Compendium

Die Essays des Compendiums gliedern sich in Mikrogeschichten (narrative Detailuntersuchungen und Fallanalysen), Makrovorgänge (Praktiken und Netzwerke, Policies und Strukturen), Metanarrative (Konzepte, Deutungsmodelle, Stereotype) und Präsentationen (etwa Projektvorhaben bzw. Rezensionen).
Die enzyklopädischen Artikel liefern Kurzporträts von Personen, Institutionen, Medien, Objekten und Orten der deutsch-griechischen Verflechtungen.
In den Dossiers werden ausgewählte Essays und Artikel so zusammengebracht, dass sie eine kompakte Übersicht über bestimmte thematischen Schwerpunkte geben.

Neue Essays

Επαναστάσεις ενάντια στην «Τάξη Πραγμάτων της Βιέννης» γύρω στο 1820

Το άρθρο ασχολείται με το ευρύτερο πλαίσιο της ελληνικής επανάστασης, ιδίως με τις επαναστάσεις στη Δυτική Μεσόγειο και με την Τάξη Πραγμάτων της Βιέννης. Σκιαγραφεί αντιτιθέμενες ερμηνείες της ειρήνης μετά το 1815 και υποδεικνύει την κατ’ αρχήν αμφιταλάντευση μεταξύ του φόβου της επανάστασης και μιας (περιορισμένης) προθυμίας για μεταρρυμίσεις.

Μετάφραση από τα γερμανικά: Ιωάννα Μεϊτάνη

Wie deutsch war das griechische Lied? Welche griechischen Elemente gab es im deutschen Lied?

Das “deutsche“ Element im griechischen Liedgut spielte eine völlig andere Rolle als das “griechische“ Element im deutschen. Im 19. Jahrhundert in Deutschland etablierte Ideen und Vorstellungen wie die Unterscheidung zwischen Kunstmusik und Unterhaltungsmusik sowie die vorangegangene Herder‘sche Auffassung von der Volkskultur gingen in die Ausbildung der Musiker ein, die an Musikhochschulen studierten, und lieferten ihnen Begriffe zum Verständnis der griechischen Musikkultur. Das Deutschland des 20. Jahrhunderts bot ihnen einige handfeste Beispiele, wie man die Probleme überwindet, die sich aus dem Zusammenprall zwischen der aus Deutschland stammenden Auffassung der Musik und der gelebten griechischen musikalischen Realität ergeben. Auf jeden Fall war Deutschland direkter oder indirekter Herkunftsort von Ideen für Komponisten, die im weiteren Bereich der Kunstmusik arbeiten wollten. Im Gegensatz dazu war das moderne Griechenland der “Traumort“ für die andere Seite des deutschen kulturellen Pols, für die Unterhaltungsmusik. Im westdeutschen Schlager wurde die Exotik und die Nostalgie nach Ferien in der Sonne thematisiert, wo Griechenland seinen Platz neben anderen Mittelmeerländern wie Italien, Spanien und der Türkei fand, die später auch als Herkunftsländer von Arbeitsmigranten wahrgenommen wurden. Griechische Sängerinnen und Sänger, oft in Griechenland unbekannt und jedenfalls weniger beliebt als in Deutschland, bereicherten, mal vollkommen integriert, mal als Vertreter der Exotik, den deutschen Schlager. Westdeutschland verlangte von der griechischen Musik nicht mehr, wie das Beispiel von Chatzidakis‘ Musik zeigt, die ihre Stelle in der deutschen Musik nur in ihrer äußerst vereinfachten Form fand. In der DDR fand Theodorakis einen fruchtbaren Boden als erfolgreiches Beispiel eines sozialistischen Komponisten. Die Untersuchung des Musikgeschehens und der Vorstellungen über die Musik in Verbindung mit dem Studium der Musik selbst macht die unterschiedliche Art deutlich, auf der die Kultur des einen Landes innerhalb des Kulturgeschehens des anderen funktionierte; es zeigt die ungleiche Beziehung zwischen den beiden Ländern auf – die durch zwei voneinander unabhängige einseitige Bewegungen zum Ausdruck kam, die völlig unterschiedliche kulturelle Bedürfnisse abdeckten – und damit neue Wege zum weiteren Verständnis der griechisch-deutschen Nachkriegsbeziehungen eröffneten.

Übersetzung aus dem Griechischen: Ulf-Dieter Klemm

Carl Diem und die Griechen : „Der deutsche Geist hat hineingestrahlt in das Chaos der Ruinen des Altertums“

Der deutsche Sportfunktionär und Publizist Carl Diem kam 1906 zum ersten Mal nach Griechenland. Als Teilnehmer der Olympischen Zwischenspiele in Athen konnte er ein durchaus positives Bild vom modernen neugriechischen Staat und seinen Bürgern gewinnen. Seine Leidenschaft galt allerdings dem antiken Griechenland und ganz im Sinne des französischen „Vaters der modernen Olympischen Spiele“, Baron Pierre de Coubertin, war er bestrebt, einen engen Bezug zwischen den Olympischen Spielen des Altertums und der Neuzeit herzustellen. Um dieses Anliegen professionell durchführen zu können, stand ihm spätestens seit 1934 ein großer Beraterstab zur Verfügung. Dazu gehörten insbesondere deutsche und griechische Altertumswissenschaftler, Archäologen und Architekten, Sportspezialisten und Politiker. Auf geschickte Weise nutzte Diem dieses große Netzwerk und profitierte von den zahlreichen Kontakten, die vor, während und nach dem Krieg Bestand haben und den Grundstein seiner späteren Karriere bilden sollten. Der Artikel gibt Einblick in Diems Verhältnis zu Griechenland, seine Vorbereitungen und Leistungen anlässlich der Olympischen Sommerspiele 1936 in Berlin sowie seine Beziehungen zur damaligen deutsch-griechischen Kultur- und Intellektuellenszene in Athen.

Neue Artikel

Panos Aravantinos
Δ. Σ. Αραβαντινός
Hermann Müller Hermann Müller (1890–n. d.) war ein deutscher Philologe und Redakteur, der 1948 gemeinsam mit Isidora Kamarinea (später: Rosenthal-Kamarinea) eine Übersetzung der Erzählung Theonichos und Mn

Neue Dossiers

Die deutsch-griechischen Verflechtungen zur Zeit König Ottos

In keiner Phase der jüngeren und jüngsten Geschichte Griechenlands hat die Einführung staatlicher Institutionen zu einer vergleichbaren gesellschaftlichen und kulturellen Transformation beigetragen wie in den drei Jahrzehnten unter der Herrschaft von König Otto.

Die deutschen Philhellenismen

Das Dossier umfasst verschiedene Felder der deutsch-griechischen Verflechtungen, die bislang für gewöhnlich unter dem einheitlichen Begriff des deutschen Philhellenismus (bzw. des Mishellenismus) subsummiert wurden. Den ersten Angelpunkt der Konferenz bildet die Neubewertung der Rezeptionen von 1821 in den deutschsprachigen Ländern und die Mobilisierung, die sie in Verbindung mit den politischen Bewegungen nördlich der Alpen hervorriefen. In diesen Bewegungen waren freilich von vornherein eine politische und eine kulturelle Komponente miteinander verflochten, die politische Bewegung des Philhellenismus und die aus der einschlägigen Literatur bekannte „Tyrannei Griechenlands über Deutschland“. Selbstverständlich darf die Rolle der griechischen Gemeinden des deutschsprachigen Raumes in diesem Zusammenhang nicht vergessen werden. Den zweiten Angelpunkt bildet die Untersuchung der Transformationen, die diese politisch-kulturelle Verflechtung in den 200 Jahren nach dem Ausbruch der Griechischen Revolution erfuhr.

Deutsch-griechische Verflechtungen vom Deutschen Kaiserreich bis zum Einmarsch der Wehrmacht in Griechenland

Die Sehnsucht der gebildeten Deutschen nach dem, was sie als die Wiege ihrer persönlichen und gesellschaftlichen Identität ansahen, blieb auch in diesen Jahren unvermindert, während sich die Griechen, die auf dem Wege der Bildung zu gesellschaftlicher Reputation gelangen wollten, hauptsächlich (wenn auch nicht ausschließlich) durch die Augen der Deutschen sahen.