Die Essays des Compendiums gliedern sich in Mikrogeschichten (narrative Detailuntersuchungen und Fallanalysen), Makrovorgänge (Praktiken und Netzwerke, Policies und Strukturen), Metanarrative (Konzepte, Deutungsmodelle, Stereotype) und Präsentationen (etwa Projektvorhaben bzw. Rezensionen).
Die enzyklopädischen Artikel liefern Kurzporträts von Personen, Institutionen, Medien, Objekten und Orten der deutsch-griechischen Verflechtungen.
In den Dossiers werden ausgewählte Essays und Artikel so zusammengebracht, dass sie eine kompakte Übersicht über bestimmte thematischen Schwerpunkte geben.
Neue Essays
Philhellenismen der Wiener Moderne
Elisabeth von Österreich und ihr Vorleser Christomanos vertreten im Wien der 1890er Jahre einen schwärmerischen Philhellenismus, der romantische Vorgaben mit einem Subjektivismus der Stimmung verbindet und sich ausdrücklich auch auf die Gegenwart des Landes und der Landschaft bezieht. Im Wiener Feuilleton herrscht dagegen eine einseitige Verehrung des antiken Griechentums vor, das den gebildeten Wienern um 1900 zum großen Teil noch durch gymnasialen Sprachunterricht nahegebracht wurde. In der produktiven Aneignung setzen sie originelle Akzente: von der Funktionalisierung des Mythos für die Traumdeutung (Freud) über das identifikatorische Interesse an der sokratischen Aufklärung (Gomperz) oder die These von der Hysterie der Griechen (Bahr) bis zur mystischen Überhöhung des Opferrituals in der Archaik oder asiatischen Kulten (Hofmannsthal, Beer-Hofmann). Während der junge Kokoschka diese Vision einer barbarischen Katharsis aufgreift und übersteigert, distanziert sich Ehrenstein vom mythischen Ernst einer mit Bildungsansprüchen verbundenen Antike zugunsten eines erotisch-entspannten Griechentums, das in den 1920er Jahren auch ein Komödienplan Hofmannsthals aufgreift.
Facetten musikalischer deutsch-griechischer Begegnung im Raum der Ionischen Inseln
Sicherlich haben nach allgemeiner Ansicht geographische Nachbarschaft und langjährige politische Bindung an die italienische Halbinsel in hohem Grade zur Herausbildung der kulturellen Dynamik der Ionischen Inseln beigetragen. Doch waren sie seit jeher ein Ort, an dem sich die Wege von Menschen, Ideen und Fertigkeiten kreuzten und die Erfahrungen des Okzidents und des Orients mit den lokalen Gegebenheiten kreativ zusammenfanden. In diesem Zusammenhang hat die Wechselwirkung zwischen den Ionischen Inseln und den zeitweise aus Deutschland herrührenden musikalischen Impulsen bislang keine ausreichende Beachtung gefunden. Der vorliegende Text unternimmt den Versuch einer ersten, überblicksartigen Annäherung an die teils auf direktem Wege, teils über den italienischen Raum entstandenen Verbindungen zwischen dem Musikleben der Ionischen Inseln und jenem des deutschsprachigen Raums. Im Vordergrund stehen dabei besonders die legendären Opernaktivitäten auf Korfu, die 1733 mit einem Werk des sächsischen Komponisten Johann Adolf Hasse ihren Anfang nahmen, ferner das 1902 mit einer italienischsprachigen Aufführung des Wagner’schen Lohengrin neueingeweihte Stadttheater und schließlich Deutschlands Kaiser Wilhelm II., der vor dem Hintergrund seiner alljährlichen Besuche auf der Insel die Oper Kerkyra (Korfu) in Auftrag gab. Darüber hinaus bemerkenswert: die im Verlauf von fast 200 Jahren ununterbrochener Opernaktivität häufige Präsenz melodramatischer Bühnenwerke italienischer Provenienz, die auf Texten von Schiller und Goethe fußten. Dabei tritt mehr als deutlich der Einfluss des deutschen Idealismus und des Wagnerismus zutage, der die auf den Ionischen Inseln gepflegte Musikästhetik bestimmte. Gleichermaßen deutlich wendeten sich seit Ende des 19. Jahrhunderts viele auf den Ionischen Inseln tätige Komponisten, praktizierende Musiker und Lehrer (von denen einige selbst in Deutschland studiert hatten) deutscher Methodik und Praxis zu. Neben alledem besuchten deutschsprachige Reisende die Ionischen Inseln (bzw. ließen sich dort für immer nieder), die ihre eigene Sichtweise auch auf das einzubringen wussten, was im Westen des insular beheimateten Griechentums musikalisch gewachsen war.
Übersetzung aus dem Griechischen: Joachim Winkler
Johann Friedrich Julius Schmidt, Διευθυντής του Αστεροσκοπείου Αθηνών (1858-1884)
Αν επιχειρήσουμε μια αξιολόγηση του έργου του Schmidt, μπορούμε να υποστηρίξουμε ότι ήταν ένας ακούραστος παρατηρητής του ουρανού και της φύσης γενικότερα, ο οποίος είχε ως σκοπό να συσσωρεύσει τεράστιες ποσότητες δεδομένων και παρατηρήσεων, και όχι να βελτιώσει τη μεθοδολογία και τις τεχνικές παρατήρησης. Πολλές από τις πολυάριθμες δημοσιευμένες εργασίες του ήταν στην πραγματικότητα σύντομες παρατηρήσεις. Δεν απέκτησε ποτέ επαφή με τη σύγχρονη Φυσική Αστρονομία (τώρα ονομάζεται Αστροφυσική), αφ‘ ενός μεν λόγω της απομόνωσής του σε μια μικρή χώρα μακριά από τα μεγάλα κέντρα επιστημονικής έρευνας εκείνης της εποχής, και αφ‘ ετέρου λόγω της έλλειψης τυπικής εκπαίδευσης στη Φυσική. Δεν έκανε πολλά για να βελτιώσει την οργάνωση και τον εξοπλισμό του Αστεροσκοπείου Αθηνών ή να διδάξει και να εμπνεύσει άλλους προκειμένου να γίνουν οι διάδοχοί του. Ίσως ο κύριος λόγος γι‘ αυτό ήταν το γεγονός ότι δεν έμαθε ποτέ καλά τα ελληνικά, και έτσι η επικοινωνία του με την τοπική επιστημονική κοινότητα ήταν μάλλον περιορισμένη. Ακόμα και ο συνεργάτης και βοηθός του, καθηγητής Δημήτριος Κοκκίδης, ο οποίος είχε σπουδάσει στη Γερμανία, δεν επωφελήθηκε αρκετά από την εμπειρία του. Αυτό μπορεί να συναχθεί από τη μικρή δραστηριότητα του Κοκκίδη, όταν ανέλαβε το αστεροσκοπείο ως προσωρινός διευθυντής μετά τον θάνατο του Schmidt. Όμως, το έργο του θεμελίωσε την Αστρονομία, τη Μετεωρολογία, τη Σεισμολογία, τη Γεωγραφία και την Ηφαιστειολογία στην Ελλάδα, παρόλη την καθυστέρηση που παρουσίασε η περαιτέρω ανάπτυξη αυτών των επιστημονικών κλάδων. Όσον αφορά στην ιστορία της αστρονομίας, ο Schmidt κατέχει σημαντική θέση: Υπάρχουν κρατήρες που φέρουν το όνομά του στη Σελήνη και τον Άρη, και επίσης ένας κρατήρας στη Σελήνη ονομάστηκε Σίνας, για να θυμίζει την ιστορία που παρουσιάζουμε εν συντομία στο λήμμα αυτό.
Neue Artikel
Eberhard Rondholz
Eberhard Rondholz (geb. 1938) ist ein deutscher Journalist und Sachbuchautor, der sich schwerpunktmäßig mit der Geschichte, Politik, Literatur und Kultur Griechenlands auseinandersetzt; sein besondeBernhard Schmidt
Bernhard Schmidt (1837–1917) war ein deutscher klassischer Philologe mit Forschungsinteresse an der neugriechischen Volkskultur und Volksliteratur. Nach Studien in Jena, Berlin und Bonn, dieAndromache Anagnostopoulos
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Die deutsch-griechischen Verflechtungen zur Zeit König Ottos
In keiner Phase der jüngeren und jüngsten Geschichte Griechenlands hat die Einführung staatlicher Institutionen zu einer vergleichbaren gesellschaftlichen und kulturellen Transformation beigetragen wie in den drei Jahrzehnten unter der Herrschaft von König Otto.
Die deutschen Philhellenismen
Das Dossier umfasst verschiedene Felder der deutsch-griechischen Verflechtungen, die bislang für gewöhnlich unter dem einheitlichen Begriff des deutschen Philhellenismus (bzw. des Mishellenismus) subsummiert wurden. Den ersten Angelpunkt der Konferenz bildet die Neubewertung der Rezeptionen von 1821 in den deutschsprachigen Ländern und die Mobilisierung, die sie in Verbindung mit den politischen Bewegungen nördlich der Alpen hervorriefen. In diesen Bewegungen waren freilich von vornherein eine politische und eine kulturelle Komponente miteinander verflochten, die politische Bewegung des Philhellenismus und die aus der einschlägigen Literatur bekannte „Tyrannei Griechenlands über Deutschland“. Selbstverständlich darf die Rolle der griechischen Gemeinden des deutschsprachigen Raumes in diesem Zusammenhang nicht vergessen werden. Den zweiten Angelpunkt bildet die Untersuchung der Transformationen, die diese politisch-kulturelle Verflechtung in den 200 Jahren nach dem Ausbruch der Griechischen Revolution erfuhr.
Deutsch-griechische Verflechtungen vom Deutschen Kaiserreich bis zum Einmarsch der Wehrmacht in Griechenland
Die Sehnsucht der gebildeten Deutschen nach dem, was sie als die Wiege ihrer persönlichen und gesellschaftlichen Identität ansahen, blieb auch in diesen Jahren unvermindert, während sich die Griechen, die auf dem Wege der Bildung zu gesellschaftlicher Reputation gelangen wollten, hauptsächlich (wenn auch nicht ausschließlich) durch die Augen der Deutschen sahen.
