να βάλει το νεόκοπο κράτος στην τροχιά της υγειονομικά «πολιτισμένης» Δυτικής Ευρώπης, δημιουργώντας μια σαφή διαχωριστική γραμμή με την «απολίτιστη», οπισθοδρομική, «βρόμικη» Ανατολή. Η πρόκληση αυτή θα φέρει στην επιφάνεια τις διαφορετικές αντιλήψεις και νοοτροπίες των ξένων Βαυαρών και των αυτόχθονων Ελλήνων που θα οδηγήσουν σε αντιδράσεις και συγκρούσεις τα θεσμικά όργανα της Κυβέρνησης και τους υπαλλήλους της με τους γιατρούς και την κοινωνία του Πόρου σε μια περίοδο σοβαρής υγειονομικής κρίσης, που φλέρταρε με την καταστροφή.

Philhellenismus im Zerrspiegel: E.T.A. Hoffmann, Friedrich Niedmann, Friedrich Heinrich

Absicht der vorliegenden Veröffentlichung ist, am Beispiel der beiden „griechischen“ Erzählungen von E.T.A. Hoffmann Die Irrungen (1821) und Die Geheimnisse (1822) sowie der Possen von Friedrich Niedmann Krähwinkel wie es ist (1828) und von Friedrich Heinrich Die Griechen in Krähwinkel (1825) grundlegende Facetten einer ironischen Apostrophierung philhellenischer Rhetorik und der sogenannten Gräkomanie in der Literatur aufzuzeigen. Die Analyse der Texte fokussiert die Art und Weise, mit der einerseits auf das historische Geschehen eingegangen wird, andererseits konstitutive Topoi des zeitgenössischen philhellenischen Diskurses parodiert werden. Die ironische Bezugnahme auf das Geschehen in Griechenland ist ein weiterer Beleg der thematischen Präsenz des griechischen Freiheitskampfs im deutschsprachigen Raum und der Verbreitung philhellenischer Begeisterung bis in viele Bereiche des Alltags hinein.

Übersetzung aus dem Griechischen: Joachim Winkler 

Unbewältigte Trauer: Griechische Intellektuelle der 1910er Jahre mit deutschem Studienhintergrund

Anlass zu diesem Essay geben zwei Problemfelder, die eine Generation griechischer Intellektueller mit deutschem universitären Hintergrund und zugleich wichtigen Rollen im politischen, akademischen und sozialen Leben Griechenlands in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts beschäftigten: die Ausformung ihrer persönlichen Identität und die daraus resultierende Konfrontation persönlicher und politischer Dilemmata. Ihre Verehrung für deutsche Bildung und deutsche Kultur allgemein benachteiligte sie in ihrem Bemühen, aus der politischen Geschichte ihrer Zeit und insbesondere aus den zwei Weltkriegen hervorgegangene Herausforderungen zu verarbeiten. Die Schwierigkeit, sich mit einem widersprüchlichen Deutschlandbild zurechtzufinden, ließ sie in einen meist unabgeschlossenen Prozess der Trauer geraten. Das Phänomen wird in diesem Aufsatz vornehmlich in Bezug auf die Haltung griechischer Intellektueller während des Ersten Weltkrieges narrativiert, die in Deutschland studiert hatten. Zur Erleichterung des Verständnisses der historischen Zusammenhänge werden die Konturen dieser Zusammenhänge mit entsprechenden Informationen nachgezeichnet. These ist hier, dass die unvollständige Verarbeitung widersprüchlicher Gefühle zu einem Spektrum möglicher Herangehensweisen an Probleme persönlicher und politischer Identität führte, das sich meist als eindeutig unzureichend erwies. Dazu kam es hauptsächlich aufgrund einer unbewältigten Trauer über den Verlust eines kohärent positiven Deutschlandbildes.

Übersetzung aus dem Griechischen: Joachim Winkler

Neue Artikel

Andromache Anagnostopoulos Andromache Anagnostopoulos (Lebensdaten unbekannt) war eine deutsch-griechische Schauspielerin und Rezitatorin. Die Tochter des Leipziger Gastwirts Georg Andreas Anagnostopoulos studierte bei Loth
Paul WiensPaul Wiens (1922–1982) war ein deutscher Schriftsteller, Redakteur und Übersetzer, der 1961 unter dem Titel Konterbande eine Übertragung von Melpo Axiotis Lyrikband Κοντραμπάντο (1959)
Matoula KonstantopoulouPromotion Matoula Konstantopoulou (1912-;) war von 1931 bis 1939 als Promotionsstudentin an der Universität Hamburg eingeschrieben. Fakultät: Philosophische Fakultät Hauptfach: Erziehungsw

Neue Dossiers

Die deutsch-griechischen Verflechtungen zur Zeit König Ottos

In keiner Phase der jüngeren und jüngsten Geschichte Griechenlands hat die Einführung staatlicher Institutionen zu einer vergleichbaren gesellschaftlichen und kulturellen Transformation beigetragen wie in den drei Jahrzehnten unter der Herrschaft von König Otto.

Die deutschen Philhellenismen

Das Dossier umfasst verschiedene Felder der deutsch-griechischen Verflechtungen, die bislang für gewöhnlich unter dem einheitlichen Begriff des deutschen Philhellenismus (bzw. des Mishellenismus) subsummiert wurden. Den ersten Angelpunkt der Konferenz bildet die Neubewertung der Rezeptionen von 1821 in den deutschsprachigen Ländern und die Mobilisierung, die sie in Verbindung mit den politischen Bewegungen nördlich der Alpen hervorriefen. In diesen Bewegungen waren freilich von vornherein eine politische und eine kulturelle Komponente miteinander verflochten, die politische Bewegung des Philhellenismus und die aus der einschlägigen Literatur bekannte „Tyrannei Griechenlands über Deutschland“. Selbstverständlich darf die Rolle der griechischen Gemeinden des deutschsprachigen Raumes in diesem Zusammenhang nicht vergessen werden. Den zweiten Angelpunkt bildet die Untersuchung der Transformationen, die diese politisch-kulturelle Verflechtung in den 200 Jahren nach dem Ausbruch der Griechischen Revolution erfuhr.

Deutsch-griechische Verflechtungen vom Deutschen Kaiserreich bis zum Einmarsch der Wehrmacht in Griechenland

Die Sehnsucht der gebildeten Deutschen nach dem, was sie als die Wiege ihrer persönlichen und gesellschaftlichen Identität ansahen, blieb auch in diesen Jahren unvermindert, während sich die Griechen, die auf dem Wege der Bildung zu gesellschaftlicher Reputation gelangen wollten, hauptsächlich (wenn auch nicht ausschließlich) durch die Augen der Deutschen sahen.