Compendium

Die Essays des Compendiums gliedern sich in Mikrogeschichten (narrative Detailuntersuchungen und Fallanalysen), Makrovorgänge (Praktiken und Netzwerke, Policies und Strukturen), Metanarrative (Konzepte, Deutungsmodelle, Stereotype) und Präsentationen (etwa Projektvorhaben bzw. Rezensionen).
Die enzyklopädischen Artikel liefern Kurzporträts von Personen, Institutionen, Medien, Objekten und Orten der deutsch-griechischen Verflechtungen.
In den Dossiers werden ausgewählte Essays und Artikel so zusammengebracht, dass sie eine kompakte Übersicht über bestimmte thematischen Schwerpunkte geben.

Neue Essays

Iakovos Polylas und die Rezeption Friedrich Schillers in der neugriechischen Literatur

In diesem Essay werden die theoretischen Anleihen von Iakovos Polylas bei den ästhetischen Reflexionen von Friedrich Schiller untersucht. Es zeigt sich, dass Polylas Schiller vor allem durch Hegel rezipierte, der Schiller als Wegbereiter des Übergangs vom subjektiven zum objektiven Idealismus und als Begründer einer neuen klassisch-romantischen Ästhetik betrachtete, die die Einseitigkeit von Klassik und Romantik überwindet. Per Rückgriff auf die Theorie von Schillers Pathetischerhabenem betrachtete Polylas Solomos als einen idealen Menschen, dessen Leben und Werk als Vehikel zur ästhetischen und moralischen Bildung der griechischen Nation dienen konnte. In diesem Sinne folgte Polylas Schiller in der Auffassung, dass nur die hohe Kunst den Menschen ganzheitlich kultivieren und zum Träger einer neuen und besseren Menschheit und Gesellschaft machen könne.

Übersetzung aus dem Griechischen: Athanassios Tsingas

Ελληνογερμανικές χορωδιακές σχέσεις (1980-2021)

Το ευρύτερο θέμα των ελληνογερμανικών χορωδιακών σχέσεων χωρίζεται σε δύο μεγάλες κατηγορίες: αφενός στις χορωδίες Ελλήνων στη Γερμανία και Γερμανών στην Ελλάδα και αφετέρου στην επικοινωνία, στις ανταλλαγές και στα κοινά προγράμματα ελληνικών και γερμανικών χορωδιών ανεξάρτητα από το θέμα της μετανάστευσης. Το δοκίμιο αυτό αποσκοπεί στην καταγραφή, περιγραφή και ανάδειξη των ελληνογερμανικών χορωδιών, από την ίδρυσή τους έως και το 2021, στην παρουσίαση των ελληνογερμανικών χορωδιακών ανταλλαγών και της σημασίας τους για τη χορωδιακή ζωή και στις δύο χώρες, καθώς και στην υποστήριξη της δημιουργίας ενός δικτύου επικοινωνίας για τη διεύρυνση των ελληνογερμανικών χορωδιακών σχέσεων.

Soziokulturelle Verflechtungen unter den deutschen, westeuropäischen und griechischen Eliten im ottonischen Griechenland

Der Essay untersucht die großen Linien der gesellschaftlichen und kulturellen Verflechtungsprozesse zwischen den deutschen, westeuropäischen und griechischen Eliten im ottonischen Griechenland. Er macht die Ebenen, Kanäle des gegenseitigen Austauschs, Rahmenbedingungen und handelnden Subjekte der vielfältigen und vielschichtigen Verflechtungen sichtbar, über welche deutsche und darüber hinaus westeuropäische Vorbilder in Sachen Bildung, Technologie, Städtebau und Architektur, allesamt kennzeichnend für die gesellschaftliche Diversität und Überlegenheit des gebildeten, begüterten und aufstrebenden Bürgertums und ebenso des europäischen Geburts- bzw. Briefadels, damit begannen, sich unter dem bayerischen Fürsten Otto von Wittelsbach über das kleine, neu gegründete griechische Königreich und insbesondere in seiner neuen Hauptstadt Athen auszubreiten. Wie uns der junge deutsche Archäologe und von 1837 bis 1843 spätere Professor für Klassische Archäologie an der Universität Athen Ludwig Ross berichtet, kam es, als man während der Monate zwischen Sommer 1832 und Anfang 1834 im damals noch als Hauptstadt fungierenden Nafplio auf die Ankunft Ottos wartete, zu interessanten Begegnungen und Kontakten, die die intensiveren, zahlreicheren, nun institutionell formalisierten und gesellschaftlich breiter verankerten Verflechtungen der Eliten in den folgenden drei Jahrzehnten bis zu Ottos Entthronung präjudizierend anbahnten. Hofbeamte, Amtsträger, Offiziere, Diplomaten, hochrangige Verwaltungskräfte, Professoren und Studenten der Universität, Architekten, Kunstmaler, Archäologen, Rechtskundige, Wissenschaftler und verschiedene Freiberufler spielten bei den griechisch-deutschen und intereuropäischen Verflechtungen, bei denen es vornehmlich um die Einbeziehung der griechischen, insbesondere aus nichtgriechischen Gebieten stammenden Eliten in die Sphäre des Westens und seiner Werte ging, eine führende Rolle. Neu etablierte Institutionen wie der Königliche Hof, Strukturen der Exekutive und Rechtspflege, die Universität und andere Bildungs- und Forschungseinrichtungen samt den ihrer Unterbringung dienenden Baulichkeiten, ließen zusammen mit immer luxuriöser werdenden Privatbauten privilegierte Zonen und Räume der Verflechtung und des kulturellen Transfers entstehen, in denen sich der langfristige Prozess der Europäisierung der nun aufkommenden neugriechischen bürgerlichen Gesellschaft vollzog.

Übersetzung aus dem Griechischen: Joachim Winkler

Neue Artikel

Χάινριχ Μπέρνχαρντ ΌπενχαϊμΟ Χάινριχ Μπέρνχαρντ Όπενχαϊμ (Heinrich Bernhard Oppenheim, 1819–1880) ήταν γερμανός νομικός, φιλελεύθερος πολιτικός και δημο
Karl Lehmann Karl Lehmann (1894-1960) war ein Klassischer Archäologe. Lehmann wurde am 27. September 1894 in Rostock geboren. Sein gleichnamiger Vater (1858–1918) war als Juraprofessor an der Universität R
Wilhelm Lang Wilhelm Lang (1832–1915) war ein deutscher Publizist und Schriftsteller, sich u. a. mit der neugriechischen Kultur und Literatur befasste. Nach dem Studium der Theologie in Tübingen war Lang

Neue Dossiers

Die deutsch-griechischen Verflechtungen zur Zeit König Ottos

In keiner Phase der jüngeren und jüngsten Geschichte Griechenlands hat die Einführung staatlicher Institutionen zu einer vergleichbaren gesellschaftlichen und kulturellen Transformation beigetragen wie in den drei Jahrzehnten unter der Herrschaft von König Otto.

Die deutschen Philhellenismen

Das Dossier umfasst verschiedene Felder der deutsch-griechischen Verflechtungen, die bislang für gewöhnlich unter dem einheitlichen Begriff des deutschen Philhellenismus (bzw. des Mishellenismus) subsummiert wurden. Den ersten Angelpunkt der Konferenz bildet die Neubewertung der Rezeptionen von 1821 in den deutschsprachigen Ländern und die Mobilisierung, die sie in Verbindung mit den politischen Bewegungen nördlich der Alpen hervorriefen. In diesen Bewegungen waren freilich von vornherein eine politische und eine kulturelle Komponente miteinander verflochten, die politische Bewegung des Philhellenismus und die aus der einschlägigen Literatur bekannte „Tyrannei Griechenlands über Deutschland“. Selbstverständlich darf die Rolle der griechischen Gemeinden des deutschsprachigen Raumes in diesem Zusammenhang nicht vergessen werden. Den zweiten Angelpunkt bildet die Untersuchung der Transformationen, die diese politisch-kulturelle Verflechtung in den 200 Jahren nach dem Ausbruch der Griechischen Revolution erfuhr.

Deutsch-griechische Verflechtungen vom Deutschen Kaiserreich bis zum Einmarsch der Wehrmacht in Griechenland

Die Sehnsucht der gebildeten Deutschen nach dem, was sie als die Wiege ihrer persönlichen und gesellschaftlichen Identität ansahen, blieb auch in diesen Jahren unvermindert, während sich die Griechen, die auf dem Wege der Bildung zu gesellschaftlicher Reputation gelangen wollten, hauptsächlich (wenn auch nicht ausschließlich) durch die Augen der Deutschen sahen.