
Online-Compendium
der deutsch-griechischen Verflechtungen
Das Online-Compendium (ComDeG)
ist ein frei zugängliches, multiperspektivisches Referenzwerk für die deutsch-griechische Geschichte seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert. Diese bilaterale Geschichte soll als schon immer verflochten in europäischen transnationalen Interaktionen, Interpretationen und Übersetzungen erkennbar werden.
Das ComDeG umfasst zum einen die Essays, Artikel und Dossiers des Compendiums der deutsch-griechischen Verflechtungen, das vom Centrum Modernes Griechenland (CeMoG) mit dem Institut für Griechisch-Deutsche Beziehungen (EMES) der Nationalen und Kapodistrias-Universität Athen in Kooperation erarbeitet wird. Zum anderen beinhaltet das Informationsangebot die Wissensbasis des CeMoG mit Daten zu Personen, Institutionen, Objekten, Ereignissen, Wirkungsorten, Kontaktzonen und Vermittlungspraktiken sowie die damit vernetzten Sammlungen bibliographischer Einträge.
So erhalten Forscher*innen, Student*innen und allgemein Interessierte ein Werkzeug, das den Facettenreichtum der deutsch-griechischen Beziehungen dokumentiert und die Erforschung ihrer Geschichte(n) unterstützt. Weiterlesen
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Essays im Fokus
Elly Sougioultzoglou-Seraidari (1899-1998): Ihre fotografische Ausbildung in Dresden und die Rolle ihrer Lehrer bei der Ausbildung ihres fotografischen Blicks
Elly Sougioultzoglou-Seraidari, bekannt als Nelly’s, wurde 1899 im kleinasiatischen Aydın geboren. Nach ihrer 1920 in Smyrna abgeschlossenen Gymnasialzeit reiste sie nach Dresden, um dort Musik und Malerei zu studieren. Die in Kleinasien herrschenden unsicheren Zustände bewogen sie, sich gleichzeitig der Fotografie zuzuwenden, die ihr ein zuverlässiges Auskommen sichern würde. Anfangs nahm sie bei dem namhaften Fotografen Hugo Erfurth, einem Vertreter der klassischen Fotografie, Unterricht, später dann bei dessen jungem Schüler Franz Fiedler, aus dessen Schule sie 1923 mit der Note „Sehr gut“ abging.
Seraidari wurde in Porträtfotografie und der weitverbreiteten Bromoil/Öldruck-Technik ausgebildet, mit der man den Fotoarbeiten eine piktorialistische Anmutung verlieh. Parallel dazu verfolgte sie mit, wie ihre Lehrer Tänzerinnen bildlich verewigten, hauptsächlich Vertreterinnen der relativ neuen Bewegung des Ausdruckstanzes, und zwar in Bewegung und nicht in im Voraus festgelegten Posen. Nachdrücklich von Fiedler ermutigt, fotografierte sie selbst zwei herausragende Tänzerinnen aus der Schule Mary Wigmans, und zwar sowohl im Atelier wie in der Landschaft der damaligen Sächsischen Schweiz.
1924 ließ sich Seraidari in Athen nieder, wo sie ein Jahr später ihr erstes Fotostudio einweihte. Die Athener Gesellschaft erkannte sehr bald die besondere und für die Verhältnisse der griechischen Hauptstadt neuartige Ästhetik ihrer Aufnahmen und strömte in ihr kleines Atelier, um von sich Aufnahmen machen zu lassen. Die Anwendung der Techniken, die man Seraidari gelehrt hatte, führte dazu, dass sich ihre Porträts von den sonstigen Personenaufnahmen der Zwischenkriegszeit unterschieden und innerhalb eines von Männern dominierten Berufszweigs der Stadt Bekanntheit erlangten.
Ebenfalls deutsch beeinflusst und inspiriert sind auch die von ihr auf der Akropolis realisierten Tanzfotografien. Es handelt sich dabei um die 1925 entstandenen Aufnahmen der Primaballerina der Opéra Comique de Paris Mona Paiva, die für Furore in der damaligen konservativen Gesellschaft sorgten, desgleichen um Bilder mit der Russin Nikolska, die fünf Jahre später im Augenblick eines Sprunges vor den mächtigen Säulen des Parthenons abgebildet wurde. Ganz dem zeitgenössischen Trend entsprechend gehen die Aktstudien im Atelier wie vor dem Hintergrund klassischer Monumente auf eine Spurensuche nach dem klassischen Ideal und einer Idealisierung des menschlichen Körpers. Mochte auch die Naziideologie den theoretischen Untergrund abgeben, auf dem die schöpferische Arbeit bedeutender deutscher Fotografen basierte: die beherrschenden Koordinaten in Nellys Schaffen blieben ihre hellenozentrische Bildung und ihr romantisches Naturell.
Übersetzung aus dem Griechischen: Joachim Winkler
Η επίδραση του γερμανικού παράγοντα στη διαδικασία λήψης αποφάσεων και στη διαμόρφωση της κοινής γνώμης στην Ελλάδα του Α΄ Παγκοσμίου Πολέμου
Ο Α΄ Παγκόσμιος Πόλεμος, με τα ιδιαίτερα χαρακτηριστικά του, ανέδειξε την ιδιαίτερη σημασία και πολυπλοκότητα πτυχών όπως οι μηχανισμοί λήψης αποφάσεων και ο ρόλος της κοινής γνώμης στα εμπόλεμα κράτη. Στο πλαίσιο αυτό, η Ελλάδα αποτελεί ένα εξαιρετικά ενδιαφέρον παράδειγμα μελέτης, λόγω του πολύ ιδιαίτερου και σύνθετου χαρακτήρα της εμπλοκής της χώρας στον πόλεμο και των πολλαπλών φορέων ισχύος και επιρροής στο εσωτερικό και το εξωτερικό της χώρας. Η έρευνα στο ειδικότερο παράδειγμα των γερμανικών επιδράσεων στον ελληνικό δημόσιο βίο εμφανίζει μια αξιοσημείωτη πολυμέρεια ως προς τους διαύλους διοχέτευσης αυτής της επιρροής. Επισημαίνονται σχετικά οι οικογενειακοί δεσμοί του βασιλιά Κωνσταντίνου με τον γερμανό αυτοκράτορα, το ισχυρό αποτύπωμα της γερμανικής παιδείας που είχαν λάβει τόσο ο ίδιος ο Κωνσταντίνος όσο και πρόσωπα-κλειδιά στο επιτελείο του, η λειτουργία ενός ιδιαίτερα αποτελεσματικού μηχανισμού γερμανικής προπαγάνδας στον ελληνικό χώρο, με κύριο όχημα τον ημερήσιο τύπο, αλλά και συγκεκριμένα παραδείγματα από την εκδοτική παραγωγή της εποχής που προέβαλαν σταθερά την εικόνα της γερμανικής ισχύος. Αξιοσημείωτη υπήρξε επίσης η δυναμική που δημιουργήθηκε από την αιχμαλωσία και παραμονή του ελληνικού Δ΄ Σώματος Στρατού στο Görlitz από το φθινόπωρο του 1916. Τέλος, όλα τα παραπάνω οφείλουν να εξεταστούν με γνώμονα τη γενικότερη θέση της Ελλάδας στη γερμανική περιφερειακή στρατηγική για τα Βαλκάνια και τη Μέση Ανατολή. Η μελέτη αυτών των διαύλων πιστοποιεί την ανθεκτικότητα της εικόνας της Γερμανίας στην κοινή γνώμη κατά τη διάρκεια του Α΄ Παγκοσμίου Πολέμου και την επιδραστικότητά της σε μέρος του μηχανισμού λήψης αποφάσεων, ενώ καταδεικνύει τη σημασία της οργανικής ένταξης της συγκεκριμένης περιόδου στη μελέτη των ελληνογερμανικών σχέσεων κατά τον εικοστό αιώνα.
Artikel im Fokus
Paul Mitzschke
Paul Gottfried Mitzschke (1853–1920) war ein deutscher Historiker, Archivar und Übersetzer neugriechischer Literatur. Nach dem Studium der Philologie und Geschichte in Leipzig, Göttingen unEvripidis Konstantopoulos
Promotion Evripidis Konstantopoulos (1907-) war von 1929 bis 1930 als Promotionsstudent an der Universität Hamburg eingeschrieben. Fakultät: Philosophische Fakultät Hauptfach: Alte GeschicDossiers im Fokus
Die deutsch-griechischen Verflechtungen zur Zeit König Ottos
In keiner Phase der jüngeren und jüngsten Geschichte Griechenlands hat die Einführung staatlicher Institutionen zu einer vergleichbaren gesellschaftlichen und kulturellen Transformation beigetragen wie in den drei Jahrzehnten unter der Herrschaft von König Otto.
Die deutschen Philhellenismen
Das Dossier umfasst verschiedene Felder der deutsch-griechischen Verflechtungen, die bislang für gewöhnlich unter dem einheitlichen Begriff des deutschen Philhellenismus (bzw. des Mishellenismus) subsummiert wurden. Den ersten Angelpunkt der Konferenz bildet die Neubewertung der Rezeptionen von 1821 in den deutschsprachigen Ländern und die Mobilisierung, die sie in Verbindung mit den politischen Bewegungen nördlich der Alpen hervorriefen. In diesen Bewegungen waren freilich von vornherein eine politische und eine kulturelle Komponente miteinander verflochten, die politische Bewegung des Philhellenismus und die aus der einschlägigen Literatur bekannte „Tyrannei Griechenlands über Deutschland“. Selbstverständlich darf die Rolle der griechischen Gemeinden des deutschsprachigen Raumes in diesem Zusammenhang nicht vergessen werden. Den zweiten Angelpunkt bildet die Untersuchung der Transformationen, die diese politisch-kulturelle Verflechtung in den 200 Jahren nach dem Ausbruch der Griechischen Revolution erfuhr.
