Compendium

Die Essays des Compendiums gliedern sich in Mikrogeschichten (narrative Detailuntersuchungen und Fallanalysen), Makrovorgänge (Praktiken und Netzwerke, Policies und Strukturen), Metanarrative (Konzepte, Deutungsmodelle, Stereotype) und Präsentationen (etwa Projektvorhaben bzw. Rezensionen).
Die enzyklopädischen Artikel liefern Kurzporträts von Personen, Institutionen, Medien, Objekten und Orten der deutsch-griechischen Verflechtungen.
In den Dossiers werden ausgewählte Essays und Artikel so zusammengebracht, dass sie eine kompakte Übersicht über bestimmte thematischen Schwerpunkte geben.

Neue Essays

„Im magischen Spiegel“: Griechenland-Darstellungen in der Reiseliteratur der Moderne (Gerhart Hauptmann, Erhart Kästner, Wolfgang Koeppen)

Im 20. Jahrhundert dient Griechenland nach wie vor als zentraler Projektionsraum deutscher Befindlichkeiten. Dabei kommt der Reiseliteratur besondere Bedeutung zu. Der Beitrag zeichnet anhand von drei wesentlichen Stationen – Gerhart Hauptmanns vitalistischem Griechischen Frühling (1908), Erhart Kästners Propagandatext Griechenland. Ein Buch aus dem Kriege (1942) und Wolfgang Koeppens skeptischem Blick auf philhellenische Traditionen in dem Reiseessay Die Erben von Salamis oder Die ernsten Griechen (1962) die Entwicklungslinien des Genres in der Moderne nach und arbeitet heraus, wie die genannten Autoren in ihren Reiseberichten das Verhältnis von griechischer Antike, modernem Griechenland und ihrer wahrnehmungsleitenden Vorprägung ausmitteln. Besonderes Augenmerk gilt dabei dem Missbrauch philhellenischer Ideale im Nationalsozialismus.

Οι γερμανοί Επίτιμοι Διδάκτορες του Πανεπιστημίου Αθηνών από τους Βαλκανικούς Πολέμους έως τον Β΄ Παγκόσμιο Πόλεμο

Το δοκίμιο διερευνά τον ρόλο του Πανεπιστημίου Αθηνών ως διαύλου για την ανάπτυξη των ελληνογερμανικών σχέσεων μέσω του θεσμού των επιτίμων διδακτόρων. Κατά τις πρώτες δεκαετίες του 20ού αιώνα, σε μια εποχή έντονων ανακατατάξεων στο πολιτικό και διπλωματικό σκηνικό, η μελέτη των επίτιμων διδακτόρων φωτίζει τη διεθνή διάσταση του Πανεπιστημίου Αθηνών και καταδεικνύει τις ιδιαίτερες σχέσεις που αναπτύσσονται με την πολιτική εξουσία στην πορεία του Ιδρύματος προς την ακαδημαϊκή αυτονομία. Στην περίοδο που εξετάζουμε εδώ αναγορεύθηκαν συνολικά 324 επίτιμοι διδάκτορες, εκ των οποίων οι Γερμανοί συγκροτούν την πολυπληθέστερη εθνική ομάδα. Αξιοποιώντας το αρχειακό υλικό το οποίο φυλάσσεται στο Ιστορικό Αρχείο του Πανεπιστημίου Αθηνών και στο Ιστορικό Αρχείο του Υπουργείου Εξωτερικών, επιχειρείται η αναλυτική παρουσίαση των γερμανών επιτίμων διδακτόρων του ΕΚΠΑ και των κριτηρίων που πρυτανεύουν σε κάθε περίπτωση σε συνάρτηση με τις πολιτικές συνθήκες της εποχής. Στόχος είναι να διερευνηθεί ένας προνομιακός χώρος των ελληνογερμανικών διασταυρώσεων, ο χώρος της Ανώτατης Εκπαίδευσης, ο οποίος επηρεάζεται καθοριστικά τόσο από τις πολιτικές κρίσεις στην Ελλάδα όσο και από τις επίσημες διπλωματικές σχέσεις των δύο χωρών. Παράλληλα ιχνηλατείται η σταδιακή αυτονόμηση του Πανεπιστημίου από την κρατική κηδεμονία και η θεσμική του ενδυνάμωση.

Gottfried Sempers Griechenlandreise: 1831-1832/1858

Fußend auf seinen 1858 veröffentlichten „Reise-Erinnerungen aus Griechenland“ unterziehe ich im vorliegenden Essay die Griechenland-Studienreise des Architekten Gottfried Semper (1803-1879) einer überprüfenden Durchsicht. Anders als in den Publikationen direkt nach der Reise, die das Thema „antike Polychromie“ umkreisen, konzentriert sich Semper in seinem 1858er Text auf das architektonische Erbe des Landes aus byzantinischer und osmanischer Zeit, wobei er parallel dazu auf die anonyme traditionelle Architektur auf Hydra und in der Mani aufmerksam macht, in der er – zu Lasten architektonischer Importmodelle aus Westeuropa – einen erstrangigen Bezugspunkt für die bauliche Entwicklung des neuentstandenen Staats erkennt. Wir haben es hier – womöglich erstmalig – mit einer positiven Würdigung der lokalen Bautradition zu tun, auf die Semper bereits ein halbes Jahrhundert früher zurückzugreifen vorschlägt, als moderne Architekten des 20. Jahrhunderts auf diese aufmerksam geworden sind. Die in diesem Essay vorgenommene Überprüfung des Semperschen Reisetexts befördert darüber hinaus neue Entdeckungen über vor Ort unternommene Forschungsarbeiten an byzantinischen Baudenkmälern ans Licht. In diesem Zusammenhang präsentiere ich einen Vorschlag zur Identifizierung einer Bildtafel in Sempers grundlegender theoretischer Abhandlung Der Stil (1860-1863), deren Herkunft sich bisher nicht belegen ließ. Neben architekturgeschichtlichen Fragen geht es auch um eine Annäherung an die „Reise-Erinnerungen aus Griechenland“ aus dem Blickwinkel der Philhellenismus- und Reiseliteraturforschung. Dazu analysiere ich die gängigen Topoi der Reiseliteratur und -ikonographie, aber auch die Mechanismen adaptiver Rezeption und Aneignung des griechischen Raums, die im von mir als später Beleg philhellenischen Schrifttums eingestuften Text Sempers aktiviert werden. Ferner zeige ich auf, dass dieser Text die Konventionen des üblichen philhellenischen Diskurses unterläuft, indem er das lebendige Handeln der Gegenwart nicht nach überlebenden Resten der antiken Vergangenheit durchsuchen, sondern für ein tieferes Verständnis dieser Vergangenheit selbst nutzen will. Überdies scheint es Semper, ganz im Gegensatz zur üblichen deutschsprachigen Griechenland-Reiseliteratur mit ihrer ständigen Suche nach Berührungspunkten zwischen Deutschland und griechischer Antike, eher um aktuelle Verbindungsmöglichkeiten zwischen deutscher und neugriechischer Kultur gegangen zu sein. Ausführlich beschäftige ich mich schließlich u.a. mit epistemologischen Aporien, die sich im Zusammenhang mit der fast 25 Jahre später erfolgten Schilderung der Griechenlandreise bemerkbar machen. Ich beleuchte die vielschichtigen Zeitebenen des Narrativs, in dem Sempers Griechenlanderfahrung stetig aktualisiert wird, sowohl in Bezug auf die Reiseliteratur und Ikonographie, mit der er sich unterhält, als auch in Bezug auf die Entwicklung der theoretischen Interessen des Architekten und auch auf die unerwarteten Wendungen in seinem Leben nach seiner Teilnahme an den Revolutionen von 1848/1849.

Übersetzung aus dem Griechischen: Joachim Winkler

Neue Artikel

Karl Macke Karl Macke (1849–1915) war ein deutscher Gymnasiallehrer, Literat, Literaturherausgeber und Übersetzer. Nach theologischen und orientalisch-philologischen Studien an den Universitäten Müns
Karl Macke Karl Macke (1849–1915) war ein deutscher Gymnasiallehrer, Literat, Literaturherausgeber und Übersetzer. Nach theologischen und orientalisch-philologischen Studien an den Universitäten Müns
Thomas Nicolaou Thomas Nicolaou (1937–2008) war ein deutsch-griechischer Schriftsteller, Übersetzer und Kulturvermittler. Geboren als Sohn griechischer Bauern im thessalischen Dorf Ambeliko, erlebte Nicolao

Neue Dossiers

Die deutsch-griechischen Verflechtungen zur Zeit König Ottos

In keiner Phase der jüngeren und jüngsten Geschichte Griechenlands hat die Einführung staatlicher Institutionen zu einer vergleichbaren gesellschaftlichen und kulturellen Transformation beigetragen wie in den drei Jahrzehnten unter der Herrschaft von König Otto.

Die deutschen Philhellenismen

Das Dossier umfasst verschiedene Felder der deutsch-griechischen Verflechtungen, die bislang für gewöhnlich unter dem einheitlichen Begriff des deutschen Philhellenismus (bzw. des Mishellenismus) subsummiert wurden. Den ersten Angelpunkt der Konferenz bildet die Neubewertung der Rezeptionen von 1821 in den deutschsprachigen Ländern und die Mobilisierung, die sie in Verbindung mit den politischen Bewegungen nördlich der Alpen hervorriefen. In diesen Bewegungen waren freilich von vornherein eine politische und eine kulturelle Komponente miteinander verflochten, die politische Bewegung des Philhellenismus und die aus der einschlägigen Literatur bekannte „Tyrannei Griechenlands über Deutschland“. Selbstverständlich darf die Rolle der griechischen Gemeinden des deutschsprachigen Raumes in diesem Zusammenhang nicht vergessen werden. Den zweiten Angelpunkt bildet die Untersuchung der Transformationen, die diese politisch-kulturelle Verflechtung in den 200 Jahren nach dem Ausbruch der Griechischen Revolution erfuhr.

Deutsch-griechische Verflechtungen vom Deutschen Kaiserreich bis zum Einmarsch der Wehrmacht in Griechenland

Die Sehnsucht der gebildeten Deutschen nach dem, was sie als die Wiege ihrer persönlichen und gesellschaftlichen Identität ansahen, blieb auch in diesen Jahren unvermindert, während sich die Griechen, die auf dem Wege der Bildung zu gesellschaftlicher Reputation gelangen wollten, hauptsächlich (wenn auch nicht ausschließlich) durch die Augen der Deutschen sahen.