Die Essays des Compendiums gliedern sich in Mikrogeschichten (narrative Detailuntersuchungen und Fallanalysen), Makrovorgänge (Praktiken und Netzwerke, Policies und Strukturen), Metanarrative (Konzepte, Deutungsmodelle, Stereotype) und Präsentationen (etwa Projektvorhaben bzw. Rezensionen).
Die enzyklopädischen Artikel liefern Kurzporträts von Personen, Institutionen, Medien, Objekten und Orten der deutsch-griechischen Verflechtungen.
In den Dossiers werden ausgewählte Essays und Artikel so zusammengebracht, dass sie eine kompakte Übersicht über bestimmte thematischen Schwerpunkte geben.
Neue Essays
Das Vierte Armeekorps im Ersten Weltkrieg und das Erbe von Görlitz
Die dramatischen Ereignisse rings um die territoriale Integrität Griechenlands in Ost-Mazedonien seit Mai 1916 gipfelten in der Preisgabe Kavalas an die Bulgaren und in der Annahme des deutschen Angebots an die Führung des 4. Armeekorps, „gastfreundliche Aufnahme“ in der oberschlesischen Kleinstadt Görlitz zu finden. Der langwährende Aufenthalt von 6.530 Wehrpflichtigen, Offizieren und der gesamten Landgendarmerie aus Ost-Mazedonien und Florina nährte das Nationale Schisma mit neuer, leichtentzündlicher Brisanz, hatte aber mehr noch weitreichende Bedeutung für die griechisch-deutschen Beziehungen. Nach der langjährigen ottonischen Periode war es das zweite, diesmal gegenläufige Mal, dass Griechen und Deutsche in der Lebensrealität einer Stadt für einen so langen Zeitraum koexistierten. Von ihrer pauschalen Diskriminierung einmal abgesehen, entwickelten sich die „Görlitzioten“ nach der Rückkehr des 4. Korps nach Griechenland zu einer ganz eigenen Kategorie des Transfers deutscher Vorbilder und Ideen auf griechischen Boden. Entsprechend gezielt ging die deutsche Diplomatie während der griechischen Zwischenkriegszeit den „Görlitzioten“ nach, ein Bemühen, das selbst dann nicht unterbrochen wurde, als die Streitkräfte des Dritten Reichs als Besatzer in das Land einfielen. Aus der Perspektive abschließender Periodisierung stellt die deutsche Besatzungszeit –abermals im Rahmen eines Weltkrieges– die dritte und am meisten traumatische Periode eines massenhaften Bevölkerungskontakts dar. Demgegenüber war die griechische Auswanderung nach Westdeutschland nicht nur die letzte in der zeitgenössischen Geschichte der „Verflechtungen“, sondern auch die einzige freiwillige – sofern man einmal das Phänomen Massentourismus beiseite lässt.
Übersetzung aus dem Griechischen: Joachim Winkler
Η Medizinische Polizei στην Ελλάδα του Όθωνα: Γερμανικές επιρροές στην ελληνική δημόσια υγεία
Μέσα στο πλαίσιο των πολιτισμικών διασταυρώσεων και των διασταυρώσεων τεχνογνωσίας σε θέματα διοίκησης, ιδιαίτερο ενδιαφέρον έχει η εισαγωγή της αστυνομικής διακυβέρνησης από την βαυαρική Αυλή του Όθωνα. Ως επιστήμη (Polizeiwissenschaft), αλλά κυρίως ως διοικητική πρακτική, η αστυνομία, ιδίως, όπως αναπτύχθηκε από τον γιατρό και διοικητικό Johann Peter Frank, αποτέλεσε τον κορμό του οθωνικού Polizeistaat. Συγκεκριμένα, παρουσιάζεται η οργάνωση και η πράξη της υγειονομικής αστυνομίας, καθώς και οι βασικοί συντελεστές της (τα μέλη του Ιατροσυνεδρίου, οι καθηγητές της Ιατρικής Σχολής Αθηνών, οι νομοϊατροί). Σκοπός είναι να αναδειχτεί τόσο η συνέχεια των διοικητικών υγειονομικών πρακτικών, που διατηρούνται ως τον Μεσοπόλεμο περίπου, όσο και η έντονη παρουσία της «γερμανικής» ιατρικής και στατιστικής (ιατρική γεωγραφία) στην Ιατρική Σχολή και στην υγειονομική διοίκηση, χωρίς αυτό να σημαίνει ότι δεν αναγνωρίζεται ότι η δημόσια υγεία επί Όθωνα ήταν στην πραγματικότητα το αποτέλεσμα πολλαπλών διασταυρώσεων, μεταξύ των οποίων συγκαταλέγονται οι «γαλλικές» (νεο-ιπποκρατισμός και φυσιοκρατία) και οι «οθωμανικές» (εμπειρικοί γιατροί).
Zwischen Athen und München: Zur Rezeption des malerischen Schaffens von Nikolaos Gysis (1842-1901)
Nach Nikolaos Gysis’ Tod im Jahre 1901 publizierte der Schweizer Kunstkritiker William Ritter über den Maler eine Abfolge von Texten, in denen er unter dem Stichwort „Attizismus“ eine Reihe ästhetischer und maltechnischer Eigenheiten des allegorischen und religiösen Spätwerks Gysis’ zusammenstellte. In den folgenden Jahren wurden Übersetzungen dieser Texte in der griechischen Presse veröffentlicht, die dazu führten, dass sich griechische Kunstkritiker und Intellektuelle Ritters Ideen unter Berufung auf sein Prestige zu eigen machen und sie dergestalt weiterentwickelten, dass sie der Untermauerung und Legitimierung ihrer eigenen Narrative über Hellenizität dienlich sein konnten. Parallel dazu war Gysis’ letztes Werk unter Mitgliedern des Kreises um Stefan George zum Diskussionsthema geworden und Schülerinnen und Schüler des Malers begannen damit, in der Deutschen Theosophischen Gesellschaft aktiv zu werden. Im Rahmen dieser Osmoseprozesse hielt Rudolf Steiner einen Vortrag über den Künstler, dessen Inhalt in Griechenland womöglich nie bekannt geworden ist. Der Umstand, dass die ästhetischen Präferenzen Ritters und Steiners in unterschiedliche Weltanschauliche Denkstrukturen eingebettet sind, könnte teilweise erklärlich machen, wieso Steiners Ideen in Griechenland auf solche Rezeptions- und Aneignungsschwierigkeiten gestoßen sind.
Übersetzung aus dem Griechischen: Joachim Winkler
Neue Artikel
Βέρνερ φον Χαξτχάουζεν
Ο Βέρνερ φον Χαξτχάουζεν (Werner Moritz Maria Graf von Haxthausen, 1780–1842) ήταν γερμανός φιλόλογος και δημόσιος υπάλληλος, ο οποAugust Boltz
August Konstantin Boltz (1809-1907) war ein deutscher Sprachlehrer und Übersetzer, der u. a. durch Übersetzungen aus dem Neugriechischen und Studien über die neugriechische Sprache hervortrat.Karl Dieterich
Karl Dieterich (1869–1935) war ein deutscher Byzantinist und Neogräzist. Bereits vor der Aufnahme seines Studiums an der Berliner Universität, wo er 1890-95 vergleichende SprachwissenschaftNeue Dossiers
Die deutsch-griechischen Verflechtungen zur Zeit König Ottos
In keiner Phase der jüngeren und jüngsten Geschichte Griechenlands hat die Einführung staatlicher Institutionen zu einer vergleichbaren gesellschaftlichen und kulturellen Transformation beigetragen wie in den drei Jahrzehnten unter der Herrschaft von König Otto.
Die deutschen Philhellenismen
Das Dossier umfasst verschiedene Felder der deutsch-griechischen Verflechtungen, die bislang für gewöhnlich unter dem einheitlichen Begriff des deutschen Philhellenismus (bzw. des Mishellenismus) subsummiert wurden. Den ersten Angelpunkt der Konferenz bildet die Neubewertung der Rezeptionen von 1821 in den deutschsprachigen Ländern und die Mobilisierung, die sie in Verbindung mit den politischen Bewegungen nördlich der Alpen hervorriefen. In diesen Bewegungen waren freilich von vornherein eine politische und eine kulturelle Komponente miteinander verflochten, die politische Bewegung des Philhellenismus und die aus der einschlägigen Literatur bekannte „Tyrannei Griechenlands über Deutschland“. Selbstverständlich darf die Rolle der griechischen Gemeinden des deutschsprachigen Raumes in diesem Zusammenhang nicht vergessen werden. Den zweiten Angelpunkt bildet die Untersuchung der Transformationen, die diese politisch-kulturelle Verflechtung in den 200 Jahren nach dem Ausbruch der Griechischen Revolution erfuhr.
Deutsch-griechische Verflechtungen vom Deutschen Kaiserreich bis zum Einmarsch der Wehrmacht in Griechenland
Die Sehnsucht der gebildeten Deutschen nach dem, was sie als die Wiege ihrer persönlichen und gesellschaftlichen Identität ansahen, blieb auch in diesen Jahren unvermindert, während sich die Griechen, die auf dem Wege der Bildung zu gesellschaftlicher Reputation gelangen wollten, hauptsächlich (wenn auch nicht ausschließlich) durch die Augen der Deutschen sahen.
