Die Essays des Compendiums gliedern sich in Mikrogeschichten (narrative Detailuntersuchungen und Fallanalysen), Makrovorgänge (Praktiken und Netzwerke, Policies und Strukturen), Metanarrative (Konzepte, Deutungsmodelle, Stereotype) und Präsentationen (etwa Projektvorhaben bzw. Rezensionen).
Die enzyklopädischen Artikel liefern Kurzporträts von Personen, Institutionen, Medien, Objekten und Orten der deutsch-griechischen Verflechtungen.
In den Dossiers werden ausgewählte Essays und Artikel so zusammengebracht, dass sie eine kompakte Übersicht über bestimmte thematischen Schwerpunkte geben.
Neue Essays
Επαναστάσεις ενάντια στην «Τάξη Πραγμάτων της Βιέννης» γύρω στο 1820
Το άρθρο ασχολείται με το ευρύτερο πλαίσιο της ελληνικής επανάστασης, ιδίως με τις επαναστάσεις στη Δυτική Μεσόγειο και με την Τάξη Πραγμάτων της Βιέννης. Σκιαγραφεί αντιτιθέμενες ερμηνείες της ειρήνης μετά το 1815 και υποδεικνύει την κατ’ αρχήν αμφιταλάντευση μεταξύ του φόβου της επανάστασης και μιας (περιορισμένης) προθυμίας για μεταρρυμίσεις.
Μετάφραση από τα γερμανικά: Ιωάννα Μεϊτάνη
Die Rolle der Bundesrepublik Deutschland in den Beziehungen Griechenlands zu NATO und EG im Zeitraum 1974-1981
Als Griechenland nach der Militärdiktatur den Antrag auf Aufnahme in die Europäischen Gemeinschaften stellte, war die Bundesrepublik Deutschland das stärkste Land Europas. Die Zusammenarbeit Deutschlands mit Athen war Voraussetzung dafür, die griechische Strategie einer möglichst schnellen Aufnahme erfolgreich auf den Weg zu bringen. Parallel zu den Beitrittsverhandlungen mit den Europäischen Gemeinschaften wurde auch über die vollständige Wiedereingliederung Griechenlands in die NATO verhandelt; dies erfolgte insbesondere über Bundeskanzler Schmidt und Vizekanzler Hans-Dietrich Genscher als Außenminister. Aufgrund seiner eigenen problematischen Beziehung zur NATO, deren militärischem Bereich es zwischen 1966 und 2007 nicht angehörte, spielte Frankreich in beiden Verhandlungen eine geringere Rolle. Obwohl Karamanlis, solange er Ministerpräsident war, nicht zuließ, dass Griechenland in den militärischen Bereich des Bündnisses zurückkehrte, und ebensowenig, dass der Beitritt zu den Europäischen Gemeinschaften von der Wiedereingliederung in die NATO abhängig gemacht wurde, sorgte er schon 1976 für eine Abmilderung des gespannten Verhältnisses zur Türkei und zum Bündnis, um den „Neun“ zu zeigen, dass die griechisch-türkischen Probleme all dies nicht belasten würden. Gleichzeitig vermied er mit Hilfe der Vermittlung, zu der sich die deutsche und französische Führung bereit erklärt hatten, eine „Vergemeinschaftung“ des Zypernproblems und sicherte damit dessen weiterhin internationale Dimensionierung ab. Nach 1977 beschleunigte die Regierung Schmidt Griechenlands Weg zum Beitritt. Es ging ihr darum, die deutsche Ostpolitik mit den „demokratischen“ und geopolitischen Vorteilen zu verbinden, die Griechenland vornehmlich für den Mittelmeerraum bot. Die Verständigung zwischen Karamanlis und Schmidt beförderte, dass beide der Auffassung waren, dass „Europa“ innerhalb des Westens eine Identität pflegen sollte, die sich von derjenigen der USA abhob. Vorliegende Analyse beleuchtet die Rolle der Bundesrepublik Deutschland bei den Verhandlungen zwischen Griechenland und den Europäischen Gemeinschaften sowie der NATO, ferner die deutschen Strategien auf den Feldern NATO und Europäische Gemeinschaften und schließlich die bilateralen Beziehungen beider Länder in sicherheits- und demokratiepolitischem Zusammenhängen.
Übersetzung aus dem Griechischen: Joachim Winkler
„Die Missgunst ist eine schwierige Kunst“: ein Rückblick auf die Vergangenheit der deutsch-griechischen Verflechtungen im imaginären Athen des Jahres 2015
„Warum wollen Sie denn ständig in dieses Land kommen, Sie, die Tobias und Thomas und Tonis“, fragt auf einer Bank sitzend der „Meister“ in Dimitris Eleftherakis‘ Roman (Die schwierige Kunst, 2015) immer wieder, „in dem verdreckten Sträßchen zwischen dem Museum und dem Polytechnikum“, im Athen des Jahres 2015 mit „diesen klassischen, veredelten Fassaden der Theophil Hansens, der Ludwig Langes und der Ernst Zillers, ja der Leo von Klenzes“. Der Ausgangspunkt für diese erzählerische Entfaltung einer Krise der Erinnerung und der Herkunft ist das gestörte Bild einer neoklassizistischen Fassade: ein Graffito im März 2015 an der Wand des Polytechnikums, einem für das neugriechische kollektive Gedächtnis in mehrfacher Hinsicht wichtigen Ort. Bei dem Versuch, „Griechenland als schwierige Kunst“ (oder sogar als schwieriges Erbe) zu deuten (vielleicht auch zu entschuldigen), bietet der Meister mit „Blick in den Spiegel“ widersprüchliche Erklärungen und versucht, die Verwirrung zu überwinden, die „diese hellenisierten Namen“ auf den Straßenschildern bei ihm hervorrufen. Unter anderem spricht er auch mit der Stimme von Alexander Soutsos gegen die Bayernherrschaft. Der Essay versucht, diese Erinnerung an ein bestimmtes kulturelles Archiv der deutsch-griechischen Verflechtungen anhand von textlichen und baulichen Denkmälern nachzuzeichnen und zu interpretieren.
Neue Artikel
Günther Christian Hansen
Günther Christian Hansen (1929–2013) war ein Klassischer Philologe und Kirchenhistoriker, der sich 1960 als Übersetzer an der von Melpo Axioti und Dimitris Chatzis herausgegebenen Anthologie AntigGustav Soyter
Gustav Soyter (1883–1965) war ein deutscher Altphilologe, Byzantinist und Neogräzist. Nach dem Besuch des humanistischen Gymnasiums in seiner Heimatstadt München studierte Soyter von 1902 bNeue Dossiers
Die deutsch-griechischen Verflechtungen zur Zeit König Ottos
In keiner Phase der jüngeren und jüngsten Geschichte Griechenlands hat die Einführung staatlicher Institutionen zu einer vergleichbaren gesellschaftlichen und kulturellen Transformation beigetragen wie in den drei Jahrzehnten unter der Herrschaft von König Otto.
Die deutschen Philhellenismen
Das Dossier umfasst verschiedene Felder der deutsch-griechischen Verflechtungen, die bislang für gewöhnlich unter dem einheitlichen Begriff des deutschen Philhellenismus (bzw. des Mishellenismus) subsummiert wurden. Den ersten Angelpunkt der Konferenz bildet die Neubewertung der Rezeptionen von 1821 in den deutschsprachigen Ländern und die Mobilisierung, die sie in Verbindung mit den politischen Bewegungen nördlich der Alpen hervorriefen. In diesen Bewegungen waren freilich von vornherein eine politische und eine kulturelle Komponente miteinander verflochten, die politische Bewegung des Philhellenismus und die aus der einschlägigen Literatur bekannte „Tyrannei Griechenlands über Deutschland“. Selbstverständlich darf die Rolle der griechischen Gemeinden des deutschsprachigen Raumes in diesem Zusammenhang nicht vergessen werden. Den zweiten Angelpunkt bildet die Untersuchung der Transformationen, die diese politisch-kulturelle Verflechtung in den 200 Jahren nach dem Ausbruch der Griechischen Revolution erfuhr.
Deutsch-griechische Verflechtungen vom Deutschen Kaiserreich bis zum Einmarsch der Wehrmacht in Griechenland
Die Sehnsucht der gebildeten Deutschen nach dem, was sie als die Wiege ihrer persönlichen und gesellschaftlichen Identität ansahen, blieb auch in diesen Jahren unvermindert, während sich die Griechen, die auf dem Wege der Bildung zu gesellschaftlicher Reputation gelangen wollten, hauptsächlich (wenn auch nicht ausschließlich) durch die Augen der Deutschen sahen.
