Alexandros Mavrokordatos: ein Revolutionär an den Höfen Münchens und Berlins (1834-1837)

Von Christos Loukos | Zuletzt bearbeitet 18.11.2020

Ungeachtet der Tatsache, dass das Tagebuch von Alexandros Mavrokordatos (1791-1865) während seiner Zeit als Botschafter in München und Berlin hochinteressante Schilderungen zur Geschichte der diplomatischen Beziehungen und über das gesellschaftliche Leben der 1830er Jahre an den Königshöfen Bayerns und Preußens bietet, ist es bisher noch nie aus der Untersuchungsperspektive griechisch-deutscher Verflechtungen gelesen worden. Wie war es um das soziale und politische Klima im damals staatlich zersplitterten Deutschland bestellt, in dessen Rahmen es den Vertretern Griechenlands darum zu gehen hatte, die Interessen ihres neuetablierten Staats vor allem bei Themen zu fördern, die mit einer Staatsanleihe in Verbindung standen? Welche Funktion fiel der philhellenistischen Ausrichtung der deutschen Monarchien bei der Art des Vorgehens zu, mit der diese Staaten ihre Interessen wahrnahmen? Wie stellte die nun zum Diplomaten gewordene Zentralgestalt des griechischen Revolutionskampfes Mavrokordatos soziale Kontakte in den Dienst der Schaffung eines positiven Klimas, innerhalb dessen sich die Angelegenheiten des jungen Königreichs vorantreiben ließen? Welche Rolle spielten Mavrokordatos‘ Mentalität und jeweilige Gefühlslage bei den Tagebucheintragungen über seine Eindrücke (darunter praktische Schwierigkeiten und familiäre Tragödien), die ihn in den etwa drei Jahren seiner diplomatischen Mission beschäftigten?

Inhalt

Revolutionär, Politiker und Diplomat

Alexandros Mavrokordatos‘ maßgebliche Präsenz bei den historischen Entwicklungen von 1821 lässt sich kaum in Frage stellen. Trotzdem war der Platz, den ihm der Gang der Dinge im Bewusstsein der Neugriechen zuwies, nicht der beste: aus Gründen, die hauptsächlich mit den ideologischen und politischen Zwängen jeweiliger Gegebenheiten zu tun hatten, wurde er als das „schwarze Schaf“ von 1821 angesehen, weil er derjenige war, der Griechenland in eine Abhängigkeit von England führte, die „Freiheitskämpfern reinen Herzens“ keine andere, „patriotischere“ Lösung umzusetzen erlaubte und schließlich Kapodistrias daran hinderte, einen wirklich unabhängigen und gerechten Staat zu begründen. Viele dieser Anwürfe halten historisch korrekter Kritik nicht stand, bleiben aber bis heute festverwurzelte und weitverbreitete Stereotype.1 Gilt es allerdings den Versuch zu wagen, eine Geschichte der Erhebung von 1821 und Neugriechenlands generell im Namen von Kriterien zu schreiben, die nicht auf Moral und Vernunft, sondern auf ein Verständnis von Mechanismen abzielt, die auf gesellschaftlich-soziale Abläufe bestimmend einwirken, dann können – unter anderem – bestimmte Präferenzen von Mavrokordatos kaum ignoriert werden, die, wiewohl bekannt, mit Bedacht verschwiegen bzw. einseitig interpretiert werden. Unter ihnen wären vor allem folgende zu nennen: 1.: Mavrokordatos ist der einzige oder zumindest einer der wenigen, die von Beginn der Erhebung an über ein konkretes politisches Programm verfügten: die Schaffung eines Verfassungsstaates nach westlichen Vorbildern. 2.: Seine unmittelbaren Mitarbeiter bzw. diejenigen, die seiner politischen Gruppierung angehörten, zählten zu den fortschrittlichsten Geistern der Epoche. 3.: Mavrokordatos‘ Hinwendung zu England stützte sich offenkundig auf eine realistische Bewertung der europäischen Verhältnisse. Im übrigen wurde auch sonst von fast allen politischen und militärischen Führern der griechischen Kämpfer die Intervention einer oder mehrerer europäischer Mächte gefordert. Die Abhängigkeit von ausländischen Mächten wurde schnell zu einem Hauptfaktor im politischen Leben Griechenlands, und es gilt nun, die Ursachen dafür abseits dessen zu suchen, was sich aus den internationalen Gegebenheiten der Epoche ableiten lässt, und zwar weniger auf der Ebene des Handelns einzelner Persönlichkeiten als mit Blick auf die der griechischen Gesellschaft selbst innewohnenden Probleme.2 Politisch fand das in einem Parteiensystem seinen Niederschlag, das keinen Hehl aus der Abhängigkeit der einzelnen Formationen von den genannten Schutzmächten machte. Besonders im ersten Lebensjahrzehnt des neugegründeten griechischen Staats bestimmten die Streitigkeiten zwischen der englischen, französischen und russischen Partei den Gang der Dinge.

Kurz nachdem er in Griechenland eingetroffen war, ernannte der dreiköpfige Regentschaftsrat, in dessen Händen die Ausübung der Macht bis zur Volljährigkeit des jungen bayerischen Königs lag, ein Kabinett und machte dabei im Rahmen seines Bemühens, eine Balance zwischen den politischen Kräften herzustellen, Mavrokordatos zum Regierungsmitglied. Doch sehr bald kam bei der Mehrheit des Triumvirats Unmut über die Haltung auf, die Mavrokordatos gegenüber Reaktionen aus dem Kreis prominenter militärischer Anführer vertrat, die auch in den neuen Verhältnissen eine Rolle für sich beanspruchten. Als nach Auffassung der bayerischen Akteure eine „größere“ Verschwörung von Anhängern der russischen Partei aufgedeckt wurde, versetzte der Regentschaftsrat Mavrokordatos vom Staatswirtschaftlichen Büro ins Büro für auswärtige und Marineangelegenheiten. Als Mavrokordatos dann aber offenes Missfallen am Vorhaben besagter Mehrheit kundtat, dem maßgeblichen, mittlerweile inhaftierten Anführer des Befreiungskampfes Theodoros Kolokotronis den Prozess zu machen, enthob ihn der Regentschaftsrat endgültig seiner Regierungspflichten. Doch man schien diese Maßnahme für nicht ausreichend zu halten, verfolgte ihn weiter und brachte es schließlich dahin, ihn außer Landes gehen zu lassen: Um sein politisches Wirkungs- und Einflussfeld zu schwächen, wurde seine Ernennung zum Botschafter an den Höfen in Bayern und Preußen beschlossen,3 ein Vorgehen, das allerdings zugleich auf spezifische Weise zum Ausdruck brachte, wie sehr man seine Eignung, seine Fähigkeiten, aber auch seinen Patriotismus zu schätzen wusste. Mit diesem Manöver erkannte und nutzte man auch den Wert seiner aristokratischen Herkunft, die in den Ländern seine Akkreditierung für das politische Establishment im ottonischen Griechenland von Gewicht sein würde. All diese Eigenschaften mitsamt den charakteristischen Einzelheiten über seinen beruflichen Alltag wie seine persönlichen Erlebnisse erschließen sich uns anhand der detaillierten Tagebuchnotate aus den Jahren seiner Botschaftertätigkeit in München und Berlin.

Das Tagebuch

Wer in das veröffentlichte wie noch unveröffentlichte Archiv von Alexandros Mavrokordatos Einblick nimmt, sollte nicht von einem solchen Nachlassfund überrascht sein. Die methodische Gründlichkeit seiner Korrespondenzführung zeigt sich nicht nur daran, wie er diese für sich selbst protokolliert bzw. andere dazu genötigt hat, es ihm darin gleichzutun, sondern auch an weiteren Indizien für seine Sorgfalt, wenn es um die Niederschrift von Dingen ging, die sich ereignet hatten oder gesagt worden waren. Wir wissen von niemand sonst aus der Revolutionszeit, der so viele Briefe und sonstige Texte geschrieben und sich mit so vielen Übersetzungen befasst hätte. Nur Ioannis Kapodistrias könnte ihm vielleicht den Rang streitig machen. So ist es nur natürlich, dass er an seinen Gepflogenheiten festhielt, auch wenn sich die äußeren Verhältnisse änderten. Für jemanden, der sich in offizieller Mission im Ausland aufhielt, erschien ihm unabdingbar, Aufzeichnungen davon zu machen, was er rings um sich sah, las und bei seinen buntgemischten Kontakten zu hören bekam.

Die Niederschrift des Tagebuchs setzte mit dem Tag der Abreise aus Griechenland ein. Am 4. Juli 1834 (zugleich Datum seines ersten Tagebucheintrags) macht sich Mavrokordatos von Nafplio aus mit einem griechischen Schiff auf die Reise, und zwar noch vor Eintreffen der Nachricht über die Entscheidung Ludwigs I. von Bayern, die Zwistigkeiten innerhalb des Regentschaftsrats dadurch zu lösen, dass er Georg Ludwig von Maurer und Abel ersetzte, Armansperg aber auf seinem Posten beließ. Mavrokordatos begleiteten seine Mutter, seine Gattin Chariklia, sein fast dreijähriger Sohn Nikolaos und seine noch ganz kleine Tochter Elpiniki samt ihrer Amme. Die Reisenden umschifften die Peloponnes und fuhren dann das westliche Festland und den Epirus hinauf. Auf der Fahrt erinnerte sich Mavrokordatos beim Anblick von Neokastro und anderen Stätten an Episoden aus der Zeit des Freiheitskampfes. Nach einem Aufenthalt von wenigen Tagen auf Korfu, wo er sich mit dem Gouverneur der Ionischen Inseln Lord George Nugent-Grenville traf und Ägid von Kobell begegnete, der als Ersatz für Maurer im dreiköpfigen Regentschaftsrat auf dem Weg nach Athen war, durchquerte das Schiff das Ionische und Adriatische Meer und kam schließlich in Ancona an. Das Tagebuch hielt die Erlebnisse während der Seereise in allen Einzelheiten fest und ließ dabei auch Mavrokordatos‘ nautische Kenntnisse zutage treten. Nach tagelangem, beschwerlichem Quarantäneaufenthalt in Ancona setzten alle ihre Reise mit der Kutsche bis nach Venedig fort, um von dort aus über Innsbruck nach München zu gelangen.

Die zügige Durchquerung Italiens ließ Mavrokordatos‘ Interesse für Italiens Geschichte und Kultur neu aufleben. Natürlich fehlte dabei nicht eine für seine Persönlichkeit charakteristisch kommentierende Bezugnahme auf die griechische Antike und ihre Baudenkmäler und Kunstwerke. Obligatorisch dabei der Vergleich mit der klassischen Antike: so notierte er anlässlich seines Venedigaufenthalts vom 16./28.8.1834: “Anschließend besuche ich die Erlöserkirche, ein Meisterwerk von Palladio, doch wie sehr wirken diese Meisterleistungen wie Werke von Pygmäen im Vergleich zur Architektur des Theseustempels, des Parthenon usw.”

Es mangelt auch nicht an Bemerkungen zu gesellschaftlichen Phänomenen. So informiert er uns darüber, dass die Mönche von Loreto groß im Geschäft sind und „nicht nur aus allen Erzeugnissen der reichen und fruchtbaren Ebene, sondern auch aus dem Schweiß all der abergläubischen Wallfahrer Profit ziehen“ – da brauche man sich nicht lange Gedanken darüber zu machen, wieso ihnen die „Verewigung der Unwissenheit“ von Nutzen sei.4 Ein großer Teil der Eindrücke, die er während der Fahrt durch Italien niederschrieb, riefen in ihm Assoziationen zu Ereignissen aus der Revolutionszeit wach. In der Nähe von Cesena zeigte man ihm den Ort, an dem die Liberalen 1831 von den Österreichern besiegt wurden, als sie sich gegen den Kirchenstaat des Papstes erhoben hatten. Gleichzeitig setzte man ihn aber auch über die Vergehen ins Bild, deren sich die Revolutionäre an den Einwohnern schuldig gemacht hatten. Mavrokordatos stellte daraufhin einen Vergleich zwischen den Aufständen in Griechenland und Italien an, um festzustellen, dass im Fall Griechenland der nationale Charakter der Revolution deutlich erkennbar war. Diesen führt er auf das gemeinsame Schicksal in Anbetracht des Eroberers zurück und darauf, dass es aufgrund der allgemeinen Armut auf griechischem Boden keine sozialen Gegensätze gab.5

Wichtiger sind durch ihren historischen Informationswert die Notizen, die uns das Tagebuch darüber vermittelt, wie er seine Tage in München verbrachte. Mehrere Momentaufnahmen aus dem Leben eines frisch an seinen Bestimmungsort gelangten Diplomaten beziehen sich auf praktische und prozedurale Fragen: zunächst die Suche nach einer geeigneten, aber nicht zu teuren Unterkunft für die vielköpfige Familie, die Übernahme des Botschaftsarchivs aus den Händen seines Amtsvorgängers, die Regelung der Übergabe seines Beglaubigungsschreibens an den König, die Treffen mit dem Außenminister, anderen Würdenträgern Bayerns sowie mit Baron Simon von Eichthal, dem „Bankier“ der griechischen Regierung, das Schließen von Bekanntschaften vor allem im Kreis der anderen diplomatischen Vertreter – würden ihm doch diese Bekanntschaften mit ihren Besuchen und Gegenbesuchen, Diners und Bällen eine Teilnahme am gesellschaftlichen Leben gewährleisten, unentbehrlich nicht nur für ein angenehmeres und bequemeres Alltagsleben, sondern darüber hinaus wertvoll, um über politische wie zahlreiche weitere Themen von allgemeinerem Interesse auf dem Laufenden zu sein. Häufig besuchte er Theatervorstellungen und Konzerte:

Am Nachmittag des 6. bin ich ins französische Theater gegangen. Die Schauspieler sind im Allgemeinen gut… Es hat mir nicht wenig Vergnügen bereitet.6 Abends gehe ich mit Chariklia in das „Euphrosyne“ genannte Veranstaltungsgebäude, um gemeinsam Strauß, berühmt durch seine Tanzmusik, zuzuhören. Die Musik hat uns sehr gefallen, dabei hörten wir auch einen schnurrbärtigen Polen mit Frauenstimme singen.7 Uns liegen auch seine Eindrücke von dem größten und volkstümlichsten Fest Münchens, dem Oktoberfest vor, das eine Woche lang auf der Theresienwiese stattfand: Ein geradezu prachtvoller Anblick. Die amphitheatralische Lage, die bunte Vielfalt der Trachten, die zahllosen Wagen usw. usw. – all das macht aus dem Ganzen ein ansprechend fröhliches Fest.8

Im Frühling und Sommer 1835 hatte Mavrokordatos Gelegenheit, die dort ansässigen Griechen näher kennenzulernen. Vornehmlich befasste er sich mit jungen Leuten, die das Griechische Lyzeum besuchten, das König Ludwig gegründet hatte, damit dort Kinder der Kämpfer von 1821 studieren konnten. Leiter dieser Erziehungseinrichtung war Dimitris Parrisiadis. Zum Lehrpersonal gehörte damals auch der Antikekenner und Griechischlehrer Ottos und Amalias Filippos Ioannou (seit 1839 Professor an der Universität Athen). Mavrokordatos informierte sich über die Arbeitsweise des Lyzeums und seiner Schüler, war bei deren Prüfungen anwesend und kommentierte ihre Leistungen,9 verfolgte die Vorbereitungen zu ihrer Theateraufführung und zeigte sich über deren Resultat erfreut und zufrieden: “Die Aufführung der Johanna von Schiller findet statt und erntet mehr Anerkennung, als zu erhoffen war.10 Andererseits wurde er aber auch herbeigerufen, um gegen die Disziplinlosigkeit einiger Schüler einzuschreiten und über eine Strafe für sie zu entscheiden:

Parrisiadis unterrichtet mich über einen unverschämten Brief von Andreas A. Delijiannis an ihn. Ich fordere ihn auf, morgen gegen elf Uhr zu kommen. Ich glaube, es ist nötig, ihn an der Übersiedlung nach Heidelberg zu hindern, und ihn zur Rückkehr nach Griechenland zu zwingen, damit man seinetwegen nicht die griechische Wesensart verunglimpft.11

Viele Griechen, die in München lebten oder auf der Durchreise waren, empfing Mavrokordatos in seinem Haus. Abgesehen vom Lyzeum studierten Dutzende junger Leute an der Universität oder an Militärschulen. Gastliche Aufnahme fand bei ihm auch die Witwe von Odysseas Androutsos, die „Odysseaina“, deren Sohn Leonidas, Stipendiat des bayerischen Königs, so vorzeitig verstarb.12 Begegnungen mit Maurer vermied er und lud ihn auch nicht zur Feier ein, die er aus Anlass der Volljährigkeit Ottos umsichtig organisiert hatte.13 In Maurers Werk „Das griechische Volk…“ (Heidelberg 1835) sah er, von anderem einmal abgesehen, eine „unverschämte Verleumdung seiner Gegner“.14 Oft traf er sich mit „Thirsios“ (Friedrich Thiersch) und war voll Lob über dessen Griechenlandenthusiasmus, merkte aber kritisch an, dass er, wenn es um die griechischen Verhältnisse gehe, leicht Täuschungen erliege.15 Mit sehr deutlichen Worten verurteilte er die Haltung verschiedener Reisender, die seiner Meinung nach die Verhältnisse in Griechenland aus rein subjektiver Perspektive, voller Vorurteile und unfähig, die dortigen Bedingungen richtig einzuordnen, interpretierten.16

Etwa einen Monat nach seiner Ankunft in München reiste Mavrokordatos nach Berlin ab, wo er, wie bereits erwähnt, gleichfalls akkreditiert war (26./8.10.1834). In seinem Ernennungsdokument war festgelegt, dass er sich drei bis vier Monate in der preußischen Hauptstadt aufzuhalten habe. In dem Zeitraum, den sein Tagebuch abdeckt, besuchte er sie dreimal, das erste Mal allein, die beiden anderen Male zusammen mit seiner Gattin. Da eine Erstattung der größeren dabei anfallenden Ausgaben vorgesehen war, hielt er alles in genau aufgeschlüsselten Einträgen fest: “Ich habe mir vorgenommen, eine detaillierte Auflistung meiner Ausgaben in Berlin zu erstellen, und trage dafür die Reisekosten in dies Tagebuch hier ein”.17

Aus diesen Notizen werden die Routen ersichtlich, die sein Reisewagen auf der Hin- und Rückreise benutzte, dazu die wetterbedingten Abenteuer, die Ausgaben, die an den Zwischenstationen für Zoll, Anschaffungen und für Mavrokordatos‘ und seiner Dienerschaft Verpflegung sowie für andere Notwendigkeiten fällig wurden. Dem schließen sich Anmerkungen über Gegenden, Städte, Sehenswürdigkeiten, Monumente und Menschen an. Gewöhnlich machte Mavrokordatos seine Aufzeichnungen über technische und sonstige Fortschritte bei den Deutschen, wie er sagt, in der Absicht, diese z.T. auch in Griechenland einzuführen bzw. zu erproben. Unter anderem besichtigte er die in Nürnberg gebaute Eisenbahnlinie,18 die Druckerei von Brockhaus in Leipzig mit ihren „mechanischen Druckerpressen“,19 das Eisendampfschiff auf dem Fluss in der Nähe Berlins20 und die Papierfabrik bei München.21 Als er davon hörte, es sei eine handbetriebene Maschine erfunden worden, die 12 PS leiste und leicht zu bauen sei, kam ihm der Gedanke, dass diese „uns bei der Fortbewegung kleiner (insbesondere mit Kanonen bestückter), bei Verdoppelung aber auch größerer Schiffe nützlich sein könne“.22 In Bremen, wo ihm die aristokratischen Elemente innerhalb dieses „demokratischen“ Staatswesens ins Auge fielen,23 besuchte er ein Museum mit seltenen Vögeln und Mineralien sowie die Ulrichsche Weinhandlung, wo er einen „über 200 Jahre hin gelagerten Bordeaux“ verkostet. Als Teilnehmer an der Verlobungsfeier von Erich Ulrich, dem späteren Professor an der Universität Athen, zeigte er sich davon befremdet, dass die Verlobten offen ihre Liebe zueinander zeigen und dass bei dem Diner, das gegeben wurde, alle miteinander anstoßen und ununterbrochen trinken, während die Männer „auch in Gegenwart der Frauen“ rauchen. Er versäumte es nicht, Informationen über den Bremer und Hamburger Handel zu sammeln und dabei „verschiedene Sorten griechischer Produkte“ zu notieren, „die sich zu vorteilhaften Preisen verkaufen ließen“.24 In Wittenberg besuchte er den Ort, an dem die „Zusammenkünfte Luthers, Melanchthons und anderer Anführer des Luthertums“ stattgefunden hatten,25 während er sich in Frankfurt die „antike Goldbulle“ des Deutschen Bundes zeigen ließ.26 Berlin gefiel ihm sehr:

Jeden Tag finde ich die Stadt Berlin ansprechender, die Gebäude wegen ihrer Schönheit, sie bieten häufig die Pracht und die Grazie antiker griechischer Architektur. Der Fluss, der sich durch die Stadt zieht, und die ihn überspannenden Brücken tragen viel zu ihrem Schmuck bei. Ich fühlte mich an meine Aufenthalte in Florenz und Pisa erinnert. Der Anblick des sich im Fluss spiegelnden Mondes ließ mich aussteigen und beträchtliche Zeit auf der mittleren, den Fußgängern vorbehaltenen Brücke verweilen. Der Anblick verschaffte mir wesentlich mehr Genuss als derjenige auf der Brücke über den Arno, weil man hier eine Menge Schiffe und Boote sieht, die dort selten zu sehen sind (1./13.10.1834).

Allerdings war das Leben in Berlin für ihn sehr teuer: „Die Lebenshaltungskosten sind hier unvergleichlich viel höher als in München“.27 Mavrokordatos versäumte auch nicht, das Museum der Stadt und eine Bilderausstellung zu besuchen,28 wo ihn ein Gemälde von Franz Krüger besonders beeindruckte.29

Wohlwollende Aufnahme für Mavrokordatos an den Höfen in München und Berlin

Mavrokordatos begann seine diplomatischen Aktivitäten und die dafür nötige Aufnahme gesellschaftlicher Beziehungen unter sehr günstigen Voraussetzungen: Er vertrat einen Herrscher, der Bayer war, befand sich in einem Land, in dem die Begeisterung für die Antike mit König Ludwig an der Spitze aufs höchste entflammt und Philhellenismus praktische Realität war, er selbst zählte zu den Protagonisten der Revolution von 1821, verfügte über ausgedehnte Fremdsprachenkenntnisse und eine breite Allgemeinbildung und war darüber hinaus in Protokollfragen sowie Umgangsformen in europäischen Adelskreisen bestens beschlagen. Mit seinem breiten Wissen konnte er sogar zum Gesprächspartner bedeutender zeitgenössischer Persönlichkeiten werden, wie aus dem hervorzugehen scheint, was er in seinem Tagebuch über seine Begegnung mit dem Naturkundler und Forschungsreisenden Alexander von Humboldt notiert hat:

[…] ein großes Vergnügen für mich war, den berühmten Alexander von Humboldt kennenzulernen. Er berichtete mir über einen Teil seiner letzten Entdeckungen im asiatischen Russland, insbesondere von besonders harten Mineralien. Der Mann ist voller Kenntnisse, ich stellte alles andere hintan, um das Gespräch mit ihm fortsetzen zu können, er versprach mir, er werde mich besuchen kommen, aber ich werde ihm zuvorkommen.30

Es ist insofern kein Zufall, dass Mavrokordatos schon bald Zutritt zu Zusammenkünften an den Höfen bekam, an denen er das Königreich Griechenland repräsentierte, und entsprechenden Umgang mit Fürsten und Fürstinnen, Herzögen und Herzoginnen, Gesandten und staatlichen Würdenträgern hatte. Sie alle gab es in großer Zahl in einem Land, das politisch in viele Staaten und Kleinstaaten verschiedensten Zuschnitts aufgesplittert war. Vor allem in Berlin, das bereits mit dem Ehrgeiz emporstrebte, es Wien gleichzutun, ist das Spektrum seiner Bekanntschaften so groß und umfasst derart viele politische und diplomatische Persönlichkeiten der Epoche, dass daraus ein Untersuchungsgegenstand entstünde, der die Grenzen simpler Aufzählung anhand seines Tagebuchs überschreiten würde. Aus dem, was Mavrokordatos dort beibringt, lässt sich weiterhin erschließen, dass er enge Beziehungen zur preußischen Königsfamilie und deren Umgebung aufbaute.

Dabei wird augenfällig, wie sehr er bestrebt war, Begegnungen mit Vertretern dieser Kreise dazu zu nutzen, sie mit systematischem Nachdruck in den Dienst der griechischen Interessen zu stellen. In der bayerischen Hauptstadt ließen sich derartige Bestrebungen noch um vieles leichter umsetzen. Dort scheint er sich mehr auf das engste Umfeld der Familie König Ludwigs und seiner obersten Würdenträger konzentriert zu haben. Soweit wie möglich folgte er ihnen bei ihren Ausfahrten in die Sommerfrische und auf ihre vielfach an den Seen der weiteren Umgebung befindlichen Landsitze nach. Generell war er bestrebt, sich in der Nähe von Mitgliedern der bayerischen Königsfamilie aufzuhalten, die häufig Zuflucht in ihren prachtvollen Anwesen außerhalb Münchens suchten.

In Bayern, ebenso aber auch in Berlin, war für seine gesellschaftliche Präsenz die an ihn gestellte Erwartung förderlich, die Wissbegier des Hofes bezüglich der Ereignisse der griechischen Revolution zu befriedigen. In diesem Zusammenhang kam die Rede auf seinen Vorsatz, ein Buch über dessen Geschichte zu schreiben – etwas, das laut den Unterlagen seines Archivs nicht verwirklicht worden ist.

Bei Tische wünschte der [bayerische] König, ich möge einige Geschichten aus Griechenland erzählen, und Rudhart brachte mir gegenüber seinen Wunsch zum Ausdruck, ich solle die Geschichte des griechischen Freiheitskampfes niederschreiben. Ich sagte ihm, auch das könnte eines Tages geschehen, und ich hoffte zur Beschämung vieler Pseudohistoriographen unserer Revolution.31

Das Interesse in Bayern an den griechischen Angelegenheiten war etwas völlig Natürliches. Hier sind unter anderem die häufigen Begegnungen mit Ludwigs I. Außenminister Friedrich August von Gise in den Rahmen offiziellen und halboffiziellen Informationsaustauschs einzuordnen. Was aber aufmerken lässt, ist der Bedarf an entsprechender Information in den Berliner Kreisen, darunter an erster Stelle die maßgeblichen Persönlichkeiten am Hof und aus dem Kreis der Regierungsvertreter, aber auch der gekrönten Besucher des preußischen Hofs und der Gesandten der deutschen Staaten.

Der Empfang, den der preußische König, der Thronfolger, die anderen Prinzen, Minister und übrigen Würdenträger Mavrokordatos bereiteten, war warm und herzlich. Allen anfänglichen Klagen zum Trotz fand er schnell Mittel und Wege, sich in das Netzwerk der höfischen und diplomatischen Beziehungen mit ihrem Beiwerk an Empfängen, Diners und Vergnügungen mannigfaltigster Art (auch Kartenspiel war dabei) einzubringen. Sein Tagebuch ist voll von all diesem gesellschaftlichen Verkehr. Mavrokordatos fühlte sich davon geschmeichelt, dass gekrönte Häupter und Prinzen ihm mit freundschaftlichem Wohlwollen begegneten. Die Zufriedenheit darüber wurde allerdings von ihm auch als freundschaftliche Geste gegenüber dem griechischen Staat verbucht, den er ja repräsentierte. Unverhohlen war seine Freude darüber, dass es ihm gelang, vom diplomatischen Protokoll Vorrang vor den Vertretern deutscher Staaten eingeräumt zu bekommen, die keine Königreiche waren.32 Bei einem dieser Zusammentreffen kam er auch mit der russischen Zarin ins Gespräch, die den Wunsch Russlands zum Ausdruck brachte, König Otto möge zum orthodoxen Glauben konvertieren. Bemerkenswert sind auch die von ihm erwähnten zahlreichen Begegnungen mit Friedrich Ancillon und Wilhelm Georg Ludwig zu Sayn-Wittgenstein-Hohenstein, den beiden wichtigsten Persönlichkeiten, die die allgemeinere, insbesondere aber auch die preußische Außenpolitik der 1830er Jahre bestimmten. Bei ihnen handelte es sich um die beiden maßgeblichen Repräsentanten der preußischen Restauration, deren erneute Etablierung konservativer Tendenzen in Einklang mit der Politik Metternichs stand.

Mavrokordatos‘ Teilhabe am gesellschaftlichen Leben der deutschen Aristokratie schildern die Seiten des Tagebuchs in stenographischer Form. Vielfach fehlt es dabei trotz aller Kürze nicht an Geschliffenheit des Ausdrucks, mit der uns menschliche Eindrücke und Erfahrungen aus den Zusammenhängen des diplomatischen Alltags vermittelt werden, zu denen beispielsweise Frühstücke bzw. Tees mit Tanz (déjeuné dansant/thé dansant) oder auch Soirées zählten. Beeindruckend ist die Leichtigkeit, mit der sich Mavrokordatos in die Gepflogenheiten des Hofes und der adligen Kreise einfügte, die übrigens ihrerseits seine eigene aristokratische Herkunft anerkannten. Hier sei ein Hinweis darauf angefügt, mit welchem Geschick sich sowohl er wie seine Gattin Chariklia, die ebenfalls einer fanariotischen Familie entstammte, auch als Paar mit Erfolg den Ansprüchen höfischer Kreise anzupassen wussten. Diese Anpassung an das gesellschaftliche Leben, die ihm seine Position und seine diplomatische Rolle auferlegten, machte natürlich manchen Aufwand an Garderobe, Auftreten und materiellen Gesten erforderlich, der Mavrokordatos dazu nötigte, die begrenzten Möglichkeiten seines Botschaftergehalts mit zusätzlichen Schulden aufzubessern.

Sein diplomatisches Wirken

Mavrokordatos‘ hauptsächliche Mission bestand darin, die Entscheidungen seiner Regierung sowie die Interessen des griechischen Staats im Allgemeinen zu vertreten. Seine entsprechenden Bemühungen wurden dadurch sehr erschwert, dass er nicht regelmäßig auf dem Laufenden gehalten wurde. Viele Entwicklungen in Griechenland erfuhr er nur über andere Diplomaten bzw. die griechische und ausländische Presse. Es gab Momente, in denen er sich über diese Rücksichtlosigkeit verärgert zeigte.33 Mavrokordatos machte in München eine Art Club ausfindig, wo man Zeitungen lesen konnte,34 abonnierte die französische Zeitung Le Temps35 und wartete voller Ungeduld auf das Eintreffen griechischer Zeitungsausgaben. Heftig kritisierte er die Zeitungen Athina (Athene) und besonders Sotir (Retter) für ihre Art und Weise, politische Entwicklungen darzustellen: „Was für ein Unglück, dass wir keine ordentliche Zeitung haben.“36 Ebenso streng urteilte er über mehrere Griechen, die öffentliche Positionen bekleiden bzw. für solche vorgesehen waren.37 Seine deutschen Bekannten informieren ihn darüber, was die deutsche Presse, insbesondere die Augsburg Gazette/Augsburger Allgemeine Zeitung brachte. Um diese Zeitungen lesen zu können und über die stets auf französisch erfolgenden gesellschaftlichen und diplomatischen Kontakte hinaus besser mitzubekommen, was in der deutschsprachigen Welt geschrieben und gesagt wurde, nahm er sich vor, Deutsch zu lernen. Zunächst kaufte er sich entsprechende Lexika und Grammatiken und begann danach, in Berlin, anschließend auch in München, Deutschunterricht zu nehmen.38 In Berlin abonnierte er sich eine Zeitung.39

Mavrokordatos stand vor der Aufgabe, die griechischen Belange in Deutschland während einer kritischen Übergangsepoche der Entwicklungen in Europa zu vertreten. Das Wiederaufleben des Liberalismus im Zusammenhang mit der Julirevolution in Frankreich und die Hoffnungen und Unruhen, die diese auslöste, führten in Österreich, Preußen und Russland zu neuerlichen Anstrengungen, jede Form von Absolutismus zu verteidigen, den es in ihrem Herrschaftsbereich gab oder ihrer Auffassung nach sonst wo auf dem Spiel stand. Metternichs manischer Repressionsdrang wandte sich drohend gegen selbst kleine Schritte in Richtung mehr Liberalität, wie sie einige deutsche Staatenlenker zu tun versuchten. Die zunehmend tätige Unterstützung, die England den verpönten liberalen Ideen und Grundsätzen angedeihen ließ, lud diese Konfrontation mit weiterer Dynamik auf. Die Gegensätze kulminierten in Zonen, wo es damals aus verschiedenen Gründen um die Frage der Verfassungsinstitutionen ging. Das traf besonders für Spanien zu, wo zwischen dem konservativen Don Carlos und den Unterstützern seiner noch nicht volljährigen Nichte Königin Isabel ein Bürgerkrieg wütete. Letztere wurde von Frankreich und noch entschlossener von England unterstützt. Für weitere Spannungen sorgte die Okkupation der freien Stadt Krakau durch österreichische, preußische und russische Heereseinheiten.40 In einem Schreiben an Spyridon Trikoupis verglich Alexandros Mavrokordatos die Reaktionen auf diesen Überfall: “[In England] werden sich wegen der Ereignisse in Krakau sicherlich wieder Stimmen erheben, hier beeindruckt die Sache nicht so sehr, weil es keine öffentliche Meinung gibt, Hauptsache, das Bier schmeckt”.41

Alexandros Mavrokordatos‘ Tagebuch dokumentiert viele seiner Bemühungen, sich für die von der griechischen Regierung verfolgte Politik einzusetzen, insbesondere beim Thema staatlicher Anleihen. Die drei Schutzmächte des Landes nutzten die Notlage Griechenlands, für seine Bedürfnisse Teile der dritten Rate des Kredits über 60-Millionen-Francs abschöpfen zu müssen, für den sie sich gemeinsam verbürgt hatten, um Druck ausüben zu können. Frankreich zog sich als erstes von dieser Garantie mit den Argumenten zurück, Griechenland laufe Gefahr, vollkommen bajuwarisiert zu werden, seine Regierung müsse einen nationalen Charakter aufweisen, die öffentlichen Ausgaben, besonders für die Unterhaltung des Heeres seien exorbitant und König Ludwigs Reise nach Athen belaste die Situation weiter, zumal sie den Hintergedanken aufkommen lasse, dass es dabei um eine noch engere Anbindung Griechenlands an Bayern gehe.42 Mavrokordatos versuchte diese Sicht der Dinge zu zerstreuen, indem er gegenüber dem französischen Botschafter in Petersburg Baron Barante hervorhob, dass, was das Ökonomische beträfe, schon die Parallelsetzung mit Württemberg, das in etwa dieselbe territoriale Ausdehnung wie Griechenland habe, unzutreffend sei, denn ein neugegründeter Staat brauche mehr Geld, um handlungsfähig sein zu können. Er fügte hinzu, dass die enormen militärischen Aufwendungen aufgrund der Entsendung der Bayern hätten vermieden werden können, wenn – wie es die Griechen gefordert hatten – das französische Heerescorps auf der Peloponnes geblieben wäre.43 Der Gefahr einer „Bavarisierung“ stellte ihm Mavrokordatos die Versicherungen entgegen, die ihm König Ludwig selbst gegeben habe: „Griechenland wünscht genauso wenig ein zweites Bayern wie ein zweites Frankreich zu werden – Griechenland muss unabhängig sein.“44

Russland thematisierte über seine diplomatischen Vertreter Gagarin in München und Ribeaupierre in Berlin bei jeder Gelegenheit König Ottos Konfession, und dass ein Übertritt zur Orthodoxie den jungen Herrscher seinem Volk näherbringen würde. Mavrokordatos stimmte aus politischer Sicht zu, betonte aber, dass er keinen Druck auf den König ausüben könne, da es sich hier um eine Gewissensfrage handele und der in diese Richtung zielende Wunsch Russlands den Griechen ohnehin bekannt sei.45

Wir können natürlich nicht erwarten, nur aus dem, was er selbst in sein Tagebuch geschrieben hat, erschließen zu können, wie Mavrokordatos als Botschafter mit den griechischen Angelegenheiten umging.46 In seinem Archiv sind viele Entwürfe zu seinen Dossiers an König Otto, Armansperg, Rudhart und andere erhalten, wie umgekehrt die Originale der Schreiben, die ihm diese ihrerseits zuschickten; in gleicher Weise liegt eine buntgemischte Menge an Manuskripten Dritter vor, mit denen er korrespondierte. So sind beispielsweise seine Korrespondenzen mit Spyros Trikoupis, Ioannis Kolettis und anderen erhalten geblieben. Eine detaillierte Würdigung all dieser und weiterer veröffentlichter wie unveröffentlichter Belege überschreitet die Zielsetzung dieser Untersuchung. Generell zeichnete sich bei alledem Mavrokordatos‘ Bemühen ab, in beiden deutschen Hauptstädten bei seinen Gesprächspartnern, die sich in nicht wenigen Fällen skeptisch zeigten, ob Griechenland tatsächlich Fortschritte erzielen könne, Überzeugungsarbeit zu leisten.47 Damit einhergehend versäumte er nicht, Einsparungen vor allem auf militärischem Gebiet, die Nutzung vermögensbildender Einnahmequellen des Landes, die unbedingt nötige Übernahme technischen Wissens aus Europa und schließlich eine Wahrnehmung aller Möglichkeiten zu empfehlen, griechische Produkte wirkungsvoller zu vermarkten. Dabei lässt sich beobachten, wie beharrlich Mavrokordatos die Ansicht vertrat, dass sich das Land nicht nur auf seinen Handel stützen könne, sondern auch seine Landwirtschaft entwickeln müsse. Ihm war vollkommen klar, um wie vieles Griechenland freier wäre, wenn es Darlehen ohne ausländische Bürgschaften und daraus resultierende Abhängigkeiten aufnehmen könnte, wie sie im Fall der dritten Darlehensrate über 60 Millionen Francs schmerzhaft zutage getreten waren.48 Es beunruhigte ihn, dass unter Umständen Johann Baptist von Greiners Rückkehr nach Griechenland vereitelt werden könnte, von dessen Wirtschaftswissen er sich ebenso viel versprach wie von den Fähigkeiten seiner Mitarbeiter.49 Er unterstützte die Pläne für die Gründung einer Bank in Griechenland, damit sich auf diese Weise Zinswucher unterbinden und Kapital für wirtschaftliche Aktivitäten bereitstellen ließ. Er bewegte Eichthal dazu, sich an der geplanten Einrichtung einer Bank durch das englische Bankhaus Wright50 zu beteiligen und nutzte seine Freundschaft mit Jeorjios Sinas, diesen zu einer ähnlichen Initiative zu bewegen.51

Mavrokordatos formulierte Vorbehalte gegen die unverzügliche Gewährung einer Verfassung für die Griechen. Als Mavrokordatos im Sommer 1834 nach München aufbrach, war König Ottos Image trotz aller Meinungsunterschiede und trotz der Misserfolge des Regentschaftsrats noch makellos. Offenbar glaubte Mavrokordatos, und damit stand er nicht allein, dass nach allem, was auf Kapodistrias‘ Ermordung gefolgt war, zuallererst die Stärkung der Zentralgewalt Vorrang habe, während die zukünftige Form der Konstitution, also die Ausgestaltung des konstitutiven Rahmens einer konstitutionellen Monarchie, in einem zweiten Schritt geregelt werden könne – immer vorausgesetzt, dass in der Zwischenzeit die Voraussetzungen für ein wohlgeordnetes Staatswesen geschaffen worden seien. Dieses Abrücken von verfassungsorientierten Positionen, die Mavrokordatos den Brüdern Kapodistrias gegenüber doch so militant verteidigt hatte, sollte keiner Bewertung unterzogen werden, die nicht mit berücksichtigte, dass sich das politische Rahmensystem durch die Bestimmung Ottos zum König und die Eingliederung des neuen Staats in den Reigen fast ausnahmslos autoritär regierter europäischer Staaten vollkommen verändert hatte. Diese neue Realität samt der unmittelbaren Bekanntschaft mit fortschrittlichen, aber nicht liberal konstituierten Staaten, dazu vielleicht die Erwartung, dass der junge König unter entsprechend geeigneter Anleitung bald und aus freien Stücken irgendeine Form von Verfassungsordnung anstreben würde, dürften entscheidend mäßigenden Einfluss auf Mavrokordatos‘ Forderungen nach einer Verfassung gehabt haben.

In dieser Erwartung sollte er sich 1841 schmerzlich getäuscht sehen. Indessen forderten seine neuen Positionen in der Verfassungsfrage sehr bald die Reaktion seines als Botschafter Griechenlands in London, also in einem ganz anderem politischen Umfeld lebenden Mitstreiters und Schwagers Spyridon Trikoupis heraus, der sich ermutigt sah, auf der von den Versammlungen zur Revolutionszeit verkündeten Notwendigkeit zu beharren, dass Griechenland auf der Grundlage einer Verfassung regiert werden müsse. Mavrokordatos‘ erste Reaktionen auf diese Sichtweise von Trikoupis sind in seinem Tagebuch niedergelegt:

Dienstag, 6./18. August [1835]. Erhalte von Trikoupis Brief vom 11. August… Er legt mir dar, unter welchen Bedingungen er das Außenministerium übernehmen kann. Bin mit ihm einer Meinung, was die Grundlagen einer konstitutionellen Monarchie betrifft. Ich glaube nicht, dass es eine reelle Volksvertretung ohne vorherige Etablierung lokaler Gemeinden geben kann. Ich bin auch nicht mit dem Prinzip einverstanden, Ausländer auszuweisen. Wir haben dringenden Bedarf an vernünftigen, ausgebildeten Fachleuten und Landwirten.52

Mavrokordatos‘ argumentative Grundlage zu diesem Thema ist auch aus dem bekannt, was Nikolaos Dragoumis dazu in seinen Memoiren zusammengefasst hat.53 In einem Februar 1838 datierten Brief an Kolettis kam Mavrokordatos auf diese seine Sicht zurück. Unter anderem bemerkte er dort Folgendes:

Du wirst es mir niemals antun zu glauben, es sei mir möglich, meine Verfassungsgrundsätze abzuleugnen. Ich sehe in der konstitutionellen Monarchie die einzige Option, die dem Thron und der Nation zugleich zuträglich ist, und Wunsch und Absicht all derer, die den König und die Nation gleichermaßen aufrichtig lieben, sollte sein, dieses Ziel zu erreichen, doch bei der Wahl der Mittel und Wege bedarf es meiner Meinung nach größter Umsicht… Warum sollten wir einen morschen Bau errichten, statt für Material zu sorgen, mit dem wir ein Gebäude hochziehen können, das nicht allein der äußeren Erscheinung nach gefällig wirkt, sondern tatsächlich prächtig und solide ist?54

Die Verbreitung seiner Ansichten zur Verfassungsfrage hat direkt mit Alexandros Mavrokordatos‘ Bemühungen zu tun, für Griechenland ungünstige Eindrücke im Ausland, wenn nicht abzuwenden, so doch zu dämpfen. Einmal zu der Überzeugung gelangt, dass ein schrittweiser und durchprogrammierter Übergang zu einer konstitutionellen Monarchie zwingend sei, beunruhigt ihn alles, was die Aussichten auf eine störungsfreie politische Entwicklung dahin zunichtemachen könnte. Die Meldungen über Erhebungen auf der Peloponnes und dem griechischen Festland wühlen ihn auf. Sie ruinierten ihm das Bild, das er seinen Gesprächspartnern über Griechenland und die Griechen vermitteln wollte; dabei entging ihm nicht, dass die Niederschlagung der Aufstände die öffentlichen Finanzen massiv belasteten und alle Anstrengungen für eine wirtschaftliche Verbesserung konterkarierten. Er geht so weit zu behaupten, er habe sich „nach der Erfahrung der gegen Kapodistrias gerichteten Opposition“ geschworen, an keiner weiteren teilzunehmen, und sollten sich für ihn persönliche Gründe zur Verärgerung einstellen, dann würde er zurücktreten und sich ins Privatleben zurückziehen.55 Viele redeten davon, dass ein verlängerter Arm aus dem Ausland die Opposition gegen die Bayern steuere.56 Trotz aller seiner Bemühungen zu zeigen, dass er keinerlei Beziehung zur „englischen“ Partei unterhielt, entging auch Mavrokoratos solchen Verdächtigungen nicht: ihm wurde weiterhin unterstellt, deren Anführer zu sein. Der „Ruch“, ein Englandfreund zu sein, ließ ihn vorsichtig werden. Seine desungeachtet fortlaufenden Kontakte mit dem englischen Botschafter in München, Lord Erskine, sicherten ihm substantielle Informationen über die Ziele der englischen Politik in Griechenland und seinem weiteren Umfeld.57

Mavrokordatos war bemüht, den mit der wachsenden Russlandfurcht in England einhergehenden Eindruck niederzuhalten, das orthodoxe Griechenland sei möglicherweise dazu prädestiniert, Schauplatz der russischen Expansionspolitik zu werden, und deshalb müsse jegliche Stärkung Russlands zu Lasten des Osmanischen Reichs vermieden werden. Einer solchen Logik setzte er argumentativ entgegen, dass die Befriedigung gerechter Forderungen Griechenlands wie der Anschluss Kretas nach Beendigung der zehnjährigen Besetzung der Insel durch den auch für die Hohe Pforte selbst gefährlichen Mechmet Ali letztlich für die Türken von Nutzen wäre. Die ganze Angelegenheit kam ausführlich zur Sprache, als John McNeil als Sonderbotschafter Englands in Persien auf der Durchreise in München Station machte.58 Das eben Gesagte ist ein weiterer, und dazu sehr früher Beleg einer ausdrücklichen Meinungsäußerung dafür, dass Mavrokordatos nicht an übereilten militärischen Auseinandersetzungen mit dem Osmanischen Reich zur Erweiterung griechischen Territoriums gelegen war, bevor Griechenland nicht zu einem wohlverwalteten und wirtschaftlich starken Staat geworden und die notwendigen Bündnisse mit zumindest einigen der großen Mächte zustande gekommen seien. Zudem war wirtschaftliche Entwicklung ohne reibungslose Beziehungen zu den großen Märkten des Osmanischen Reichs und ohne die Chancen, die sich dort aus der Präsenz und vielfältigen Aktivität zahlreicher Griechen ergaben, ein Ding der Unmöglichkeit. Es ist von Belang, an dieser Stelle hervorzuheben, dass Kolletis zur selben Zeit – und das heißt, eine erhebliche Reihe von Jahren, bevor die „Große Idee (Megali Idea)“ offiziell verkündet wurde – eine genau gegensätzliche Sicht der Dinge entwickelte und formulierte. Für Kolletis war die Befürchtung der Engländer, Griechenland könne zuungunsten der Hohen Pforte russischen Interessen dienlich sein, nicht haltbar, denn die Griechen würden als „legitime Nachfolger“ von Byzanz nie dafür plädieren, den Russen den „Thron ihrer Vorväter“ in die Hände fallen zu lassen.59

Naheliegenderweise waren die Inhaber bayerischer Staatsämter Mavrokordatos‘ häufigste Gesprächspartner. Dazu zählte insbesondere Außenminister Friedrich August von Gise, mit dem er sich über Ereignisse in Griechenland austauschte und dem er Informationen zu entlocken bestrebt war, wenn der Regentschaftsrat, Armansperg oder die Bayern aus Ottos Umgebung ihn wieder einmal unbenachrichtigt ließen, selbst wenn es um Sachverhalte von größerer Bedeutung ging wie etwa die geplante Bayernreise des griechischen Königs, um nach einer Gattin Ausschau zu halten. Eben diese Reise Ottos mit all ihrem Procedere, an dessen Ende die Heirat mit der oldenburgischen Prinzessin Amalia stehen sollte, war für Mavrokordatos eine sehr angespannte Zeit. Während er selbst seine Freude darüber nicht verhehlte, seinen Herrscher sehen und ihm aus der Nähe dienstbar sein zu können,60 und ihm deshalb zur Begrüßung beim Betreten Deutschlands entgegeneilte,61 musste er bald schmerzlich zur Kenntnis nehmen, dass sich kaum jemand für seine Meinung interessierte. Über alles und jedes wurde auf höchster Ebene entschieden, und das heißt nur zwischen den Monarchen und ihren engsten Mitarbeitern. So erfuhr Mavrokordatos rein zufällig, dass König Otto sich verlobt hatte,62 erfuhr überhaupt nichts über die Stationen seines Aufenthalts in Deutschland und wurde erst kurz vor der Hochzeit darüber ins Bild gesetzt, dass auch er daran teilzunehmen habe.63 Auf gleiche Weise verheimlichte man vor ihm systematisch die bereits beschlossene Ersetzung Armanspergs. Doch Mavrokordatos tat weiterhin voller Eifer seine Pflicht. Mit großer Geduld war er hinter dem jungen König Otto her, um ihm buchstäblich ein bisschen von der auf seinen Vergnügungsrundreisen verbrachten Zeit abzujagen, ihn über für Griechenland sehr wichtige Fragen zu informieren und seine entsprechenden Befehle einzuholen. Eine dieser Fragen war die Absicherung eines neuen Darlehens von Seiten Bayerns, mit dem den wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Landes begegnet werden sollte,64 bis die Tranchen der dritten Rate des 1832 vereinbarten und von den Schutzmächten garantierten Darlehens freigegeben worden waren. Ein anderes Anliegen von Mavrokordatos war, den Herrscher davon zu überzeugen, aus politischen Gründen seine Rückkehr nach Griechenland nicht zu verzögern und deshalb die in der Nähe Münchens geplante Verabschiedung von seinen Eltern abzusagen. Er betrachtete diese beschleunigte Abreise von dem Moment an als wirklich dringlich, als in München die Cholera ausgebrochen war. Als Folge der Epidemie waren bereits Ottos Adjutanten Katsakos Mavromichalis und Antonios Miaoulis gestorben.65

Familiäre Sorgen und persönliche Tragödien

Natürlich galt Mavrokordatos‘ Sorge nicht nur seinem Herrscher, sondern auch seiner Familie. Seine das Familienwohl betreffenden Einträge vermitteln uns zugleich hochinteressante Nachrichten über die rein persönliche Seite seiner Erlebnisse und Erfahrungen und damit indirekt auch über die Lebensverhältnisse in Deutschland und vor allem in Bayern der 1830er Jahre. Bezeichnend dafür sind unter anderem seine Erwähnungen der Choleraepidemie. Während der Zeit eines seiner Berlinaufenthalte war seine Frau mit den Kindern in München geblieben, wo die Cholerafälle sich zu häufen begannen – entsprechend offenkundig war seine Besorgnis um sie. Die Fürsorge für die Familie trat auch in weniger unbeschwerten Momenten, von denen es zum Glück nur wenige gab, auf vielerlei Weise zutage. Über das ganze Tagebuch hin ist die Sorge um die Seinen omnipräsent. War er verreist, schrieb er fast täglich an seine Gattin Chariklia und wartete angespannt auf ihre Briefe. Er kaufte für sie Hüte, Kleider und verschiedenerlei fürs Haus. Gemeinsam gingen sie ins Theater und auf Bälle.66 Er stand ihr bei ihren Schwangerschaften und Geburten zur Seite, gemeinsam beweinten sie den Tod ihrer Kinder. Es scheint, als habe ihrer beider Freud und Leid sie fest miteinander verkettet. „Meine Chariklia“ und andere zärtliche Ausdrücke finden sich in all seinen Briefen. Am 20.1./1. Februar 1836 notierte er:

Heute geht das sechste Jahr seit unserem Hochzeitstag zu Ende. Chariklia und ich erinnern uns, dass wir 1831 an diesem Tag auf Tinos waren. 1832 weilte sie auf Hydra, ich dagegen in den Bergen der Megarida. 1833 in Nafplion, voller Freude auf das Eintreffen des Königs. 1834 ebenfalls in Nafplion. 1835 in München und dies Jahr in den schneebedeckten Bergen Deutschlands.

Wie wir gesehen haben, reiste Mavrokordatos im Juli 1834 mit seiner Frau, seiner Mutter, seinem etwa dreijährigen Sohn Nikolaos und dem Säugling Elpinike aus Griechenland ab. Im November bekam er einen zweiten Sohn, dem er den Namen Kimon gab.67 Wenige Monate später aber verloren sie nach kurzer Krankheit Elpinike. Die fortlaufenden Tagebucheinträge zeigen, wie er die Erkrankung und den Tod seiner Tochter miterlebte: in seinem Inneren verschlossener Schmerz ohne Hinwendung ins Religiöse.68 Kurz darauf drei weitere Todesfälle: In Triest, wohin seine Familie, wahrscheinlich aus Angst vor der Cholera und mit der Aussicht, nach Griechenland weiterzureisen, im Dezember 1837 umgezogen war, verlor er seinen sieben Jahre alten Erstgeborenen Nikolaos (Nikolakis), den er so geliebt hatte und so stolz auf ihn gewesen war,69 den vierjährigen Kimon und schließlich auch noch Eleni, ein Kleinkind von 20 Monaten. Der Schlag war tödlich, und Mavrokordatos offenbar so enttäuscht und verbittert von den Wechselfällen menschlichen Geschicks, dass viele versuchten, ihm mit ihren Briefen Mut zuzusprechen. Kolettis erinnerte ihn daran, wieviel das Vaterland noch von ihm erwarte.70 Philippos Ioannou, der befürchtete, Mavrokordatos‘ Glaube an die göttliche Gerechtigkeit sei erschüttert worden, rief ihm den unerforschlichen Ratschluss Gottes ins Gedächtnis.71 Er selbst verließ München, ohne das Einverständnis seiner Regierung abzuwarten, und eilte nach Triest, um Chariklia dort zu trösten.72 Über die letzten traurigen Ereignisse haben wir keine Einträge im Tagebuch. Es bricht am 5./17.März 1837 ab.

Zusammenfassung

Der vorliegende Text bietet einen inhaltlichen Überblick über das Tagebuch von Alexandros Mavrokordatos aus seiner Dienstzeit als Diplomat in Deutschland: Er wurde vom Regentschaftsrat zum Botschafter Griechenlands am bayerischen und preußischen Hof bestimmt. Zusammen mit seiner Familie etablierte er sich nach abenteuerlicher Reise in München, wo er, Fahrten nach Berlin eingeschlossen, zwischen 1834 und 1837 seinen Pflichten nachging. Hauptsächlich auf der Grundlage seines systematisch von ihm geführten Tagebuchs wird zu verdeutlichen unternommen, wie er im Einklang mit den ihm erteilten Anweisungen für die Interessen des neugeschaffenen Staats einzutreten bemüht war. Ebenso erlaubt es das Tagebuch, ein ausreichendes Bild davon zu erstellen, wie Mavrokordatos‘ Leben in deutscher Umgebung ausgesehen hat. Ferner unterrichtet es uns über die offiziellen wie inoffiziellen Kontakte mit bayerischen und preußischen Regierungsinstitutionen und den dort akkreditierten Botschaftern anderer Länder sowie über die Art und Weise, mit der man ihm allseits begegnete. Auch Mavrokordatos‘ Beziehungen zu in München und Berlin angesiedelten Griechen werden angeführt, desgleichen deutsche Errungenschaften, an deren Übernahme in Griechenland ihm gelegen war. Viele Tagebuchnotizen geben seine Eindrücke von Sehenswürdigkeiten wieder, z.B. Bau- und Kunstwerken, die er gesehen hatte, und von der Lebensart der Deutschen. An anderen Stellen wieder trifft man auf Einträge darüber, wie er seine freie Zeit verbrachte, welchen Vergnügungen er nachging, was seinen Alltag ausmachte, über das Verhältnis zu seiner Frau und über die tragischen Momente des Todes seiner Kinder. Als Politiker legt er schließlich seine Reaktionen auf die Ereignisse in Griechenland nieder. Der Text bietet überdies wenige, aber interessante Bewertungen Mavrokordatos‘ über den griechischen Freiheitskampf. Zur Sprache kommt schließlich auch seine Beunruhigung über das, was in Griechenland vor sich geht, und es wird sichtbar, auf welche Weise die politischen und sozialen Gegebenheiten in Deutschland seine Wahrnehmung der Form der politischen Ordnung in Griechenland beeinflussen.

Einzelnachweise

  1. Eingehenderes dazu s. Loukos, 1993, 93-102.
  2. Ebd. Zu Mavrokordatos‘ Handeln während der Revolutions- und Kapodistrias-Zeit s. auch Loukos, 2010.
  3. John A. Petropulos, 1997, u.a. 230, 237-255. Dieses wichtige Werk (engl. Ausgabe 1968) ist und bleibt eine fundamentale Hilfe für das Verständnis der ersten Periode der Herrschaft König Ottos. S. dazu auch den Erlass „Versetzung des bisherigen Vorsitzenden des Ministerrats und Ministers des Auswärtigen und der Marine K. Mavrokordatos in einen anderen Dienst“ vom 31. Mai/12. Juni 1834 in der Regierungszeitung vom 20.3./15.6.1834.
  4. Mavrokordatos, 2011, Eintrag vom 3./15.8.1834 (im Folgenden werden nur noch das Stichwort „Tagebuch“ und das Datum des Eintrags angeführt).
  5. Tagebuch, 8./20.8.1834.
  6. Tagebuch, 5./17.10.1834.
  7. Tagebuch, 27.9./9.10.1834.
  8. Tagebuch 23.9./5.10.1834.
  9. S. Tagebuch, 14./26., 15./27., 17./29.8.1835.
  10. Tagebuch, 22.3./3.4.1836; s. auch 21.3./2.4.1836: „gehe zum Institut, um mir die Vorbereitungen für die morgige Aufführung anzusehen.
  11. Tagebuch, 23.9./5.10.1835; s. auch 24.6./6.7., 25.6./7.7. und 26.9./8.10.1836.
  12. Tagebuch, 25.8./5.9.1835, 13./25.1.1836, 15./27.11.1836, 5./17.12.1836.
  13. Tagebuch, 16./28.5.1835: „Ich lade auch Abel ein, was allerdings Maurer betrifft, habe ich meine Gründe, ihn nicht einzuladen“. S. auch den Eintrag vom 31.10./12.11.1834.
  14. Mavrokordatos (München) am 6./18.9.1835 an Trikoupis (London). In: ELIA, Archiv Sp. Trikoupis, Dossier 22.
  15. Tagebuch, 20.10./1.11.1836: „Treffen mit Thiersch, der viel von Kolettis spricht. Wie leicht lässt sich dieser Philhellene hinters Licht führen! Wir reden viel über die griechische Jugend. Diesem Menschen liegt viel am Wohl der Griechen und Griechenlands“. Mavrokordatos hatte eine gelegentliche Einladung König Ottos an Thiersch, als sein Mitarbeiter nach Griechenland zu kommen, für wenig nützlich gehalten: er sei „durchgehend eitel und oberflächlich… und seine Oberflächlichkeit werde ihn zur leichten Beute böswilliger Gerissenheit machen“. S. Mavrokordatos (München) an Sp. Trikoupis (London), 1./13. 4.1835. In: ELIA, Archiv Sp. Trikoupis, Dossier 22.
  16. Tagebuch, 3./15.1.1836.
  17. Tagebuch, 26.9./8.10.1834.
  18. Tagebuch, 16./28.10.1835: „Als ich erfuhr, dass die kürzlich für den Verkehr zwischen dieser Stadt und dem zwei Wegstunden entfernten Fürth gebaute Eisenbahnstrecke fast fertig war, machte ich dort einen Besuch… Die Konstruktion dieser Strecke folgt neuester Methode, d.h. die Räder der Waggons sind auf emporstehende Eisen[schienen] aufgesetzt. Ich besichtigte auch die dampfgetriebene Maschine, die die Waggons ziehen soll.“
  19. Tagebuch, 21.10./2.11.1835.
  20. Tagebuch, 28.12./9.1.1836: „Wir fahren mit Blesson an den Waldrand beim Fluss, wo die eiserne Dampfmaschine steht, ich stelle einige Mängel fest.“
  21. Tagebuch, 26.6./8.7.1835.
  22. Tagebuch, 23.10./4.11.1834.
  23. Tagebuch, 20.11./2.12.1836: „Wiewohl demokratisch verfasst, verfügt Bremen dennoch über eine Aristokratie. Seine 24 Ratsherren sind auf Lebenszeit gewählt, ebenso die vier Bürgermeister aus dieser Runde, von denen jeweils einer für sechs Monate zum Präses gewählt wird. Sie haben Zünfte, in denen die Gewerbe vorzugsweise vererbt werden; diese Verhinderung freien Zugangs zu allen Gewerben ist eine Sache, die viel Schaden anrichtet.“
  24. Tagebuch, 20.11./2.12.1836 und 19.11./1.12.1836. In Bremen hatte er auch andere Weine erprobt:„Morgens besuchten wir verschiedene Bremer Sehenswürdigkeiten: das Archiv, den Weinkeller, wo wir Rheinwein der Jahrgänge 1624 und 1636 tranken, den Dom und das in dessen Nähe befindliche Kellergewölbe, wo sich verschiedene tote Körper ausgetrocknet-unversehrt erhalten haben“ (6./18.11.1836).
  25. Tagebuch, 23.10./4.11.1835.
  26. Tagebuch, 2./14.12.1836.
  27. Mavrokordatos (Berlin) an Sp. Trikoupis (London), 14.10.1834. In: ELIA, Archiv Sp. Trikoupis, Dossier 22.
  28. Tagebuch, 16./28.10.1834: „Das Gebäude, Glyptothek und Pinakothek in einem, ist schön. Die äußeren Proportionen und ebenso die Aufstellung und Verteilung der Skulpturen und Gemälde sind bemerkenswert gelungen, doch es sind wenige Bilder und nur zwei, drei Stücke unter den Skulpturen, über die sich zu reden verlohnt.“ Es handelt sich um das als „Altes Museum“ bekannte Baumonument des Architekten Schinkel im griechisch-klassizistischen Stil. S. auch Mavrokordatos‘ Aufzeichnungen über die Schäden, die die riesige Explosion eines Pulvermagazins an der Münchner Pinakothek verursacht hatte (Einträge 4./16.5. und 6./18.5.1835).
  29. Tagebuch, 14./26.10.1834.
  30. Tagebuch, 12./24.10.1834.
  31. Tagebuch, 4./16.11.1836. Beim König handelt es an dieser Stelle um König Otto.
  32. Tagebuch, 9./21.10.1834.
  33. Tagebuch, 13./25.6.1835.
  34. Tagebuch, 2./14.9. 1834.
  35. Tagebuch, 16./28.9.1834.
  36. Tagebuch, 20.9./2.10.1834.
  37. Tagebuch, 16./28.3.1835 (kritische Bemerkungen über die Eignung zahlreicher Minister) und 21.6./3.7.1836 (besonders kritische Sätze gegen N. Skoufos).
  38. Zwischen dem 31.10./12.11.1835 und dem 14./26.1.1836 nahm er insgesamt 14 Unterrichtsstunden. Am 16./28.2.1836 begann er in München mit neuen Stunden, die dreimal wöchentlich stattfanden. Über den Kauf von Lexika und einer Grammatik s. 3./15.10.1834: „In der Absicht ein wenig Deutsch zu lernen, um so immerhin die Zeitungen verstehen zu können, habe ich mir eine Grammatik und ein Wörterbuch gekauft“.
  39. Tagebuch, 19./31.12.1835 (um welche Zeitung es sich handelte, lässt sich nicht ermitteln).
  40. Tagebuch, 3./15.7.1836.
  41. Mavrokordatos (München) an Sp. Trikoupis (London), 10./22.2.1838. In: ELIA, Archiv Sp. Trikoupis, Dossier 22. Er setzte Folgendes hinzu: „Alle deutschen Kleinstaaten haben die Unterdrückung der Rechte eines kleinen Staatswesens mit Missvergnügen gesehen, weil sie Angst haben, das schlechte Beispielkönne Schule machen“.
  42. Tagebuch, 30.10./11.11.1836: Gespräch mit dem französischen Botschafter in Berlin Bresson, der die Beunruhigung des französischen Ministerpräsidenten Herzog de Broglie über die „Bavarisierung“ Griechenlands weitergab. Zur Haltung Frankreichs bezüglich der dritten Darlehensrate s. die Einträge vom 14./26.7.1835, 15./27.7.1835 und 13./25.1.1836.
  43. Tagebuch, 27.11./9.12.1835.
  44. Tagebuch, 6./18.11.1834. S. auch Mavrokordatos (München) an Sp. Trikoupis (London), 13./25.3.1835. In: ELIA, Archiv Sp. Trikoupis, Dossier 22: „Der König von Bayern ist davon überzeugt, dass Griechenland auf griechische Weise verwaltet und regiert werden sollte. Er wünscht, seinen Sohn von den verständigsten und meistbefähigten Griechen umgeben zu sehen.“
  45. Tagebuch, 27.11./9.12.1835.
  46. Zur „Objektivität“ und Literalität der Tagebuchaufzeichnungen wie zu weiteren ähnlichen Fragen s. Mylonaki 1999, 12-14.
  47. Nach einer Begegnung mit Graf Luxbourg, dem diplomatischen Vertreter Bayerns in Berlin, notierte er: „Ich stellte beeindruckt fest, wie schwer es ihm fiel, an einen Fortschritt in den griechischen Angelegenheiten zu glauben, und so gab ich mir größtmögliche Mühe, ihm das Gegenteil nahezubringen“ (Tagebuch, 1./13.10.1834).
  48. Gespräch mit Michail Soutsos (Tagebuch 30.7./11.8.1835). Zur dritten Marge des Darlehens und wie diese von den drei Garantiemächten als Druckmittel gegen die griechischen Regierungen eingesetzt wurde, s. G. Dertilis, 2005, passim. S. auch Karouso, 2018, passim.
  49. Tagebuch, 23.8./4.9.1834, 30.8./11.9.1834, 5./17.9.1834.
  50. Tagebuch, 10./22.6.1836.
  51. Anastassios Manakis (Wien) an Alexandros Mavrokordatos (München), 26.1.1837. In: GAK, Archiv Mavrokordatos, Dossier 20a, Nr. 5389.
  52. S. auch das, was er Michail Soutsos rät (Tagebuch, 31.7./12.8.1835). Desgl. s. Mavrokordatos (München) an Sp. Trikoupis (London), 6./18.9.1835. In: ELIA, Archiv Sp. Trikoupis, Dossier 22.
  53. Dragoumis, 1973, 28-31. Zu dem Dissens zwischen Sp. Trikoupis und Mavrokordatos, wann den Griechen eine Verfassung zu geben sei, s. auch Tricha, 2019, 518-526.
  54. Mavrokordatos (Triest) an Kolettis (Paris), 5./17. März 1838. In: KEINE, Archiv Kolettis (T), Dossier 62, Nr. 18.
  55. Mavrokordatos (München) an Sp. Trikoupis (London), 10./22.2.1836. In: ELIA, Archiv Sp. Trikoupis, Dossier 22.
  56. Auch er selbst trägt sich mit dem Verdacht ausländischer Einflussnahme: s. Eintrag vom 5./17.9.1834.
  57. Tagebuch, 20.9./2.10.1834.
  58. Tagebuch, 11./23.6.1836. S. auch die Einträge vom 10./22. und 12./24.6.1836.
  59. Kolletis (Paris) an Mavrokordatos, 25. Oktober 1839. In: GAK, Archiv Mavrokordatos, Dossier 20b. S. auch Kremmydas, 2000.
  60. Tagebuch, 28.3./9.4.1836: „Fahre heute früh nach Eichthal ab, er sagt mir, dass er gerade die Nachricht erhalten habe, dass unser König in Kürze kommen wird, wir umarmen uns vor lauter Freude.“
  61. Tagebuch, 16./28.5.1836.
  62. 30.8./7.9.1836.
  63. Tagebuch, 3./15.10.1836. Über Amalia schreibt er, „wie hübsch anzusehen, wohlgestalt, charmant und geistvoll sie ist“: s: Mavrokordatos (München) an Sp. Trikoupis (London), 15./27.1.1837. In: ELIA, Archiv. Sp. Trikoupis, Dossier 22.
  64. Petropulos, 1997, S. 209, 357 u. 588.
  65. Zu ihrem Tod s. die bewegende Beschreibung in den Einträgen vom 25.10./6.11.1836 und 31.10./12.11.1836.
  66. Belege dafür am 9./21.1.1834: „Doppelbillet für den Ball am Samstag 5:15. Doppelbillet fürs Theater 3:30.“
  67. Tagebuch, 3./15.11.1834: „Ab vier Uhr morgens begannen bei Chariklia die Wehen, ich holte sofort die Hebamme, um viertel nach neun war sie erlöst und gebar mir einen Sohn, dem ich den Namen Kimon gab“.
  68. Tagebuch, 21.5./2.6.1835, 23.-27.5./4.-8.6.1835, 1./13.6.1835.
  69. Erinnerndes Gedenken an ihn findet sich verstreut an mehreren Stellen des Tagebuchs, s. den entsprechenden Eintrag vom 12./24.1.1836: „Abendeinladung für die Kleinen ins Haus von Rivopieros. Nikolaos ganz entzückend“.
  70. Kolettis (Paris) an Mavrokordatos (Triest), 18.1.1838. In: GAK, Archiv Mavrokordatos, Dossier 20a, Nr. 5476.
  71. Philippos Ioannou (Athen) an Mavrokordatos, 15./27.12.1837 und 16.1.1838. In: GAK, Archiv Mavrokordatos, Dossier 20a, Nr. 5447 und 5475.
  72. Mavrokordatos (München) an Rudhart, 8./20.12.1837 und Mavrokordatos (Triest) an Otto, 18./30. Dez.1837 (eigenhändige Entwürfe mit Korrekturen): GAK, Archiv Mavrokordatos, Dossier 20a, Nr. 5446 und 5450.

Verwendete Literatur

Αλέξανδρος Μαυροκορδάτος
Χρήστος Λούκος (Autor*in)
2010
Αρχείο Κωλέττη
ΚΕΙΝΕ Ακαδημίας Αθηνών (Autor*in)
Αρχείο Μαυροκορδάτου
Γενικά Αρχεία του Κράτους (Herausgeber*in)
Αρχείο Σπ. Τρικούπη
Ελληνικό Λογοτεχνικό και Ιστορικό Αρχείο (ΕΛΙΑ) (Autor*in)
Εθνικές γαίες, εθνικά δάνεια και εθνική κυριαρχία. Βρετανική διπλωματία και γαιοκτησία στο ελληνικό κράτος 1833-1843
Εύη Καρούζου (Autor*in)
2018
Ιστορία του ελληνικού κράτους, 1830-1920
Γ. Δερτιλής (Autor*in)
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Ιστορικαί Αναμνήσεις
Νικόλαος Δραγούμης (Autor*in), Άλκης Αγγέλου (Herausgeber*in)
1973
Ο πολιτικός Ιωάννης Κωλέττης. Τα χρόνια στο Παρίσι (1835-1843)
Βασίλης Κρεμμυδάς (Autor*in)
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Οι ‘τύχες’ του Αλέξανδρου Μαυροκορδάτου στη νεοελληνική συνείδηση
Χρήστος Λούκος (Autor*in)
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Πολιτική και συγκρότηση κράτους στο ελληνικό βασίλειο
John A. Petropulos (Autor*in), Νικηφόρος Διαμαντούρος (Herausgeber*in)
1997
Σπυρίδων, ο άλλος Τρικούπης 1788-1873
Λύντια Τρίχα (Autor*in)
2019
Το ημερολόγιο ως αυτοβιογραφικό κείμενο
Ιωάννα Μυλωνάκη (Autor*in)
1999
Το ανέκδοτο ημερολόγιο του Αλέξανδρου Μαυροκορδάτου. Μόναχο –Βερολίνο (1834-1837)
Αλέξανδρος Μαυροκορδάτος (Autor*in), Χρήστος Λούκος (Herausgeber*in)
2011

Zitierweise

Christos Loukos, »Alexandros Mavrokordatos: ein Revolutionär an den Höfen Münchens und Berlins (1834-1837)«, in: Alexandros-Andreas Kyrtsis und Miltos Pechlivanos (Hg.), Compendium der deutsch-griechischen Verflechtungen, 10.11.2020, URI: https://comdeg.eu/compendium/essay/100698/.

Index

Akteur*innen Karl von Abel, Muhammad Ali Pascha, Friedrich Ancillon, Leonidas Androutsos, Odysseas Androutsos, Joseph Ludwig Graf von Armansperg, Amable Guillaume Prosper Brugière, Baron de Barante, Carlos María Isidro de Borbón (Don Carlos), Charles Bresson, Achille-Léon-Victor de Broglie, Andreas A. Delijannis, Nikolaos Dragoumis, Simon von Eichthal, David Erskine, Alexandra Feodorowna, Grigory Gagarin, Friedrich August von Gise, Johann Baptist von Greiner, Alexander von Humboldt, Filippos Ioannou, Ioannis Kapodistrias, Smaragda Karantza, Eleni Karelli (Odysseena), Ilias Katsakos Mavromichalis, Egid von Kobell, Ioannis Kolettis, Theodoros Kolokotronis, Amalie, Königin von Griechenland, Isabella II., Κönigin von Spanien, Ludwig I., König von Bayern, Otto I., König von Griechenland, Friedrich III., König von Preußen, Friedrich Wilhelm IV., Κönig von Preußen, Franz Krüger, Martin Luther, Friedrich von Luxburg, Anastassios Manakis, Georg Ludwig von Maurer, Alexandros Mavrokordatos, John McNeil, Philipp Melanchthon, Clemens Wenzel Lothar von Metternich, Antonios Miaoulis, George Nugent-Grenville, Dimitrios Parrissiadis, Alexandre de Ribeaupierre, Ignaz von Rudhart, Wilhelm Ludwig Georg zu Sayn-Wittgenstein-Hohenstein, Friedrich Schiller, Karl Friedrich Schinkel, Georg Simon von Sina, Michail Soutsos, Friedrich Thiersch, Spyridon Trikoupis, Heinrich Nikolaus Ulrichs
Institutionen Allgemeine Augsburger Zeitung, Athina (Zeitung), Büro für auswärtige und Marineangelegenheiten (Königreich Griechenland), Englische Partei, F.A. Brockhaus Verlag, Französische Partei, Griechisches Lyzeum München, John Wright and Co (Bankhaus), Le Temps (Zeitung), Ludwig-Maximilians-Universität München, Ottonische Universität, Russische Partei, Sotir (Zeitung), Staatswirthschaftliches Bureau (Königreich Griechenland)
Orte Berlin, München
Kontaktzonen Alltagskultur, Außenpolitik, Gesellschaft, Griechische Deutschland-Imagination, Griechische Staatsgründung, Liberalismus
Vermittlungspraktiken Griechische Diplomatie, Selbstzeugnisse, Sozialer Austausch
Zeitfenster 1834-1837

Metadaten

Essaytyp Mikrogeschichte
GND-Referenz Maurokordatos, Alexandros N. (118952439)
Lizenz CC BY-NC-ND 4.0
Sprache Deutsch, übersetzt aus dem Griechischen von Joachim Winkler

Beteiligte Institutionen


Gefördert durch

Technische Umsetzung