Die Essays des Compendiums gliedern sich in Mikrogeschichten (narrative Detailuntersuchungen und Fallanalysen), Makrovorgänge (Praktiken und Netzwerke, Policies und Strukturen), Metanarrative (Konzepte, Deutungsmodelle, Stereotype) und Präsentationen (etwa Projektvorhaben bzw. Rezensionen).
Die enzyklopädischen Artikel liefern Kurzporträts von Personen, Institutionen, Medien, Objekten und Orten der deutsch-griechischen Verflechtungen.
In den Dossiers werden ausgewählte Essays und Artikel so zusammengebracht, dass sie eine kompakte Übersicht über bestimmte thematischen Schwerpunkte geben.
Neue Essays
Auf intellektuellen Pfaden im Reich der Töne: Nikolaos Chalikiopoulos Mantzaros und seine philosophisch fundamentierte Musikauffassung
Bis vor relativ kurzer Zeit präsentierte sich das kompositorische Schaffen von Nikolaos Chalikiopoulos Mantzaros (1795-1872) als schwierig zu erklärender Fall: Während das Schaffen seiner jungen Jahre ein dynamischer Aufbruch in vollem Einklang mit dem allgemeinen Entwicklungsgeschehen in Europa kennzeichnet, ist sein Komponieren seit den 1830er Jahren vom Kontrapunkt, und hier besonders von der Fugenform bestimmt – Formen und Verfahren, die zu dieser Zeit als „akademisch“ und „steril“ galten. Doch das Denken, mit dem sich Mantzaros dem Idealismus und anderen philosophischen Strömungen außerhalb des italienischen Raums anschloss, und die Nachverfolgung der Art und Weise, wie sie der Komponist im damaligen Kulturraum der Ionischen Inseln für sich interpretierte, scheinen das „Problem Mantzaros“ hinreichend zu lösen. Mantzaros verschaffte sich seinen Zugang zum Wesen der Musik auf rein philosophischen Pfaden, auf welchen Hegels Thesen überragende Bedeutung zukam. Kritisch stand er „romantischen Überzogenheiten“ gegenüber, die von Komponisten herrührten, die seinem Dafürhalten nach das philosophische Denken Hegels und Schellings missverstanden hatten, obwohl sie sich auf deren Namen beriefen. Im Rahmen dieser Gegebenheiten erweist sich Mantzaros als ein Glied mehr in der Kette der Rezeption des Idealismus und anderer philosophischer Strömungen auf den Ionischen Inseln. Darüber hinaus scheint die Bedeutung der Ideen Hegels in Mantzaros’ reifen Jahren viel zum Verständnis der dichterischen Reifezeit von Solomos beitragen zu können.
Übersetzung aus dem Griechischen: Joachim Winkler
«Η μνησικακία είναι μια δύσκολη τέχνη»: μια επανεπίσκεψη του παρελθόντος των ελληνογερμανικών διασταυρώσεων στη μυθοπλαστική Αθήνα του 2015
«Γιατί θέλετε να έρχεστε μονίμως σε τούτον τον τόπο, εσείς οι Τοβίας και Τόμας και Τόνι», ρωτά ξανά και ξανά ο «δάσκαλος» στη νουβέλα του Δημήτρη Ελευθεράκη (Η δύσκολη τέχνη, 2015), καθισμένος σε ένα παγκάκι «στο βρωμισμένο δρομάκι ανάμεσα στο Μουσείο και την Πολυτεχνική Σχολή», στην Αθήνα του 2015 με «τις κλασικές εξευγενισμένες προσόψεις των Θεοφίλων Χάνσεν, των Λουδοβίκων Λάνγκε και των Ερνέστων Τσίλλερ, ναι τον Λεόντων φον Κλέντσε». Αφετηρία, άλλωστε, για το αφηγηματικό ξετύλιγμα μιας κρίσης μνήμης και γενεαλογίας είναι η διαταραγμένη εικόνα μιας τέτοιας νεοκλασικής πρόσοψης: ένα γκράφιτι τον Μάρτιο του 2015 στον τοίχο του Πολυτεχνείου, ενός τόπου πολλαπλών μνημονικών εγγραφών για τη νεοελληνική ιστορία. Επιχειρώντας έναν απολογισμό (ίσως και απολογία) για την «Ελλάδα ως δύσκολη τέχνη» (ή και δύσκολη κληρονομιά), ο δάσκαλος προσφέρει, με το «βλέμμα στον καθρέφτη», αντιφατικές απαντήσεις, δοκιμάζοντας να υπερβεί τη σύγχυση που του προκαλούν αυτά τα «εξελληνισμένα ονόματα» στις πινακίδες των δρόμων. Μεταξύ άλλων θα μιλήσει και με τη φωνή του Αλέξανδρου Σούτσου κατά της Βαυαροκρατίας. Το δοκίμιο επιχειρεί να ανιχνεύσει και να ερμηνεύσει αυτήν την ανάκληση, μέσα από μνημειακά τοπόσημα και κειμενικά μνημεία, ενός ορισμένου πολιτισμικού αρχείου ελληνογερμανικών διασταυρώσεων.
Philhellenismus im Zerrspiegel: E.T.A. Hoffmann, Friedrich Niedmann, Friedrich Heinrich
Absicht der vorliegenden Veröffentlichung ist, am Beispiel der beiden „griechischen“ Erzählungen von E.T.A. Hoffmann Die Irrungen (1821) und Die Geheimnisse (1822) sowie der Possen von Friedrich Niedmann Krähwinkel wie es ist (1828) und von Friedrich Heinrich Die Griechen in Krähwinkel (1825) grundlegende Facetten einer ironischen Apostrophierung philhellenischer Rhetorik und der sogenannten Gräkomanie in der Literatur aufzuzeigen. Die Analyse der Texte fokussiert die Art und Weise, mit der einerseits auf das historische Geschehen eingegangen wird, andererseits konstitutive Topoi des zeitgenössischen philhellenischen Diskurses parodiert werden. Die ironische Bezugnahme auf das Geschehen in Griechenland ist ein weiterer Beleg der thematischen Präsenz des griechischen Freiheitskampfs im deutschsprachigen Raum und der Verbreitung philhellenischer Begeisterung bis in viele Bereiche des Alltags hinein.
Übersetzung aus dem Griechischen: Joachim Winkler
Neue Artikel
Christian Müller
Christian Müller (1790–1851) war ein deutscher Jurist, Privatgelehrter, Schriftsteller und Übersetzer, der in den 1820er Jahren als griechisch-deutscher Vermittler auftrat. Im Sommer 1821 uAntonios Jannaris
Antonios N. Jannaris (1852–1909), auch Jannarakis, war ein griechischer Philologe, Pädagoge und Sprachwissenschaftler, Herausgeber kretischer Volkslieder sowie Verfasser mehrerer deutsch-griechHermann Lübke
Hermann Lübke (1852–1923) war ein klassischer Philologe und Gymnasiallehrer, der als Forscher der griechischen Volkskultur und Übersetzer griechischer Volkslieder tätig war. Nach altphilolNeue Dossiers
Die deutsch-griechischen Verflechtungen zur Zeit König Ottos
In keiner Phase der jüngeren und jüngsten Geschichte Griechenlands hat die Einführung staatlicher Institutionen zu einer vergleichbaren gesellschaftlichen und kulturellen Transformation beigetragen wie in den drei Jahrzehnten unter der Herrschaft von König Otto.
Die deutschen Philhellenismen
Das Dossier umfasst verschiedene Felder der deutsch-griechischen Verflechtungen, die bislang für gewöhnlich unter dem einheitlichen Begriff des deutschen Philhellenismus (bzw. des Mishellenismus) subsummiert wurden. Den ersten Angelpunkt der Konferenz bildet die Neubewertung der Rezeptionen von 1821 in den deutschsprachigen Ländern und die Mobilisierung, die sie in Verbindung mit den politischen Bewegungen nördlich der Alpen hervorriefen. In diesen Bewegungen waren freilich von vornherein eine politische und eine kulturelle Komponente miteinander verflochten, die politische Bewegung des Philhellenismus und die aus der einschlägigen Literatur bekannte „Tyrannei Griechenlands über Deutschland“. Selbstverständlich darf die Rolle der griechischen Gemeinden des deutschsprachigen Raumes in diesem Zusammenhang nicht vergessen werden. Den zweiten Angelpunkt bildet die Untersuchung der Transformationen, die diese politisch-kulturelle Verflechtung in den 200 Jahren nach dem Ausbruch der Griechischen Revolution erfuhr.
Deutsch-griechische Verflechtungen vom Deutschen Kaiserreich bis zum Einmarsch der Wehrmacht in Griechenland
Die Sehnsucht der gebildeten Deutschen nach dem, was sie als die Wiege ihrer persönlichen und gesellschaftlichen Identität ansahen, blieb auch in diesen Jahren unvermindert, während sich die Griechen, die auf dem Wege der Bildung zu gesellschaftlicher Reputation gelangen wollten, hauptsächlich (wenn auch nicht ausschließlich) durch die Augen der Deutschen sahen.
