Compendium

Die Essays des Compendiums gliedern sich in Mikrogeschichten (narrative Detailuntersuchungen und Fallanalysen), Makrovorgänge (Praktiken und Netzwerke, Policies und Strukturen), Metanarrative (Konzepte, Deutungsmodelle, Stereotype) und Präsentationen (etwa Projektvorhaben bzw. Rezensionen).
Die enzyklopädischen Artikel liefern Kurzporträts von Personen, Institutionen, Medien, Objekten und Orten der deutsch-griechischen Verflechtungen.
In den Dossiers werden ausgewählte Essays und Artikel so zusammengebracht, dass sie eine kompakte Übersicht über bestimmte thematischen Schwerpunkte geben.

Neue Essays

Philhellenismus im Zerrspiegel: E.T.A. Hoffmann, Friedrich Niedmann, Friedrich Heinrich

Absicht der vorliegenden Veröffentlichung ist, am Beispiel der beiden „griechischen“ Erzählungen von E.T.A. Hoffmann Die Irrungen (1821) und Die Geheimnisse (1822) sowie der Possen von Friedrich Niedmann Krähwinkel wie es ist (1828) und von Friedrich Heinrich Die Griechen in Krähwinkel (1825) grundlegende Facetten einer ironischen Apostrophierung philhellenischer Rhetorik und der sogenannten Gräkomanie in der Literatur aufzuzeigen. Die Analyse der Texte fokussiert die Art und Weise, mit der einerseits auf das historische Geschehen eingegangen wird, andererseits konstitutive Topoi des zeitgenössischen philhellenischen Diskurses parodiert werden. Die ironische Bezugnahme auf das Geschehen in Griechenland ist ein weiterer Beleg der thematischen Präsenz des griechischen Freiheitskampfs im deutschsprachigen Raum und der Verbreitung philhellenischer Begeisterung bis in viele Bereiche des Alltags hinein.

Übersetzung aus dem Griechischen: Joachim Winkler 

To Αστεροσκοπείο Αθηνών την περίοδο της «βαυαροκρατίας»

Η ίδρυση του Αστεροσκοπείου Αθηνών το 1842 σχετίζεται με την ένταξη του νεοσύστατου ελληνικού κράτους στην ευρωπαϊκή νεωτερικότητα. Κάθε σημαντική ευρωπαϊκή πόλη όφειλε τον 19ο αιώνα να διαθέτει αστεροσκοπείο, το οποίο καθόριζε την ακριβή ώρα και ήταν σύμβολο της επιστήμης. Το Αστεροσκοπείο Αθηνών εξαρχής βασίστηκε στη γερμανόφωνη παράδοση, κυρίως λόγω συγκυριών: Χρηματοδοτήθηκε από τον ελληνοαυστριακό βαρώνο Σίνα, διευθύνθηκε από τον ελληνοαυστριακό αστρονόμο Βούρη και σχεδιάστηκε από τους Eduard Schaubert και Theophil Hansen, Γερμανό και Δανό αντίστοιχα, με σύμβουλο τον γερμανό αστρονόμο Heinrich Christian Schumacher. Τα ιδεολογικά πρότυπα του κτιρίου του Αστεροσκοπείου ακολουθούν τον νεοκλασικισμό που προβάλλεται από την βαυαρική αυλή. Τα όργανα του αστεροσκοπείου είναι κυρίως αυστριακής παραγωγής και οι εργασίες εκείνης της περιόδου δημοσιεύονται στη γερμανική γλώσσα στο γερμανικό περιοδικό Astronomische Nachrichten. Μετά την αποχώρηση του Βούρη, το αστεροσκοπείο θα το διευθύνει ο Γερμανός Julius Schmidt, συνεχίζοντας την παράδοση των στενών σχέσεων με τη Γερμανία.

Soziale Fürsorge und Gegenpropaganda: Rundfunksendungen und Zeitungen für Gastarbeiter in den 1960er Jahren

Der Kalte Krieg im Rundfunk und der Betrieb von Radiosendern auf beiden Seiten des „Eisernen Vorhangs“ wurden offiziell mit der Notwendigkeit begründet, auf die „feindliche Radiopropaganda“ des gegnerischen ideologischen Blocks zu reagieren. In der Bundesrepublik Deutschland entwickelte sich dieser Konflikt zu einer Konfrontation zwischen den Rundfunkanstalten und den Bundesbehörden über den Inhalt und die Ausrichtung fremdsprachiger Radiosendungen für Gastarbeiter aus dem europäischen Süden, die sich im Spannungsfeld zwischen sozialer Fürsorge und Gegenpropaganda bewegte. Die Forderung nach einer reibungslosen Integration der Einwanderer in die deutsche Gesellschaft wurde vor allem durch die Radiosendungen für Griechen zum Ausdruck gebracht, wie z.B. die des Bayerischen Rundfunks, die 1964 eingeführt wurde. Diese Sendung war auch ein Zeichen des gemeinsamen Engagements deutscher und griechischer Akteure und eine Aufforderung, den Schutz des Grundgesetzes und der deutschen Gesetze zur Freiheit und Unabhängigkeit der Medien zu nutzen, um eine unabhängige Kommentierung der Ereignisse und Entwicklungen in Griechenland sicherzustellen.

Die Herausgabe der Zeitung I Elliniki durch das Bundespresseamt bewies, dass es in Westdeutschland ranghohe Staatsbedienstete gab, die im Rahmen der konkurrierenden Propaganda des Kalten Krieges in der Finanzierung von Zeitungen für Gastarbeiter eine wichtige Waffe gegen die kommunistische Einflussnahme sahen.

Übersetzung aus dem Griechischen: Athanassios Tsigkas

Neue Artikel

Thanassis GeorgiouThanassis (eigtl. Athanassios) Georgiοu (1914–2014) war ein griechischer Journalist, Parteifunktionär und Übersetzer, der seit 1949 in der DDR lebte und arbeitete. Der jüngere Bruder des Jour
Thomas Nicolaou Thomas Nicolaou (1937–2008) war ein deutsch-griechischer Schriftsteller, Übersetzer und Kulturvermittler. Geboren als Sohn griechischer Bauern im thessalischen Dorf Ambeliko, erlebte Nicolao
Alexandros Rizos Rangavis Alexandros Rizos Rangavis (1809–1892), auch Rangabé, war einer der bekanntesten griechischen Dichter, Politiker und Diplomaten des 19. Jahrhunderts, der sich in besonderer Weise um die kulturel

Neue Dossiers

Die deutsch-griechischen Verflechtungen zur Zeit König Ottos

In keiner Phase der jüngeren und jüngsten Geschichte Griechenlands hat die Einführung staatlicher Institutionen zu einer vergleichbaren gesellschaftlichen und kulturellen Transformation beigetragen wie in den drei Jahrzehnten unter der Herrschaft von König Otto.

Die deutschen Philhellenismen

Das Dossier umfasst verschiedene Felder der deutsch-griechischen Verflechtungen, die bislang für gewöhnlich unter dem einheitlichen Begriff des deutschen Philhellenismus (bzw. des Mishellenismus) subsummiert wurden. Den ersten Angelpunkt der Konferenz bildet die Neubewertung der Rezeptionen von 1821 in den deutschsprachigen Ländern und die Mobilisierung, die sie in Verbindung mit den politischen Bewegungen nördlich der Alpen hervorriefen. In diesen Bewegungen waren freilich von vornherein eine politische und eine kulturelle Komponente miteinander verflochten, die politische Bewegung des Philhellenismus und die aus der einschlägigen Literatur bekannte „Tyrannei Griechenlands über Deutschland“. Selbstverständlich darf die Rolle der griechischen Gemeinden des deutschsprachigen Raumes in diesem Zusammenhang nicht vergessen werden. Den zweiten Angelpunkt bildet die Untersuchung der Transformationen, die diese politisch-kulturelle Verflechtung in den 200 Jahren nach dem Ausbruch der Griechischen Revolution erfuhr.

Deutsch-griechische Verflechtungen vom Deutschen Kaiserreich bis zum Einmarsch der Wehrmacht in Griechenland

Die Sehnsucht der gebildeten Deutschen nach dem, was sie als die Wiege ihrer persönlichen und gesellschaftlichen Identität ansahen, blieb auch in diesen Jahren unvermindert, während sich die Griechen, die auf dem Wege der Bildung zu gesellschaftlicher Reputation gelangen wollten, hauptsächlich (wenn auch nicht ausschließlich) durch die Augen der Deutschen sahen.