
Online-Compendium
der deutsch-griechischen Verflechtungen
Das Online-Compendium (ComDeG)
ist ein frei zugängliches, multiperspektivisches Referenzwerk für die deutsch-griechische Geschichte seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert. Diese bilaterale Geschichte soll als schon immer verflochten in europäischen transnationalen Interaktionen, Interpretationen und Übersetzungen erkennbar werden.
Das ComDeG umfasst zum einen die Essays, Artikel und Dossiers des Compendiums der deutsch-griechischen Verflechtungen, das vom Centrum Modernes Griechenland (CeMoG) mit dem Institut für Griechisch-Deutsche Beziehungen (EMES) der Nationalen und Kapodistrias-Universität Athen in Kooperation erarbeitet wird. Zum anderen beinhaltet das Informationsangebot die Wissensbasis des CeMoG mit Daten zu Personen, Institutionen, Objekten, Ereignissen, Wirkungsorten, Kontaktzonen und Vermittlungspraktiken sowie die damit vernetzten Sammlungen bibliographischer Einträge.
So erhalten Forscher*innen, Student*innen und allgemein Interessierte ein Werkzeug, das den Facettenreichtum der deutsch-griechischen Beziehungen dokumentiert und die Erforschung ihrer Geschichte(n) unterstützt. Weiterlesen
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Essays im Fokus
Griechische Doktorand(inn)en an der Universität Hamburg von der Gründung der Universität 1919 bis 1941
Anhand der verfügbaren Archivalien (Promotionsbücher, erhaltene Dissertationsexemplare, Promotionsakten, ggf. Personalakten) werden die Daten zu den griechischen Studierenden und insbesondere Doktorand*innen an der Universität Hamburg in den Zwischenkriegsjahren gesammelt und ausgewertet. Entscheidend für die Aufnahme in die Untersuchung ist das Jahr der ersten Immatrikulation, zahlreiche Vorgänge reichen in die 1940er Jahre. Das Archiv der Deutsch-Griechischen Gesellschaft Hamburg wird ebenfalls herangezogen, um die Verquickung privater und universitärer Interessen in der Freien und Hansestadt nachzuzeichnen. Ausgewertet werden Lebensläufe, Angaben zu Betreuern, Gutachtern und Prüfern, ggf. auch Gutachten und sonstige Vorgänge. Genau genommen gibt es nur eine einzige Doktorandin, und ihr Verfahren endete nicht erfolgreich. Falls verfügbar gilt ein besonderes Augenmerk solchen Informationen, die sich einerseits auf die Attraktivität der Universität Hamburg, bestimmte Fächer und bestimmte Professoren und andererseits auf die Einstellung der Doktorand*innen zum Nationalsozialismus und ggf. auch auf das Umerzählen des eigenen Lebenslaufes nach 1945 beziehen. Besondere Aufmerksamkeit galt auch Informationen bzgl. Stipendien. Um weitere Untersuchungen der Art anzuregen wird auf die Methoden und die Art der Archivalien selbst mit beabsichtigter Ausdrücklichkeit eingegangen.
Namensliste aus Anhang 1: Daten zu den Promotionsverfahren, in denen eine Doktorprüfung stattgefunden hat
Die folgende Namensliste beruht auf der im Anhang 1 des Essays gegebenen Dokumentation der Promotionsverläufe der hier aufgeführten Doktorand*innen. Die ausführliche Dokumentation der Promotionsverläufe ist in den personenbezogenen Artikeln zu finden, die auf der Grundlage des Anhangs für das Online-Compendium der deutsch-griechischen Verflechtungen erstellt wurden. Die Nennungen erfolgen bei allen Fakultäten nach der chronologischen Folge der Matrikeleinträge; wenn keine Matrikeleinträge vorliegen nach dem Semester lt. Lebenslauf, in dem das Studium in Hamburg aufgenommen wurde.
Philosophische Fakultät
1. Basil Exarchos (SoSe 1928)
2. Emanuel G. Sarris (SoSe 1929)
3. Euripides Constantopoulos (WS 1929/30)
4. Matoula Constantopoulos (WS 1931/32)
5. Ioannes Ioannides (SoSe 1934)
6. Georgios Dimitrakos (WS 1935/36)
7. Peter Coulmas (1939)
8. Dr. iur. Demetrios S. Constantopoulos (1938/39)
Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät
1. Constantin S. Constantopoulos (WS 1925/26)
2. Kyriakos Spiliopoulos (SoSe 1926)
3. Leon Pisani (1926/27; Sose 1929)
4. Dimitrios Dimitriou (WS 1927/28)
5. Ch[aralambos N.] Fragistas (SoSe 1929)
6. Alexander Tsirintanis (SoSe 1929)
7. Stamatios Woiwodas (SoSe 1929)
8. Spyro Malamos (WS 1932/33)
9. Phaedon Sachsamanoglou (SoSe 1934/35)
10. Demetrios S. Constantopoulos (WS 1933/34)
11. Demetrios Sp. Emmanuel (WS 1933/34)
12. Stylianos Karakantas (SoSe 1935)
13. Theodor Deligeorgios (SoSe 1936)
14. Nikolaos Woiwoidas (SoSe 1936)
15. Aemilios Bendermacher (SoSe 1938)
16. Georgios S. Constantopoulos (SoSe 1938)
17. Nikolaos Deloukas (SoSe 1938)
18. Euthymios Papageorgiou (WS 1938/39)
Medizinische Fakultät
1. Sergios Serefis (WS 1922/22)
2. Nikolas Kerestetzopoulos-Koursis (WS 1922/23)
3. Basilios Malamos (WS 1925/26)
4. Athanasios Domenikos (SoSe 1927)
5. Triantafillos Dimitriou (WiSe 1929/30)
6. Athanasios Karajannis (WS 1931/32)
7. Angelos Pistofidis (WS 1935/36)
8. Panagiotis Grigoriadis (WS 1937/38)
9. Konstantinos Nikolaides (WS 1937/38)
10. Panagiotis Nassuphis (SoSe 1937)
Namensliste aus Anhang 2: Einträge Griechinnen/Griechen bzw. griechische Namen im Matrikelportal aus den Jahren bis einschließlich 1941; keine Dissertation/Promotion nachgewiesen
1. Kouremetis, Gregor (WS 1920/21)
2. Agallopulos, Christos (WS 1921/22)
3. Kyriakos, Lysandros (WS 1921/22)
4. Spiliopoulos, Georges (WS 1921/22)
5. Damassiotis, Stelios (im Matrikelportal: Hellios) (SoSe 1922)
6. Konniniotes, Christos (SoSe 1922)
7. Bitsakis, Elefteri (WS 1922/23)
8. Spiliopulos, Spyridon (WS 1922/23)
9. Valavaniotis, Christos (im Matrikelportal: Nalavaniotis) (SoSe 1923)
10. Niarchos, Demetrius (WS 1923/24)
11. Tzannides, Alexander (SoSe 1924)
12. Alexandrides, Konstantin (SoSe 1925)
13. Palaeologos, Georg (SoSe 1925)
14. Evangelides, Alexander (WS 1926/27)
15. Papajanni, Michel (SoSe 1928)
16. Floros, Paul (WS 1928/29)
17. Papasacharin, Johann (SoSe 1929)
18. Philippopoulos, Denis (d.i. Dionysios) (WS 1929/30)
19. Kokkinopoulos, Dimitrios (SoSe1929/30)
20. Mavroidis, Jean (SoSe 1920)
21. Christodoulou, A.(WS 1930/31)
22. Vlachopoulos, Ch. (WS 1930/31)
23. Wassiliou, Philon (WS 1930/31)
24. Pippas, Demosthenes (SoSe 1931)
25. Skura, Helene (SoSe 1931)
26. Kostopanagiotis, Vasileios (WS 1931/32)
27. Gedeon, Sophie (SoSe 1932)
28. Chryssoverghi, A. (WS 1932/33)
29. Dimitriou, Ir. (WS 1932/33)
30. Damtsas, Alexander (WS 1933/34)
31. Nantzu, Elly (SoSe 1934)
32. Chronis, Johs. (WS 1934/35)
33. Thomaides, Xenophon (1934/35)
34. Gasis, Andreas (SoSe 1935)
35. Lambadaridis, Gregorios (WS 1935/36)
36. Vassilakis, Christos (WS 1935/36)
37. Konstantinides, Demetrius (SoSe 1936)
38. Mousenidis, Kyriakos (SoSe 1936)
39. Diamantopoulos, Theodoros (WS 1936/37)
40. Karapalis, Paschalis (WS 1936/37)
41. Peraticos, Michael (WS 1936/37)
42. Sourmelis, Antonios (im Matrikelportal: Soyrmelis) (WS 1936/37)
43. Karipi, Hero (SoSe 1937)
44. Anagnostidis, Nikolaos (WS 1937/38)
45. Kyriazis, Konstantin (SoSe 1938)
46. Bondonris, Konstantin (wahscheinlich Μποντονρής, Κ.) (WS 1938/39)
47. Jannopoulos, Konstantin (WS 1938/39)
48. Papagerakis, Johannis (WS 1938/39)
49. Belesos, Nikon (wahrscheinlich Μπελέζος, Νίκων) (SoSe 1939)
50. Konstantopoulou, Stavroula (SoSe 1939)
51. Laskar, Kostas (SoSe 1939)
52. Papadopoulos, Miltiades (SoSe 1939)
53. Petropulos, Georg (SoSe 1939)
Deutsche Versöhnungspolitik 2014-2019 und die Rolle der griechischen Märtyrergemeinden (Opferdörfer)
Es wird die deutsche Versöhnungspolitik gegenüber Griechenland in der Zeit 2014-2019 aus einer politikwissenschaftlichen Sicht beleuchtet und dabei auf einschlägige Literatur des jüngeren akademischen Felds der Versöhnungsforschung eingegangen. Es werden Versäumnisse und Charakteristika der letzten 70 Jahre bilateraler Beziehungen dargestellt und der vollzogene deutsche Politikwechsel beschrieben. Symbolische Gesten wie Gedenkreden und Kranzniederlegungen, aber auch pragmatische Ansätze wie die Schaffung des deutsch-griechischen Zukunftsfonds und die Etablierung des deutsch-griechischen Jugendwerks werden diskutiert. Im Fokus stehen nicht nur die deutsche Versöhnungspolitik, sondern auch die griechischen Märtyrerstädte und -dörfer, die Empfänger dieser Politik sein sollen. Damit wird gezeigt, welche Chancen und Grenzen deutsche symbolische Gesten für eine gemeinsame Erinnerungskultur und für einen Versöhnungsprozess haben. Zur Eingrenzung der Thematik werden die jüdischen Gemeinden Griechenlands sowie die Reparationsdebatte nicht behandelt. Der Beitrag untersucht einen lang-ausgebliebenen Annäherungsprozess. Dieser Prozess ist auf die Aufmerksamkeit und das Engagement unterschiedlicher Akteure aus beiden Ländern angewiesen und stellt einen Knotenpunkt deutsch-griechischer Verflechtungen dar.
Artikel im Fokus
Helmut Schareika
Helmut Schareika (1946–2018) war ein deutscher Philologe, Lektor und Übersetzer. Nach dem Studium der Klassischen Philologie, Germanistik, Byzantinischen und Neugriechischen Philologie wurde SchPeter Kowald
Peter Kowald (1944–2002) war ein deutscher Jazzmusiker mit engen Verbindungen nach Griechenland. Wie Kowald selbst bekundete, reichte seine Affinität zu Griechenland bis in seine Wuppertaler JugDossiers im Fokus
Die deutsch-griechischen Verflechtungen zur Zeit König Ottos
In keiner Phase der jüngeren und jüngsten Geschichte Griechenlands hat die Einführung staatlicher Institutionen zu einer vergleichbaren gesellschaftlichen und kulturellen Transformation beigetragen wie in den drei Jahrzehnten unter der Herrschaft von König Otto.
Die deutschen Philhellenismen
Das Dossier umfasst verschiedene Felder der deutsch-griechischen Verflechtungen, die bislang für gewöhnlich unter dem einheitlichen Begriff des deutschen Philhellenismus (bzw. des Mishellenismus) subsummiert wurden. Den ersten Angelpunkt der Konferenz bildet die Neubewertung der Rezeptionen von 1821 in den deutschsprachigen Ländern und die Mobilisierung, die sie in Verbindung mit den politischen Bewegungen nördlich der Alpen hervorriefen. In diesen Bewegungen waren freilich von vornherein eine politische und eine kulturelle Komponente miteinander verflochten, die politische Bewegung des Philhellenismus und die aus der einschlägigen Literatur bekannte „Tyrannei Griechenlands über Deutschland“. Selbstverständlich darf die Rolle der griechischen Gemeinden des deutschsprachigen Raumes in diesem Zusammenhang nicht vergessen werden. Den zweiten Angelpunkt bildet die Untersuchung der Transformationen, die diese politisch-kulturelle Verflechtung in den 200 Jahren nach dem Ausbruch der Griechischen Revolution erfuhr.
