Compendium

Die Essays des Compendiums gliedern sich in Mikrogeschichten (narrative Detailuntersuchungen und Fallanalysen), Makrovorgänge (Praktiken und Netzwerke, Policies und Strukturen), Metanarrative (Konzepte, Deutungsmodelle, Stereotype) und Präsentationen (etwa Projektvorhaben bzw. Rezensionen).
Die enzyklopädischen Artikel liefern Kurzporträts von Personen, Institutionen, Medien, Objekten und Orten der deutsch-griechischen Verflechtungen.
In den Dossiers werden ausgewählte Essays und Artikel so zusammengebracht, dass sie eine kompakte Übersicht über bestimmte thematischen Schwerpunkte geben.

Neue Essays

Soziokulturelle Verflechtungen unter den deutschen, westeuropäischen und griechischen Eliten im ottonischen Griechenland

Der Essay untersucht die großen Linien der gesellschaftlichen und kulturellen Verflechtungsprozesse zwischen den deutschen, westeuropäischen und griechischen Eliten im ottonischen Griechenland. Er macht die Ebenen, Kanäle des gegenseitigen Austauschs, Rahmenbedingungen und handelnden Subjekte der vielfältigen und vielschichtigen Verflechtungen sichtbar, über welche deutsche und darüber hinaus westeuropäische Vorbilder in Sachen Bildung, Technologie, Städtebau und Architektur, allesamt kennzeichnend für die gesellschaftliche Diversität und Überlegenheit des gebildeten, begüterten und aufstrebenden Bürgertums und ebenso des europäischen Geburts- bzw. Briefadels, damit begannen, sich unter dem bayerischen Fürsten Otto von Wittelsbach über das kleine, neu gegründete griechische Königreich und insbesondere in seiner neuen Hauptstadt Athen auszubreiten. Wie uns der junge deutsche Archäologe und von 1837 bis 1843 spätere Professor für Klassische Archäologie an der Universität Athen Ludwig Ross berichtet, kam es, als man während der Monate zwischen Sommer 1832 und Anfang 1834 im damals noch als Hauptstadt fungierenden Nafplio auf die Ankunft Ottos wartete, zu interessanten Begegnungen und Kontakten, die die intensiveren, zahlreicheren, nun institutionell formalisierten und gesellschaftlich breiter verankerten Verflechtungen der Eliten in den folgenden drei Jahrzehnten bis zu Ottos Entthronung präjudizierend anbahnten. Hofbeamte, Amtsträger, Offiziere, Diplomaten, hochrangige Verwaltungskräfte, Professoren und Studenten der Universität, Architekten, Kunstmaler, Archäologen, Rechtskundige, Wissenschaftler und verschiedene Freiberufler spielten bei den griechisch-deutschen und intereuropäischen Verflechtungen, bei denen es vornehmlich um die Einbeziehung der griechischen, insbesondere aus nichtgriechischen Gebieten stammenden Eliten in die Sphäre des Westens und seiner Werte ging, eine führende Rolle. Neu etablierte Institutionen wie der Königliche Hof, Strukturen der Exekutive und Rechtspflege, die Universität und andere Bildungs- und Forschungseinrichtungen samt den ihrer Unterbringung dienenden Baulichkeiten, ließen zusammen mit immer luxuriöser werdenden Privatbauten privilegierte Zonen und Räume der Verflechtung und des kulturellen Transfers entstehen, in denen sich der langfristige Prozess der Europäisierung der nun aufkommenden neugriechischen bürgerlichen Gesellschaft vollzog.

Übersetzung aus dem Griechischen: Joachim Winkler

Aspekte des Musiklebens im griechischen Königreich zur Zeit König Ottos

Hier wurde versucht, eine eventuelle deutsche Verflechtung auf drei wichtigen Gebieten des griechischen Musiklebens in der Zeit Ottos darzustellen, und zwar in der Oper, im Bereich von Konzert und musikalischer Geselligkeit – hier sind die Grenzen fließend – und in der Bildung. In Bezug auf die Oper kann festgestellt werden, dass in Athen der Hof mittels der Finanzierung – direkt und über die Regierung auch indirekt – auf das Zustandekommen und die Qualität der jeweiligen Opernsaison maßgeblichen Einfluss ausübte. Auch in der Auswahl des Impresario wirkte er oft entscheidend mit. Dagegen fand sich nur ein einziger Versuch von Seiten des Hofes, direkt auf das Repertoire Einfluss zu nehmen. Deutsche Musiker waren nur in der Bläsergruppe des Opernorchesters relativ stark vertreten – etliche waren gleichzeitig Mitglieder einer Militärkapelle –, während die Streicher überwiegend und die Sänger ausschließlich Italiener waren. Opernbesuche standen jedem offen, der sich ein Billett leisten konnte, und diese Möglichkeit wurde keineswegs nur von der Oberschicht genutzt. In politischen Diskussionen in der Presse diente die teure und „unmoralische“ Oper der antibayerischen Partei oft als Vehikel für Kritik an Hof und Regierung. In den Handelsstädten Hermoupolis und Patras war der Opernbetrieb unabhängig vom hauptstädtischen Einfluss. Das Konzertleben und die musikalische Geselligkeit waren an europäischen Vorbildern orientiert und offensichtlich an das Vorhandensein einer Bevölkerungsschicht mit musikalischer Bildung nach europäischem Vorbild geknüpft. Diese Schicht war ein internationales Gemisch aus den in Athen ansässigen Diplomaten, den deutschen Beamten und den gebildeten Fanarioten wie etwa Alexandros-Rizos Rangavis, aus den Reisenden und einigen Philhellenen, die sich in Athen niedergelassen hatten. Diese Gruppen befanden sich – abgesehen von den Philhellenen – aufgrund des Status Athens als Hauptstadt und Sitz des Hofes in der Stadt. Die öffentlichen Schulen boten an Musikunterricht nur das gemeinsame Singen, nicht mit dem Ziel musikalischer Bildung, sondern für die patriotische, religiöse und ethische Erziehung der Schüler. Außer privaten Musiklehrern ermöglichten vor allem die Privatschulen für Mädchen auch Klavierunterricht, der junge Damen befähigte, eine Gesellschaft musikalisch zu unterhalten, und der ein beachtliches Niveau erreichen konnte. Im Allgemeinen lag die private Musikerziehung zu Ottos Zeit in der Hand der in Griechenland lebenden Italiener, die häufig eine enge Verbindung mit dem Opernbetrieb hatten. Der Musiklehrer Julius Henning aus Bayern ist eher eine Ausnahme.

Αλέξανδρος Μαυροκορδάτος: ένας επαναστάτης στις αυλές του Μονάχου και του Βερολίνου (1834-1837)

Στο κείμενο αυτό έγινε μια εποπτική παρουσίαση του περιεχομένου του ημερολογίου του Αλέξανδρου Μαυροκορδάτου από τη διπλωματική του θητεία στη Γερμανία: Διορίστηκε από την Αντιβασιλεία πρεσβευτής της Ελλάδας στις αυλές της Βαυαρίας και της Πρωσίας. Ύστερα από ένα περιπετειώδες ταξίδι μαζί με την οικογένειά του, θα εγκατασταθεί στο Μόναχο και εκεί, καθώς και με μεταβάσεις του στο Βερολίνο, θα ασκεί τα καθήκοντά του μεταξύ 1834-1837. Με βάση κυρίως το ημερολόγιο που ο ίδιος συστηματικά κρατούσε, επιχειρείται να φανεί πώς προσπάθησε να υπερασπιστεί τα συμφέροντα του νέου κράτους σύμφωνα με τις οδηγίες που είχε λάβει. Το ημερολόγιο επιτρέπει επίσης τη συγκρότηση μιας ικανοποιητικής εικόνας για το πώς έζησε ο Μαυροκορδάτος σε γερμανικό περιβάλλον. Μας πληροφορεί επίσης για τις επίσημες και ανεπίσημες επαφές του με τις βαυαρικές και πρωσικές αρχές και τους εκεί διαπιστευμένους πρεσβευτές των άλλων χωρών, καθώς και για τον τρόπο με τον οποίο όλοι αυτοί τον αντιμετώπισαν. Γίνεται επίσης αναφορά στις σχέσεις του με τους εγκατεστημένους στο Μόναχο και Βερολίνο Έλληνες, αλλά και σε επιτεύγματα των Γερμανών τα οποία ο ίδιος ήθελε να μεταφυτευτούν στη χώρα του. Πολλά σημεία του ημερολογίου περιλαμβάνουν τις εντυπώσεις του από τα αξιοθέατα, όπως τα οικοδομήματα που έβλεπε, από τα έργα τέχνης ή τον τρόπο ζωής των Γερμανών. Αλλού εμφανίζονται καταγραφές για το πώς περνούσε τον ελεύθερο χρόνο του, πώς διασκέδαζε, για την καθημερινότητά του, τις σχέσεις του με τη σύζυγό του και για τις τραγικές στιγμές του θανάτου των παιδιών του. Ως πολιτικός σημειώνει, τέλος, τις αντιδράσεις του για τα συμβάντα στην Ελλάδα. Στο κείμενο δίνονται επίσης λίγες αλλά ενδιαφέρουσες κρίσεις του για την Ελληνική Επανάσταση. Επισημαίνονται, τέλος, οι ανησυχίες του για τα όσα συμβαίνουν στην Ελλάδα και καταδεικνύεται ο τρόπος με τον οποίο η πολιτική και κοινωνική κατάσταση στις γερμανικές χώρες επηρεάζει τις απόψεις του για τη μορφή του πολιτεύματος στην Ελλάδα.

Neue Artikel

Leopold ScheferGottlob Leopold Immanuel Schefer (1784–1862) war ein deutscher Schriftsteller und Komponist, in dessen Werk sich verschiedentlich die Erfahrungen einer mehrjährigen Reise durch Italien, Griechenlan
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Emmanouil Ν. Vyvilakis Der Jurist, Publizist und Politiker Emmanouil Vyvilakis (1806–1880) gilt als erster Grieche, der Jakob Philipp Fallmerayers These von der slawisch-albanischen Herkunft der modernen Griechen zu

Neue Dossiers

Die deutsch-griechischen Verflechtungen zur Zeit König Ottos

In keiner Phase der jüngeren und jüngsten Geschichte Griechenlands hat die Einführung staatlicher Institutionen zu einer vergleichbaren gesellschaftlichen und kulturellen Transformation beigetragen wie in den drei Jahrzehnten unter der Herrschaft von König Otto.

Die deutschen Philhellenismen

Das Dossier umfasst verschiedene Felder der deutsch-griechischen Verflechtungen, die bislang für gewöhnlich unter dem einheitlichen Begriff des deutschen Philhellenismus (bzw. des Mishellenismus) subsummiert wurden. Den ersten Angelpunkt der Konferenz bildet die Neubewertung der Rezeptionen von 1821 in den deutschsprachigen Ländern und die Mobilisierung, die sie in Verbindung mit den politischen Bewegungen nördlich der Alpen hervorriefen. In diesen Bewegungen waren freilich von vornherein eine politische und eine kulturelle Komponente miteinander verflochten, die politische Bewegung des Philhellenismus und die aus der einschlägigen Literatur bekannte „Tyrannei Griechenlands über Deutschland“. Selbstverständlich darf die Rolle der griechischen Gemeinden des deutschsprachigen Raumes in diesem Zusammenhang nicht vergessen werden. Den zweiten Angelpunkt bildet die Untersuchung der Transformationen, die diese politisch-kulturelle Verflechtung in den 200 Jahren nach dem Ausbruch der Griechischen Revolution erfuhr.

Deutsch-griechische Verflechtungen vom Deutschen Kaiserreich bis zum Einmarsch der Wehrmacht in Griechenland

Die Sehnsucht der gebildeten Deutschen nach dem, was sie als die Wiege ihrer persönlichen und gesellschaftlichen Identität ansahen, blieb auch in diesen Jahren unvermindert, während sich die Griechen, die auf dem Wege der Bildung zu gesellschaftlicher Reputation gelangen wollten, hauptsächlich (wenn auch nicht ausschließlich) durch die Augen der Deutschen sahen.