Compendium

Die Essays des Compendiums gliedern sich in Mikrogeschichten (narrative Detailuntersuchungen und Fallanalysen), Makrovorgänge (Praktiken und Netzwerke, Policies und Strukturen), Metanarrative (Konzepte, Deutungsmodelle, Stereotype) und Präsentationen (etwa Projektvorhaben bzw. Rezensionen).
Die enzyklopädischen Artikel liefern Kurzporträts von Personen, Institutionen, Medien, Objekten und Orten der deutsch-griechischen Verflechtungen.
In den Dossiers werden ausgewählte Essays und Artikel so zusammengebracht, dass sie eine kompakte Übersicht über bestimmte thematischen Schwerpunkte geben.

Neue Essays

Philhellenismus im Zeichen der Finanzkrise 2008

Der Philhellenismus stricto sensu, als Bewegung zur Unterstützung des griechischen Befreiungskampfes gegen die Osmanen, ist nur als eine Variante eines transepochalen Phänomens zu betrachten, das von der Antike bis zur Gegenwart reicht, und dessen wesentliches Merkmal die Idealisierung Griechenlands (hauptsächlich, doch nicht unbedingt, des antiken) ist. Insofern können auch Grass’ Gedicht Europas Schande oder Grünbeins Gedicht Auf der Akropolis als philhellenisch gelten, so wie der bewunderungsvolle Blick der italienischen alternativen Linken auf SYRIZA, in der sie die anderswo verlorengegangene Authentizität des politischen Engagements gesehen hat. Allen diesen Texten bzw. Positionierungen ist die Unfähigkeit oder gar das Desinteresse gemein, sich mit dem realen Griechenland auseinanderzusetzen, das in einer mehr oder weniger expliziten Weise als Produkt des Verfalls eines antiken oder klassischen, auf jeden Fall mythologisierten Perfektionsideals verurteilt wird – wie es selbst bei einer so realistisch versierten Autorin wie Wolf in ihrem literarischen Kassandra-Projekt überraschenderweise der Fall ist.

Die Dynastie der Wittelsbacher und die griechische Geschichte: Erinnerungspolitik und Legitimationsstrategien

Sowohl in Bayern als auch in Griechenland betrieben die Dynastie der Wittelsbacher und vor allem Ludwig I. eine der Legitimation der Monarchie dienende Erinnerungspolitik. In München wurde die Geschichte des modernen Griechenland in der Residenz und in den Propyläen als Teil der Geschichte der Dynastie dargestellt, während Otto als König in Athen daran ging, sich durch eine Reihe symbolischer Akte selbst zu einem Teil der griechischen Nationalgeschichte zu machen. So führte Otto die Fustanella als offizielles Gewand der Dynastie ein, nahm an Gedenkfeiern für die Helden der Revolution teil und ließ einen Palast erbauen, der mit Bildwerken ausgeschmückt wurde, welche Ereignisse aus der Geschichte des griechischen Unabhängigkeitskampfes zeigten, um sich so als rechtmäßiger Erbe von 1821 zu inszenieren. Seine Gestalt wurde mit der griechischen Antike und ihren materiellen Überresten, als deren Verwalter und Beschützer Otto auftrat, in Verbindung gebracht, aber auch mit der Erinnerung an den Thron von Konstantinopel, den er im Sinne der Megali Idea besteigen sollte. Dennoch führten die politischen Auseinandersetzungen, die Aufstände und die akute Opposition gegen Otto zu Schwankungen seiner politischen Legitimation und schließlich dazu, dass die historische Erinnerung an ihn durch markante Topoi und Ereignisse geprägt wurde, die letztlich nur deutlich machten, wie sehr er in Zweifel gestellt wurde.

Übersetzung aus dem Griechischen: Dennis Püllmann

«Miteinander reden!»: Έλληνες καλλιτέχνες στο Δυτικό Βερολίνο κατά τον ψυχροπολεμικό διχασμό

Σε αυτό το δοκίμιο παρουσιάζεται η στάση των ελλήνων καλλιτεχνών που ήταν εγκατεστημένοι στο Δυτικό Βερολίνο κατά τις δεκαετίες του ’60 και ’70 απέναντι στα τρέχοντα γερμανικά ζητήματα, κυρίως στην πολιτική και κοινωνική διαίρεση του Βερολίνου με την ανέγερση του Τείχους. Η προσωρινή εγκατάστασή τους στο Δυτικό Βερολίνο οδήγησε τους καλλιτέχνες αυτούς, μεταξύ των οποίων ο Αλέξης Ακριθάκης, Κωνσταντίνος Ξενάκης, Γιάννης Ψυχοπαίδης και Κώστας Τσόκλης, να προσεγγίσουν σύγχρονες και κρατούσες οπτικές για το ζήτημα της διαίρεσης και της έλλειψης επικοινωνίας, με αποτέλεσμα να συνδέσουν το έργο τους με την κοινωνική, πολιτική και ιστορική πραγματικότητα του Βερολίνου. Οι έλληνες καλλιτέχνες, βιώνοντας την κοινωνική και πολιτική κατάσταση της μεταπολεμικής γερμανικής πόλης, εξέφρασαν τους προβληματισμούς τους, άσκησαν κριτική, κατήγγειλαν την ύπαρξη του Τείχους και τελικά θεματοποίησαν στο έργο τους τη διαίρεση της πόλης. Την ίδια στιγμή ανάμεσα στα έργα των ελλήνων καλλιτεχνών που ασχολήθηκαν με το ζήτημα της διαίρεσης εντοπίζονται ρητορικά τεχνάσματα της αλληγορίας, της φαντασίας και του παραλόγου, όπως παρατηρείται αντίστοιχα στη δυστοπική ιδέα της «Εξόδου» της ομάδας ΟΜΑ, όπου το Τείχος γίνεται η προϋπόθεση της ελευθερίας μέσα από την αυτοφυλάκιση. Μέσω των έργων τους τόσο οι έλληνες καλλιτέχνες όσο και η ομάδα ΟΜΑ εξέφρασαν έννοιες της ιδεατής ελευθερίας, του εγκλεισμού και της επικοινωνίας. Στην προσπάθειά τους να συμμεριστούν τις εμπειρίες, τα βιώματα, τα συναισθήματα και γενικότερα την καθημερινότητα των πολιτών του Βερολίνου, οι έλληνες καλλιτέχνες δημιούργησαν έργα και συνθέσεις που δομούνται σε σύμβολα της καθημερινότητας, φωτογραφίες, ρεαλιστικά κολάζ, φωτομοντάζ, οργανικά και ανόργανα υλικά. Σε αυτά προβάλλονται σαφείς αναφορές στο Τείχος του Βερολίνου, στο ζήτημα της έλλειψης επικοινωνίας και του εγκλεισμού, στο αδιέξοδο ενώ συγχρόνως διαπιστώνεται η ενσωμάτωση των καλλιτεχνών αυτών στη γερμανική καλλιτεχνική σκηνή και η στροφή τους προς τις σύγχρονες καλλιτεχνικές τάσεις.

Neue Artikel

Πάνος Αραβαντινός
Ludwig von Zepharovich Ludwig Ritter von Zepharovich (1858–1912) war ein österreichischer Jurist, Diplomat und Übersetzer. Zepharovich entstammte einer griechisch-slawischen Kaufmannsfamilie, die im 18. Jahrhunde
Dimitrios S. Konstantopoulos1. Promotion (Soziologie) Dimitrios S. Konstantopoulos (1916-2008) war von 1936 bis 1941 als Promotionsstudent an der Universität Hamburg eingeschrieben (Stipendiat der Alexander von Humboldt-Stiftu

Neue Dossiers

Die deutsch-griechischen Verflechtungen zur Zeit König Ottos

In keiner Phase der jüngeren und jüngsten Geschichte Griechenlands hat die Einführung staatlicher Institutionen zu einer vergleichbaren gesellschaftlichen und kulturellen Transformation beigetragen wie in den drei Jahrzehnten unter der Herrschaft von König Otto.

Die deutschen Philhellenismen

Das Dossier umfasst verschiedene Felder der deutsch-griechischen Verflechtungen, die bislang für gewöhnlich unter dem einheitlichen Begriff des deutschen Philhellenismus (bzw. des Mishellenismus) subsummiert wurden. Den ersten Angelpunkt der Konferenz bildet die Neubewertung der Rezeptionen von 1821 in den deutschsprachigen Ländern und die Mobilisierung, die sie in Verbindung mit den politischen Bewegungen nördlich der Alpen hervorriefen. In diesen Bewegungen waren freilich von vornherein eine politische und eine kulturelle Komponente miteinander verflochten, die politische Bewegung des Philhellenismus und die aus der einschlägigen Literatur bekannte „Tyrannei Griechenlands über Deutschland“. Selbstverständlich darf die Rolle der griechischen Gemeinden des deutschsprachigen Raumes in diesem Zusammenhang nicht vergessen werden. Den zweiten Angelpunkt bildet die Untersuchung der Transformationen, die diese politisch-kulturelle Verflechtung in den 200 Jahren nach dem Ausbruch der Griechischen Revolution erfuhr.

Deutsch-griechische Verflechtungen vom Deutschen Kaiserreich bis zum Einmarsch der Wehrmacht in Griechenland

Die Sehnsucht der gebildeten Deutschen nach dem, was sie als die Wiege ihrer persönlichen und gesellschaftlichen Identität ansahen, blieb auch in diesen Jahren unvermindert, während sich die Griechen, die auf dem Wege der Bildung zu gesellschaftlicher Reputation gelangen wollten, hauptsächlich (wenn auch nicht ausschließlich) durch die Augen der Deutschen sahen.