Die Essays des Compendiums gliedern sich in Mikrogeschichten (narrative Detailuntersuchungen und Fallanalysen), Makrovorgänge (Praktiken und Netzwerke, Policies und Strukturen), Metanarrative (Konzepte, Deutungsmodelle, Stereotype) und Präsentationen (etwa Projektvorhaben bzw. Rezensionen).
Die enzyklopädischen Artikel liefern Kurzporträts von Personen, Institutionen, Medien, Objekten und Orten der deutsch-griechischen Verflechtungen.
In den Dossiers werden ausgewählte Essays und Artikel so zusammengebracht, dass sie eine kompakte Übersicht über bestimmte thematischen Schwerpunkte geben.
Neue Essays
Griechische Doktorand(inn)en an der Universität Hamburg von der Gründung der Universität 1919 bis 1941
Anhand der verfügbaren Archivalien (Promotionsbücher, erhaltene Dissertationsexemplare, Promotionsakten, ggf. Personalakten) werden die Daten zu den griechischen Studierenden und insbesondere Doktorand*innen an der Universität Hamburg in den Zwischenkriegsjahren gesammelt und ausgewertet. Entscheidend für die Aufnahme in die Untersuchung ist das Jahr der ersten Immatrikulation, zahlreiche Vorgänge reichen in die 1940er Jahre. Das Archiv der Deutsch-Griechischen Gesellschaft Hamburg wird ebenfalls herangezogen, um die Verquickung privater und universitärer Interessen in der Freien und Hansestadt nachzuzeichnen. Ausgewertet werden Lebensläufe, Angaben zu Betreuern, Gutachtern und Prüfern, ggf. auch Gutachten und sonstige Vorgänge. Genau genommen gibt es nur eine einzige Doktorandin, und ihr Verfahren endete nicht erfolgreich. Falls verfügbar gilt ein besonderes Augenmerk solchen Informationen, die sich einerseits auf die Attraktivität der Universität Hamburg, bestimmte Fächer und bestimmte Professoren und andererseits auf die Einstellung der Doktorand*innen zum Nationalsozialismus und ggf. auch auf das Umerzählen des eigenen Lebenslaufes nach 1945 beziehen. Besondere Aufmerksamkeit galt auch Informationen bzgl. Stipendien. Um weitere Untersuchungen der Art anzuregen wird auf die Methoden und die Art der Archivalien selbst mit beabsichtigter Ausdrücklichkeit eingegangen.
Namensliste aus Anhang 1: Daten zu den Promotionsverfahren, in denen eine Doktorprüfung stattgefunden hat
Die folgende Namensliste beruht auf der im Anhang 1 des Essays gegebenen Dokumentation der Promotionsverläufe der hier aufgeführten Doktorand*innen. Die ausführliche Dokumentation der Promotionsverläufe ist in den personenbezogenen Artikeln zu finden, die auf der Grundlage des Anhangs für das Online-Compendium der deutsch-griechischen Verflechtungen erstellt wurden. Die Nennungen erfolgen bei allen Fakultäten nach der chronologischen Folge der Matrikeleinträge; wenn keine Matrikeleinträge vorliegen nach dem Semester lt. Lebenslauf, in dem das Studium in Hamburg aufgenommen wurde.
Philosophische Fakultät
1. Basil Exarchos (SoSe 1928)
2. Emanuel G. Sarris (SoSe 1929)
3. Euripides Constantopoulos (WS 1929/30)
4. Matoula Constantopoulos (WS 1931/32)
5. Ioannes Ioannides (SoSe 1934)
6. Georgios Dimitrakos (WS 1935/36)
7. Peter Coulmas (1939)
8. Dr. iur. Demetrios S. Constantopoulos (1938/39)
Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät
1. Constantin S. Constantopoulos (WS 1925/26)
2. Kyriakos Spiliopoulos (SoSe 1926)
3. Leon Pisani (1926/27; Sose 1929)
4. Dimitrios Dimitriou (WS 1927/28)
5. Ch[aralambos N.] Fragistas (SoSe 1929)
6. Alexander Tsirintanis (SoSe 1929)
7. Stamatios Woiwodas (SoSe 1929)
8. Spyro Malamos (WS 1932/33)
9. Phaedon Sachsamanoglou (SoSe 1934/35)
10. Demetrios S. Constantopoulos (WS 1933/34)
11. Demetrios Sp. Emmanuel (WS 1933/34)
12. Stylianos Karakantas (SoSe 1935)
13. Theodor Deligeorgios (SoSe 1936)
14. Nikolaos Woiwoidas (SoSe 1936)
15. Aemilios Bendermacher (SoSe 1938)
16. Georgios S. Constantopoulos (SoSe 1938)
17. Nikolaos Deloukas (SoSe 1938)
18. Euthymios Papageorgiou (WS 1938/39)
Medizinische Fakultät
1. Sergios Serefis (WS 1922/22)
2. Nikolas Kerestetzopoulos-Koursis (WS 1922/23)
3. Basilios Malamos (WS 1925/26)
4. Athanasios Domenikos (SoSe 1927)
5. Triantafillos Dimitriou (WiSe 1929/30)
6. Athanasios Karajannis (WS 1931/32)
7. Angelos Pistofidis (WS 1935/36)
8. Panagiotis Grigoriadis (WS 1937/38)
9. Konstantinos Nikolaides (WS 1937/38)
10. Panagiotis Nassuphis (SoSe 1937)
Namensliste aus Anhang 2: Einträge Griechinnen/Griechen bzw. griechische Namen im Matrikelportal aus den Jahren bis einschließlich 1941; keine Dissertation/Promotion nachgewiesen
1. Kouremetis, Gregor (WS 1920/21)
2. Agallopulos, Christos (WS 1921/22)
3. Kyriakos, Lysandros (WS 1921/22)
4. Spiliopoulos, Georges (WS 1921/22)
5. Damassiotis, Stelios (im Matrikelportal: Hellios) (SoSe 1922)
6. Konniniotes, Christos (SoSe 1922)
7. Bitsakis, Elefteri (WS 1922/23)
8. Spiliopulos, Spyridon (WS 1922/23)
9. Valavaniotis, Christos (im Matrikelportal: Nalavaniotis) (SoSe 1923)
10. Niarchos, Demetrius (WS 1923/24)
11. Tzannides, Alexander (SoSe 1924)
12. Alexandrides, Konstantin (SoSe 1925)
13. Palaeologos, Georg (SoSe 1925)
14. Evangelides, Alexander (WS 1926/27)
15. Papajanni, Michel (SoSe 1928)
16. Floros, Paul (WS 1928/29)
17. Papasacharin, Johann (SoSe 1929)
18. Philippopoulos, Denis (d.i. Dionysios) (WS 1929/30)
19. Kokkinopoulos, Dimitrios (SoSe1929/30)
20. Mavroidis, Jean (SoSe 1920)
21. Christodoulou, A.(WS 1930/31)
22. Vlachopoulos, Ch. (WS 1930/31)
23. Wassiliou, Philon (WS 1930/31)
24. Pippas, Demosthenes (SoSe 1931)
25. Skura, Helene (SoSe 1931)
26. Kostopanagiotis, Vasileios (WS 1931/32)
27. Gedeon, Sophie (SoSe 1932)
28. Chryssoverghi, A. (WS 1932/33)
29. Dimitriou, Ir. (WS 1932/33)
30. Damtsas, Alexander (WS 1933/34)
31. Nantzu, Elly (SoSe 1934)
32. Chronis, Johs. (WS 1934/35)
33. Thomaides, Xenophon (1934/35)
34. Gasis, Andreas (SoSe 1935)
35. Lambadaridis, Gregorios (WS 1935/36)
36. Vassilakis, Christos (WS 1935/36)
37. Konstantinides, Demetrius (SoSe 1936)
38. Mousenidis, Kyriakos (SoSe 1936)
39. Diamantopoulos, Theodoros (WS 1936/37)
40. Karapalis, Paschalis (WS 1936/37)
41. Peraticos, Michael (WS 1936/37)
42. Sourmelis, Antonios (im Matrikelportal: Soyrmelis) (WS 1936/37)
43. Karipi, Hero (SoSe 1937)
44. Anagnostidis, Nikolaos (WS 1937/38)
45. Kyriazis, Konstantin (SoSe 1938)
46. Bondonris, Konstantin (wahscheinlich Μποντονρής, Κ.) (WS 1938/39)
47. Jannopoulos, Konstantin (WS 1938/39)
48. Papagerakis, Johannis (WS 1938/39)
49. Belesos, Nikon (wahrscheinlich Μπελέζος, Νίκων) (SoSe 1939)
50. Konstantopoulou, Stavroula (SoSe 1939)
51. Laskar, Kostas (SoSe 1939)
52. Papadopoulos, Miltiades (SoSe 1939)
53. Petropulos, Georg (SoSe 1939)
Aspekte der altgriechischen Kunst in der deutschen visuellen Kultur des 19. und 20. Jahrhunderts
Kunst und Architektur mit Bezügen zur klassischen Antike werden als Teile des kulturellen Systems des Philhellenismus im Kontext zweier unterschiedlicher historischer Perioden der neueren deutschen Geschichte untersucht, in denen sie durch neue Konzeptualisierungen unterschiedlich behandelt wurden. Es sollte gezeigt werden, dass der Philhellenismus ein fließendes ideologisches Phänomen war, das durch seine Teile semantisiert wurde und umgekehrt, dass die Kunst als Bestandteil des Philhellenismus durch ihre jeweilige Form zu interpretieren ist. Der erste Untersuchungszeitraum betrifft die Herrschaft Ottos in Griechenland und der zweite das NS-Regime in Deutschland, wobei der Schwerpunkt auf dem Zeitraum der Übernahme und Inszenierung der Olympischen Sommerspiele in Berlin liegt. In beiden Fällen griffen die Machthaber auf Elemente der antiken griechischen Bildkultur zurück und nutzten diese für die Verwirklichung ihrer Ziele. Unter Otto wurde die malerische Abbildung antiker Ruinen gefördert, die meist als Teil des modernen Lebens Griechenlands dargestellt wurden, wodurch die Kontinuität der griechischen Kultur hervorgehoben und das Gefühl des nationalen Zusammenhalts gestärkt wurde, während der Bau antik anmutender Architektur in München auf vielfältige Weise dazu beitrug, Ottos Prestige zu stärken, sowohl in den Augen seines Volkes als auch in denen der Großmächte. Die nationalsozialistische Regierung hingegen konzentrierte sich mehr auf die Grundsätze der klassischen Kunst und verlieh diesen einen symbolischen Gehalt mit Verweisen auf die besonderen Werte ihrer totalitären Ideologie. Antike Kunst und Architektur dienten der Visualisierung ihrer kulturellen und ideologischen Propaganda, die vor allem über Druckerzeugnisse, Plakate, Kino und Fernsehen ins Bild gesetzt wurde.
Übersetzung aus dem Griechischen: Lea Kyveli Chryssanthopoulou
Ο φιλελληνισμός στη Σαξονία, 1821–1828
Έτσι, το ερώτημα που τέθηκε προηγουμένως σχετικά με τους δεσμούς ανάμεσα στον φιλελληνισμό και το αστικό-φιλελεύθερο κίνημα στη Σαξονία απαντάται ως εξής: οι δεσμοί αυτοί φαίνεται να έχουν παίξει περιφερειακό μόνο ρόλο. Παράλληλα, η επίδραση του φιλελληνισμού στην εσωτερική πολιτική της Σαξονίας αποδεικνύεται μάλλον ισχνή. Εδώ υπάρχουν διαφορές αφενός σε σχέση με τη νοτιοδυτική Γερμανία και τα φιλελληνικά ερεθίσματα για τη συγκρότηση οργανώσεων των πολιτών, τα οποία έχει υπογραμμίσει ο Christoph Hauser [Κρίστοφ Χάουζερ], και αφετέρου σε σχέση με τη Βαυαρία και τον κρατικό φιλελληνισμό υπό τον βασιλιά Λουδοβίκο Α΄, τον οποίο έχει περιγράψει ο Ludwig Spaenle [Λούντβιγκ Σπένλε]. Αντίθετα, διακριτοί είναι ορισμένοι παραλληλισμοί με την Πρωσία (όπως η θεσμική αδυναμία της φιλελεύθερης αστικής τάξης, η γρήγορη παρέμβαση της κυβέρνησης ήδη από το καλοκαίρι του 1821 και η επίσημη ανοχή στο κίνημα των δωρεών από το 1826). Ωστόσο, είναι ακόμη πολύ νωρίς για μια συνολική σύγκριση της Σαξονίας με άλλα γερμανικά κράτη· για να γίνει αυτό, πρέπει πρώτα να προχωρήσει αισθητά η έρευνα για τον σαξονικό φιλελληνισμό – πράγμα για το οποίο παροτρύνουμε στο κλείσιμο αυτού του κειμένου.
Μετάφραση από τα γερμανικά: Ιωάννα Μεϊτάνη
Neue Artikel
Wilhelm Lange
Wilhelm Lange (1849–1907) ist als deutscher Übersetzer aus dem Englischen, Russischen und Norwegischen bekannt. Vermutlich ist ihm auch die Übersetzung von Dimitrios Vikelas’ Roman Lukis Laras (Niki Eideneier
Niki Eideneier, geb. Anastassiadi (geb. 1940) ist eine deutsch-griechische Neogräzistin und Literaturübersetzerin, die sich als langjährige Leiterin des Kölner Romiosini Verlages (1982–2014) besNeue Dossiers
Die deutsch-griechischen Verflechtungen zur Zeit König Ottos
In keiner Phase der jüngeren und jüngsten Geschichte Griechenlands hat die Einführung staatlicher Institutionen zu einer vergleichbaren gesellschaftlichen und kulturellen Transformation beigetragen wie in den drei Jahrzehnten unter der Herrschaft von König Otto.
Die deutschen Philhellenismen
Das Dossier umfasst verschiedene Felder der deutsch-griechischen Verflechtungen, die bislang für gewöhnlich unter dem einheitlichen Begriff des deutschen Philhellenismus (bzw. des Mishellenismus) subsummiert wurden. Den ersten Angelpunkt der Konferenz bildet die Neubewertung der Rezeptionen von 1821 in den deutschsprachigen Ländern und die Mobilisierung, die sie in Verbindung mit den politischen Bewegungen nördlich der Alpen hervorriefen. In diesen Bewegungen waren freilich von vornherein eine politische und eine kulturelle Komponente miteinander verflochten, die politische Bewegung des Philhellenismus und die aus der einschlägigen Literatur bekannte „Tyrannei Griechenlands über Deutschland“. Selbstverständlich darf die Rolle der griechischen Gemeinden des deutschsprachigen Raumes in diesem Zusammenhang nicht vergessen werden. Den zweiten Angelpunkt bildet die Untersuchung der Transformationen, die diese politisch-kulturelle Verflechtung in den 200 Jahren nach dem Ausbruch der Griechischen Revolution erfuhr.
Deutsch-griechische Verflechtungen vom Deutschen Kaiserreich bis zum Einmarsch der Wehrmacht in Griechenland
Die Sehnsucht der gebildeten Deutschen nach dem, was sie als die Wiege ihrer persönlichen und gesellschaftlichen Identität ansahen, blieb auch in diesen Jahren unvermindert, während sich die Griechen, die auf dem Wege der Bildung zu gesellschaftlicher Reputation gelangen wollten, hauptsächlich (wenn auch nicht ausschließlich) durch die Augen der Deutschen sahen.
