Die Essays des Compendiums gliedern sich in Mikrogeschichten (narrative Detailuntersuchungen und Fallanalysen), Makrovorgänge (Praktiken und Netzwerke, Policies und Strukturen), Metanarrative (Konzepte, Deutungsmodelle, Stereotype) und Präsentationen (etwa Projektvorhaben bzw. Rezensionen).
Die enzyklopädischen Artikel liefern Kurzporträts von Personen, Institutionen, Medien, Objekten und Orten der deutsch-griechischen Verflechtungen.
In den Dossiers werden ausgewählte Essays und Artikel so zusammengebracht, dass sie eine kompakte Übersicht über bestimmte thematischen Schwerpunkte geben.
Neue Essays
Die Medizinische Polizei im Griechenland König Ottos. Deutsche Einflüsse auf das griechische öffentliche Gesundheitswesen
Bei der Beschäftigung mit der Thematik kultureller Verflechtungen auf kulturellem bzw. verwaltungstechnischem Gebiet weckt das vom bayerischen Hof König Ottos eingeführte polizeilich strukturierte Verwaltungssystem besonderes Interesse. Als Polizeiwissenschaft, vor allem aber als Verwaltungspraktik, bildete die Polizei insbesondere in der von dem Arzt und Verwaltungsmann Johann Peter Frank entwickelten Weise das Rückgrat des ottonischen Polizeistaats. Im Einzelnen werden die Organisation und das Handeln der Gesundheitspolizei mitsamt ihren Hauptakteuren (Mitglieder des Medicinalcomité, Professoren der Medizinischen Fakultät Athen, leitende Ärzte der einzelnen Provinzen) präsentiert. Ziel ist, die Kontinuität im Verwaltungshandeln des öffentlichen Gesundheitswesens, die in etwa bis in die Zeit zwischen den beiden Weltkriegen reichte, und ebenso die starke Präsenz der „deutschen“ Medizin und der medizingeographischen Statistik an der Medizinischen Fakultät und im gesundheitlichen Verwaltungswesen aufzuzeigen. Dabei galt es im Auge zu behalten, dass die öffentliche Gesundheit zu König Ottos Zeiten in Wirklichkeit ein Ergebnis vielfältiger Verflechtungen war, zu denen u. a. das „französische“ Element (Neo-Hippokratismus und Physiokratie/Naturbezogenheit) und der Beitrag der „ottomanischen“ Empiriker zu zählen ist.
Übersetzung aus dem Griechischen: Joachim Winkler
Γερμανικά άσματα μέσα από τις συλλογές: Αλέξανδρου Ραγκαβή, Αλέξανδρου Κατακουζηνού και Αναστασίου Μάλτου, από το λυκόφως του 19ου στην αυγή του 20ού αιώνα
Την περίοδο της Ελληνικής Επανάστασης, πολλά από τα φλογερά ποιήματα των ελλήνων λογίων που προσαρμόσθηκαν πάνω σε γνωστές δυτικές μελωδίες, λειτούργησαν ως ένας σημαντικός εθνεγερτικός μηχανισμός καθώς είχαν μεγάλη απήχηση στον ευρύτερο ελληνικό κόσμο. Τα δε γερμανικά άσματα αποτελούν ένα σημαντικό μέρος αυτών. Η έντυπη κυκλοφορία τους σε ανθολογίες, εφημερίδες, διδακτικά εγχειρίδια, φυλλάδια κ.λπ. συνεχίσθηκε μέχρι και το τέλος του 19ου αιώνα. Στο διάβα του χρόνου, το κατεξοχήν πατριωτικό θεματικό περιεχόμενο αυτών των συλλογών εμπλουτίσθηκε με ποιήματα ρομαντικού λυρισμού, προσαρμοσμένα κυρίως σε Volkslieder και Lieder επιφανών γερμανών συνθετών, ακολουθώντας τα ειωθότα. Η συμβολή των έντυπων ανθολογιών των τριών λογίων, Αλέξανδρου Ραγκαβή, Αλέξανδρου Κατακουζηνού και Αναστασίου Μάλτου, στην ευρύτερη διάδοση της γερμανικής μουσικής, κυρίως δε της ρομαντικής, στην Ελλάδα, τόσο στον χώρο της ψυχαγωγίας, όσο και στον χώρο της εκπαίδευσης, υπήρξε καθοριστικής σημασίας. Το παρόν δοκίμιο, λαμβάνοντας υπόψη το ιστορικό πλαίσιο της εποχής εκείνης, εξετάζει αφενός, το περιεχόμενο αυτών των ανθολογιών, παρουσιάζοντας χαρακτηριστικά παραδείγματα, και αφετέρου, τη συμβολή αυτών στον μουσικό εκπολιτισμό της Ελλάδας μέσω της προβολής της γερμανικής ρομαντικής μουσικής.
Narrative deutsch-griechischer Verflechtungen auf der documenta 14
Der Essay bietet eine mikrohistorisch dimensionierte Annäherung an die Ausstellung zeitgenössischer Kunst documenta 14 in Athen und Kassel. Als Ausgangspunkt wählt der Text dafür in der Ausstellung etablierte Narrative deutsch-griechischer Verflechtungen und analysiert die kuratorischen und diskursiven Maßnahmen, mit denen sich die Wahl Athens als ein dem traditionellen Ausstellungssitz Kassel ebenbürtiger Veranstaltungsort begründen ließ. Den Begriff der Gastfreundschaft, den die Ausstellung angesichts des unerwarteten Zusammengehens der beiden Städte ausgearbeitet hatte, wird hier als Modell kultureller Verflechtungen interpretiert. Aus diesem Blickwinkel heraus wird die Präsentation der Sammlung des Nationalmuseums für Zeitgenössische Kunst Athen im Fridericianum Kassel, aber auch die Installation The Welcoming Gate (2017) von Zafos Xagoraris untersucht, der die sehr eigentümliche Konstellation von Kriegsgefangenschaft und Gastfreundschaft zugleich in den Vordergrund rückte, die etwa 7.000 griechische Soldaten während des Ersten Weltkriegs in Görlitz erlebten.
Im zweiten Teil des Essays wird die Art und Weise untersucht, mit der die Ausstellung an die Geschichte der deutsch-griechischen Beziehungen herangegangen ist. Das Narrativ, das die documenta 14 entwickelte, zeigte die kolonialistisch eingefärbte Prägung auf, mit der seit Mitte des 18. Jahrhunderts Deutschland (und Westeuropa generell) in Verbindung mit dem antiken und auch modernen Griechenland trat. Dabei räumte die Ausstellung der deutschen bzw. westeuropäischen Perspektive den Vorrang ein und behielt damit a priori die Asymmetrien und hierarchischen Setzungen einer einseitigen Annäherung bei. Gleichzeitig wurde die Darstellung der deutsch-griechischen Verflechtungen bewusst der Achse Kassel–Athen angepasst und damit eine lokale, subnationale und regionale kulturgeschichtliche Sicht in Vorschlag gebracht, welche die üblicherweise auf die Zentren München und Berlin gelegte Emphase umakzentuierte. Indemeine Sektion der Ausstellung in der Neuen Galerie genauerer Betrachtung unterzogen wurde, wurden schließlich die spezifischen Modalitäten analysiert, mit denen die geschichtlichen Gegebenheiten kuratorisch aufgearbeitet worden sind. Die Erschaffung sich räumlich konkretisierender Narrative, mit denen Bilder, Textausschnitte und Archivmaterial zueinander in Bezug gesetzt wurden, vollzog sich auf der Basis von Konnektionen, die sich nicht zu kausalen und zeitlich-historischen Zusammenhängen fügten, sondern sich assoziativ zwischen den Exponaten ergaben und mehrere Zeithorizonte zugleich eröffneten. Diese Mechanik setzte eine Verflechtungsgeschichte in Szene, die sich am Wandel der Maßstäbe orientierte, auf freier narrativer Verknüpfung aufbaute und sich auf eine Vielzahl zeitlicher Bezugnahmen stützte.
Übersetzung aus dem Griechischen: Joachim Winkler
Neue Artikel
Triantafyllos Dimitriou
Promotion Triantafyllos Dimitriou (-) war von 1929 bis 1939 als Promotionsstudent an der Universität Hamburg eingeschrieben. Fakultät: Medizinische Fakultät Hauptfach: Augenheilkunde WiJohannes Irmscher
Johannes Irmscher (1920–2000) war ein deutscher Altphilologe, Byzantinist und Neogräzist, der maßgeblich am Aufbau der Neogräzistik in der DDR beteiligt war. Der Sohn eines Kunstmalers besΠάουλ Κρέτσμερ
Ο Πάουλ Κρέτσμερ (Paul Kretschmer, 1866–1956) ήταν γερμανός γλωσσολόγος, ειδικευμένος στην ιστορία της ελληνικής γλώσσαNeue Dossiers
Die deutsch-griechischen Verflechtungen zur Zeit König Ottos
In keiner Phase der jüngeren und jüngsten Geschichte Griechenlands hat die Einführung staatlicher Institutionen zu einer vergleichbaren gesellschaftlichen und kulturellen Transformation beigetragen wie in den drei Jahrzehnten unter der Herrschaft von König Otto.
Die deutschen Philhellenismen
Das Dossier umfasst verschiedene Felder der deutsch-griechischen Verflechtungen, die bislang für gewöhnlich unter dem einheitlichen Begriff des deutschen Philhellenismus (bzw. des Mishellenismus) subsummiert wurden. Den ersten Angelpunkt der Konferenz bildet die Neubewertung der Rezeptionen von 1821 in den deutschsprachigen Ländern und die Mobilisierung, die sie in Verbindung mit den politischen Bewegungen nördlich der Alpen hervorriefen. In diesen Bewegungen waren freilich von vornherein eine politische und eine kulturelle Komponente miteinander verflochten, die politische Bewegung des Philhellenismus und die aus der einschlägigen Literatur bekannte „Tyrannei Griechenlands über Deutschland“. Selbstverständlich darf die Rolle der griechischen Gemeinden des deutschsprachigen Raumes in diesem Zusammenhang nicht vergessen werden. Den zweiten Angelpunkt bildet die Untersuchung der Transformationen, die diese politisch-kulturelle Verflechtung in den 200 Jahren nach dem Ausbruch der Griechischen Revolution erfuhr.
Deutsch-griechische Verflechtungen vom Deutschen Kaiserreich bis zum Einmarsch der Wehrmacht in Griechenland
Die Sehnsucht der gebildeten Deutschen nach dem, was sie als die Wiege ihrer persönlichen und gesellschaftlichen Identität ansahen, blieb auch in diesen Jahren unvermindert, während sich die Griechen, die auf dem Wege der Bildung zu gesellschaftlicher Reputation gelangen wollten, hauptsächlich (wenn auch nicht ausschließlich) durch die Augen der Deutschen sahen.
