Serjios Serefis

29.06.1895, Izmir

,

Profil

Wirkungsorte Hamburg
Wirkungszeit 1922-1937
Kontaktzonen Medizin
Vermittlungspraktiken Studium an deutschsprachigen Bildungseinrichtungen
Netzwerk Panajotis Nassoufis, Universität Hamburg

Promotion und Habilitation

Serjios Serefis (1895-;) war von 1922 bis 1924 als Promotionsstudent und von 1925 bis 1934 als Habilitationsstudent an der Universität Hamburg eingeschrieben.

  • Fakultät: Medizinische Fakultät
  • Hauptfach: Pharmakologie (Diss.) und Dermatologie – Venerologie (Habil.)
  • Wintersemester 1922/23
  • Auslandsmatrikel, Nr. –
  • Große Matrikel, Nr. 7195

Referent: Bornstein, Arthur; Vorgesetzter und Mentor des Habilitationsverfahrens: Mulzer, Paul

Veröffentlichung (Diss.): Über die Wirkung von Alkali und von Atropin auf die Adrenalinglykämie, maschinenschriftlich Hamburg 1924 und zugleich erschienen Zeitschrift für die gesamte experimentelle Medizin 43 (12. Juni 1924) 438ff.

Veröffentlichung (Habil.): »Über die Resorptionsbedingungen des Wismut und ihre Auswertung für die perorale Luestherapie«, in: Archiv für Dermatologie und Syphilis 171 (1934 [erschienen 1936]), Heft 1.

Lebenslauf

»Ich, Sergios Serefis, wurde am 29. Juni 1895 zu Smyrna, Klein-Asien, als Sohn des Kaufmannes Christo Serefis, geboren. Nach Beendigung des 5. Lebensjahres trat ich in eine Privatschule der erwähnten Stadt ein, in welcher ich bis zum 11. Lebensjahre verblieb. Hierauf trat ich nach bestandener Aufnahmeprüfung in das dortige griechische Gymnasium „Evangelische Schule“ ein, an welcher ich im Juni 1913 das Abiturienten-Examen ablegte. Nach bestandener Prüfung war ich bis zum Ausbruche des Weltkrieges in dem Geschäfte meines Vaters tätig. Ich habe dann bis zur Beendigung des Krieges als türkischer Soldat bei der deutschen Sanitäts-Mission gedient, und zwar war ich dem Chefarzt des dortigen, deutschen Etappenlazarettes als Dolmetscher unterstellt. Da mir die Einreiseerlaubnis für Deutschland von der in Smyrna ansässigen interalliierten Kontrolle zur Fortsetzung meiner Studien verweigert wurde, sah ich mich gezwungen, dieselben zunächst auf der Universität zu Beyruth in Syrien zu beginnen. Nach einem Aufenthalte von zwei Monaten hierselbst gelang es mir, von der dortigen französischen Besatzungsbehörde die Einreiseerlaubnis für die Schweiz zu erhalten und ich traf daher im Dezember 1919 in Lausanne ein, woselbst ich die beiden ersten Semester meiner medizinischen Studien verbrachte. Hierauf legte ich mit Erfolg die Prüfung für den ersten Teil des Physicums, d.h. für Zoologie, Botanik, vergleichende Anatomie, Chemie und Physik ab. Ich wandte mich hierauf zwecks Erlangung einer Einreiseerlaubnis für Deutschland an den deutschen Konsul in Lausanne, welche ich jedoch wegen der damals bestehenden Schwierigkeiten nicht bekommen konnte. Daher reiste ich zunächst im Oktober 1920 zur Fortsetzung meiner Studien an die Universität zu Lyon, woselbst ich 4 Semester studierte und daraufhin die Prüfung für den zweiten Teil des Physicums mit Erfolg ablegte, d.h. im März 1922 für die gesamte Anatomie und im Juli desselben Jahres für die Physiologie, Histologie, Pathologische Chemie und medizinische Physik. Im August 1922 gelang es mir dann, die Einreiseerlaubnis für Deutschland zu bekommen und traf Anfang September desselben Jahres hier in Hamburg ein und belegte bereits das Winter-Semester 22/23 an der hiesigen, medizinischen Fakultät, woselbst ich noch weitere 3 Semester verbrachte.«

Kommentar

Der in die Dissertation eingebundene Lebenslauf trägt das Datum 15. Juli 1924; die maschinenschriftliche Dissertation trägt die Angabe »Juni 1924«, während das gedruckte Titelblatt zur Dissertation, das den Nachweis der Publikation in einer Zeitschrift darstellt (s.u.) das Jahr 1925 trägt. Möglicherweise wurde die Urkunde im Jahr 1925 ausgestellt. Laut Lebenslauf in der Personalakte war das Datum des medizinischen Examens der 31. März 1926 (StAHH, 361-6, I 381, Bl. 17); die Habilitationsprüfung fand am 24. Januar 1934 statt (StAHH, 361-6, I 381, Bl. 17). Ernennung »zum nichtbeamteten ausserordentlichen Professor« mit Wirkung vom 30. Januar 1935 (StAHH, 361-6, I 381, Bl. 26; StAHH, 361-6, IV 893, Bl. 5). Am 15. Februar 1935 beantragt Serefis die Beurlaubung für dermatologische Studien in Griechenland für ein Jahr (StAHH, 361-6, I 381, Bl. 29; StAHH, 361-6, IV 893, Bl. 7). Im Laufe des Jahres 1937 wird diskutiert, ihm geltendem Recht entsprechend die Lehrbefugnis zu entziehen, da er nach Ablauf eines Jahres nicht zurückgekehrt sei und entsprechend seiner Lehrverpflichtung nicht nachkomme (mehrere Schriftstücke in: StAHH, 361-6, IV 893, Bl. 9–17); die Universität argumentiert gegenüber dem Reichsministerium: »Aus kulturpolitischen Gründen ist es jedoch als erwünscht zu bezeichnen, dass Professor Dr. Serefis solange im Lehrkörper der Hansischen Universität verbleibt, bis seine Übernahme in den Lehrkörper einer griechischen Universität gesichert ist« (Schreiben Rektor Rein an den Reichs- und Preussischen Minister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung vom 12. November 1937, StAHH, 361-6, I 381, Bl. 34). Dem Antrag wird mit Schreiben vom 9. Dezember 1937 entsprochen (StAHH, 361-6, I 381, Bl. 36). Es erfolgt eine Verlängerung der Beurlaubung Serefis’ bis zum 31. März 1939 (Rektor an Dekan Med.-Fak., Schreiben vom 28. Februar 1938, StAHH, 361-6, IV 893, Bl. 21). Mit Schreiben vom 21. Mai 1939 beantragt Serefis über den Rektor der Universität und den Dekan Med.-Fak. beim Reichserziehungsminister die Ernennung zum außerplanmäßigen Professor »neuer Ordnung« (StAHH, 361-6, I 381, Bl. 48). Mulzer befürwortet den Antrag mit Schreiben vom 12. Juli 1939 [wohl an den Dekan] (StAHH, 361-6, I 381, Bl. 49). Der Reichsminister ernennt Serefis am 9. März 1940 zum Honorarprofessor, eine Berufung in das Beamtenverhältnis sei damit nicht verbunden (StAHH, 361-6, I 381, Bl. 65).

In einer der Personalakten findet sich ein Schreiber des Rektors an die Staatsverwaltung der Hansestadt Hamburg vom 2. Dezember 1942, in dem die an der Universität tätigen griechischen Wissenschaftler aufgeführt werden (StAHH, 361-6, IV 893, Bl. 58); der Reichserziehungsminister hatte auf Bitte der Griechischen Regierung mit Datum dem 12. November 1942 um eine solche Liste ersucht (StAHH, 361-6, IV 893, Bl. 57). Einer der drei genannten Namen ist der von Sergios Serefis, mit Verweis auf seine Beurlaubung. Außer Serefis werden Demetrios Constantopoulos und Panagiotis Nassuphis genannt.

Notiz: Die Dokumentation des Promotionsverlaufs wurde von Prof. Dr. Ulrich Moennig im Rahmen des Essays Griechische Doktorand(inn)en an der Universität Hamburg von der Gründung der Universität 1919 bis 1941 erstellt.

Verwendete Literatur

Zitierweise

Ulrich Moennig, »Serjios Serefis«, in: Alexandros-Andreas Kyrtsis und Miltos Pechlivanos (Hg.), Compendium der deutsch-griechischen Verflechtungen, 15.02.2021, URI: https://comdeg.eu/artikel/101990/.

Metadaten

Artikeltyp Person
Index Serjios Serefis
Verfasser*in Ulrich Moennig
Lizenz CC BY-NC-ND 4.0
Sprache Deutsch

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