Die Essays des Compendiums gliedern sich in Mikrogeschichten (narrative Detailuntersuchungen und Fallanalysen), Makrovorgänge (Praktiken und Netzwerke, Policies und Strukturen), Metanarrative (Konzepte, Deutungsmodelle, Stereotype) und Präsentationen (etwa Projektvorhaben bzw. Rezensionen).
Die enzyklopädischen Artikel liefern Kurzporträts von Personen, Institutionen, Medien, Objekten und Orten der deutsch-griechischen Verflechtungen.
In den Dossiers werden ausgewählte Essays und Artikel so zusammengebracht, dass sie eine kompakte Übersicht über bestimmte thematischen Schwerpunkte geben.
Neue Essays
Πόσο γερμανικό ήταν το ελληνικό τραγούδι; Τι ελληνικό είχε το γερμανικό τραγούδι;
Το «γερμανικό» στοιχείο στο ελληνικό τραγούδι διαδραμάτισε εντελώς διαφορετικό ρόλο από ότι το «ελληνικό» στοιχείο στο γερμανικό τραγούδι. Ιδέες και αντιλήψεις, που εδραιώθηκαν στη Γερμανία κατά τον 19ο αι, όπως η διάκριση μεταξύ της μουσικής-ως-τέχνης και της μουσικής-ως-διασκέδασης, καθώς και η προγενέστερη χερντεριανή αντίληψη για τον λαϊκό πολιτισμό αφομοιώθηκαν στην παιδεία των μουσικών που είχαν σπουδάσει στα ωδεία, και τους προσέφεραν τις έννοιες μέσω των οποίων κατανόησαν τον ελληνικό μουσικό πολιτισμό. Η Γερμανία του 20ου αιώνα τούς προσέφερε κάποια χειροπιαστά παραδείγματα του πώς να ξεπεράσουν τα προβλήματα που δημιουργούσε η σύγκρουση μεταξύ του εκ Γερμανίας αφομοιωμένου τρόπου αντίληψης της μουσικής και της βιωμένης, ελληνικής μουσικής πραγματικότητας. Σε κάθε περίπτωση, η Γερμανία υπήρξε άμεσος ή έμμεσος τόπος προέλευσης ιδεών για τους μουσουργούς που φιλοδοξούσαν να δημιουργήσουν στην ευρύτερη λογική της μουσικής-ως-τέχνης. Αντιθέτως, η σύγχρονη Ελλάδα αποτέλεσε ονειρικό «τόπο» για την άλλη πλευρά του γερμανικού πολιτιστικού διπόλου, για τη μουσική-ως-διασκέδαση. Στο δυτικογερμανικό Schlager θεματοποιήθηκε ο εξωτισμός και η νοσταλγία για τις διακοπές στον ήλιο, όπου η Ελλάδα βρήκε τη θέση της ανάμεσα στις άλλες χώρες της Μεσογείου, όπως η Ιταλία, η Ισπανία και η Τουρκία, που στη συνέχεια έγιναν αντιληπτές και ως χώρες προέλευσης μεταναστών. Έλληνες τραγουδιστές, συχνά άγνωστοι στην Ελλάδα και οπωσδήποτε λιγότερο δημοφιλείς από ότι στη Γερμανία, εμπλούτισαν το γερμανικό ελαφρό τραγούδι, άλλοτε πλήρως ενσωματωμένοι και άλλοτε ως φορείς εξωτισμού. Η Δυτική Γερμανία δεν αναζήτησε κάτι περισσότερο από την ελληνική μουσική, όπως δείχνει το παράδειγμα της μουσικής του Χατζιδάκι, που βρήκε τη θέση της στη γερμανική μουσική μόνο στην πιο απλουστευμένη της μορφή. Στη δε Ανατολική Γερμανία, ο Θεοδωράκης βρήκε φιλόξενο έδαφος, ως ένα επιτυχημένο παράδειγμα σοσιαλιστή μουσουργού. Η διερεύνηση του μουσικού γίγνεσθαι και των αντιλήψεων για τη μουσική σε συνδυασμό με τη μελέτη της μουσικής αυτής καθεαυτής αναδεικνύει τον διαφορετικό τρόπο με τον οποίο λειτούργησε ο πολιτισμός της μίας χώρας στο εσωτερικό του πολιτισμικού γίγνεσθαι της άλλης· αναδεικνύει την άνιση σχέση μεταξύ των δύο χωρών ―που εκφράστηκε μέσω δύο ανεξαρτήτων διαδρομών μονής κατεύθυνσης που κάλυψαν εντελώς διαφορετικές πολιτισμικές ανάγκες―ανοίγοντας, εντέλει, νέους δρόμους για την περαιτέρω κατανόηση των μεταπολεμικών σχέσεων Ελλάδας και Γερμανίας.
Das Musikleben in Athen am Hof König Ottos I. von Griechenland (1834–1862)
Die als Bavarokratie bezeichnete Bayernherrschaft hat nicht nur im bildungspolitischen Bereich großen Einfluss auf Griechenland genommen. König Otto konnte für die Entwicklung und die Gestaltung des höfischen Musiklebens nicht auf Kontinuitäten, wie z. B. ein Netzwerk aus Adeligen oder ein bestehendes urbanes Kulturleben, zurückgreifen, was den Aufbau grundlegender Strukturen erschwerte. Der damit verbundene Rückzug auf bekanntes Terrain macht den westeuropäischen und auch deutschen Einfluss besonders spürbar. Bis auf wenige Ausnahmen, in denen sich das Zeremoniell für griechische Traditionen öffnete, wurde ein höfisches Musikleben westlicher Prägung aufgebaut. Generell ist die Abgrenzung einer „deutschen Musik“ im höfischen Umfeld schwierig, da bei repräsentativen Anlässen die westeuropäische Kunstmusik im Vordergrund stand. Die Militärmusik war fast gänzlich in deutscher Hand, und der Großteil der höfischen Musikkultur bestand aus westlichen Tänzen und der Darbietung deutscher, französischer oder italienischer Musikstücke. Dadurch konnten sich Verflechtungen zwischen westeuropäischer und griechischer Musik nur zögerlich entwickeln. Die Pflege von deutscher Volksmusik nahm am Hof eher einen kleinen Raum ein und diente fast ausschließlich zur privaten Unterhaltung der Palastangehörigen. Unbestritten ist auch der Einfluss des Hofes auf die Hörgewohnheiten der Griechen, unter denen viele über die öffentlichen Konzerte der Militärkapelle oder über die Hofbälle erstmals mit westlicher Musik in Kontakt kamen. Als ein klassisches Beispiel für den Kulturtransfer kann hier die Akzeptanz von Tänzen in einer Paartanzhaltung gelten. Die Kunstmusik in Griechenland orientiert sich heute stark an europäischen Formen und Gattungen. Für Athen ergaben sich die ersten Berührungspunkte zwischen europäischer Kunstmusik und griechischer Volksmusik unter König Otto, führten aber noch nicht zu kompositorischen Verflechtungen. Das europaweite Phänomen der nationalen Schule in der Musik, nach der seit Beginn des 19. Jahrhunderts europäische Gattungen und Formen der Kunstmusik mit Melodien und Rhythmen der nationalen Volksmusik verbunden wurden, ließ in Griechenland lange auf sich warten. Die Verflechtungen in Musikstücken am Hof König Ottos beschränkten sich auf die Kombination einzelner Teile eines Werkes, z. B. von westlicher Satztechnik mit griechischem Text, entwickelten aber noch keine neue musikalische Identität. Der Beginn einer griechischen nationalen Schule ist 1888 mit der ersten griechischsprachigen Oper von Spyridon Xyndas anzusetzen, also erst lange nach der Regierungszeit König Ottos.
Narrative deutsch-griechischer Verflechtungen auf der documenta 14
Der Essay bietet eine mikrohistorisch dimensionierte Annäherung an die Ausstellung zeitgenössischer Kunst documenta 14 in Athen und Kassel. Als Ausgangspunkt wählt der Text dafür in der Ausstellung etablierte Narrative deutsch-griechischer Verflechtungen und analysiert die kuratorischen und diskursiven Maßnahmen, mit denen sich die Wahl Athens als ein dem traditionellen Ausstellungssitz Kassel ebenbürtiger Veranstaltungsort begründen ließ. Den Begriff der Gastfreundschaft, den die Ausstellung angesichts des unerwarteten Zusammengehens der beiden Städte ausgearbeitet hatte, wird hier als Modell kultureller Verflechtungen interpretiert. Aus diesem Blickwinkel heraus wird die Präsentation der Sammlung des Nationalmuseums für Zeitgenössische Kunst Athen im Fridericianum Kassel, aber auch die Installation The Welcoming Gate (2017) von Zafos Xagoraris untersucht, der die sehr eigentümliche Konstellation von Kriegsgefangenschaft und Gastfreundschaft zugleich in den Vordergrund rückte, die etwa 7.000 griechische Soldaten während des Ersten Weltkriegs in Görlitz erlebten.
Im zweiten Teil des Essays wird die Art und Weise untersucht, mit der die Ausstellung an die Geschichte der deutsch-griechischen Beziehungen herangegangen ist. Das Narrativ, das die documenta 14 entwickelte, zeigte die kolonialistisch eingefärbte Prägung auf, mit der seit Mitte des 18. Jahrhunderts Deutschland (und Westeuropa generell) in Verbindung mit dem antiken und auch modernen Griechenland trat. Dabei räumte die Ausstellung der deutschen bzw. westeuropäischen Perspektive den Vorrang ein und behielt damit a priori die Asymmetrien und hierarchischen Setzungen einer einseitigen Annäherung bei. Gleichzeitig wurde die Darstellung der deutsch-griechischen Verflechtungen bewusst der Achse Kassel–Athen angepasst und damit eine lokale, subnationale und regionale kulturgeschichtliche Sicht in Vorschlag gebracht, welche die üblicherweise auf die Zentren München und Berlin gelegte Emphase umakzentuierte. Indemeine Sektion der Ausstellung in der Neuen Galerie genauerer Betrachtung unterzogen wurde, wurden schließlich die spezifischen Modalitäten analysiert, mit denen die geschichtlichen Gegebenheiten kuratorisch aufgearbeitet worden sind. Die Erschaffung sich räumlich konkretisierender Narrative, mit denen Bilder, Textausschnitte und Archivmaterial zueinander in Bezug gesetzt wurden, vollzog sich auf der Basis von Konnektionen, die sich nicht zu kausalen und zeitlich-historischen Zusammenhängen fügten, sondern sich assoziativ zwischen den Exponaten ergaben und mehrere Zeithorizonte zugleich eröffneten. Diese Mechanik setzte eine Verflechtungsgeschichte in Szene, die sich am Wandel der Maßstäbe orientierte, auf freier narrativer Verknüpfung aufbaute und sich auf eine Vielzahl zeitlicher Bezugnahmen stützte.
Übersetzung aus dem Griechischen: Joachim Winkler
Neue Artikel
Emilios Bendermacher-Jeroussis
Promotion Emilios Bendermacher-Jeroussis (1915-;) war von 1938 bis 1940 als Promotionsstudent an der Universität Hamburg eingeschrieben (Stipendiat Pisanis). Fakultät: Staats- und RechtswissenMatoula Konstantopoulou
Promotion Matoula Konstantopoulou (1912-;) war von 1931 bis 1939 als Promotionsstudentin an der Universität Hamburg eingeschrieben. Fakultät: Philosophische Fakultät Hauptfach: ErziehungswNeue Dossiers
Die deutsch-griechischen Verflechtungen zur Zeit König Ottos
In keiner Phase der jüngeren und jüngsten Geschichte Griechenlands hat die Einführung staatlicher Institutionen zu einer vergleichbaren gesellschaftlichen und kulturellen Transformation beigetragen wie in den drei Jahrzehnten unter der Herrschaft von König Otto.
Die deutschen Philhellenismen
Das Dossier umfasst verschiedene Felder der deutsch-griechischen Verflechtungen, die bislang für gewöhnlich unter dem einheitlichen Begriff des deutschen Philhellenismus (bzw. des Mishellenismus) subsummiert wurden. Den ersten Angelpunkt der Konferenz bildet die Neubewertung der Rezeptionen von 1821 in den deutschsprachigen Ländern und die Mobilisierung, die sie in Verbindung mit den politischen Bewegungen nördlich der Alpen hervorriefen. In diesen Bewegungen waren freilich von vornherein eine politische und eine kulturelle Komponente miteinander verflochten, die politische Bewegung des Philhellenismus und die aus der einschlägigen Literatur bekannte „Tyrannei Griechenlands über Deutschland“. Selbstverständlich darf die Rolle der griechischen Gemeinden des deutschsprachigen Raumes in diesem Zusammenhang nicht vergessen werden. Den zweiten Angelpunkt bildet die Untersuchung der Transformationen, die diese politisch-kulturelle Verflechtung in den 200 Jahren nach dem Ausbruch der Griechischen Revolution erfuhr.
Deutsch-griechische Verflechtungen vom Deutschen Kaiserreich bis zum Einmarsch der Wehrmacht in Griechenland
Die Sehnsucht der gebildeten Deutschen nach dem, was sie als die Wiege ihrer persönlichen und gesellschaftlichen Identität ansahen, blieb auch in diesen Jahren unvermindert, während sich die Griechen, die auf dem Wege der Bildung zu gesellschaftlicher Reputation gelangen wollten, hauptsächlich (wenn auch nicht ausschließlich) durch die Augen der Deutschen sahen.
