Antonios Manarakis

1820, Ermoupoli (Syros) - nach 1889

Sprachlehrer, Übersetzer

Antonios Manarakis (geb. 1820, gest. nach 1889) war ein griechischer Deutschlehrer und Übersetzer griechischer Literatur ins Deutsche.

Der von der Insel Syros stammende Manarakis kam als Stipendiat der griechischen Regierung über Basel nach München, wo er nach kurzem Besuch des Griechischen Lyzeums ab November 1836 zunächst an der Philosophischen, ab 1837/38 für drei Jahre an der Juristischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität studierte.

Zurück in Griechenland, war Manarakis laut eigener Aussage hauptsächlich als Deutschlehrer, u. a. an der Kadettenschule in Piräus, tätig (vgl. Manarakis 1889). Im Zusammenhang dieser Tätigkeit veröffentlichte er 1876 gemeinsam mit seinem ehemaligen Münchener Kommilitonen Ioannis K. Delijannis eine Grammatik der deutschen Sprache (Γραμματική της γερμανικής γλώσσης) und 1889 ein Griechisch-deutsches Konversationsbuch für Deutsch lernende Griechen und Griechisch lernende Deutsche. Außerdem betätigte er sich als Übersetzer neugriechischer Literatur ins Deutsche. Seine 1877–1881 in acht Heften erschienene Anthologie Neugriechischer Parnass verfolgte das Ziel, die Deutschen mit den ausgezeichneteren Werken der neueren Dichter Griechenlands bekannt zu machen. Sie enthielt u. a. Lyrik von Aristotelis Valaoritis, Alexandros Rizos Rangavis, Angelos Vlachos, Jeorjios Zalakostas und Dimitrios Paparrigopoulos. Auch wenn das Vorhaben der Sammlung in der deutschsprachigen Presse allgemein begrüßt wurde, fand sie bei den zeitgenössischen Rezensenten aufgrund zahlreicher Übersetzungsmängel eine überwiegend negative Aufnahme.

Zitierweise

Marco Hillemann, »Antonios Manarakis«, in: Alexandros-Andreas Kyrtsis und Miltos Pechlivanos (Hg.), Compendium der deutsch-griechischen Verflechtungen, 09.09.2020, URI: https://comdeg.eu/compendium/artikel/94751/.

Metadaten

Artikeltyp Person
Index Antonios Manarakis
Verfasser*in Marco Hillemann
Siehe auch Antonios Manarakis (Biogramm)
Lizenz CC BY-NC-ND 4.0
Sprache Deutsch

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