Compendium

Die Essays des Compendiums gliedern sich in Mikrogeschichten (narrative Detailuntersuchungen und Fallanalysen), Makrovorgänge (Praktiken und Netzwerke, Policies und Strukturen), Metanarrative (Konzepte, Deutungsmodelle, Stereotype) und Präsentationen (etwa Projektvorhaben bzw. Rezensionen).
Die enzyklopädischen Artikel liefern Kurzporträts von Personen, Institutionen, Medien, Objekten und Orten der deutsch-griechischen Verflechtungen.
In den Dossiers werden ausgewählte Essays und Artikel so zusammengebracht, dass sie eine kompakte Übersicht über bestimmte thematischen Schwerpunkte geben.

Neue Essays

Der Einmarsch der Wehrmacht in Griechenland (April-Mai 1941)

Der Einmarsch der Wehrmacht in Griechenland während des Zweiten Weltkriegs – und die anschließende Besatzungszeit – stellt in der neueren Geschichte den größten Bruch in den traditionell guten Beziehungen zwischen Griechenland und Deutschland dar. Das Metaxas-Regime hatte bis zum Vorabend des Krieges versucht, diese freundschaftlichen Beziehungen (vor allem die wirtschaftlichen und kulturellen) aufrechtzuerhalten, um eine militärische Konfrontation mit dem Dritten Reich zu vermeiden, ohne jedoch das außenpolitische Bündnis mit Großbritannien in Frage zu stellen. Hitlers Eingreifen mit den Unternehmen Marita und Merkur, zu einer Zeit, als es in erster Linie um den Angriff gegen die Sowjetunion ging, sollte nicht nur die Ehre der Achsenmächte in Griechenland nach der Niederlage der Italiener retten, sondern auch die Briten aufhalten, die versuchten, die Kontrolle über Kreta zu behalten. Die strategischen Pläne Nazideutschlands erforderten die Sicherung der weiteren Region vor Beginn des Unternehmens Barbarossa. Der Einsatz zahlreicher eigentlich für die Ostfront vorgesehener Eliteeinheiten auf dem Balkan und insbesondere im Griechenlandfeldzug und der unerwartet starke griechische Widerstand, auf den die deutschen Truppen stießen, sowie die Verluste in der „Schlacht der Festungen“ und der „Schlacht um Kreta“, erzwangen nicht nur den späten Start der deutschen Offensive gegen die Sowjetunion, sondern brachten auch die strategische Planung der NS-Führung durcheinander. Diese Dokumentation stützt sich bei der Beantwortung dieser Fragen auf offizielle deutsche Militärakten, Kopien, die das Forschungszentrum für Neuere Griechische Geschichte (Κέντρο Ερεύνης της Ιστορίας του Νεωτέρου Ελληνισμού – KEINE) der Akademie von Athen besitzt; sie befinden sich in der dortigen Sammlung unter dem Sammelbegriff German Seized Records (G.S.R.). Zudem wurden die einschlägigen publizierten Quellen des Generalstabs des griechischen Heeres/Direktion Heeresgeschichte (Γενικό Επιτελείο Στρατού/Διεύθυνση Ιστορίας Στρατού – GES/DIS), Online-Primärquellen sowie die umfassende Bibliographie dieses Zeitraums berücksichtigt.

Übersetzung aus dem Griechischen: Athanassios Tsingas

Bayern und „Zugereiste“: Rekrutierungen durch die „Fremdherrschaft“ und die Veteranen des Freiheitskampfes von 1821 zur Regierungszeit von König Otto in Griechenland (1833 – 1862)

Der vorherrschende Diskurs über die Freiheitskämpfer von 1821 hat die Darstellungen der Bayern in der öffentlichen Geschichte Griechenlands entscheidend beeinflusst. Dieser Diskurs hat sich in großen Teilen bereits während Ottos Regierungszeit herausgebildet. Die anfangs zu Gunsten der bayerischen Regierung vorgebrachten Argumente stützten sich auf die Forderung nach Modernisierung und die Ablehnung der überkommenen Praktiken der osmanischen Vergangenheit. Die traditionellen Waffenträger verkörperten diese Vergangenheit, gleichzeitig jedoch verkörperten sie auch den Freiheitskampf von 1821, den Gründungsakt des griechischen Staates. Daher verletzten die Auflösung der irregulären Streitkräfte des Freiheitskampfes und die allgemeine Militärpolitik der Bayern in gewissem Sinne das Griechentum selbst, das diese „Schützer der Nation“ repräsentierten, vor allem in einer Gesellschaft, die von der „Megali Idea“ durchdrungen war. Gleichzeitig verursachte der Ausschluss der Freiheitskämpfer von den öffentlichen Ämtern ein Gefühl des „nicht entgoltenen“ Kampfes, das ursächlich war für viele Aufstände. Parallel zu den Modernisierungsverfechtern, die anfangs die Militärreformen unterstützten, trugen die Streitigkeiten zwischen den Freiheitskämpfern ihrerseits dazu bei, dass sich nicht von Anfang an eine gemeinsame Front gegen die Bayern bildeten. Jeder Freiheitskämpfer oder jede Faktion versuchte, sich mit der Staatsgewalt zu verbünden, und auf diese Bemühungen folgten Aufstände und erneute Verhandlungen über die Bedingungen der Unterwerfung. Sehr bald jedoch, und ohne dass die Drängeleien untereinander jemals aufhörten, scharten sich die Freiheitskämpfer und die Autochthonen, die sich diesen Titel aneigneten, gegenüber dem zusammen, was als Fremdherrschaft aufgefasst wurde: ein Zustand, der sie hinderte, die öffentlichen Stellen einzunehmen, die sie als für ihre Dienste geschuldete Belohnung ansahen. Der Bayer bildete die Kategorie des unerwünschten Fremden, nicht notwendigerweise die verabscheuungswürdigste. Das „Ressentiment gegen die Bayern“ war einer der ausländerfeindlichen Diskurse, der mit dem Autochthonenkult und der Bewegung gegen die Fanarioten koexistierte. Als Gegenentwurf aller drei Fälle erschien der Freiheitskämpfer, der seine Wut rechtfertigte, indem er sich auf die Empörung des griechischen Volkes gegenüber einer fremden Tyrannei und deren zugereisten griechischen Helfern berief. Im Gegensatz jedoch zum Autochthonenkult und der Bewegung gegen die Fanarioten passte das Ressentiment gegen die Bayern in den nationalen Diskurs. Nach den Osmanen waren die Bayern der nächste semantische „Andere“, der es der Nation erlaubte, ihre Identität negativ zu definieren. Im Konflikt mit den Bayern haben die Freiheitskämpfer ihre nationale Überlegenheit bekräftigt. Obwohl also die Revolution vom 3. September geschah, damit „die Bayern und anschließend wir die Auslandsgriechen“ vertrieben wurden, hat sich letztlich die Version des ruhmreichen nationalen Widerstands gegen die „Bavarokratie“ durchgesetzt.

Übersetzung aus dem Griechischen: Ulf-Dieter Klemm

«Miteinander reden!»: Έλληνες καλλιτέχνες στο Δυτικό Βερολίνο κατά τον ψυχροπολεμικό διχασμό

Σε αυτό το δοκίμιο παρουσιάζεται η στάση των ελλήνων καλλιτεχνών που ήταν εγκατεστημένοι στο Δυτικό Βερολίνο κατά τις δεκαετίες του ’60 και ’70 απέναντι στα τρέχοντα γερμανικά ζητήματα, κυρίως στην πολιτική και κοινωνική διαίρεση του Βερολίνου με την ανέγερση του Τείχους. Η προσωρινή εγκατάστασή τους στο Δυτικό Βερολίνο οδήγησε τους καλλιτέχνες αυτούς, μεταξύ των οποίων ο Αλέξης Ακριθάκης, Κωνσταντίνος Ξενάκης, Γιάννης Ψυχοπαίδης και Κώστας Τσόκλης, να προσεγγίσουν σύγχρονες και κρατούσες οπτικές για το ζήτημα της διαίρεσης και της έλλειψης επικοινωνίας, με αποτέλεσμα να συνδέσουν το έργο τους με την κοινωνική, πολιτική και ιστορική πραγματικότητα του Βερολίνου. Οι έλληνες καλλιτέχνες, βιώνοντας την κοινωνική και πολιτική κατάσταση της μεταπολεμικής γερμανικής πόλης, εξέφρασαν τους προβληματισμούς τους, άσκησαν κριτική, κατήγγειλαν την ύπαρξη του Τείχους και τελικά θεματοποίησαν στο έργο τους τη διαίρεση της πόλης. Την ίδια στιγμή ανάμεσα στα έργα των ελλήνων καλλιτεχνών που ασχολήθηκαν με το ζήτημα της διαίρεσης εντοπίζονται ρητορικά τεχνάσματα της αλληγορίας, της φαντασίας και του παραλόγου, όπως παρατηρείται αντίστοιχα στη δυστοπική ιδέα της «Εξόδου» της ομάδας ΟΜΑ, όπου το Τείχος γίνεται η προϋπόθεση της ελευθερίας μέσα από την αυτοφυλάκιση. Μέσω των έργων τους τόσο οι έλληνες καλλιτέχνες όσο και η ομάδα ΟΜΑ εξέφρασαν έννοιες της ιδεατής ελευθερίας, του εγκλεισμού και της επικοινωνίας. Στην προσπάθειά τους να συμμεριστούν τις εμπειρίες, τα βιώματα, τα συναισθήματα και γενικότερα την καθημερινότητα των πολιτών του Βερολίνου, οι έλληνες καλλιτέχνες δημιούργησαν έργα και συνθέσεις που δομούνται σε σύμβολα της καθημερινότητας, φωτογραφίες, ρεαλιστικά κολάζ, φωτομοντάζ, οργανικά και ανόργανα υλικά. Σε αυτά προβάλλονται σαφείς αναφορές στο Τείχος του Βερολίνου, στο ζήτημα της έλλειψης επικοινωνίας και του εγκλεισμού, στο αδιέξοδο ενώ συγχρόνως διαπιστώνεται η ενσωμάτωση των καλλιτεχνών αυτών στη γερμανική καλλιτεχνική σκηνή και η στροφή τους προς τις σύγχρονες καλλιτεχνικές τάσεις.

Neue Artikel

Günter Dietz Günter Dietz (1930–2017) war ein deutscher Altphilologe, Lyriker und Übersetzer neugriechischer Literatur. Der aus Karlsruhe gebürtige Dietz studierte in Freiburg i. Br. Klassische Philolo
Χέρμαν ΛύμπκεΟ Χέρμαν Λύμπκε (Hermann Lübke, 1857–1923) ήταν κλασικός φιλόλογος και καθηγητής γυμνασίου, που ασχολήθηκε με την έρευν
Helmut von den Steinen Helmut von den Steinen (1890–1956) war ein deutscher Literat und Literaturübersetzer. Der Sohn des bedeutenden Ethnologen Karl von den Steinen betrieb nach dem Abitur am Charlottenburger Ref

Neue Dossiers

Die deutsch-griechischen Verflechtungen zur Zeit König Ottos

In keiner Phase der jüngeren und jüngsten Geschichte Griechenlands hat die Einführung staatlicher Institutionen zu einer vergleichbaren gesellschaftlichen und kulturellen Transformation beigetragen wie in den drei Jahrzehnten unter der Herrschaft von König Otto.

Die deutschen Philhellenismen

Das Dossier umfasst verschiedene Felder der deutsch-griechischen Verflechtungen, die bislang für gewöhnlich unter dem einheitlichen Begriff des deutschen Philhellenismus (bzw. des Mishellenismus) subsummiert wurden. Den ersten Angelpunkt der Konferenz bildet die Neubewertung der Rezeptionen von 1821 in den deutschsprachigen Ländern und die Mobilisierung, die sie in Verbindung mit den politischen Bewegungen nördlich der Alpen hervorriefen. In diesen Bewegungen waren freilich von vornherein eine politische und eine kulturelle Komponente miteinander verflochten, die politische Bewegung des Philhellenismus und die aus der einschlägigen Literatur bekannte „Tyrannei Griechenlands über Deutschland“. Selbstverständlich darf die Rolle der griechischen Gemeinden des deutschsprachigen Raumes in diesem Zusammenhang nicht vergessen werden. Den zweiten Angelpunkt bildet die Untersuchung der Transformationen, die diese politisch-kulturelle Verflechtung in den 200 Jahren nach dem Ausbruch der Griechischen Revolution erfuhr.

Deutsch-griechische Verflechtungen vom Deutschen Kaiserreich bis zum Einmarsch der Wehrmacht in Griechenland

Die Sehnsucht der gebildeten Deutschen nach dem, was sie als die Wiege ihrer persönlichen und gesellschaftlichen Identität ansahen, blieb auch in diesen Jahren unvermindert, während sich die Griechen, die auf dem Wege der Bildung zu gesellschaftlicher Reputation gelangen wollten, hauptsächlich (wenn auch nicht ausschließlich) durch die Augen der Deutschen sahen.