Compendium

Die Essays des Compendiums gliedern sich in Mikrogeschichten (narrative Detailuntersuchungen und Fallanalysen), Makrovorgänge (Praktiken und Netzwerke, Policies und Strukturen), Metanarrative (Konzepte, Deutungsmodelle, Stereotype) und Präsentationen (etwa Projektvorhaben bzw. Rezensionen).
Die enzyklopädischen Artikel liefern Kurzporträts von Personen, Institutionen, Medien, Objekten und Orten der deutsch-griechischen Verflechtungen.
In den Dossiers werden ausgewählte Essays und Artikel so zusammengebracht, dass sie eine kompakte Übersicht über bestimmte thematischen Schwerpunkte geben.

Neue Essays

Neuvermittelte Zugänge zur Hegelschen Philosophie über die Rezeption des Werks von John McDowell in Griechenland

Von der kritischen Aneignung von Elementen der Frankfurter Schule bis zu den Lesarten der Phänomenologie des Geistes, die auf der anthropologischen Sichtweise von Alexandre Kojève aufbauen, sind die griechischen Philosophen des 20. Jahrhunderts über vielerlei Zugangswege mit der Tradition des deutschen Idealismus vertraut. In der vorliegenden Arbeit wird das Wiederaufflammen des Interesses am Übergang von den Thesen Kants zu jenen Hegels anhand der Untersuchung weitgehend analoger Positionen auf dem Boden der erkenntnistheoretischen Problematik heutiger analytischer Philosophie überprüfend nachvollzogen. Insbesondere wird der Verlauf der Rezeption des Werks Mind and World und weiterer, neuerer Arbeiten von John McDowell beschrieben, ebenso aber auch der Interpretation von Texten des deutschen Idealismus, die er unter Bezugnahme auf bis heute andauernde Diskussionen ins Gespräch bringt. Diese Diskussionen ermöglichen die Bearbeitung neuer, allgemeinerer Auseinandersetzungen mit dem philosophischen Erbe der jüngeren Vergangenheit und machen den Weg frei für eine kreative Konvergenz analytischer und kontinentaler philosophischer Methoden.

Übersetzung aus dem Griechischen: Joachim Winkler

Alexandros Mavrokordatos: ein Revolutionär an den Höfen Münchens und Berlins (1834-1837)

Der vorliegende Text bietet einen inhaltlichen Überblick über das Tagebuch von Alexandros Mavrokordatos aus seiner Dienstzeit als Diplomat in Deutschland: Er wurde vom Regentschaftsrat zum Botschafter Griechenlands am bayerischen und preußischen Hof bestimmt. Zusammen mit seiner Familie etablierte er sich nach abenteuerlicher Reise in München, wo er, Fahrten nach Berlin eingeschlossen, zwischen 1834 und 1837 seinen Pflichten nachging. Hauptsächlich auf der Grundlage seines systematisch von ihm geführten Tagebuchs wird zu verdeutlichen unternommen, wie er im Einklang mit den ihm erteilten Anweisungen für die Interessen des neugeschaffenen Staats einzutreten bemüht war. Ebenso erlaubt es das Tagebuch, ein ausreichendes Bild davon zu erstellen, wie Mavrokordatos‘ Leben in deutscher Umgebung ausgesehen hat. Ferner unterrichtet es uns über die offiziellen wie inoffiziellen Kontakte mit bayerischen und preußischen Regierungsinstitutionen und den dort akkreditierten Botschaftern anderer Länder sowie über die Art und Weise, mit der man ihm allseits begegnete. Auch Mavrokordatos‘ Beziehungen zu in München und Berlin angesiedelten Griechen werden angeführt, desgleichen deutsche Errungenschaften, an deren Übernahme in Griechenland ihm gelegen war. Viele Tagebuchnotizen geben seine Eindrücke von Sehenswürdigkeiten wieder, z.B. Bau- und Kunstwerken, die er gesehen hatte, und von der Lebensart der Deutschen. An anderen Stellen wieder trifft man auf Einträge darüber, wie er seine freie Zeit verbrachte, welchen Vergnügungen er nachging, was seinen Alltag ausmachte, über das Verhältnis zu seiner Frau und über die tragischen Momente des Todes seiner Kinder. Als Politiker legt er schließlich seine Reaktionen auf die Ereignisse in Griechenland nieder. Der Text bietet überdies wenige, aber interessante Bewertungen Mavrokordatos‘ über den griechischen Freiheitskampf. Zur Sprache kommt schließlich auch seine Beunruhigung über das, was in Griechenland vor sich geht, und es wird sichtbar, auf welche Weise die politischen und sozialen Gegebenheiten in Deutschland seine Wahrnehmung der Form der politischen Ordnung in Griechenland beeinflussen.

Übersetzung aus dem Griechischen: Joachim Winkler

Το Δ‘ Σώμα Στρατού κατά τον Α’ Παγκόσμιο Πόλεμο και η κληρονομιά του Görlitz

Όσα δραματικά για την εδαφική ακεραιότητα της Ελλάδας συνέβησαν στην Ανατολική Μακεδονία από τον Μάιο του 1916 κορυφώθηκαν με την παράδοση της Καβάλας στους Βουλγάρους και την αποδοχή της γερμανικής πρότασης εκ μέρους της διοίκησης του Δ΄ Σώματος Στρατού για τη «φιλοξενία» του στην μικρή πόλη του Görlitz στην Άνω Σιλεσία. Η μακρά παραμονή 6.530 κληρωτών, αξιωματικών και του συνόλου της Χωροφυλακής από την Ανατολική Μακεδονία και τη Φλώρινα τροφοδότησε με νέα εύφλεκτη ύλη τον Εθνικό Διχασμό, αλλά σήμαινε πολύ περισσότερα μακροπρόθεσμα για τις ελληνογερμανικές σχέσεις. Μετά τη μακρινή οθωνική περίοδο ήταν η δεύτερη φορά –σε μια αντιστροφή της διαδρομής– που Έλληνες και Γερμανοί συνυπήρξαν –στην πραγματικότητα εντός μιας πόλης– για τόσο μεγάλο χρονικό διάστημα. Με την επιστροφή του Δ΄ Σώματος στην Ελλάδα, οι «Γκαιρλιτσιώτες», πέρα από τη συλλήβδην ενοχοποίησή τους, συγκρότησαν μια διακριτή κατηγορία μεταφοράς γερμανικών προτύπων και ιδεών στο ελληνικό έδαφος. Ως εκ τούτου, αναζητήθηκαν επισταμένως από τη γερμανική διπλωματία κατά τη διάρκεια του ελληνικού Μεσοπολέμου, μια αναζήτηση που δεν διακόπηκε ούτε όταν οι δυνάμεις του Γ΄ Ράιχ εισέβαλαν και κατέλαβαν τη χώρα. Σε μια καταληκτική περιοδολόγηση, η γερμανική Κατοχή συνιστά την τρίτη (και πιο τραυματική) περίοδο μιας πληθυσμιακής επαφής μαζικού χαρακτήρα και πάλι στο πλαίσιο ενός παγκοσμίου πολέμου, ενώ η μεταπολεμική ελληνική μετανάστευση στη Δυτική Γερμανία ήταν η τελευταία στη σύγχρονη ιστορία των «διασταυρώσεων» και η μόνη εθελούσια (εξαιρουμένης φυσικά της μαζικοποίησης του τουριστικού φαινομένου).

Neue Artikel

Irmgard TschichIrmgard Tschich (Lebensdaten unbekannt) war in den 1970er Jahren als Lektorin für den Berliner Blanvalet-Verlag tätig. Ihre dort unter dem Titel Die Kinder von Lamagari (1972) veröffentlichte Über
Karl Dieterich Karl Dieterich (1869–1935) war ein deutscher Byzantinist und Neogräzist. Bereits vor der Aufnahme seines Studiums an der Berliner Universität, wo er 1890-95 vergleichende Sprachwissenschaft
Rudolf Presber Hermann Otto Rudolf Presber (1868–1935) war ein deutscher Journalist, Schriftsteller und Bühnenautor, der 1906 eine Übertragung des Dramas Die Bilderstürmer (Οι Ίσαυροι/Εικονο

Neue Dossiers

Die deutsch-griechischen Verflechtungen zur Zeit König Ottos

In keiner Phase der jüngeren und jüngsten Geschichte Griechenlands hat die Einführung staatlicher Institutionen zu einer vergleichbaren gesellschaftlichen und kulturellen Transformation beigetragen wie in den drei Jahrzehnten unter der Herrschaft von König Otto.

Die deutschen Philhellenismen

Das Dossier umfasst verschiedene Felder der deutsch-griechischen Verflechtungen, die bislang für gewöhnlich unter dem einheitlichen Begriff des deutschen Philhellenismus (bzw. des Mishellenismus) subsummiert wurden. Den ersten Angelpunkt der Konferenz bildet die Neubewertung der Rezeptionen von 1821 in den deutschsprachigen Ländern und die Mobilisierung, die sie in Verbindung mit den politischen Bewegungen nördlich der Alpen hervorriefen. In diesen Bewegungen waren freilich von vornherein eine politische und eine kulturelle Komponente miteinander verflochten, die politische Bewegung des Philhellenismus und die aus der einschlägigen Literatur bekannte „Tyrannei Griechenlands über Deutschland“. Selbstverständlich darf die Rolle der griechischen Gemeinden des deutschsprachigen Raumes in diesem Zusammenhang nicht vergessen werden. Den zweiten Angelpunkt bildet die Untersuchung der Transformationen, die diese politisch-kulturelle Verflechtung in den 200 Jahren nach dem Ausbruch der Griechischen Revolution erfuhr.

Deutsch-griechische Verflechtungen vom Deutschen Kaiserreich bis zum Einmarsch der Wehrmacht in Griechenland

Die Sehnsucht der gebildeten Deutschen nach dem, was sie als die Wiege ihrer persönlichen und gesellschaftlichen Identität ansahen, blieb auch in diesen Jahren unvermindert, während sich die Griechen, die auf dem Wege der Bildung zu gesellschaftlicher Reputation gelangen wollten, hauptsächlich (wenn auch nicht ausschließlich) durch die Augen der Deutschen sahen.