Compendium

Die Essays des Compendiums gliedern sich in Mikrogeschichten (narrative Detailuntersuchungen und Fallanalysen), Makrovorgänge (Praktiken und Netzwerke, Policies und Strukturen), Metanarrative (Konzepte, Deutungsmodelle, Stereotype) und Präsentationen (etwa Projektvorhaben bzw. Rezensionen).
Die enzyklopädischen Artikel liefern Kurzporträts von Personen, Institutionen, Medien, Objekten und Orten der deutsch-griechischen Verflechtungen.
In den Dossiers werden ausgewählte Essays und Artikel so zusammengebracht, dass sie eine kompakte Übersicht über bestimmte thematischen Schwerpunkte geben.

Neue Essays

Η γερμανική τεχνολογική υπεροχή στην Ελλάδα, 1900-1940: Πρακτικές και αντιλήψεις

Οι γερμανικές βιομηχανίες άρχισαν να διεισδύουν στην ελληνική αγορά βιομηχανικού εξοπλισμού και χημικών προϊόντων από το τέλος του 19ου αιώνα. Στο δοκίμιο αυτό εξετάζω με ποιους τρόπους και σε ποιες συνθήκες η γερμανική τεχνολογία κέρδισε την πρωτοκαθεδρία στην αγορά αυτή. Το είδος των ανταλλαγών μεταξύ των δύο χωρών διαμόρφωσε εξάλλου και τις αντιλήψεις των εκατέρωθεν εμπλεκομένων για τους άλλους.

Die Sternwarte Athen zur Zeit der „Bayernherrschaft“

Die Gründung der Athener Sternwarte steht in Zusammenhang mit der Integration des neugegründeten griechischen Staates in die europäische Moderne. Jede bedeutende Stadt Euro-pas war es sich im 19. Jahrhundert schuldig, über eine Sternwarte zu verfügen, die die genaue Uhrzeit festlegte und symbolisch die Wissenschaft repräsentierte. Die Athener Sternwarte hatte von Anfang an die deutsche Astronomie zur Basis, was hauptsächlich auf besondere Konstellationen zurückging: Von dem griechisch-österreichischen Baron von Sina finanziert, vom griechisch-österreichischen Astronomen Vouris geleitet, wurde sie unter Hinzuziehung des deutschen Astronomen Heinrich Christian Schumacher als Berater von den Architekten Eduard Schaubert und Theophil Hansen (der eine Deutscher, der andere Däne) entworfen. Die ästhetisch-ideologischen Vorgaben für das Sternwartengebäude orientierten sich am vom bayerischen Hof protegierten und beförderten Neoklassizismus. Das Instrumentarium für die Sternwarte stammte vornehmlich aus Österreich, während die Forschungsarbeiten aus dieser Zeit auf deutsch in der deutschen Zeitschrift Astronomische Nachrichten publiziert wurden. Nach Vouris’ Weggang leitet der Deutsche Julius Schmidt die Sternwarte und setzte damit die engen Beziehungen zu Deutschland fort.

Übersetzung aus dem Griechischen: Joachim Winkler

Die Briefe der Königin Amalie von Griechenland an ihren Vater in Oldenburg: monarchisches Ideal und griechische Realität

Die protestantische Königin Amalie kam im Alter von 18 Jahren nach Griechenland, um gemeinsam mit dem bayerisch-katholischen König Otto ein Land zu regieren, das sich nach zwölf Jahren blutigen Freiheitskampfes und Bürgerkriegs des osmanischen Jochs entledigt hatte. Die Gründung des Hauses Wittelsbach war das Ergebnis europäischen diplomatischen Handelns im breiteren Kontext der heiklen sogenannten Orientalischen Frage. Amalie unterhielt zu ihrem Vater, dem Großherzog von Oldenburg, von 1836 bis zu seinem Tod 1853 eine regelmäßige Korrespondenz. Ihre Briefe sind tief durchdrungen von der Vorstellung einer Geschichte der Vorsehung und geben in verdichteter Form die Grundzüge des konservativen Denkens der damaligen Zeit wider. Die Umstände ihrer Zeit boten ihr viele Gelegenheiten, ihre Besorgnis über die Revolutionsbewegungen zu äußern, die Europa damals erschütterten, über Liberalismus und Konstitutionalismus und über den verhängnisvollen Einfluss von Philosophien auf den sozialen Frieden. Zur gleichen Zeit horchte die Königin auf das Echo von Säkularisierung und „ideologischer Politik“ in der griechischen Gesellschaft und zog die Vertreter traditioneller Gesinnung (Einheimische, Freiheitskämpfer) den Vertretern des westlichen Geistes (Nichteinheimische, Phanarioten, Gelehrte) vor. Das Streben nach der Großen Idee der europäischen „Diplomatie der Händler“ zum Trotz und die Umgehung der Verfassung im Interesse der unmittelbaren Bevormundung des „unreifen Volkes“ waren die beiden Hauptpfeiler des politischen Denkens und Handelns der romantischen Königin, die davon träumte, das Byzantinische Reich wieder auferstehen zu lassen, und zu diesem Zweck freudig bereit war, ihre Kinder nach griechisch-orthodoxem Ritus zu taufen. Die griechische Krone integrierte die griechische Revolution von 1821 in ihr Stammbuch und suchte die Kontinuität zur byzantinischen Tradition. In Amalies Fantasiewelt war Otto ein „bruderloser“ europäischer Herrscher, der in sich den Mut und die Frömmigkeit des deutschen Mittelalters, die byzantinische Erhabenheit und die Widerstandstradition der Freiheitskämpfer von 1821 vereinte. In ihrer Korrespondenz beschreibt sie die Versuche des Königspaares, ein Hofprotokoll zu gestalten, das nicht ausschließlich auf der europäischen Etikette und auf den, dem griechischen Volk fremden feudalen Traditionen basierte, sondern den Besonderheiten des Landes angepasst war. Der Königshof stand im Mittelpunkt der im Werden befindlichen neuen Gesellschaft und spielte eine institutionalisierende und homogenisierende Rolle, während er das fragile Gleichgewicht zwischen sozialen Gruppen, staatlichen Institutionen und ausländischen Akteuren aufrechterhielt.

Übersetzung aus dem Griechischen: Athanassios Tsingas

Neue Artikel

Konrad Melchior Hirzel Konrad Melchior Hirzel (1793–1843) war ein Schweizer Politiker, Pädagoge und Philhellene. Nach einem Studium der Rechtswissenschaften in Heidelberg war Hirzel ab 1813 in Zürich in wechselnd
Argyris SfountourisArgyris Sfountouris (geb. 1940) ist ein griechisch-schweizerischer Schriftsteller, Publizist und Übersetzer, der vor allem durch seinen langjährigen Kampf für die Anerkennung der deutschen Kriegsve
Έρικα Φρίντριχ-Γιάκομπς

Neue Dossiers

Die deutsch-griechischen Verflechtungen zur Zeit König Ottos

In keiner Phase der jüngeren und jüngsten Geschichte Griechenlands hat die Einführung staatlicher Institutionen zu einer vergleichbaren gesellschaftlichen und kulturellen Transformation beigetragen wie in den drei Jahrzehnten unter der Herrschaft von König Otto.

Die deutschen Philhellenismen

Das Dossier umfasst verschiedene Felder der deutsch-griechischen Verflechtungen, die bislang für gewöhnlich unter dem einheitlichen Begriff des deutschen Philhellenismus (bzw. des Mishellenismus) subsummiert wurden. Den ersten Angelpunkt der Konferenz bildet die Neubewertung der Rezeptionen von 1821 in den deutschsprachigen Ländern und die Mobilisierung, die sie in Verbindung mit den politischen Bewegungen nördlich der Alpen hervorriefen. In diesen Bewegungen waren freilich von vornherein eine politische und eine kulturelle Komponente miteinander verflochten, die politische Bewegung des Philhellenismus und die aus der einschlägigen Literatur bekannte „Tyrannei Griechenlands über Deutschland“. Selbstverständlich darf die Rolle der griechischen Gemeinden des deutschsprachigen Raumes in diesem Zusammenhang nicht vergessen werden. Den zweiten Angelpunkt bildet die Untersuchung der Transformationen, die diese politisch-kulturelle Verflechtung in den 200 Jahren nach dem Ausbruch der Griechischen Revolution erfuhr.

Deutsch-griechische Verflechtungen vom Deutschen Kaiserreich bis zum Einmarsch der Wehrmacht in Griechenland

Die Sehnsucht der gebildeten Deutschen nach dem, was sie als die Wiege ihrer persönlichen und gesellschaftlichen Identität ansahen, blieb auch in diesen Jahren unvermindert, während sich die Griechen, die auf dem Wege der Bildung zu gesellschaftlicher Reputation gelangen wollten, hauptsächlich (wenn auch nicht ausschließlich) durch die Augen der Deutschen sahen.