Das Vierte Armeekorps im Ersten Weltkrieg und das Erbe von Görlitz

Von Stratos Dordanas | Zuletzt bearbeitet 11.09.2020

In der griechischen Militärgeschichte hat es zu keiner anderen Zeit den Fall gegeben, dass sich ein Heereskorps dem Gegner ausgeliefert hätte. Was ist dann eigentlich mit dem Vierten Armeekorps von Ost-Mazedonien nach dem Einfall der Bulgaren im August 1916 geschehen? Waren seine Übergabe und sein Abtransport aus Griechenland wirklich die einzige Option? Waren seitdem all seine Männer wirklich „Gäste“ des Kaisers und war Deutschland für die Griechen wirklich ein gastfreundlicher Ort? War die Entfernung, die Kavala und Görlitz voneinander trennte, dafür ausreichend, die wehrpflichtigen Soldaten samt ihren Offizieren politisch zu isolieren und sie vor dem Aufruhr der Leidenschaften rund um die Spaltung der Nation zu bewahren? Hatte die Flucht König Konstantins ins Ausland und die Rückkehr von Venizelos nach Athen Auswirkungen auf die Haltung des Vierten Korps? Was bedeutete die Aufnahme tausender Griechen langfristig für Deutschland und wie ging man mit ihnen nach ihrer Heimkehr um?

Inhalt

Vom Griechenland des Nationalen Schismas ins kaiserliche Deutschland

Nikolaos Margaritoulis aus Volos meldete sich Ende 1913 in Larissa, um seinen Militärdienst beim Heer abzuleisten. Im Anschluss daran wurde er im Rang eines Gefreiten nach Ost-Mazedonien versetzt. Dort erlebte er an der griechisch-bulgarischen Grenze den Ausbruch des Ersten Weltkriegs, im September 1915 dann die allgemeine Mobilmachung und ab August 1916 den bulgarischen Einfall, der die Verlegung des Vierten Armeekorps nach Deutschland auslöste, wo Margaritoulis in der schwierigen Anfangszeit als Setzer bei der griechischsprachigen Zeitung Görlitzer Nachrichten arbeitete und dadurch seine Lebensumstände bedeutend verbessern konnte.1 In dieser Hinsicht hatte er es gut getroffen. So viel Glück hatte der Adjutant der Nationalgendarmerie Stylianos Kandylakis aus Kreta, der ebenfalls in Ost-Mazedonien Dienst tat, nicht: ihm widerfuhr das genaue Gegenteil. Als überzeugter Venizelos-Anhänger zählte er zu den 36 Offizieren, die im Winter 1917-1918 von den Deutschen festgenommen, ins westfälische Werl verbracht und dort unter besonders widrigen Bedingungen bis Kriegsende festgehalten wurden.2

Durch seine Einstellung bei der griechischsprachigen Propagandazeitung gestaltete sich das Leben für Margaritopoulos viel humaner: stets sauber und gepflegt, schlief er in Federbetten, besuchte die besten Lokale und konnte die ganze Zeit des Wartens auf seine Heimkehr über ein angenehmes Leben führen.3 Kandylakis dagegen bekam es nach Görlitz mit einem weiteren Exil zu tun – schon das macht die Situation deutlich, der er ausgesetzt war. Bei aller grundsätzlichen Verschiedenheit folgten beide Geschichten demselben Grundmuster, nämlich durch die Verlegung des Vierten Korps ins oberschlesische Görlitz bis Kriegsende wie in einer Falle festzusitzen – ein Vorgang, der eine noch bis vor kurzem völlig unbekannte und spezielle Seite der Geschichte Griechenlands im Ersten Weltkrieg aufschlug. Es war seit König Ottos Zeiten das zweite Mal, dass die beiden Völker einander in so großer Anzahl und für einen erheblichen Zeitraum begegneten –  eine Koexistenz, die die darauffolgenden wechselseitigen Beziehungen nachhaltig prägen sollte.

Was sich von Mai bis September 1916 in Ost-Mazedonien abspielte, bestätigte erneut die Verletzung der territorialen Integrität eines ansonsten neutralen Landes und zwar durch beide gegnerischen Bündnismächte zugleich. Nach der Niederlage der Entente an der serbischen Front und dem Rückzug ihrer Streitkräfte auf griechisches Territorium, der Thessaloniki in ein befestigtes Heerlager verwandelte, waren nun die beiden Kaiserreiche im Zentrum Europas an der Reihe, ihrerseits territoriale Vorteile als Ausgleich einzufordern. Die Übergabe der Festung Rupel an die Bulgaren im Mai war der Schlüssel für das geplante Vorrücken in Ost-Mazedonien und die Auslieferung dieser Gebiete an das mit ihnen verbündete Bulgarien. Einschließlich der großen Städte widerstandlos in die Hände des Feindes gefallen, saßen das griechische Heer und die griechische Bevölkerung, von Entbehrungen und großer Panik bedrängt, vor allem aber von der griechischen Regierung im Stich gelassen, wie in einem Käfig gefangen fest.4

Widerstand war aussichtslos, die Flucht auf dem Seeweg setzte die eigene Auslieferung an die Entente und damit in die Hände der Venizelisten in Thessaloniki voraus, gesammelter Rückzug in die Stadt Drama bedeutete bulgarische Kriegsgefangenschaft – die einzige Lösung war seit Hindenburgs Garantieversprechen eine Verlegung nach Deutschland im Sinne „gastfreundlicher Aufnahme“: Aus dieser Zusammenschau leitete Artillerieoberst Ioannis Chatzopoulos, zuständiger Heeresverwalter des Vierten Korps, seine Gründe für die Annahme der deutschen Offerte ab. Kurz vor dem Verlassen griechischen Bodens telegraphierte er König Konstantin, um ihm in aller Kürze die Ereignisse zu schildern, und schloss dabei mit den nach seiner Ankunft in Görlitz auch ins Deutsche übersetzten Ausführungen:

„Da ich telegraphisch weitere Einzelheiten nicht melden kann, flehe ich zu Euerer Majestät zu glauben, daß ich den obigen Entschluß mit Schmerz gefaßt habe, weil keine andere ehrenvolle Lösung möglich war.“

Für die 6.100 Soldaten und 430 Offiziere, ebenso für die gesamten Kräfte der Nationalgendarmerie und der Polizeidirektion von Florina (35 Mann), hatte die Reise nach Görlitz als ganz und gar unbekannte Fahrt ins Blaue gerade erst begonnen. Im Zeitraum 2./15. bis 14./27. September  machten sich insgesamt zehn Eisenbahnzüge von Drama über Bulgarien auf den Weg nach Deutschland. Nach zwölftägiger Fahrt traf das Vierte Korps in Görlitz ein, wo ihm seitens der deutschen Militärbehörden ein warmherziger Empfang zuteilwurde. Die Offiziere etablierten sich in Miethäusern in der Stadt, während die Wehrdienstleistenden in ein neuhergerichtetes Lager an den östlichen Abhängen der Stadt interniert wurden, das zuvor der Verwahrung russischer Kriegsgefangener gedient hatte.5

„Cherete – Guten Tag!“: „Gastgeber“ und „Gäste“

Die seitens der Korpsführung getroffene Entscheidung, der bedrängenden Realität in Ost-Mazedonien auszuweichen, gehorchte –genauso wie die Gewährung der „Gastfreundschaft“ deutscherseits– politischen und militärischen Gründen. Eindeutig überschaubar waren zu diesem Zeitpunkt auch die Auswirkungen, die eine langanhaltende Koexistenz auf persönlicher wie sozialer Ebene, überdies allgemein bei der Heranbildung von Mentalitäten und kulturellen Prägungen haben würde.

All dies entging nicht der Aufmerksamkeit des Generalstabs, der sich nach Ankunft des Korps in Görlitz um eine ganze Reihe von Verfahrensfragen, u.a. bezüglich der Behandlung der Griechen und des Umgangs mit ihnen kümmerte, um zu unterstreichen, dass das das Griechische Armeekorps in Deutschland als Gast, nicht aber als kriegsgefangen zu betrachten sei, und sich darüber hinaus die Griechen keinesfalls als kriegsbedingt Eingesperrte oder Internierte fühlen sollten. Darum wurde verfügt, sie separat, fernab der Kriegsgefangenenlager und natürlich unter keinen Umständen mit anderen zusammen unterzubringen. Generell sollte ihre Behandlung und Versorgung sich in nichts von derjenigen deutscher Einheiten bei Militärmanövern in Friedenszeiten unterscheiden. Offiziere sollten Appartements in der Stadt mieten können, und wer –selbstverständlich auf rein freiwilliger Basis– einer Arbeit nachzugehen wünschte, sollte dafür regulär entlohnt werden. Abgesehen von den übrigen Gründen zielten diese Privilegien und die besondere Behandlung von Truppen eines neutralen Drittlandes laut Ludendorff auf langfristige, gegenwärtig noch nicht sichtbare Vorteile ab:

„Der Aufenthalt der griechischen Truppen gibt eine günstige Gelegenheit, um Verständnis für deutsche Verhältnisse, deutsche Arbeit und deutsche Größe nach Griechenland zu tragen. Sie muss ausgenutzt werden.“6

Angesichts einer solchen Vorzugsbehandlung, wie sie die Gastgeber dem Heer des verbündeten Königs Konstantin angedeihen ließen, fragt es sich, was diejenigen empfanden, die sie erhielten, ohne jemals danach gefragt zu werden oder darum gebeten zu haben. Eine indirekte Antwort auf die Frage riskierte ein Text, der im Griechischen Jahreskalender 1918 (zum Gedenken an den Görlitz-Aufenthalt des 4. Korps des Königlich-Griechischen Heeres) veröffentlicht wurde. Herausgegeben vom Verlagshaus Görlitzer Nachrichten & Anzeiger im Besitz von Emil Glauber zielte er darauf ab, unterhaltsame Texte über buntgemischte Themen anzubieten, während die griechischsprachigen Görlitzer Nachrichten und Griechischen Blätter thematisch ausschließlich die politische und militärische Entwicklung durch das Prisma deutscher Propaganda abdeckten.

Freimütig, voller Heimweh, zugleich aber auch literarisch gewandt und stilvoll beschrieb der Autor des Textes Die Reise, wie diese ihren Anfang nahm, als die Bulgaren in Mazedonien eingefallen waren, um sich als Freunde zu präsentieren, die sich alsbald in Feinde verwandelten, während die Soldaten selbst, ihre Waffen „gesenkt wie bei einem Begräbnis, und ihre Geschütze in Hut und Mantel wie kokette Tanten“ tatenlos die Tragödie mitverfolgten, die sich vor ihren Augen abspielte, während „Jener“, d. h. König Konstantin, sich demonstrativ in Schweigen hüllte. Allesamt voll Ratlosigkeit über die Wahl Deutschlands als beste Zufluchtsmöglichkeit, folgten sie bis zur bulgarischen Grenze denselben Routen, die sie während des Zweiten Balkankriegs zurückgelegt hatten, um den Boden zu befreien, den sie nun hinter sich ließen. Verstört bestiegen sie in Adrianopel die Züge und langten via Bulgarien nach tagelanger Fahrt im Görlitzer Bahnhof an, wo sie Soldaten mit Blumensträußen, Fotografen, dazu eine große Menschenmenge in Empfang nahmen, während die Kapelle mit der griechischen Nationalhymne aufwartete. Trotz dieses Empfangs und der ersten positiven Eindrücke von der Ordnung, der Sauberkeit und dem schmucken Aussehen des städtischen Ambientes mit seiner elektrischen Straßenbeleuchtung, bedrängten den Autor hartnäckige Fragen, was die Gründe ihrer Verlegung nach Deutschland und den Zweck ihres Aufenthalts in dem fremden Land, ebenso aber auch die Deutschen selbst betraf, die sich so sehr von den Griechen unterschieden wie ihrer beider Länder. Schwer von Müdigkeit und schweren Herzens fand der Autor am ersten Abend in den Schlaf, voller Hoffnung auf eine baldige Heimkehr nach Griechenland, zu seiner Erde, seinen Bergen, seiner Sonne, zu dem ägäischen Meer, zu den geliebten Menschen.7

Von „bewillkommneten Gästen“, „Kriegsgefangenen“ und „Protagonisten“ in den königlichen Planungsdossiers

Die Unterbringung der Ankömmlinge im Lager und in der Stadt führte vom ersten Tag an zu erheblichen Veränderungen im Alltagsleben der Einwohner von Görlitz: Deutsche wie Griechen mussten sich anpassen, um mit ihrer obligatorischen „Symbiose“ zurechtzukommen, und vor allem innere Widerstände überwinden, um gegenseitige Kommunikation zu erreichen. Die ersten zweisprachigen Schilder, das Erlernen erster griechischer und deutscher Wörter, aber auch die ersten Romanzen in einer Stadt, die unter kriegsbedingtem Männermangel litt, ließen bis in den Alltag hinein nicht lange auf sich warten, um mit dem Kulturschock zurechtzukommen, dem sich die „Blonden“ und die „Dunkelhäutigen“ beidseitig ausgesetzt sahen. Selbst die ersten Bestattungen von Offizieren und Soldaten trugen das Ihre dazu bei: die Entwicklung einer Art „Diplomatie des Todes“, die das gemeinsame Geschick des Menschen sichtbar werden ließ – über alle Nationen und Grenzen, über alle Bündnisse und Gegnerschaft in Kriegs- wie Friedenszeiten hinweg.

Wenn man von den sehr wenigen Ausnahmen in hochrangigen Offizierskreisen einmal absieht, hatte die gewaltige Überzahl der Offiziere und Wehrdienstleistenden bis zum Sommer 1916 ihre größte Reise stets mit dem griechischen Heer als „Reisebüro“ absolviert. Männer aus fast allen Gegenden des Landes, die ganz überwiegend nicht aus dem Ort stammten, an dem sie ihren Dienst ableisteten, hatten das erste Mal ihren Geburtsort in Richtung Mazedonien verlassen. Ein erster flüchtiger Blick auf die Namensangaben zu den Unteroffizieren erweist, dass sie aus Mazedonien und Thrakien, Epirus, Thessalien und Festlandgriechenland, von der Peloponnes, Kreta und den griechischen Inseln stammten.8 Demnach hatte sich in Deutschland ein repräsentativer Querschnitt durch die Bevölkerung des ganzen griechischen Raums und seiner Kultur eingefunden.

Die deutsche Sprache war sicherlich die erste und hauptsächliche Klippe, die zu überwinden war, um ein Minimum an Kommunikationsniveau zu erreichen, denn in der Vorkriegszeit hatten sich Deutschkenntnisse auf Universitätsabsolventen und -professoren und bestimmte Berufszweige wie Rechtsanwälte, Ingenieure, Kaufleute und Vertreter von Handelshäusern beschränkt. Deshalb wurden Griechischkundige aus akademischen Kreisen und aus dem Bereich ehemaliger Kaufleute und Konsuln herangezogen, um Interessierten im Rahmen einer im Inneren der Drahtumzäunung eingerichteten Deutschschule Unterricht zu geben oder als Dolmetscher tätig zu werden. Die Resonanz darauf war beeindruckend: Die Schulbank drückten an die 700 im Durchschnitt 23jährige Männer aus hundert verschiedenen Berufs- und Fachbereichen.9

Gleichzeitig wurde dem ganzen Lager bei der Erstellung erster Studien zur neugriechischen Volkskunde im Allgemeinen und zur Sprache, zu ihren Dialekten und Ausdrucksmitteln im Besonderen, ferner zur Musiktradition, zu den Sitten und Gebräuchen mit all ihren lokalen Eigenarten Aufmerksamkeit und großes Interesse entgegengebracht. Aus diesen ersten Aufzeichnungen entstand eine Zusammenstellung einzigartiger musikologischer Sammlungen und die Herausgabe sprachwissenschaftlicher Studien.10

Doch das Vierte Armeekorps hatte keine Tausende von Kilometern fernab der Heimat zurückgelegt, um das Schicksal der Millionen von Kriegsgefangenen zu teilen, die später von den Schlachtfeldern des Dritten Reichs abtransportiert wurden: Vielmehr füllten sie ihre Zeit mit Manövern, Tonaufnahmen und dem Erlernen einer Fremdsprache. Nach dem Verlassen Griechenlands sollten sie dann (hauptsächlich aus der verzerrten Propagandaperspektive der Görlitzer Nachrichten) erfahren, dass ihr vormaliger Ministerpräsident Eleftherios Venizelos nach Thessaloniki heraufgekommen war, um ein Heer der Nationalen Verteidigung aufzustellen und alsbald an der mazedonischen Front zusammen mit der Entente und deren bulgarischem Verbündeten Krieg gegen die beiden Kaiserreiche im Zentrum Europas zu führen.11 Das war zugleich eine Entscheidung, die sich direkt gegen König Konstantin und seine Absicht wendete, das Land neutral, in Wirklichkeit aber dezidiert konform mit den politischen Zielen seines kaiserlichen Schwagers zu halten.

Die beiden griechischen „Staaten“ mit Athen und Thessaloniki als jeweilige Hauptstadt fanden im Juni 1917 wieder zueinander, nachdem zuvor die royalistische und generell gegen Venizelos eingestellte Formation bei bürgerkriegsartigen Zusammenstößen im November 1916 noch Augenblicke des Triumphes hatte erleben können. Venizelos‘ Rückkehr nach Athen und an die Macht ging –auf Druck der Verbündeten hin– die Exilierung Konstantins in die Schweiz voraus. Von dort aus machte sich dieser daran, Pläne für eine schnelle Rückkehr auf den Thron mit deutscher Hilfe zu schmieden, die im Rahmen einer großen Militäraktion seitens der Zentralmächte und Bulgariens an der mazedonischen Front erfolgten und an der auch das 4. Armeekorps teilnehmen sollte.
Da er bei diesem Vorhaben allein den Kaiser zum Verbündeten hatte, sah sich Konstantin letztendlich in seinen Erwartungen getäuscht, denn sowohl der Generalstab wie das Außenministerium stellten sich ihm entgegen. Trotz verzweifelter Bemühungen bis in die letzten Monate vor Ende des Krieges erschöpfte sich Konstantins Bereitschaft, mit dem 4. Armeekorps an der Seite des deutschen Heeres gegen Venizelos zu Felde zu ziehen, in endlosen, auf dem Papier veranstalteten Manövern.12

Nach Venizelos‘ Kriegserklärung an Deutschland hatte sich die Situation des 4. Armeekorps dramatisch verschlechtert, denn seine Soldaten glitten von ihrem ursprünglichen Freiwilligenstatus in die Kategorie zwangsweise eingesetzter Akteure ab, was in der Praxis ihre Verbringung in andere Gegenden und Verwendung zum Nutzen der deutschen Kriegsindustrie bedeutete. Andererseits stellte die griechische Venizelos-Regierung öffentlich klar, dass sie in Zukunft das 4. Armeekorps in derselben Weise als Kriegsgefangene betrachten werde wie in Griechenland festgenommene deutsche Soldaten und Seeleute ([…] „auch die Angehörigen des 4. Griechischen Korps in Görlitz, ‚seitdem sich Griechenland im Kriegszustand mit den Zentralmächten befindet‘ als Kriegsgefangene [zu] betrachten“).13 Aber die eben angeführten Umstände waren nicht die einzigen negativen Entwicklungen, denn die unter dem Begriff „Nationales Schisma“ bekannte politische und soziale Konfrontation innerhalb Griechenlands, die zur Spaltung in Venizelisten und Royalisten führte, konnte unmöglich ohne Auswirkungen auf die im Görlitzer Lager „Eingemieteten“ bleiben. Überdies hatte die nationale Spaltung die Geschicke des Korps in die Hände der Deutschen gelegt, um es nicht in jene der Entente geraten zu lassen – ein Faktum, das Venizelos‘ Position aufwertete.

Auf gegenseitigem Kriegsfuß: Venizelisten und Antivenizelisten

Zwei Monate nach der Vertreibung Konstantins (Juni 1917) und nach der Übernahme seiner Pflichten durch dessen zweitältesten Sohn Alexander sprach Oberst Lambros Sinaniotis in einer Eingabe an das 4. Armeekorps die Gegebenheiten eines in den Reihen der Offiziere aufkeimenden Bürgerkriegs an und forderte dabei von der Führung, ihre eigene Haltung dazu eindeutig zu definieren sowie die Offiziere aufzurufen, schriftlich Stellung zu beziehen. Ihm waren eine große Anzahl Berichte in die Hände gelangt, die ihn zu dem Schluss nötigten, dass eine äußerst gefährliche Situation vorlag, die in jeder Hinsicht untragbar war und Schlimmes befürchten ließ. Offiziere denunzierten sich gegenseitig, beschimpften einander in übler Weise, gerieten mitten auf der Straße aneinander und forderten ihre politischen Gegner zum Duell auf. Was bei Sinaniotis das Fass zum Überlaufen gebracht hatte und ihn unverzügliche Maßnahmen fordern ließ, bevor es zu spät wäre, war ein anonymer Brief an ihn, der ihn zusammen mit anderen aufs Korn nahm, ihn beschimpfte und als Feigling, seinen politischen Patron Venizelos aber als Verräter bezeichnete.14

In den letzten Kriegsmonaten begann sich die Waage zu Venizelos‘ Gunsten zu neigen: kurz vor der deutschen Kapitulation kam es im Korps zu einem Führungswechsel, als dessen Ergebnis der bisher unter Verfolgung stehende Sinaniotis die Zügel in die Hand nahm und zugleich Initiativen für die Rückkehr in die Heimat einleitete. Doch die königstreuen Offiziere unter Chatzopoulos‘ Nachfolger in der Korpsführung Polychronis Karakalos hatten noch nicht ihr letztes Wort gesprochen, was im Lager zu heftigen Zusammenstößen führte. Erste Nachrichten sprachen von Verwundeten und Toten aufgrund des von den deutschen Wachen eröffneten Feuers (in Wahrheit war es nur einer). Die Lage normalisierte sich, als die deutsche Verwaltung sich dazu entschloss, sich mit allen Mitteln der griechischen Anstifter zu entledigen: Sinaniotis setzte sich nach Berlin ab und Karakalos wurde wieder Verwalter des de facto nun menschenleeren Lagers, denn die meisten hatten es mit dem Ziel verlassen, über alle Grenzen hinweg nach Griechenland zurückzukehren.15

Stunde der Rechenschaft im Griechenland der Venizelos-Ära

Mitten in dieser chaotischen und revolutionär aufgeheizten Situation öffneten sich die Lagertore, und das Vierte Korps zerstreute sich –wohin und wie auch immer möglich– in alle Winde, um die Hilfe griechischer Konsulate und der Verbündeten für eine umgehende Rückkehr nach Griechenland zu erlangen. Von den Bündnispartnern informiert, bereitete sich die griechische Regierung darauf vor, der gesamten Schar der Heimkehrer a priori mit Strenge zu begegnen, bevor es zu einer gerichtlichen Abklärung im Einzelnen kam. Bis zu diesem Augenblick hatte innerhalb des Korps die Meinung vorgeherrscht, die Verantwortung laste ausschließlich auf den höheren Offizieren und demzufolge seien die einfachen Soldaten und Unteroffiziere unschuldig.

Entsprechend einem Vorschlag von Leonidas Paraskevopoulos konnten bzw. sollten sich die Görlitzer Gefangenen nach vorheriger Säuberung von reaktionären Elementen in kleinen Formationen den Einheiten des Nationalen Verteidigungsheeres in Mazedonien anschließen. Auf diese Weise sollte ihre Isolierung vermieden werden, die in der Tat schwierig und moralisch ungerecht gewesen wäre, weil sie zu ihrer pauschalen Stigmatisierung geführt hätte.16 Nachdem Venizelos persönlich dazu Stellung genommen hatte, wurden entsprechend endgültige Bestimmungen auf den Weg gebracht, wie mit ihnen zu verfahren sei. Im Dezember 1918 stellte der Ministerpräsident von Paris aus klar, dass die 36 Offiziere und Unteroffiziere des Heeres und der Gendarmerie, die in Werl festgehalten worden waren, unverzüglich zur Truppe zurückkehren sollten, während sämtliche übrige Rangträger –auch wenn sie ihre Loyalität bekundet hatten– in den Wartestand zu versetzen seien und es ferner eine Voruntersuchung zu geben habe, bei der zum einen die für die Übergabe Verantwortlichen von 1916, zum anderen diejenigen ermittelt werden sollten, die Widerstand gegen die neuen Verhältnisse seit Juni 1917 bekundet hatten.17

Die Venizelos-Administration machte so von Anfang an ihre Position klar und setzte sie in der Form um, dass alle Offiziere, Unteroffiziere und Soldaten ausnahmslos in einem Militärlager in Souda bei Chania [Kreta] festgehalten wurden. Wer als straf- oder disziplinarrechtlicher Untersuchungs- bzw. Anklagefall eingestuft worden war (es ging dabei um insgesamt 320 Offiziere), wurde auf die Insel Agios Georgios verbannt bzw. –sofern sie dem Strafrecht unterstanden– ins Averof-Gefängnis verbracht, während die Übrigen vorläufig freigelassen und dann nach Milos verbannt wurden. Die endgültig Freigesprochenen konnten nach Hause zurückkehren, wo sie allerdings unter polizeilicher Aufsicht standen, während eine neuerliche Verfolgungswelle zu Degradierungen bzw. Entlassungen aus dem Militärdienst führte. Als schließlich im Mai 1920 der Prozess am Ständigen Militärgericht in Athen gegen zehn Hauptverantwortliche in Gang kam, war es bereits viel zu spät dafür, die Strafen zu vollziehen. Die Wahlen im November und die Rückkehr der Venizelos-Gegner an die Macht hatten zur Folge, dass die Angeklagten rehabilitiert, wieder ins Heer aufgenommen wurden und damit viele von ihnen am Kleinasienfeldzug teilnehmen konnten.

Zu erwarten wäre gewesen, dass als Folge der Kleinasiatischen Katastrophe mitsamt der „Großen Idee“ auch manches Vorkommnis aus der Zeit des Nationalen Schisma wie etwa der Fall des Vierten Korps dem Vergessen anheimfallen würde. Doch den „Görlitzioten“ war ein solches Vergessen nicht beschieden, teils weil dies Kapitel im Rahmen der griechisch-deutschen Nachkriegsbeziehungen hier und da immer wieder eine Rolle spielte, teils auch weil es während des Zweiten Weltkriegs vereinzelt in den Vordergrund rückte und dabei das Erinnerungserbe an den „Großen Krieg“ heraufbeschwor.

Anstelle eines Epilogs: „Die besten Botschafter der deutschen Idee“

Bei einem Gesprächstreffen maßgeblicher deutscher Professoren im Jahre 1918 ergab sich als allgemeine Schlussfolgerung, dass sich die Verhältnisse in Griechenland für die deutsche Sache im Vergleich zu bisher zum Besseren gewandelt hätten. Die meisten Professoren waren in der Lage, diese Meinung aus persönlichem Erleben zu bezeugen und zu unterstützen. Deutsch war nicht nur in Hotels zu hören, sondern wurde von Nieder- wie Höhergestellten (meist jungen Ministerialangestellten) auf gutem Niveau gesprochen, und auch an öffentlichen Orten waren jüngere Herren imstande, sich auf Deutsch über Politik zu unterhalten – überhaupt war allerorten Deutsch zu hören („[…] die deutsche Sprache war im Marsch, ebenso die ganze deutsche Sache“). Zwanglos sich ergebendes Fazit war, dass sich nun an die Seite von bislang in griechischen Wirtschaftsunternehmen „deutsch“ sprechenden Maschinen und von Deutschen, die griechischen Arbeitern die Herstellung industrieller Produkte beibrachten, nun auch zunehmend Studenten traten, die vom üblichen Besuch französischer und englischer Universitäten abwichen und lieber in Deutschland Jura, Medizin, Chemie und Metallkunde studierten.18

Dieser Klimawandel war zu Zeiten, in denen sich der deutsche Staat sonst weder wirtschaftlich noch politisch für Griechenland interessierte, dem unermüdlichen Bemühen deutscher Professoren zu verdanken, die Griechenland als ihre geistige Heimat betrachteten. Die oben zitierten Worte stammen aus dem Hauptreferat des bekannten Byzantinisten August Heisenberg, der bis dahin als Verbindungsoffizier des Kriegsministeriums zur griechischen Führung des Vierten Armeekorps eine bedeutende Rolle in diesem Gefüge gespielt hatte. Wie der Vortragende ausführte, gesellten sich zu dem bis vor kurzem fast einzigen Freund Deutschlands (an dieser Stelle fiel Konstantins Name) gegenwärtig viele Griechen mehr, die im Gedanken daran, wie unbedingt förderlich für beide Seiten eine Verflechtung und Zusammenarbeit auf Themenfeldern gemeinsamen Interesses wäre, ihren Blick voller Sympathie nach Deutschland richteten.19

Mag sein, dass manche Feststellung bezüglich der griechischen Deutschfreundlichkeit während des Krieges um einiges übertrieben war, aber die Erblast dieses Krieges machte es Deutschland nicht gerade leicht, wie auch immer geartete Unterstützung zurückzugewinnen. Für die Suche danach auf zunächst wenig gastfreundlichem griechischen Boden lag es nahe, dass für das nun demokratisch gewordene Deutschland in so disparaten Zeiten der Weg genau über diese Schule für den Deutschunterricht im Görlitzer Griechen-Lager führte und all diejenigen rechtfertigte, die schon damals den vielfachen Nutzen voraussahen, den der unverhoffte Aufenthalt tausender Griechen auf deutschem Boden versprach. Einer der ersten, der Zeuge der Früchte ihrer Mühen wurde, war der Gründer der Schule Paul Jacobsthal, als er auf einer Rundreise durch Griechenland viele seiner einstigen Schüler in verstreuten deutschen Sprachinseln wiedertraf – in erstaunlichem Kontakt mit den Werten deutscher Kultur, aber auch mit deutschen Unternehmen.20 Und er durfte sich zu Recht bestätigt fühlen – was sich später noch manches Mal wiederholen sollte. Dem Besuch des Archäologieprofessors war das Gesuch eines ehemaligen Artilleriehauptmanns vorausgegangen, der im November 1919 im Büro des Ministerpräsidenten einlief. In diesem Gesuch beantragte der eben aus der Verbannung zurückgekehrte Hauptmann eine Erneuerung seines Passes, um ins Ausland reisen zu können. Beim Warten darauf informierte man ihn darüber, dass ihm eine neuerliche Ausweisung bevorstand. Auf diese für ihn negative Entwicklung hin beantragte er, man möge ihn nach Deutschland ausweisen, um sich dort zum Landwirt ausbilden zu lassen, da er sowohl in Souda wie auf Agios Georgios begonnen hatte, sich mit Ackerbau, Viehzucht und Agronomie zu beschäftigen. Als Argument zur Unterstützung seines Gesuchs machte er die guten Deutschkenntnisse geltend, die er sich während seines Görlitz-Aufenthalts angeeignet hatte.21

Seine Deutschkenntnisse trugen ihm seit April 1941 eine besonders hervorstechende Rolle ein, als nach dem Einfall der Truppen des Dritten Reichs in Griechenland die Nachfrage nach Deutschkundigen ihren Höhepunkt erreichte. In manchen Fällen suchte die deutsche Verwaltung ihre ersten Dolmetscher nicht nur griechenlandweit in den Reservoirs der Germanisten und Schüler deutscher Schulen, sondern auch unter den ehemaligen „Görlitzioten“, auf deren Namenslisten sie zurückgreifen konnte. An den Toren von Soufli wurde die Wehrmacht nicht vom Bürgermeister erwartet und empfangen, sondern vom Lehrer der Stadt, der in Görlitz Deutsch gelernt hatte. Seine Deutschkenntnisse waren nicht der einzige Grund dafür. Der ehemalige, während des Ersten Weltkriegs irgendwo in Ost-Mazedonien eingesetzte Gendarm soll den Bürgermeister dazu gebracht haben, „den deutschen Truppen einen außerordentlich freundschaftlichen Empfang zu bereiten“, weil er „an den deutschen Sieg glaubte und die Deutschen liebte“. In dieser Erwartung indessen gemeinsam mit den Deutschen getäuscht, scheiterte er damit, die Athener Regierung dazu zu bringen, ihn zum Nomarchen von Evros zu machen.22

Belastet von dem zusätzlichen, seines besonderen historischen Gewichts wegen kaum zu tilgenden Vorwurf landesverräterischen Verhaltens, verloren von diesem Zeitpunkt an einige „Görlitzioten“ ein weiteres Mal ihre gute Reputation. Genau zur selben Zeit verlor Deutschland den Preis, den Griechenland abzugewinnen es all die Jahre zwischen den Kriegen so angestrengt bestrebt gewesen war: „Das Herz des griechischen Volkes.“23

Zusammenfassung

Die dramatischen Ereignisse rings um die territoriale Integrität Griechenlands in Ost-Mazedonien seit Mai 1916 gipfelten in der Preisgabe Kavalas an die Bulgaren und in der Annahme des deutschen Angebots an die Führung des 4. Armeekorps, „gastfreundliche Aufnahme“ in der oberschlesischen Kleinstadt Görlitz zu finden. Der langwährende Aufenthalt von 6.530 Wehrpflichtigen, Offizieren und der gesamten Landgendarmerie aus Ost-Mazedonien und Florina nährte das Nationale Schisma mit neuer, leichtentzündlicher Brisanz, hatte aber mehr noch weitreichende Bedeutung für die griechisch-deutschen Beziehungen. Nach der langjährigen ottonischen Periode war es das zweite, diesmal gegenläufige Mal, dass Griechen und Deutsche in der Lebensrealität einer Stadt für einen so langen Zeitraum koexistierten.

Von ihrer pauschalen Diskriminierung einmal abgesehen, entwickelten sich die „Görlitzioten“ nach der Rückkehr des 4. Korps nach Griechenland zu einer ganz eigenen Kategorie des Transfers deutscher Vorbilder und Ideen auf griechischen Boden. Entsprechend gezielt ging die deutsche Diplomatie während der griechischen Zwischenkriegszeit den „Görlitzioten“ nach, ein Bemühen, das selbst dann nicht unterbrochen wurde, als die Streitkräfte des Dritten Reichs als Besatzer in das Land einfielen. Aus der Perspektive abschließender Periodisierung stellt die deutsche Besatzungszeit –abermals im Rahmen eines Weltkrieges– die dritte und am meisten traumatische Periode eines massenhaften Bevölkerungskontakts dar. Demgegenüber war die griechische Auswanderung nach Westdeutschland nicht nur die letzte in der zeitgenössischen Geschichte der „Verflechtungen“, sondern auch die einzige freiwillige – sofern man einmal das Phänomen Massentourismus beiseite lässt.

Einzelnachweise

  1. Benekos 2019, 127-128.
  2. Alexatos/Dordanas/Kandylakis 2014, passim.
  3. Alexatos/Dordanas/Kandylakis 2014, 80-115.
  4. Ausführlicheres zu den Ereignissen dieses Zeitabschnitts, die mit der Übergabe von Rupel begannen und mit der Einnahme von Kavala und der Überstellung des Vierten Armeekorps an die Deutschen endeten, s. insbesondere Ventiris 1970, 106-150, 173-205. Näheres zu Rupel s. Dordanas 2016, 183-196.
  5. Politisches Archiv des Auswärtigen Amtes [im Folgenden: P.A. AA] R 22201 (September 1916-Oktober 1918): 4. Armeekorps, Oberst Chatzopoulos [an König Konstantin], Drama, 2. September 1916. Ebenso: Diplomatisch-Historischer Archivdienst (im folgenden: D-H.AD) 1916, Dossier A/4X(4) („Abzug der griechischen Streitkräfte aus Kavala und Ost-Mazedonien“) und Dossier A.A.K.2 („Report des Heeresverwalters des Vierten Armeekorps Herrn Chatzopoulos über den Abzug der Griechischen Streitkräfte aus Kavala und Ost-Mazedonien“), Görlitz, 13./26. Oktober 1916, u.a.m.
  6. PA AA, R 22201: Chef des Generalstabes des Feldheeres (Ludendorff) an das Königliche Kriegs-Ministerium (Berlin), M. J. Nr. 148095, Gr. H. Uu., 22. September 1916.
  7. E.T. 1918, 31-36.
  8. ΥΔΙΑ [Dienst des Diplomatisch-Historischen Archivs Athen] 1918, Dossier A/4/1(4) (Kriegsgefangene Görlitz): Heeresministerium, Direktion Ministerbüro, Nachrichtenbüro, „Status der Unteroffiziere des 4. Armeekorps in Görlitz“, Athen, 20. August 1918.
  9. Alexatos 2015, 131-134.
  10. S. beispielsweise Heisenberg 1918.
  11. Ausführlicheres zur Mazedonischen Front s. Kaplanidou 2005. Ebenso Mourelo/Sfetas/Vlassidis/Dordanas 2018.
  12. Leondaritis 2000, 131-149.
  13. Bundesarchiv Berlin [BArch], R 901/86710: gez. Goetsch, IIIc/6473, 25. April 1919.
  14. Nationales Forschungs- und Studieninstitut „Eleftherios K. Venizelos“ (Digitalarchiv): [Dossier 084-71] Der Divisionsverwalter Oberst L. Sinaniotis an das 4. Armeekorps „Antrag auf schriftliche Erklärung der Offiziere zu ihrer Position gegenüber Griechenlands neuem König Alexander“, Görlitz, 2./15. August 1917, s. www.venizelosarchives.gr/rec.asp?id=19678, sowie [Dossier 84-75-76] der unbekannte Verfasser an Oberst L. Sinaniotis, Görlitz, 7. Juni 1917, s. www.venizelosarchives.gr/rec.asp?id=19703.
  15. ΥΔΙΑ [Dienst des Diplomatisch-Historischen Archivs Athen], 1920, Dossier A/9(3) (Heimkehr des 4. Armeekorps aus Deutschland): Außenministerium, Büro für Kryptographie, „Zusammenfassung Telegramm des Außenministeriums an die Botschaft in Den Haag“, 14. November 1918/„Zusammenfassung Telegramm der Botschaft Den Haag“, 21. Dezember 1918/„Zusammenfassung Telegramm Botschaft Bern“, 24. Dezember 1918 u.a.
  16. ΥΔΙΑ [Dienst des Diplomatisch-Historischen Archivs Athen], 1920, Dossier A/9(3): E. Repoulis an E. Venizelos, Thessaloniki, o. J.
  17. ΥΔΙΑ [Dienst des Diplomatisch-Historischen Archivs Athen], 1920, A/9(3): Venizelos an das Außenministerium, Nr. 12677/A/4/1, Paris, 21. Dezember 1918.
  18. Griechisches Literaturgeschichtliches Archiv [Athen, im folgenden ΕΛΙΑ], Archiv Georg Streit, Dossier 45, Subdossier 3 (Veröffentlichungen verschiedener Herkunft über Griechenland, 1918, „Vortrag Dr. Heisenberg): „VORTRAG des Herrn Universitätsprofessor Dr. Heisenberg aus München, Mitglied der Königlich bayerischen Akademie der Wissenschaften, Delegierter des Königlich preußischen Kriegsministeriums beim IV. griechischen Armeekorps in Görlitz“ (Großschreibung und Unterstreichung wie in der Vorlage).
  19. Quelle wie eben.
  20. Alexatos 2015, 218-219.
  21. Allgemeines Staatsarchiv [Athen, ΓΑΚ], Archiv des Politischen Büros des Ministerpräsidenten (1917-1923), Dossier 460: Königreich Griechenland, Generalverwaltung Thessaloniki, an das Politische Büro des Herrn Ministerpräsidenten, „Antrag von Kyriakos Menos bzw. Chatzigeorgiou, Artilleriehauptmann a.D. [Zusammenfassung: „Artilleriehauptmann a.D. Menos bzw. Chatzigeorgiou beantragt, wenn ich ausgewiesen werden soll, dass ich zwecks Landwirtschaftsstudiums nach Deutschland ausgewiesen werde“]“, Nr. 41713, Thessaloniki, 15. November 1919.
  22. ΕΛΙΑ, Archiv Nikolaos Kambouris (Konsulat Adrianopel): Aufsichtsbehörde Evros für die ländliche Sicherheit, „Bericht über die Aktivitäten des Beauftragten für die ländliche Sicherheit Pandelis Manolopoulos in der Provinz Evros vom 2. November 1941 bis 6. September 1942“, Adrianopel, 12.September 1942.
  23. Dordanas 2009, 95.

Verwendete Literatur

Dialekte und Umgangssprache im Neugriechischen
August Heisenberg (Autor*in)
1918
"Ελευθέριος Κ. Βενιζέλος"
Εθνικό Ίδρυμα Ερευνών και Μελετών (Herausgeber*in)
Bundesarchiv
Das Bundesarchiv (Herausgeber*in)
Politisches Archiv des Auswärtigen Amts
Auswärtiges Amt/Politisches Archiv (Herausgeber*in)
The Salonica Theatre of Operations and the Outcome of the Great War
Danai Kaplanidou (Herausgeber*in)
2005
Αρχείο Γεωργίου Στρέιτ
Ελληνικό Λογοτεχνικό και Ιστορικό Αρχείο (ΕΛΙΑ-ΜΙΕΤ) (Herausgeber*in)
Αρχείο Νικολάου Καμπαλούρη
Ελληνικό Λογοτεχνικό και Ιστορικό Αρχείο (ΕΛΙΑ-ΜΙΕΤ) (Herausgeber*in)
Αρχείο Πολιτικού Γραφείου Πρωθυπουργού
Γενικά Αρχεία του Κράτους-Κεντρική Υπηρεσία (Herausgeber*in)
Διπλωματικό και Ιστορικό Αρχείο
Υπουργείο Εξωτερικών (ΥΠ. ΕΞ.) (Herausgeber*in)
Η Ελλάδα στον Πρώτο Παγκόσμιο Πόλεμο, 1917-1918
Γεώργιος Β. Λεονταρίτης (Autor*in)
2000
Η Ελλάς του 1910-1920
Γιώργος Βεντήρης (Autor*in)
1970
Στρατιωτική αναγκαιότητα ή πολιτική σκοπιμότητα; Το Ρούπελ, οι Κεντρικές Δυνάμεις και η κυβέρνηση Σκουλούδη
Στράτος Δορδανάς (Autor*in), Πέτρος Κ. Σαμσάρης (Herausgeber*in), Γεώργιος Α. Πάσχος (Herausgeber*in)
2016
Το θέατρο επιχειρήσεων της Θεσσαλονίκης στο πλαίσιο του Α΄ Παγκοσμίου Πολέμου
Ιωάννης Μουρέλος (Herausgeber*in), Σπυρίδων Σφέτας (Herausgeber*in), Ιάκωβος Μιχαηλίδης (Herausgeber*in), Βλάσης Βλασίδης (Herausgeber*in), Στράτος Δορδανάς (Herausgeber*in)
2018
Το ταξίδι
Ε.Τ. (Autor*in)
1918
Οι Έλληνες του Γκαίρλιτς, 1916-1919
Γεράσιμος Αλεξάτος (Autor*in)
2015
Και εγώ ήμουν στο Γκαίρλιτς. Τα απομνημονεύματα του στρατιωτικού μου βίου, από το έτος 1913 μέχρι και το έτος 1919
Δημήτρης Μπενέκος (Herausgeber*in)
2019
«Ειδήσεις από την Ελλάδα. Όψεις των ελληνογερμανικών σχέσεων τη δεκαετία του 1920»
Στράτος Ν. Δορδανάς (Autor*in), Βασίλης Κ. Γούναρης (Herausgeber*in)
2009
"Εν Γκαίρλιτς 31/12/1917...". Ημερολόγιο αιχμαλωσίας του βενιζελικού αξιωματικού Στυλιανού Κανδυλάκη στη Γερμανία του Κάιζερ
Στράτος Ν. Δορδανάς (Herausgeber*in), Γεράσιμος Αλεξάτος (Herausgeber*in), Μανώλης Κανδυλάκης (Herausgeber*in)
2014

Zitierweise

Stratos Dordanas, »Das Vierte Armeekorps im Ersten Weltkrieg und das Erbe von Görlitz«, in: Alexandros-Andreas Kyrtsis und Miltos Pechlivanos (Hg.), Compendium der deutsch-griechischen Verflechtungen, 07.09.2020, URI: https://comdeg.eu/compendium/essay/98071/.

Metadaten

Essaytyp Mikrogeschichte
Lizenz CC BY-NC-ND 4.0
Sprache Deutsch, übersetzt aus dem Griechischen von Joachim Winkler

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