Compendium

Die Essays des Compendiums gliedern sich in Mikrogeschichten (narrative Detailuntersuchungen und Fallanalysen), Makrovorgänge (Praktiken und Netzwerke, Policies und Strukturen), Metanarrative (Konzepte, Deutungsmodelle, Stereotype) und Präsentationen (etwa Projektvorhaben bzw. Rezensionen).
Die enzyklopädischen Artikel liefern Kurzporträts von Personen, Institutionen, Medien, Objekten und Orten der deutsch-griechischen Verflechtungen.
In den Dossiers werden ausgewählte Essays und Artikel so zusammengebracht, dass sie eine kompakte Übersicht über bestimmte thematischen Schwerpunkte geben.

Neue Essays

„Unparteiische Justiz, unparteiische Zeugen“: die griechischen Entlastungszeugen im Prozess gegen Max Merten

Im Februar 1959 fand vor dem Athener Sondermilitärgericht gegen Kriegsverbrechen der Prozess gegen den Kriegsverbrecher Max Merten statt. Merten, der im Mai 1957 in Athen eher zufällig festgenommen wurde, war während der Besatzungszeit als Offizier der deutschen Wehrmacht in Thessaloniki stationiert. Den Anklagepunkten zufolge, die gegen ihn erhoben wurden, war er für die Deportation von 50.000 Juden aus Makedonien in das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau sowie für die Plünderung jüdischer Vermögen und die Zerstörung jüdischer Denkmäler verantwortlich. Das gegen ihn eröffnete Gerichtsverfahren stellte seinerzeit eines der meistdiskutierten Ereignisse dar und bewegte die ganze Nation, die gespannt seiner Bestrafung entgegensah. Doch außer den Richtern und den Zeugen der Anklage erschien im Gerichtssaal auch eine Reihe von Zeugen, die in den Jahren der Besatzung eine dubiose und zwielichtige Rolle gespielt hatten. Sie eilten herbei, um dem wegen Kriegsverbrechen angeklagten Merten eine helfende Hand zu reichen. Zweck des Aufsatzes war es, auf den Aspekt der Entlastungszeugen zu fokussieren und durch die Nachzeichnung ihrer Lebenswege die Gründe verständlich zu machen, die diese Menschen dazu bewogen haben, für Merten auszusagen.

Übersetzung aus dem Griechischen: Theo Votsos

Aspekte der altgriechischen Kunst in der deutschen visuellen Kultur des 19. und 20. Jahrhunderts

Kunst und Architektur mit Bezügen zur klassischen Antike werden als Teile des kulturellen Systems des Philhellenismus im Kontext zweier unterschiedlicher historischer Perioden der neueren deutschen Geschichte untersucht, in denen sie durch neue Konzeptualisierungen unterschiedlich behandelt wurden. Es sollte gezeigt werden, dass der Philhellenismus ein fließendes ideologisches Phänomen war, das durch seine Teile semantisiert wurde und umgekehrt, dass die Kunst als Bestandteil des Philhellenismus durch ihre jeweilige Form zu interpretieren ist. Der erste Untersuchungszeitraum betrifft die Herrschaft Ottos in Griechenland und der zweite das NS-Regime in Deutschland, wobei der Schwerpunkt auf dem Zeitraum der Übernahme und Inszenierung der Olympischen Sommerspiele in Berlin liegt. In beiden Fällen griffen die Machthaber auf Elemente der antiken griechischen Bildkultur zurück und nutzten diese für die Verwirklichung ihrer Ziele. Unter Otto wurde die malerische Abbildung antiker Ruinen gefördert, die meist als Teil des modernen Lebens Griechenlands dargestellt wurden, wodurch die Kontinuität der griechischen Kultur hervorgehoben und das Gefühl des nationalen Zusammenhalts gestärkt wurde, während der Bau antik anmutender Architektur in München auf vielfältige Weise dazu beitrug, Ottos Prestige zu stärken, sowohl in den Augen seines Volkes als auch in denen der Großmächte. Die nationalsozialistische Regierung hingegen konzentrierte sich mehr auf die Grundsätze der klassischen Kunst und verlieh diesen einen symbolischen Gehalt mit Verweisen auf die besonderen Werte ihrer totalitären Ideologie. Antike Kunst und Architektur dienten der Visualisierung ihrer kulturellen und ideologischen Propaganda, die vor allem über Druckerzeugnisse, Plakate, Kino und Fernsehen ins Bild gesetzt wurde.

Übersetzung aus dem Griechischen: Lea Kyveli Chryssanthopoulou

Οι αναγνώσεις του έργου του Νικολάου Γύζη (1842–1901) μεταξύ Αθήνας και Μονάχου

Μετά το θάνατο του Νικoλάου Γύζη το 1901, ο ελβετός τεχνοκριτικός William Ritter δημοσίευσε μια σειρά κειμένων για το ζωγράφο, μέσα από τα οποία συγκρότησε μια σειρά από αισθητικά και τεχνοτροπικά χαρακτηριστικά του ύστερου αλληγορικού και θρησκευτικού έργου του Γύζη γύρω από την έννοια του «αττικισμού». Τα χρόνια που ακολούθησαν, το περιεχόμενο των κειμένων αυτών μεταφράστηκε και αναπαράχθηκε στον ελληνικό τύπο, ενώ έλληνες τεχνοκριτικοί και διανοούμενοι, επικαλούμενοι την εγκυρότητα του Ritter, ασπάστηκαν τις ιδέες του και τις επεξεργάστηκαν με τέτοιο τρόπο ώστε να υπερασπιστούν και να δώσουν κύρος στα δικά τους αφηγήματα περί ελληνικότητας. Παράλληλα με την παραπάνω διαδικασία, το ύστερο θρησκευτικό έργο του Γύζη είχε γίνει αντικείμενο συζήτησης σε μέλη του κύκλου του George, ενώ μαθήτριες και μαθητές του ζωγράφου άρχισαν να δραστηριοποιούνται στη Θεοσοφική Εταιρεία της Γερμανίας. Στο πλαίσιο των παραπάνω ωσμώσεων, το 1910 ο Rudolf Steiner έδωσε μια διάλεξη για τον καλλιτέχνη, το περιεχόμενο της οποίας δεν έγινε, ενδεχομένως, ποτέ γνωστό στην Ελλάδα. Το γεγονός πως οι αισθητικές επιλογές του Ritter και του Steiner εγγράφονται σε διαφορετικά κοσμοθεωρητικά σχήματα, θα μπορούσε εν μέρει να εξηγήσει τους λόγους για τη δυσκολία της υποδοχής και απορρόφησης των ιδεών του Steiner στην Ελλάδα.

Neue Artikel

Fritz Boehm Friedrich Wilhelm Victor „Fritz“ Boehm (1880–1943) war ein deutscher Klassischer Philologe, Pädagoge und Volkskundler, der in Zusammenarbeit mit Hedwig Lüdeke neugriechische Volkslieder überset
Spyros MalamosPromotion Spyros Malamos (1915-;) war von 1932 bis 1938 als Promotionsstudent an der Universität Hamburg eingeschrieben. Fakultät: Staats- und Rechtswissenschaftliche Fakultät Hauptfach: B
Γιόχαν Πέτερ ΠάουλςΟ Γιόχαν Πέτερ Πάουλς (Johann Peter Pauls, 1782–ά.χ.) γιατρός, φιλόλογος και ανώτατος δημόσιος υπάλληλος στην Κόμπλεντς,

Neue Dossiers

Die deutsch-griechischen Verflechtungen zur Zeit König Ottos

In keiner Phase der jüngeren und jüngsten Geschichte Griechenlands hat die Einführung staatlicher Institutionen zu einer vergleichbaren gesellschaftlichen und kulturellen Transformation beigetragen wie in den drei Jahrzehnten unter der Herrschaft von König Otto.

Die deutschen Philhellenismen

Das Dossier umfasst verschiedene Felder der deutsch-griechischen Verflechtungen, die bislang für gewöhnlich unter dem einheitlichen Begriff des deutschen Philhellenismus (bzw. des Mishellenismus) subsummiert wurden. Den ersten Angelpunkt der Konferenz bildet die Neubewertung der Rezeptionen von 1821 in den deutschsprachigen Ländern und die Mobilisierung, die sie in Verbindung mit den politischen Bewegungen nördlich der Alpen hervorriefen. In diesen Bewegungen waren freilich von vornherein eine politische und eine kulturelle Komponente miteinander verflochten, die politische Bewegung des Philhellenismus und die aus der einschlägigen Literatur bekannte „Tyrannei Griechenlands über Deutschland“. Selbstverständlich darf die Rolle der griechischen Gemeinden des deutschsprachigen Raumes in diesem Zusammenhang nicht vergessen werden. Den zweiten Angelpunkt bildet die Untersuchung der Transformationen, die diese politisch-kulturelle Verflechtung in den 200 Jahren nach dem Ausbruch der Griechischen Revolution erfuhr.

Deutsch-griechische Verflechtungen vom Deutschen Kaiserreich bis zum Einmarsch der Wehrmacht in Griechenland

Die Sehnsucht der gebildeten Deutschen nach dem, was sie als die Wiege ihrer persönlichen und gesellschaftlichen Identität ansahen, blieb auch in diesen Jahren unvermindert, während sich die Griechen, die auf dem Wege der Bildung zu gesellschaftlicher Reputation gelangen wollten, hauptsächlich (wenn auch nicht ausschließlich) durch die Augen der Deutschen sahen.