Die Essays des Compendiums gliedern sich in Mikrogeschichten (narrative Detailuntersuchungen und Fallanalysen), Makrovorgänge (Praktiken und Netzwerke, Policies und Strukturen), Metanarrative (Konzepte, Deutungsmodelle, Stereotype) und Präsentationen (etwa Projektvorhaben bzw. Rezensionen).
Die enzyklopädischen Artikel liefern Kurzporträts von Personen, Institutionen, Medien, Objekten und Orten der deutsch-griechischen Verflechtungen.
In den Dossiers werden ausgewählte Essays und Artikel so zusammengebracht, dass sie eine kompakte Übersicht über bestimmte thematischen Schwerpunkte geben.
Neue Essays
Soziale Fürsorge und Gegenpropaganda: Rundfunksendungen und Zeitungen für Gastarbeiter in den 1960er Jahren
Der Kalte Krieg im Rundfunk und der Betrieb von Radiosendern auf beiden Seiten des „Eisernen Vorhangs“ wurden offiziell mit der Notwendigkeit begründet, auf die „feindliche Radiopropaganda“ des gegnerischen ideologischen Blocks zu reagieren. In der Bundesrepublik Deutschland entwickelte sich dieser Konflikt zu einer Konfrontation zwischen den Rundfunkanstalten und den Bundesbehörden über den Inhalt und die Ausrichtung fremdsprachiger Radiosendungen für Gastarbeiter aus dem europäischen Süden, die sich im Spannungsfeld zwischen sozialer Fürsorge und Gegenpropaganda bewegte. Die Forderung nach einer reibungslosen Integration der Einwanderer in die deutsche Gesellschaft wurde vor allem durch die Radiosendungen für Griechen zum Ausdruck gebracht, wie z.B. die des Bayerischen Rundfunks, die 1964 eingeführt wurde. Diese Sendung war auch ein Zeichen des gemeinsamen Engagements deutscher und griechischer Akteure und eine Aufforderung, den Schutz des Grundgesetzes und der deutschen Gesetze zur Freiheit und Unabhängigkeit der Medien zu nutzen, um eine unabhängige Kommentierung der Ereignisse und Entwicklungen in Griechenland sicherzustellen.
Die Herausgabe der Zeitung I Elliniki durch das Bundespresseamt bewies, dass es in Westdeutschland ranghohe Staatsbedienstete gab, die im Rahmen der konkurrierenden Propaganda des Kalten Krieges in der Finanzierung von Zeitungen für Gastarbeiter eine wichtige Waffe gegen die kommunistische Einflussnahme sahen.
Übersetzung aus dem Griechischen: Athanassios Tsigkas
Alexandros Mavrokordatos: ein Revolutionär an den Höfen Münchens und Berlins (1834-1837)
Der vorliegende Text bietet einen inhaltlichen Überblick über das Tagebuch von Alexandros Mavrokordatos aus seiner Dienstzeit als Diplomat in Deutschland: Er wurde vom Regentschaftsrat zum Botschafter Griechenlands am bayerischen und preußischen Hof bestimmt. Zusammen mit seiner Familie etablierte er sich nach abenteuerlicher Reise in München, wo er, Fahrten nach Berlin eingeschlossen, zwischen 1834 und 1837 seinen Pflichten nachging. Hauptsächlich auf der Grundlage seines systematisch von ihm geführten Tagebuchs wird zu verdeutlichen unternommen, wie er im Einklang mit den ihm erteilten Anweisungen für die Interessen des neugeschaffenen Staats einzutreten bemüht war. Ebenso erlaubt es das Tagebuch, ein ausreichendes Bild davon zu erstellen, wie Mavrokordatos‘ Leben in deutscher Umgebung ausgesehen hat. Ferner unterrichtet es uns über die offiziellen wie inoffiziellen Kontakte mit bayerischen und preußischen Regierungsinstitutionen und den dort akkreditierten Botschaftern anderer Länder sowie über die Art und Weise, mit der man ihm allseits begegnete. Auch Mavrokordatos‘ Beziehungen zu in München und Berlin angesiedelten Griechen werden angeführt, desgleichen deutsche Errungenschaften, an deren Übernahme in Griechenland ihm gelegen war. Viele Tagebuchnotizen geben seine Eindrücke von Sehenswürdigkeiten wieder, z.B. Bau- und Kunstwerken, die er gesehen hatte, und von der Lebensart der Deutschen. An anderen Stellen wieder trifft man auf Einträge darüber, wie er seine freie Zeit verbrachte, welchen Vergnügungen er nachging, was seinen Alltag ausmachte, über das Verhältnis zu seiner Frau und über die tragischen Momente des Todes seiner Kinder. Als Politiker legt er schließlich seine Reaktionen auf die Ereignisse in Griechenland nieder. Der Text bietet überdies wenige, aber interessante Bewertungen Mavrokordatos‘ über den griechischen Freiheitskampf. Zur Sprache kommt schließlich auch seine Beunruhigung über das, was in Griechenland vor sich geht, und es wird sichtbar, auf welche Weise die politischen und sozialen Gegebenheiten in Deutschland seine Wahrnehmung der Form der politischen Ordnung in Griechenland beeinflussen.
Übersetzung aus dem Griechischen: Joachim Winkler
Από τη Φρανκφούρτη στην Αθήνα: Πώς ο Ψυχοπαίδης διαβάζει «κριτική θεωρία»
Ο Κοσμάς Ψυχοπαίδης, έχοντας μαθητεύσει στο περιβάλλον του Αντόρνο και της Σχολής της Φρανκφούρτης, υιοθετεί την ιδιαίτερη «κριτική στάση» που χαρακτηρίζει εκείνη τη σχολή και, ήδη από την εποχή των σπουδών του και της πρώτης πανεπιστημιακής του θητείας στη Γερμανία, συγκροτεί έναν κύκλο φιλοσοφικών και κοινωνικοεπιστημονικών ερευνών που παρεμβαίνει στη διαμόρφωση του ακαδημαϊκού και κατ’ επέκταση πολιτικού τοπίου στην Ελλάδα – ιδιαίτερα μετά την επιστροφή του το 1981. Επιμένοντας στην ανάδειξη της σημασίας της «πολιτικής μέσα στις έννοιες», επιδίδεται σε έναν συστηματικό και με πάθος αγώνα υπέρ μιας θεωρητικής και συνάμα παρεμβατικής εργασίας προς εξασφάλιση των πολιτικών και κοινωνικών όρων που έχει διακηρύξει ο διαφωτισμός και έχει καταγράψει ως απειλούμενους η μαρξική κριτική αλλά και η ίδια η σύγχρονη πραγματικότητα. Με αυτή τη στοχοθεσία ο Ψυχοπαίδης αξιοποιεί όλον τον κριτικό εννοιολογικό εξοπλισμό που του παρέχει η «κριτική θεωρία» και ιδίως η αντορνική της εκδοχή, προσαρμόζοντας και επενερμηνεύοντας θέσεις της με βάση τις δικές του πρόσθετες, καντιανές κυρίως, προκείμενες. Επεκτείνει έτσι το κεντρικό δίκτυο της φρανκφουρτιανής προβληματικής, που οργανώνεται γύρω από μια σύλληψη της κριτικής ως συμπεριφοράς και ως πρακτικής θεμελιωμένης στην προσδιορισμένη άρνηση, οξύνοντας αλλά και γενικεύοντας την απαίτηση αξιακού προσανατολισμού της θεωρίας. Αυτή η έμφαση προσδίδει στη συγκεκριμένη εκδοχή «κριτικής θεωρίας» μια ιδιαίτερη χροιά, που, σε κάποιο βαθμό, τη διαφοροποιεί από εκείνη του Αντόρνο, επιτρέποντάς της ταυτοχρόνως να συνομιλήσει κριτικά με σύγχρονες κανονιστικές θεωρίες. Κυρίως όμως, το έργο του Ψυχοπαίδη αξιώνει, χάρη σε αυτόν τον ιδιαίτερο προσανατολισμό, να ελέγξει τα ανορθολογικά στοιχεία σχετικιστικών προγραμμάτων που ευδοκίμησαν στην Ελλάδα αλλά και στη Γερμανία κατά τις τελευταίες δεκαετίες.
Neue Artikel
Karl Krazeisen
Karl Krazeisen (1794–1878) war ein deutscher General aus Kastellaun in der Pfalz, dessen Zeichnungen griechischer Freiheitskämpfer zu den bedeutendsten visuellen Zeugnissen des griechischen UnabhäArnold Passow
Arnold Thomas Gottfried Passow (1829–1870) war ein klassischer Philologe und Pädagoge, der vor allem als Herausgeber griechischer Volkslieder bekannt wurde. Als Schwiegersohn des klassischenHans Ditten
Der Byzantinist Hans Ditten (Lebensdaten unbekannt) arbeitete in den 1950er und 1960er Jahren unter Johannes Irmscher als wissenschaftlicher Assistent in der Arbeitsgruppe Byzantinistik am Institut fNeue Dossiers
Die deutsch-griechischen Verflechtungen zur Zeit König Ottos
In keiner Phase der jüngeren und jüngsten Geschichte Griechenlands hat die Einführung staatlicher Institutionen zu einer vergleichbaren gesellschaftlichen und kulturellen Transformation beigetragen wie in den drei Jahrzehnten unter der Herrschaft von König Otto.
Die deutschen Philhellenismen
Das Dossier umfasst verschiedene Felder der deutsch-griechischen Verflechtungen, die bislang für gewöhnlich unter dem einheitlichen Begriff des deutschen Philhellenismus (bzw. des Mishellenismus) subsummiert wurden. Den ersten Angelpunkt der Konferenz bildet die Neubewertung der Rezeptionen von 1821 in den deutschsprachigen Ländern und die Mobilisierung, die sie in Verbindung mit den politischen Bewegungen nördlich der Alpen hervorriefen. In diesen Bewegungen waren freilich von vornherein eine politische und eine kulturelle Komponente miteinander verflochten, die politische Bewegung des Philhellenismus und die aus der einschlägigen Literatur bekannte „Tyrannei Griechenlands über Deutschland“. Selbstverständlich darf die Rolle der griechischen Gemeinden des deutschsprachigen Raumes in diesem Zusammenhang nicht vergessen werden. Den zweiten Angelpunkt bildet die Untersuchung der Transformationen, die diese politisch-kulturelle Verflechtung in den 200 Jahren nach dem Ausbruch der Griechischen Revolution erfuhr.
Deutsch-griechische Verflechtungen vom Deutschen Kaiserreich bis zum Einmarsch der Wehrmacht in Griechenland
Die Sehnsucht der gebildeten Deutschen nach dem, was sie als die Wiege ihrer persönlichen und gesellschaftlichen Identität ansahen, blieb auch in diesen Jahren unvermindert, während sich die Griechen, die auf dem Wege der Bildung zu gesellschaftlicher Reputation gelangen wollten, hauptsächlich (wenn auch nicht ausschließlich) durch die Augen der Deutschen sahen.
