Compendium

Die Essays des Compendiums gliedern sich in Mikrogeschichten (narrative Detailuntersuchungen und Fallanalysen), Makrovorgänge (Praktiken und Netzwerke, Policies und Strukturen), Metanarrative (Konzepte, Deutungsmodelle, Stereotype) und Präsentationen (etwa Projektvorhaben bzw. Rezensionen).
Die enzyklopädischen Artikel liefern Kurzporträts von Personen, Institutionen, Medien, Objekten und Orten der deutsch-griechischen Verflechtungen.
In den Dossiers werden ausgewählte Essays und Artikel so zusammengebracht, dass sie eine kompakte Übersicht über bestimmte thematischen Schwerpunkte geben.

Neue Essays

Eine Jugend in Griechenland (1837–1840): Die Sehnsuchtsreise des Altertumsforschers Ernst Curtius

Die in den Briefen Ernst Curtius’ aufgezeichneten spontanen Meldungen aus der Gründungszeit des griechischen Staates, insbesondere aus der neuen Hauptstadt Athen, beinhalten wertvolle Bilder aus der Sicht eines jungen Gelehrten. Die keineswegs zweckgerichteten Mitteilungen vertreten undogmatische Ansichten, weitgehend frei von Ideologien. Obwohl die kritische Lektüre dieser historischen Korrespondenz auf gewisse Grenzen stößt, wird ihre Bedeutung deutlich, wenn man sie mit den Ansichten des reifen klassischen Philologen Ernst Curtius abgleicht: es besteht eine große Nähe zwischen seinen wissenschaftlichen Ansichten und der Sichtweise, die er während seiner Zeit in Hellas eingenommen hatte. Bestimmte Themen, die in diesen früheren Beobachtungen widerhallen, werden immer wieder in seinen späteren Reden thematisiert. Die Hauptzüge seiner Geisteshaltung sowie seine Sensibilität, schöpfen aus den Erlebnissen der Griechenlandreise seiner Jugendjahre, die ihn offensichtlich entscheidend geprägt hatte. Das hier vorgestellte Korpus von Briefen beinhaltet Eindrücke von Orten, Stadtbildern, Ereignissen und Landschaften, die von Kommentaren begleitet werden. Die Bedeutung dieser Beobachtungen beschränkt sich nicht nur auf die Interessen eines Altertumsforschers. Ihre Spannbreite umfasst auch wichtige politische, soziologische und volkskundlich-ethnologische Aspekte des griechischen Lebens der 1830er Jahre.

Übersetzung aus dem Griechischen: Alexander Papageorgiou-Venetas

Philhellenismus im Zerrspiegel: E.T.A. Hoffmann, Friedrich Niedmann, Friedrich Heinrich

Absicht der vorliegenden Veröffentlichung ist, am Beispiel der beiden „griechischen“ Erzählungen von E.T.A. Hoffmann Die Irrungen (1821) und Die Geheimnisse (1822) sowie der Possen von Friedrich Niedmann Krähwinkel wie es ist (1828) und von Friedrich Heinrich Die Griechen in Krähwinkel (1825) grundlegende Facetten einer ironischen Apostrophierung philhellenischer Rhetorik und der sogenannten Gräkomanie in der Literatur aufzuzeigen. Die Analyse der Texte fokussiert die Art und Weise, mit der einerseits auf das historische Geschehen eingegangen wird, andererseits konstitutive Topoi des zeitgenössischen philhellenischen Diskurses parodiert werden. Die ironische Bezugnahme auf das Geschehen in Griechenland ist ein weiterer Beleg der thematischen Präsenz des griechischen Freiheitskampfs im deutschsprachigen Raum und der Verbreitung philhellenischer Begeisterung bis in viele Bereiche des Alltags hinein.

Übersetzung aus dem Griechischen: Joachim Winkler 

Ελληνογερμανικές χορωδιακές σχέσεις (1980-2021)

Το ευρύτερο θέμα των ελληνογερμανικών χορωδιακών σχέσεων χωρίζεται σε δύο μεγάλες κατηγορίες: αφενός στις χορωδίες Ελλήνων στη Γερμανία και Γερμανών στην Ελλάδα και αφετέρου στην επικοινωνία, στις ανταλλαγές και στα κοινά προγράμματα ελληνικών και γερμανικών χορωδιών ανεξάρτητα από το θέμα της μετανάστευσης. Το δοκίμιο αυτό αποσκοπεί στην καταγραφή, περιγραφή και ανάδειξη των ελληνογερμανικών χορωδιών, από την ίδρυσή τους έως και το 2021, στην παρουσίαση των ελληνογερμανικών χορωδιακών ανταλλαγών και της σημασίας τους για τη χορωδιακή ζωή και στις δύο χώρες, καθώς και στην υποστήριξη της δημιουργίας ενός δικτύου επικοινωνίας για τη διεύρυνση των ελληνογερμανικών χορωδιακών σχέσεων.

Neue Artikel

Άνταλμπερτ ΜπόυζενΟ Άνταλμπερτ Μπόυζεν (Adalbert Boysen, 1843–1912) ήταν γερμανός στρατιωτικός, εκδότης σειράς μελετών για την Ελλάδα και Î
Konstantinos S. KonstantopoulosPromotion Konstantinos S. Konstantopoulos (1905-;)  war von 1925 bis 1940  als Promotionsstudent an der Universität Hamburg eingeschrieben. Fakultät: Staats- und Rechtswissenschaftliche Faku
Ioannis Kalitsounakis Ioannis Kalitsounakis (1878–1966) war ein griechischer Philologe, der lange in Berlin forschte und lehrte. Kalitsounakis studierte Philologie, Geschichte und Pädagogik an den Universitäten

Neue Dossiers

Die deutsch-griechischen Verflechtungen zur Zeit König Ottos

In keiner Phase der jüngeren und jüngsten Geschichte Griechenlands hat die Einführung staatlicher Institutionen zu einer vergleichbaren gesellschaftlichen und kulturellen Transformation beigetragen wie in den drei Jahrzehnten unter der Herrschaft von König Otto.

Die deutschen Philhellenismen

Das Dossier umfasst verschiedene Felder der deutsch-griechischen Verflechtungen, die bislang für gewöhnlich unter dem einheitlichen Begriff des deutschen Philhellenismus (bzw. des Mishellenismus) subsummiert wurden. Den ersten Angelpunkt der Konferenz bildet die Neubewertung der Rezeptionen von 1821 in den deutschsprachigen Ländern und die Mobilisierung, die sie in Verbindung mit den politischen Bewegungen nördlich der Alpen hervorriefen. In diesen Bewegungen waren freilich von vornherein eine politische und eine kulturelle Komponente miteinander verflochten, die politische Bewegung des Philhellenismus und die aus der einschlägigen Literatur bekannte „Tyrannei Griechenlands über Deutschland“. Selbstverständlich darf die Rolle der griechischen Gemeinden des deutschsprachigen Raumes in diesem Zusammenhang nicht vergessen werden. Den zweiten Angelpunkt bildet die Untersuchung der Transformationen, die diese politisch-kulturelle Verflechtung in den 200 Jahren nach dem Ausbruch der Griechischen Revolution erfuhr.

Deutsch-griechische Verflechtungen vom Deutschen Kaiserreich bis zum Einmarsch der Wehrmacht in Griechenland

Die Sehnsucht der gebildeten Deutschen nach dem, was sie als die Wiege ihrer persönlichen und gesellschaftlichen Identität ansahen, blieb auch in diesen Jahren unvermindert, während sich die Griechen, die auf dem Wege der Bildung zu gesellschaftlicher Reputation gelangen wollten, hauptsächlich (wenn auch nicht ausschließlich) durch die Augen der Deutschen sahen.